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WP vs. Öl im Bestand
Verfasser:
Stefan O
Zeit: 14.01.2020 23:49:48
3
2891499
Schönen Abend zusammen,

ich hätte mal eine kurze Verständnisfrage: besitze seit ca. drei Jahren ein EFH mit ELW, befeuert mit einer Buderus Brennwert-Ölheizung von 2006. Seit genau diesen drei Jahren zermalme ich mir den Kopf über ein neues Heizungskonzept. Erdwärme (Wasser oder Sole) war bis heute neben der Brennstoffzelle mein Favorit (Machbarkeit vorausgesetzt). Mit den neuen Förderungsbedingungen der BAFA hat diese Idee nun wieder etwas an Bedeutung gewonnen; der 10%-"Bonus" für Ölheizer erhöht natürlich mein Interesse.

Jetzt habe ich mal eine ganz simple Rechnung aufgestellt: Für 1 l Heizöl (=10 KWh) zahle ich im Schnitt 0,7 €. Bei der W/W-WP mache ich unter idealen Voraussetzungen aus 1 kWh Strom ca. 4 kWh Wärme, wenn ich das richtig verstanden habe. Für 1 kWh Strom zahle ich etwa 0,3 € (Tendenz: stark steigend), also 0,75 € für 10 kWh Wärme. Was zum Teufel sollte mich also dazu bewegen, meinen Öler aufzugeben und 30k€ - 45% Förderung = 16,5 k€ in eine Anlage zu investieren, die meine Betriebskosten erhöht und außerdem das Risiko birgt, infolge von Fehlplanungen und/oder geologischen Besonderheiten einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad zu erreichen?

Wo ist der Denkfehler? Natürlich könnte ich durch Dämmmaßnahmen, Fenstertausch oder Ausweitung der Heizfläche (Momentan FBH in EG und Bad, Heizkörper im DG) den Energiebedarf senken. Aber das wirkt sich ja auf alle Heizungskonzepte gleichermaßen aus.

Über Hinweise freuend bedanke ich mich schon mal im Voraus
Stefan

Verfasser:
sukram
Zeit: 15.01.2020 00:17:12
6
2891509
-Bis 2026 fallen bei Öl 21 ct/l Co2-Abgabe an, und das ist später nicht gedeckelt
-Schorni/Wartungskosten
-Öler hat Verluste und eine Erdwärmepumpe muss für 1:4 schon arg verpfuscht sein

Verfasser:
crink
Zeit: 15.01.2020 00:30:56
2
2891511
Hi,

Preistendenzen der Vergangenheit lassen sich schlecht in die Zukunft übertragen. CO2-Abgabe auf Heizöl wird nächstes Jahr umgesetzt und soll den Strompreis entlasten.

Mit moderner modulierender Sole-WP, passender Bohrung/Kollektor und einigermaßen sinnvollen Heizflächen ist eine JAZ von 5 gut machbar. Der Wirkungsgrad der Ölheizung liegt dagegen eher bei 80-90%. Die Ölheizung verbraucht zusätzlich 2% Strom, braucht einen Schorni und Tanks, die gewartet werden müssen und Platz verbrauchen.

Also nochmal, für 2021:

1 kWh Öl für 7,8 Cent + 0,02 * 28 Cent + 0,25 Cent Schorni = 8,6 Cent für 0,85 kWh Heizwärme
0,2 kWh Strom für 5,6 EUR für 1 kWh Heizwärme aus der WP

Wie sieht Dein Vergleich mit 10 Cent pro kWh Wärme zu 5,6 Cent pro kWh aus?

Und ab 2022 geht es weiter nach oben mit den CO2-Kosten für Öl, die Perspektive ist klar.

Nun stell bitte die Rechnung auf, für wie viel CO2 Deine Ölheizung momentan verantwortlich ist und wie sich das mit Sole-Wärmepumpe entwickelt.

Viele Grüße
crink

Ps: sukram war schneller...

Verfasser:
schorni1
Zeit: 15.01.2020 00:40:50
0
2891513
un der Schorni schläft schon.....

Verfasser:
lowenergy
Zeit: 15.01.2020 06:01:07
1
2891530
@Stefan O.
Eventuell wird's mit auf folgend verlinkter Seite beschriebenem verständlich(er):
https://www.energie-lexikon.info/thermodynamisch_optimiertes_heizen.html

Verfasser:
Pelli
Zeit: 15.01.2020 06:42:43
1
2891536
Persönlich gehe ich davon aus, das der Wp Strom gedeckelt oder sogar gesenkt wird.
Das betrifft aber nicht den Haushaltsstrom.
Ist nur mal meine bescheidene Prognose.
Beim Öl wird schon bald die 1 Euro Marke überschritten, und das ist sicher!



Gruß Andreas

Verfasser:
Stefan O
Zeit: 15.01.2020 10:19:24
3
2891628
Okay, vielen Dank für die Aufklärung.

@sukram: Die CO2-Abgabe habe ich natürlich nicht berücksichtigt, das stimmt. Die fällt aber auch für Kohlestrom an. Wartungskosten fallen bei der WP auch an, bei meinem Öler gehen die paar EUR für Düse, Elektrode und Filter hingegen im Rauschen unter. Für den Schorni gehen auch keine Unsummen drauf und da ich auf jeden Fall meinen Kamin behalten werde, muss ich den eh bezahlen.

@crink: Sicher ist, dass weder Öl noch Strom billiger werden. Bei den momentanen Preistendenzen kann man froh sein, wenn man die Mehrkosten irgendwie abfedern kann. Da dürfte am Ende nicht mehr viel für die Tilgung einer teuren WP-Anlage übrig bleiben. Selbst wenn ich die BAFA-Förderung abziehe und den Rest über die KfW finanziere, habe ich die nächsten 10 Jahre ca. 2400 €/a Abschreibungskosten an der Backe. Hinzu kommen ca. 1600 € Stromkosten (aber nur nach deiner sehr WP-optimierten Rechnung und ne JAZ von 5 gibt's m.E. auch nur im Katalog), macht 4000,- €/a, da muss ne alte Omma lange für stricken. Für 3000l Öl zahlte ich die letzten Jahre ca. 2000 € + 100 € fürn Schorni. Lass das Öl nen Euro kosten, dann bin ich immer noch billiger dran. Wartung mache ich selbst und wenn ich diese nicht vernachlässige, hab ich auch noch mal 10 Jahre Feuer im Kessel.

@lowenergy: Danke für den Link. Sehr verständlich geschrieben. Interessant finde ich auch die anderen Themen.

Bitte nicht falsch verstehen. Natürlich möchte ich auch meinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und lasse mich gern von alternativen Konzepten überzeugen. Aber im Moment befürchte ich, dass mich eine WP eher in den Ruin treiben wird. Einen Teil des Stroms könnte ich über eine PV-Anlage selbst herstellen. PV hat aber dummerweise die Eigenschaft, keinen Strom zu produzieren, wenn man ihn gerade braucht und für umsonst ist so eine Anlage auch nicht.

Also vielleicht doch KWK (sympathisch finde ich ja die Brennstoffzelle)? Oder Gas-Brennwert (Damit habe ich in einem anderen Gebäude beste Erfahrungen gemacht). Ganz ohne CO2 wird es sowieso nicht gehen.

Gruß
Stefan

Verfasser:
sklrep
Zeit: 15.01.2020 10:45:50
1
2891641
Im Bestand ist das teilweise wirklich ein großes Problem. Ähnlich bei meinen Eltern: Großes EFH mit Einliegerwohnung (vermietet), gehobene Qualität aber alles auf Stand 1980. Geheizt mit Öl/Heizkörpern, ca. 3000l/Jahr. Aber auch nur wegen sparsamen Heitverhalten (übertrieben Flur usw. 14°, Wohnzimmer etc. 20°).

Da muss dann sehr viel geändert werden für eine Wärmepumpe: mindestens mal Fenstertausch und größere Heizkörpern. Das wird dann trotz Förderung schon sehr teuer und in einem gewissen Alter ist das ein Problem (besonders wenn die Immobilie in strukturschwachen Raum steht und das beschriebene Heitverhalten seit Jahrzehnten zufrieden praktiziert wird).

Wahrscheinlich wird es erst mal nur neue Fenster geben und eine Geisha bivalent in Eigenleistung werden (PV ist schon vorhanden)...

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 15.01.2020 10:54:16
1
2891649
Zitat von Stefan O Beitrag anzeigen
Okay, vielen Dank für die Aufklärung.

@sukram: Die CO2-Abgabe habe ich natürlich nicht berücksichtigt, das stimmt. Die fällt aber auch für Kohlestrom an.


Der Unterschied ist nur: Bei Strom wird diese bereits fällig. Bei Gas/Öl kommt die erst.
Zitat:

@crink: Sicher ist, dass weder Öl noch Strom billiger werden.


Sicher ist, dass du Öl nicht zu Hause herstellen kannst. Strom schon.
Und immer dran denken: EEG läuft aus. Stromgestehungskosten für EE sinken ebenfalls. Zunehmend werden lediglich die KOsten für den Trassenausbau.

FunFact: Wegen P2G/P2L wirst du von einer Strompreissteigerung ebenfalls betroffen sein. Nur viel mehr.
Zitat:

Bitte nicht falsch verstehen. Natürlich möchte ich auch meinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und lasse mich gern von alternativen Konzepten überzeugen. Aber im Moment befürchte ich, dass mich eine WP eher in den Ruin treiben wird. Einen Teil des Stroms könnte ich über eine PV-Anlage selbst herstellen. PV hat aber dummerweise die Eigenschaft, keinen Strom zu produzieren, wenn man ihn gerade braucht und für umsonst ist so eine Anlage auch nicht.

9,9 kwp; KfW55; 160m²; Bohrung; mehr als 40% stammen aus der PVA. Einspeisevergütung übersteigt Strombezugskosten. Mit Abschreibungen für die PVA liege ich bei den < 50€ Energiekosten pro Monat

Verfasser:
MichaelKo
Zeit: 15.01.2020 11:00:50
0
2891656
@Stefan
wenn du dir eine Wärmepumpe für 30k€ einbauen lässt machst du was falsch. Soooo teuer muss das keinesfalls sein.
Eine JAZ >4 bei LWWP und >5 bei SWWP sind durchaus real und haben nichts mit Prospekt zu tun. Gerade in älteren Gebäuden mit hoher Heizgrenztemperatur werkeln die Wärmepumpen eine lange Zeit mit sehr hohen Arbeitszahlen und erreichen dadurch eine gute JAZ. Natürlich sollte man beim Umbau von Öler auf WP vorher genau schauen was man macht um die VLT nicht zu hoch zu heben und damit die Effizienz der WP sinnlos in den Keller zu jagen.

Die PV Anlage lohnt sich so oder so bei jedem. Denn sie bezahlt sich über ~10 Jahre selbst und macht dann nochmal so lange Gewinn.

Verfasser:
Bramme
Zeit: 15.01.2020 11:06:24
0
2891663
Zitat von Stefan O Beitrag anzeigen
Wartungskosten fallen bei der WP auch an, bei meinem Öler gehen die paar EUR für Düse, Elektrode und Filter hingegen im Rauschen unter.

Bei einer WP gibt es keine Verschleißteile, einzig Filter säubern und Druck prüfen oder Wasser nachfüllen fällt an.

Zitat von Stefan O Beitrag anzeigen
ne JAZ von 5 gibt's m.E. auch nur im Katalog

Ich hab ne JAZ von >6 (aber auch nur 20°C Raumtemperatur). Sanierter Altbau von 1909 mit Nibe F1155-6 am Ringgrabenkollektor.
1/3 des Verbrauches wird von der 10kW PV auf dem WNW-Dach gedeckt. Von November bis Februar ist das Dach komplett verschattet... Eine kWh Wärme kostet ich etwa 3,5ct

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 15.01.2020 11:14:09
1
2891673
Zitat von Stefan O Beitrag anzeigen
Okay, vielen Dank für die Aufklärung.

@sukram: Die CO2-Abgabe habe ich natürlich nicht berücksichtigt, das stimmt. Die fällt aber auch für Kohlestrom an. Wartungskosten fallen bei der WP auch an, bei meinem Öler gehen die paar EUR für Düse, Elektrode und Filter hingegen im Rauschen[...]


Ich finde die Aussage, Öl hat doch nur wenig laufene Kosten einfach nur durch die "ROSA Rote BRILLE" betrachtet...

Und der Vergleich wenn man ne ÖLHeizung selbst wartet gegen Wartungskosten bei WP gegenüberzustellen ist doch verkehrt.

Wartungskosten bei WP? Eher wenig bis nichts. Bei Luft-WP sollte man den WÄrmetauscher evtl. von Staub/Laub befreien.
Den Stromverbrauch und die erzeugte Wärme sollte man gelegentlich kontrollieren.
SO bekommt man schnell mit, ob Kältemittel fehlt und der Stromverbrauch schlagartig ansteigt.

Bei ner Ölheizung sollte man -meiner Meinung nach- den HB warten lassen.
Pro Jahr (Wartungskit, Anfahrt, Arbeitszeit - keine Ahnung - 150€?)

Schornsteinfeger -> kommt 2 im Jahr zum kehren a 30-40€
kommt glaub jährlich zur Messung -> Preis keine Ahnung 60€
Gesamt also geschätzt 120-140€.
Die Umwälzpumpe benötigt auch Strom die in keinem Ölverbrauch einkalkuliert ist, (bei der WP schon).
500kWh a 0,25€ -> 125€

Also um die Ölheizung herum, sind Jahreskosten im Bereich von 300-400€ durchaus normal.

Für 400€ kauft man bei 0,25€ Strompreis bereit 1.600kWh Strom ein.
mit 1.600kWh Strom macht man mit ner guten Erdwärmelösung bei JAZ5, bereits 8.000kWh Wärme. Ein 1500Liter Öl-Haus, benötigt etwa 15000kWh Wärme.
D.h. mit 3.200kWh sollte man da schon hinkommen...


Natürlich muss eine möglichst geringe Vorlauftemperatur in den Heizkörpern her, damit ne Wärmepumpe effizient läuft...


P.S. die Aussage mit "wir brauchen doch nur 1500Liter Öl" kenne ich aus der Verwandschaft... Wenn man dann aber nachfrägt wie oft der Schorni kommt, was er kostet, was die jährliche Wartung kostet, und ob bekannt ist wieviel Strom die Umwälzpumpe benötigt,... ist das dann doch nicht mehr so günstig....

Verfasser:
passra
Zeit: 15.01.2020 11:17:33
4
2891676
Wenn du schon bei WP mit so spitzer Feder rechnest, dann darfst du aber über eine Brennstoffzellen nicht mal nachdenke, da stehen ganz andere Preise drauf und du bist dann ja trotzdem wieder vom Gas abhängig.

Verfasser:
crink
Zeit: 15.01.2020 11:23:27
1
2891683
Zitat von Stefan O Beitrag anzeigen
Die CO2-Abgabe habe ich natürlich nicht berücksichtigt, das stimmt. Die fällt aber auch für Kohlestrom an.

Hallo Stefan,

ja, die CO2-Abgabe für Kohlestrom ist schon seit Jahren im Preis mit drin. Für Öl wird sie endlich neu eingeführt. Aktuell muss der Stromsektor ca. 24 EUR pro t CO2 zahlen, also vergleichbar mit den 25 EUR/t, die fürs Heizöl 2021 verlangt werden.

Nur bekommst Du aus Deiner Steckdose keinen Kohlestrom, sondern Strommix, der laut Agora Energiewende 2019 bei nur noch 414 g CO2 pro kWh lag. Pro kWh Strom bei momentan ca. 24 EUR pro t CO2 ist das ziemlich genau 1 Cent fürs CO2. Mit JAZ=5 bist Du bei 0,2 Cent/kWh Wärme fürs CO2 bei Nutzung einer Sole-WP.

Bei der Ölheizung mit 320 g CO2 pro kWh, 85% Wirkungsgrad, 2% Stromverbrauch und 25 EUR/t CO2 ergibt sich pro kWh Heizwärme eine CO2-Abgabe von

(0,32 * 2,5)/0,85 + 0,414 * 2,4* 0,02 = 0,96 Cent/kWh Wärme bei Nutzung einer Ölheizung

Bei ungefähr gleich verlaufender CO2-Preisentwicklung im Strom- und im Heizsektor für die Jahre ab 2022 kannst Du Dir ausrechnen, was das für Ölheizer zukünftig bedeutet. Willst Du Dich möglichst unabhängig machen von steigenden CO2-Preisen, dann musst Du weg vom Öl.

JAZ um die 5 ist kein Katalogwert, sondern typisch für Sole-WP-Anlagen, die hier im Forum geplant werden. Siehe Ergebnisse in der WP-Verbrauchsdatenbank (als "Bauart" Sole-WP auswählen). Falls Deine bisherige Sole-WP-Planung zu teuer wird stelle Dein Projekt hier im Forum detailliert vor, da finden sich sicherlich Optimierungsmöglichkeiten.

Eine PV-Anlage trägt sich bei nicht ganz schlechter Dachausrichtung selbst. Der etwas günstigere Heizstrom (WW brauchst Du auch während der wärmeren Jahreshälfte, die WP nutzt also durchaus auch PV-Strom) ist dann nur das Sahnehäubchen.

Viele Grüße
crink

Verfasser:
Stefan O
Zeit: 15.01.2020 14:46:45
1
2891829
Zitat von sklrep Beitrag anzeigen
Da muss dann sehr viel geändert werden für eine Wärmepumpe: mindestens mal Fenstertausch und größere Heizkörpern. Das wird dann trotz Förderung schon sehr teuer und in einem gewissen Alter ist das ein Problem (besonders wenn die Immobilie in strukturschwachen Raum steht und das beschriebene Heitverhalten seit Jahrzehnten zufrieden praktiziert wird).

Fenstertausch hat nach meiner Erfahrung nur einen geringen Kosten/Nutzenfaktor. Eher würde ich das Dach neu dämmen (hat in meinem anderen Haus den Wärmebedarf um mehr als 1/3 gesenkt). Heizkörper habe ich nur im DG und diese durch Decken/Wandheizung auszutauschen reizt mich schon länger. Im übrigen Wohnraum habe ich FBH. Strukturschwach wird es hier in Stuttgart erst, wenn unsere Regierung die Automobilindustrie ganz kaputt gekriegt hat. Aber da habe ich noch Hoffnung.

Zitat von Nicole4711
9,9 kwp; KfW55; 160m²; Bohrung; mehr als 40% stammen aus der PVA. Einspeisevergütung übersteigt Strombezugskosten. Mit Abschreibungen für die PVA liege ich bei den < 50€ Energiekosten pro Monat

Beneidenswert. Ich rede hier aber von einem EFH von 1984 mit bestehender zuverlässig funktionierender Ölheizung. Und daraus ein KfW55 zu machen, übersteigt dann doch meinen Ehrgeiz. Ich werde das Haus auch ganz sicher nicht in Plastik einpacken.

Zitat von MichaelKo
wenn du dir eine Wärmepumpe für 30k€ einbauen lässt machst du was falsch. Soooo teuer muss das keinesfalls sein.
Natürlich kostet die Pumpe keine 30k€. Aber mit Bohrung(en) in anspruchsvoller Geologie am Hang, Heizkörperersatz, Nebenanlagen, Montage und Rückbau der alten Anlage kommen da 30k€ locker zusammen. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Zitat von Mastermind1
Und der Vergleich wenn man ne ÖLHeizung selbst wartet gegen Wartungskosten bei WP gegenüberzustellen ist doch verkehrt.

Jetzt reitet doch nicht so den Wartungskosten rum. Das sind doch wirklich Peanuts. Über den Fachbetrieb wären das vielleicht 150-200 € pro Jahr. Für den Umstieg auf WP zahle ich das die nächsten 10 Jahre lang jeden Monat allein für die Abschreibung. Die WP mag ja sehr wartungsarm sein, aber wenn was kaputt ist oder z.B. Sole austritt, wird's gleich richtig teuer.

Zitat von passra
Wenn du schon bei WP mit so spitzer Feder rechnest, dann darfst du aber über eine Brennstoffzellen nicht mal nachdenke, da stehen ganz andere Preise drauf und du bist dann ja trotzdem wieder vom Gas abhängig.

Dafür produziert sie wertvollen Strom, anstatt ihn zu verbrauchen. Und ja: ich brauche Gas. Das wiederum verbrenne ich aber nicht zu CO2 (außer für den Spitzenlastkessel). Außerdem birgt die Anlagenplanung weniger riskante Fehlerquellen. Zudem könnte ich ohne Weiteres die vorhandene Infrastruktur weiterverwenden.

Zitat von crink
Siehe Ergebnisse in der WP-Verbrauchsdatenbank (als "Bauart" Sole-WP auswählen). Falls Deine bisherige Sole-WP-Planung zu teuer wird stelle Dein Projekt hier im Forum detailliert vor, da finden sich sicherlich Optimierungsmöglichkeiten.

Danke. Werde ich mir mal zu Gemüte führen. Ich hoffe, dass ich auch ein paar Bestandsgebäude finde. Beim Neubau würde ich gar nicht lange überlegen. Ein konkretes Projekt habe ich noch nicht draus gemacht. Sammele nur gerade ein paar Gedanken um ein schlüssiges Sanierungskonzept daraus zu skizzieren. Da hängen ja noch ganz andere Gewerke dran: Außenanlage, Dach, Fenster, Elektrik, Sanitär, An- Um- und Ausbau, usw. Momentan weiß ich nicht einmal, ob ich hier mit einer Bohrung Erfolg hätte. Das ist ja auch noch mal so ein Risikofaktor bei Erdwärme. Wenn möglich, würde ich Wasser-Wasser bevorzugen.

Bis hierhin jedenfalls schon mal vielen Dank an alle für die wertvollen Hinweise und Anregungen.

Verfasser:
MichaelKo
Zeit: 15.01.2020 15:19:53
0
2891844
Anstatt Bohrung gibt es noch die Flächenkollektoren und Ringgrabenkollektoren :)
Wasser/Wasser wäre aber auch eine interessante Lösung.

Verfasser:
Stefan O
Zeit: 15.01.2020 15:40:10
0
2891855
Hi Michael,

Ringgrabenkollektoren kenne ich. Geht aber leider bei mir nicht.

Gruß
Stefan

Verfasser:
Nicole4711
Zeit: 15.01.2020 15:44:38
1
2891856
Zitat von Stefan O Beitrag anzeigen
[
Zitat von Nicole4711
[...]

Beneidenswert. Ich rede hier aber von einem EFH von 1984 mit bestehender zuverlässig funktionierender Ölheizung. Und daraus ein KfW55 zu machen, übersteigt dann doch meinen Ehrgeiz. Ich werde das Haus auch ganz sicher nicht in Plastik einpacken.


Mein Haus ist auch nicht in Plastik eingepackt ;-) Holzständerbauweise. Es geht auch nicht darum, dass du KfW55 anstreben sollst, sondern es war nur eine Angabe, damit kein falscher Eindruck entsteht.

Der Witz ist aber, dass mit einem schlechter gedämmten Haus du die PV-Abdeckungen sogar noch erhöhst, weil du noch / schon heizt, wenn bei mir die Heizung aus ist. Und zu diesem Zeitpunkt scheint die Sonne mehr.

Verfasser:
passra
Zeit: 15.01.2020 17:21:26
1
2891892
Zitat:
Dafür produziert sie wertvollen Strom, anstatt ihn zu verbrauchen. Und ja: ich brauche Gas. Das wiederum verbrenne ich aber nicht zu CO2

Du kannst gar nicht soviel "wertvollen" Strom erzeugen, das du die Kosten so einer Brennstoffzelle je wieder reinholst (oder meinst du mit "wertvoll" eher "sündteuer")

Und, ohne mich im Detail damit beschäftigt zu haben, wo kommt den bei einer Brennstoffzelle, die mit Methan betrieben wird, das "C" aus dem "CH4" hin? Fällt das unten raus? Oder wird das doch eher im Reformer zu CO2?

Verfasser:
pinot
Zeit: 15.01.2020 17:37:04
2
2891906
Bei deinen Rechenkünsten musst bei Öl bleiben, oder Brennsstoffzelle einbauen.

Verfasser:
HenningReich
Zeit: 15.01.2020 18:09:52
2
2891924
Ist doch ganz einfach zu verstehen was man mit dem CO2 aus einer Brennstoffzelle macht - er lagert man im Garten ein.
Oder man steigt in die Produktion von gesprudeltem Mineralwasser ein und verkauft jeden Tag 10.000Liter frisch gesprudeltes Mineralwasser.
Wer Ironie findet kann sie behalten ;-)
Nuja, ich persönlich habe für 4000€ Beschaffungskosten und 2 Tage Einegnarbeit mein Haus auf Wärmepumpe umgerüstet und es funktioniert bestens und rentiert sich. Ich habe allerdings auch schon vor 8 Jahren die meisten alten Fenster gegen 3fach verglaste von kompetenten Handwerkern tauschen lassen und mir (Eigenarbeit) für ca 1000€ eine dezentrale Wohnraumbelüftung (Bayernlüfter) installiert.
Jeder soll es so machen wie er meint. Allerdings hilft richtiges und kompetentes Rechnen schon. Man kann sich auch Sachen schön- oder schlechtrechnen. (Beispiele wie Ölheizung hat keinen Stromverbrauch und 100% Wirkungsgrad). Für Brennstoffzellen muß man schon sehr talentiert schönrechnen um das hinzubekommen aber schafft man sicher auch.

Verfasser:
schorni1
Zeit: 15.01.2020 18:10:55
1
2891925

Schornsteinfeger -> kommt 2 im Jahr zum kehren a 30-40€
kommt glaub jährlich zur Messung -> Preis keine Ahnung 60€
Gesamt also geschätzt 120-140€.


Bei reiner ÖlZentralheizung kommt er EIN Mal im Jahr -> 70-80 EU all incl.

mit der ab und zu Feuerstättenschau werdens grad soinsgesamt rund 100 EU/a

Verfasser:
Stefan O
Zeit: 16.01.2020 17:15:52
2
2892571
Zitat von Nicole4711 Beitrag anzeigen

Mein Haus ist auch nicht in Plastik eingepackt ;-)

So meine ich das nicht. Ich meine: um KfW55 zu erreichen, müsste ich die Fassade dämmen, was für mich nicht in Frage kommt.

Zitat von pinot
Bei deinen Rechenkünsten musst bei Öl bleiben, oder Brennsstoffzelle einbauen

Meinst du mich? Ich habe doch noch Garnichts ernsthaft gerechnet. Im Moment suche ich noch Eingangsgrößen für eine Berechnung. Und da kam bisher zum Teil ziemlicher Kauderwelsch. Von den Unsicherheiten bei Bemessung der Entzugsleistung und bei der Ausführung der Bohrung, von der derzeitigen unübersichtlichen und unberechenbaren Gesetzgebung und von der Bewertung dieser Risiken habe ich auch noch nichts gelesen.

Zitat von HenningReicht
Oder man steigt in die Produktion von gesprudeltem Mineralwasser ein und verkauft jeden Tag 10.000Liter frisch gesprudeltes Mineralwasser.

Wenn die Klima-Hysteriker herausfinden, das CO2 im Bier ist, sind wir eh alle am Arsch. ;-)

Zitat von HenningReicht
Nuja, ich persönlich habe für 4000€ Beschaffungskosten und 2 Tage Einegnarbeit mein Haus auf Wärmepumpe umgerüstet und es funktioniert bestens und rentiert sich.

Donnerwetter! Mit Baustelleneinrichtung, Tiefenbohrung in schwierigen geologischen Grund, Sonde, Bohrgutentsorgung, Verteilerschacht, Verteileranlage, Genehmigungsgebühren, Elektroarbeiten, Austausch der Heizkörper und Rückbau/Entsorgung der Altanlage inkl. Tanks nehme ich mal an. Und das in 2 Tagen. Das Bohrgerät bis 100 m hast du wahrscheinlich noch in der Werkzeugkiste. Kann ich mir das mal ausleihen? ;-)

Zitat von HenningReicht
Für Brennstoffzellen muß man schon sehr talentiert schönrechnen um das hinzubekommen aber schafft man sicher auch.

Dass die Brennstoffzelle in diesem Forum so etwas ist, wie der Diesel für die Bundesregierung habe ich ja nun verstanden. Klar; ist ja ein Wärmepumpenforum. Tatsächlich ist es aber sehr schwierig, seriöse Information und verlässliche Berechnungsgrundlagen zu diesen Anlagen zu beschaffen.

noch mal zurück zu den hilfreicheren Beiträgen:
Zitat von MichaelKo
JAZ um die 5 ist kein Katalogwert, sondern typisch für Sole-WP-Anlagen, die hier im Forum geplant werden. Siehe Ergebnisse in der WP-Verbrauchsdatenbank (als "Bauart" Sole-WP auswählen).

Habe mir die Datenbank jetzt mal genauer angeschaut (sehr interessant übrigens). Die durchschnittliche JAZ aller Anlagen beträgt 4,045, die der Sole-WP 4,625 mit deutlichen Ausreißern in beide Richtungen. Damit kann man doch schon mal was anfangen. Wasser/Wasser kann ich übrigens vergessen, wie ich nun herausgefunden habe. Kriege ich nicht genehmigt.

Verfasser:
Bramme
Zeit: 16.01.2020 17:51:14
1
2892593
Zitat von Stefan O Beitrag anzeigen
Dass die Brennstoffzelle in diesem Forum so etwas ist, wie der Diesel für die Bundesregierung habe ich ja nun verstanden. Klar; ist ja ein Wärmepumpenforum. Tatsächlich ist es aber sehr schwierig, seriöse Information und verlässliche Berechnungsgrundlagen zu diesen Anlagen zu beschaffen.

Nö, das ist nicht so schwierig. Der Invest für eine BSZ liegt bei ~20000€, alle 10 Jahre muss der Stack erneuert werden, das kostet wieder so 10000€.
Damit sich die BSZ lohnt muss sie eine möglichst hohe Laufzeit haben (>7000h im Jahr). Daten der BSZ von Viessmann: 750W elektrisch, 1100W thermisch.

Stromerzeugung pro Jahr max. 8760h*0,75kW = 6750kWh, Wert des Stromes, Würde man ihn aus dem Netz ziehen :1650€
Wärmeerzeugung pro Jahr max.: 8760h*1,1kW = 9636kWh, Wert der Wärme ca. 500€

Kosten der BSZ ohne Wartung (betrachtet auf 20 Jahre) 2000€/a
Kosten Gas pro Jahr: 8760h*2kW*0,05€/kWh = 876€
Kosten Wartung = ?

Kauft man die gleiche Menge Strom und Wärme (Gas), kostet das weniger.

Dazu kommt noch, das diese hohen Laufzeiten schwer zu erreichen sind, im Sommer braucht man viel weniger Wärme. Im Winter ist die thermische Leistung viel zu gering und der "Spitzenlast"-Kessel läuft eigentlich immer.
Tagsüber kann man Strom viel günstiger mittels PV herstellen. Und rund um die Uhr einen Verbrauch von 750W zu haben schaffen auch nur die wenigsten, Einspeisen lohnt sich bei BSZ nicht, die Vergütung ist sehr niedrig.

Verfasser:
schorni1
Zeit: 16.01.2020 21:43:16
0
2892808
Eben. Das Ding ist zu diffizil und der ganze Betrieb planungs-nutzerabhängig.
Kurzum: en teures Spielzeug!

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