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Planungsunterstützung Ringgrabenkollektor
Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 16.01.2020 21:09:32
0
2892768
Hallo ins Haustechnik Dialog Forum!

Mein Name ist Daniel, ich bin zarte 32 Jahre jung und komme aus dem oberfränkischen Coburg. Im Sommer diesen Jahres steht unser Neubau eines Einfamilienhauses in Holzständerbauweise an. Das Angebot unseres Bauunternehmens enthält aktuell noch eine LWWP. Da ich mit dieser Lösung nicht wirklich glücklich bin, suche ich nach einer bezahlbaren Alternative.

Da unser Boden lt. Bodengutachter mit Buntsandstein durchzogen ist, wäre eine Tiefborung unverhältnismäßig teuer. Durch Recherche im Internet bin ich auf euer Forum und die Möglichkeit eines Grabenkollektors gestoßen. Bis jetzt war ich stiller Leser, doch langsam müsste es an die konkrete Planung unseres eigenen Kollektors gehen.

Der Heizungsbauer ist informiert und würde uns den Grabenkollektor anschließen. Die Verlegung und vor allem Dimensionierung müsste allerdings bauseits (durch mich) erbracht werden!

Anbei die vorliegenden Fakten:
- 4 Personen Haushalt
- Holzständerbauweise nach KFW55 Standard
- kein Keller
- Boden ist lt. Bodengutachter lehmig (Gutachten wird gerade erstellt)
- 162 qm Wohnfläche
- 469,83 qm² Hüllfläche
- 582,10 qm³ Brutto-Rauminhalt
- 33,17 qm² Fensterfläche
- die Wände haben einen u-Wert von ca. 0,19 W/m²k; Dach 0,187 W/m²k; Fenster 0,6 W/m²k


Die verschiedenen Berechnungstools im Netz mit den oben genannten Daten gefüttert komme ich auf eine Heizlast von 4.868 Watt (ohne KWL) bzw. 3.845 W (mit KWL).

Hier kommt meine erste Frage ins Spiel, die noch nicht den Grabenkollektor an sich betrifft:
1.) Ist eine KWL für einen Neubau mit einem diffusionsoffenen Wandaufbau sinnvoll? Die Investitionskosten für eine vernünftige KWL mit Wärmerückgewinnung inkl. Installtion schätze ich mit ca. 10.000 Euro. Kommt das ungefähr hin?

Ich habe bereits etwas im Trenchplanner gespielt und würde gerne eure Meinung zur Auslegung des Kollektors hören:

Link zum Trenchplanner

Hierzu kommen noch weitere Fragen:
2.) Der gerade Kollekor auf der warmen Seite verläuft durch unseren Innenhof. Hier wird auch der Kran stehen, der das Haus aufstellt. Können die Rohre durch die Last des Krans beschädigt werden?
3.) Benötige ich in dieser Auslegung einen Pufferspeicher, oder kann direkt aus dem Sole-System geheizt werden?
4.) Im Wohnzimmer wird ein Schwedenofen stehen (wenig KW, viel Speichermasse). Ist hier eine ERR sinnvoll?
5.) Lohnt es, eine externe Heizlastberechnung mit Verlegungsempfehlung (Abstände) für die Fußbodenheizung erstellen zu lassen? Heizlast.de bietet so etwas zum Beispiel an

Wer bis hier hin gelesen hat ohne auszusteigen, hat sich schon mal meinen Dank verdient. Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere etwas zu den Fragen sagen könnte und mich somit ein Stückchen weiter zu einer guten, durchdachten Lösung bringt.

Schönen Abend und bis bald,
Daniel

Verfasser:
ReneM
Zeit: 16.01.2020 21:28:15
0
2892792
Hallo,

dein Grabenentwurf gefällt mir, schön einfach gehalten und wenig Aushub. Mal sehen was die anderen Nutzer noch verbessern können.

Zu deinen Fragen:

1. KWL – Möchte nicht mehr drauf verzichten. Permanenter Luftwechsel mit Rückgewinnnung der erwärmten Luft, das schaffst du mit Fensterlüftung niemals. Der Komfort ist einfach viel höher, würde immer wieder unbedingt mit zentraler KWL mit WRG bauen.

2. Das würde ich erstmal nicht beantworten, sollte in der Tiefe eigentlich kein Problem sein, da der Boden auf dem der Kran steht ja befestigt wird.

3. Nein, bloß keinen Puffer!
4. Nein, kein ERR, ich schlage trotzdem vor, lass überall ERR vorbereiten (wegen Elektrik, etc. aber nutze es nur im Notfall) Die Befreiung von ERR ist möglich, ich würde es aber trotzdem einfach vorbereiten.
5. Du kannst dich auch mit der Auslegungstabelle Flächenheizung von HFrik (im FBH Forum hier) auseinandersetzen und das selbst mit Hilfe des Forums, ähnlich wie hier beim RGK entwerfen. Wichtig ist hier auf eine niedrige Vorlauf/Rücklauf-Temperatur (NICHT 35/28!!) zu setzen, besser 30/26 oder drunter. Wie die Berechnung von deinem angegeben Link wird/ist weiß ich nicht. Auch wie es mit Änderungen aussieht kann ich nicht beurteilen.

Verfasser:
ReneM
Zeit: 16.01.2020 21:32:22
0
2892797
Hier noch der Link zum XLS der Auslegungstabelle, der ist im Thread nicht leicht zu finden mit der aktuellen Version…

http://aquarea.smallsolutions.de/index.php?title=Datei:Heizungstabelle_v20.xlsx

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 17.01.2020 20:53:54
0
2893479
Vielen Dank für deine Einschätzung Rene!

Dann warte ich mal noch auf Feedback durch andere Nutzer. Eventuell lässt sich ja an der Auslegung des Kollektors noch etwas verbessern!

Was mir noch in den Sinn gekommen ist:
Kann der RGK zu groß ausgelegt sein?
(Wenn ich zum Beispiel eine KWL verbaue und eine errechnete Heizlast von ~4 KW habe, der RGK aber theoretisch ~5,3 KW liefern kann)

Grüße und schönes Wochenende in die Runde
Daniel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.01.2020 13:50:54
0
2893925
Hallo Daniel,

ist das wirklich der Fenster-U-Wert, der sehr gut wäre, oder der U-Wert der
Verglasung?
Generell sind mit der Holzständerbauweise eigentlich bessere U-Werte
möglich.
Mindestens im Dach würde ich auf maximal 0,15 nachbessern, auch für
den Hitzeschutz.
Wie ist der U-Wert der Bodenplatte?
Liegt das Gelände hinter den Mauern, vom Haus ausgesehen, höher oder
niedriger?

Wände "atmen" nicht, eine KWL ist für den Komfort in einer luftdichten
Gebäudehülle immer sinnvoll.
10000,-- könnte hinkommen, Einige liegen mit Eigenleistung weit darunter.

Kran ist kein Problem, Pufferspeicher bringen mit richtig betriebenen Heiz-
flächen, genug geöffnete Heizkreise, nichts, kosten Geld und können noch
die Effizienz runter ziehen.
Einzelraumregelungen mit Fußbodenheizung sind sehr träge. Da würde ich
besser auf den Selbstregeleffekt der Fußbodenheizung setzen. Je niedriger
die notwendigen Heizwassertemperaturen sind, desto besser funktioniert der.

Deinen Entwurf würde ich etwas verändern, vor allem die leistungslosen
gelben Leitungen rausnehmen. Gräben habe ich verschlankt, aber könntest
Du auch gerne breiter machen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=osDeAGsNQ20uK6wC0pOH

Ein 40er Rohr, 300 Meter lang, würde reichen und spart die Verteiler und
Verlegearbeit ein.

Grüsse

winni

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 19.01.2020 08:39:02
0
2894340
Hallo Winni,

auch an dich einen herzlichen Dank für deinen konstruktiven Beitrag!

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

ist das wirklich der Fenster-U-Wert, der sehr gut wäre, oder der U-Wert der
Verglasung?


Ich habe gerad noch mal in der Baubeschreibung nachgesehen. Bei dem U-Wert handelt es sich tatsächlich um den Wert der Verglasung. Für die kompletten Fensterelemente liegt mir leider kein konkreter Wert vor.

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Mindestens im Dach würde ich auf maximal 0,15 nachbessern, auch für
den Hitzeschutz.


Für die Förderung der KFW muss ich noch einen externen Energieberater hinzuziehen (sofern ich das richtig verstanden habe). Von dem wollte ich die U-Wert auch noch mal überprüfen lassen.

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Wie ist der U-Wert der Bodenplatte?


Die Bodenplatte und die Erdarbeiten werden von einer seperaten Tiefbaufirma durchgeführt. Daher liegt mir leider für die Bodenplatte noch kein Wert vor. Mit welchen Werten sollte ich hier ca. rechnen?

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Liegt das Gelände hinter den Mauern, vom Haus ausgesehen, höher oder
niedriger?


Das Gelände vom Haus Richtung Mauern blickend liegt dahinter niedriger. An der höchsten Stelle allerdings lediglich 90 cm. Hat das Auswirkungen auf den geplanten Kollektor?

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Pufferspeicher bringen mit richtig betriebenen Heiz-
flächen, genug geöffnete Heizkreise, nichts, kosten Geld und können noch
die Effizienz runter ziehen


Einen Pufferspeicher für Warmwasser muss ich aber dennoch einplanen. Richtig?

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Ein 40er Rohr, 300 Meter lang, würde reichen und spart die Verteiler und
Verlegearbeit ein.


Hat das 40er Rohr nicht schlechtere Entzugsleistungen aufgrund der stärkeren Wandung? 40er Rohr funktioniert ja lt. Trenchplanner bis ca. 6 KW Heizlast. Sollte also für mein Vorhaben tatsächlich eine Option darstellen!

Schönen Sonntag an alle!
Grüße
Daniel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 19.01.2020 12:02:57
0
2894474
Der Dämmwert der Bodenplatte aus Beton ansich, geht gegen Null.
Es kommt darauf an, was unter oder/und darüber an Dämmung
vorhanden sein wird.

Das niedrigere Gelände hinter dem Kollektor kostet etwas Leistung.
Ich würde den Kollektor dann etwas tiefer legen und auch breiter
machen, so sollte er auch mit schlechteren Fenster-U-Werten, etc.
reichen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=WVVh6Sy2DhzsL3HFrPH5

Ja, für Warmwasser brauchst Du einen Speicher.

Ja, der Wärmeübergang mit dem 40er Rohr ist etwas schlechter,
sollte die rechnerische Heizlast über 6 kW gehen, besser 2 mal
32er Rohr. Darunter überwiegen für mich die Vorteile und stabiler
ist das Rohr durch die dickere Wandung auch.

Auch dir einen schönen Sonntag

winni

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 20.01.2020 21:43:29
0
2895654
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Der Dämmwert der Bodenplatte aus Beton ansich, geht gegen Null.
Es kommt darauf an, was unter oder/und darüber an Dämmung
vorhanden sein wird.


Dann werde ich bei der Angebotserstellung und Ausführung der Bodenplatte darauf achten, dass wir auch hier einen vernünftigen U-Wert erreichen. Wo liegt hier ein zeitgemäßer Standard? 0,2 W/m²K?

Eine weitere Frage drängt sich unweigerlich auf: Benötige ich für die Förderung bzw. Zertifizierung als KFW Haus einen Energieberater?

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Das niedrigere Gelände hinter dem Kollektor kostet etwas Leistung.
Ich würde den Kollektor dann etwas tiefer legen und auch breiter
machen, so sollte er auch mit schlechteren Fenster-U-Werten, etc.
reichen


Also wäre der Kollektor in deinem Beispiel 1,8 Meter breit und würde in 1,7 Meter tiefe liegen. Die Werte aus dem Planner stimmen mich optimistisch, dass der Kollektor genug Wärme bereitstellen würde. Wie viel größer sollte man den Kollektor planen? Gibt es da einen prozentuellen Wert? Die berechnete Heizlast lt. Trenchplanner liegt in deinem Beispiel mit KWL bei 4.649 Watt. Der Kollektor könnte 6.647 Watt abgeben. Sollte man kleiner planen, oder kann er ruhig so üppig bleiben?

Danke noch mal für die konstruktiven Beiträge!

Grüße
Daniel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 21.01.2020 11:43:44
0
2895944
Ja, maximal 0,2 wäre meine Empfehlung für die Bodenplatte.
Die Wärmeverluste gegen Erdreich sind zwar geringer als gegen Aussenluft,
andererseits liegt da aber die Fußbodenheizung mit ihrem höheren
Temperaturniveau darauf, was die Verluste befördert.

Der Kolleltor muss nicht überdimensioniert werden, aber Du hast bisher
eine sehr ergiebige Bodenart gewählt, die noch bestätigt werden müßte.
Der letzte Entwurf würde auch mit "lehmigem Sand" noch gut funktionieren
und technisch gesehen schadet Überdimensionierung nicht.

Grüsse

winni

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 21.01.2020 20:47:57
0
2896308
Da das Grundstück noch etwas größer ist (in diesem Bereich aber Bäume und andere Sachen stehen), habe ich mich mal noch an eine alternative Verlegung gewagt.

In dieser Version hätte ich noch einmal deutlich niedrigere Sole-Temperaturen und eine Heizleistung des Grabens (in sandigem Lehm) von etwas über 7 KW:

Link zur Version 2.0

Das Aushubvolumen liegt mit 216m³ zwar deutlich über der alten Version, die geraden Elemente des Kollektors sind allerdings super schnell verlegt. Vor allem in der Version mit dem 40mm Rohr!

Bei Bedarf könnte der Kollektor auch eher (zwischen den Bäumen) wieder nach vorne Richtung Haus abbiegen.

Grüße
Daniel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 22.01.2020 17:47:23
0
2896845
Finde ich an sich gut, nur würde ich das lange Slinkystück für einen gleichmässigeren
Wärmeentzug teilen.
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=MJq7fIkOI1Lh5GqopvcP

Sind die Scheune und der Stall Bestand?
So was ist oft schlecht gegründet und da hätte ich Angst so nah, so tief zu baggern?

Wie weit geht das Grundstück noch?
Evtl. könntest Du auch alles gerade verlegen. Das bringt die besten Soletemperaturen,
lohnt aber nur, wenn Du jemand hast, der Spass am baggern hat und nicht gross
was berechnet.

Grüsse

winni

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 22.01.2020 20:43:10
0
2896961
Aktuell gibt es keines der eingezeichneten Gebäude. Die Scheune soll dort irgendwann vielleicht mal entstehen, um dem Traktor inkl. Zubehör ein Zuhause zu geben. Im Rahmen des Neubaus entsteht an der Stelle vermutlich erst mal ein Doppel-Carport.

Ich möchte mir aber mit dem Erdkollektor nichts verbauen. Deshalb habe ich die Scheune schon mir rein genommen.

So sieht es momentan auf dem Baugrund aus (um 180 Grad gedreht):


Eine weitere Version, welche den Kollektor etwas nach vorne rückt:

Version 2.1

Ich bin mir nur leider unschlüssig, ob der Kollektor eventuell zu einem heben/senken des Erdbodens vor der Terasse führt. Dort würde es mich mehr stören, als nur an der Südgrenze entlang.

Das Grundstück ist ca. 80 Meter lang. Weiter nach hinten wird es aber schwieriger den Kollektor zu legen (Hühnerstall, Bäume, usw.). Ich würde also gerne in dem Bereich bleiben, in dem wir bis jetzt geplant haben.

Grüße
Daniel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 23.01.2020 14:03:36
0
2897413
Du könntest die Laufrichtung umdrehen und so das wärmere Ende an die
Terrasse bekommen.
Ausserdem würde ich keine Rohre im Bereich zukünftiger Fundamente
verlegen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=Fih9nnuagvMN6NhoWW2v

Grüsse

winni

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 24.01.2020 14:57:05
0
2898301
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Du könntest die Laufrichtung umdrehen und so das wärmere Ende an die
Terrasse bekommen


Hier hätte ich aber Bedenken gehabt, das kalte Ende unter dem Innenhof zu verlegen.

Wäre es theoretisch möglich, den Kollektor unter der Einfahrt zu verlegen. Diese bleibt dauerhaft ein Schotterweg und somit wasserdurchlässig. Der Aufbau wird mit 30-50cm Frostschutz 0/32 stattfinden.

Von den Werten würde es mit etwa 6 KW Entzugsleistung gut ausreichen.

Link zum Trenchplanner

Heute habe ich das Bodengutachten bekommen. Bodenart: schluffig-toniger Boden
Leider sind wohl auch teilweise Buntsandsteinvorkommnisse bis auf 60cm unter NHN vorhanden. Im südlichen Bereich (im Trenchplanner oben) liegt die Felskante tiefer. Hier hätte ich wahrscheinlich die besten Chancen den Kollektor zu verlegen.



Verbesserungsvorschläge sind herzlich Willkommen :)

Verfasser:
winni 2
Zeit: 24.01.2020 16:22:17
0
2898382
Eigentlich ist es unproblematisch mit dem geraden Verlauf den Innenhof
zu passieren.

Das Bodengutachten liesst sich nicht gut, was den Baggeraufwand unter
90 cm Tiefe angeht und Lehm ist da unter 90 cm auch nicht mehr?

Ich habe mal Tiefe aus Deinem Entwurf genommen und auf lehmiger Sand
umgestellt:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=W65CJ2rBQUtscmQYKgRL

Ich hoffe, das Material lässt sich baggern und da sollte dann Boden
von oben als erste Schicht verfüllt werden.

Grüsse

winni

Verfasser:
winni 2
Zeit: 24.01.2020 16:38:32
0
2898396
Sorry, sollte " unter 60 cm Tiefe" heissen.

Grüsse

winni

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 26.01.2020 11:18:24
0
2899506
Ich glaube das erstellte Referenzprofil des Bodengutachters stützt sich auf die schlechteste Stelle (einen kuppenartigen Felsaufwurf von Buntsandstein). Ich konnte bei meinen Bauvorhaben bis jetzt dieses Bodenprofil nicht vorfinden. Die beiden Bohrungen im Bereich des zukünftigen Kollektors waren bis auf 1,60 Meter unter Geländeoberkante unauffällig.

Gerade bin ich dabei, das Fundament für die Hangbefestigung zu bauen. Auch hier liegt der Fundamentgraben teilweise unter 80cm Tiefe. Der Boden bis dahin ist lemig und meines Erachtens gut für Erdwärme geeignet.

Nächste Woche findet noch mal ein Gespräch mit dem Gutachter statt. Dort werde ich explizit nach Felsvorkommen und die Eignung für Erdwärme fragen.

Parallel hierzu habe ich mit dem Programm EnerCalC versucht die Heizlast etwas genauer zu berechnen. So wie es aussieht, würde ich mit den vorhandenen U-Werten auch keinen KFW55 Standard erreichen. Hier muss von Seiten des Hausbauers noch einmal nachgebessert werden.

Das Programm gibt mir eine Heizlast von 6 KW bei einem HT-Wert von aktuell 0,27 W/m²K aus. Der errechnete Primärenergiebedarf liegt bei 37,4 kwh/(m²a).

Ziel muss es sein, auf unter 35 kwh/(m²a) zu kommen. Was eine Verbesserung des HT-Werts auf 0,25 W/m²K zur Folge hätte. Die Heizlast würde dann bei ca. 5 KW liegen, was sich mit den Daten aus dem Trenchplanner decken würde.

Die ganzen Daten im Trenchplanner aktualisiert komme ich auf eine funktionierende Version, allerdings liegt die Heizleistung mit 5196W nur knapp über der berechneten Heizlast von 5016W:

Link zum Trenchplanner

Es bleibt spannend...

Verfasser:
winni 2
Zeit: 26.01.2020 14:43:57
0
2899671
H,t 0,25 finde ich gut.

Der Graben muss nicht überdimensioniert werden, auch eine kleine
Unterdeckung wäre in Ordnung.
Meist wird der Graben eh besser performen, weil der Trenchplaner
auf einen Jahrhundertwinter abstellt.

Sollte Tiefe ein Problem sein, würde ich das eher so machen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=9Kq8HjJyg7sa5hQ2MadZ

Auch so wäre es möglich:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=63NM2iCdkNqGn3nYFDzl

Grüsse

winni

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 29.01.2020 21:37:32
1
2902204
Vielen Dank noch mal für deine Hilfe Winni!

Ich denke vom Layout des Grabens haben wir einen guten Grundstock gefunden.

Mit dem Hausbauer habe ich auch gesprochen. Die Dämmung an den Außenwänden und dem Dach wird noch einmal etwas verstärkt. Die Kosten hierfür bleiben im Rahmen.

Als nächstes werde ich mal die untere Wasserschutzbehörde anhören, ob Bedenken gegen einen Grabenkollektor vorliegen.

Ich werde weiter berichten!

Grüße
Daniel

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 07.02.2020 21:48:33
0
2910078
Hatte heute mal ein erstes Treffen mit dem Heizungsbauer. An und für sich ist es so verlaufen, wie schätzungsweise 80% ihre Erfahrungen mit Heizungsbauern hier im Forum beschreiben.

Der HB kennt 0815 und möchte auch am besten nicht hiervon abweichen...

Seine Erfahrungen hat er zum Großteil mit Alpha Innotec Wärmepumpen gesammelt und möchte auch hiervon ein System verbauen. Grundsätzlich habe ich dagegen nichts einzuwenden. Ich denke man kann hier eine vernünftige Pumpe für unser Bauvorhaben bekommen.

Nach etwas hin und her konnte ich ihm schon den 600 Liter Pufferspeicher für die Heizung ausreden. Er musste dann selbst zugeben, dass dieser sinnlos ist.

Auf die EER kann man seiner Aussage nach nicht verzichten. "Die sind Pflicht und müssen zwingend verbaut werden. Ohne macht auch keinen Sinn, dann sind die Räume nicht regelbar". Gerade aus den Erfahrungen hier im Forum weiß ich aber, dass es ohne sehr wohl geht. Oder?

Bezüglich der Fußbodenheizung macht er laut seiner Aussage lediglich Standardberechnungen mit 35 Grad VL und 30 Grad RL. Auch hiermit bin ich nicht wirklich glücklich.

Zwei Räume im Haus (Speisekammer und Abstellkammer) sind nicht für eine Heizung vorgesehen. Es wird hier also keine Fußbodenheizung verlegt werden, da die Räume nicht geheizt werden müssen. Macht das Sinn, oder ergeben sich hier Nachteile, weil die Räume sich die Wärmeenergie über angrenzende Flächen holen?

Jetzt kommt der interessante Teil zum Grabenkollektor selbst:
Natürlich hat er so etwas noch nie gesehen. Er kann sich auch nicht vorstellen dass das funktioniert, weil der Entzug aus dem Boden durch die aufeinanderliegenden Schlaufen deutlich schlechter ist als bei einem Flächenkollektor.
Weiterhin hat er mir empfohlen, den Soleverteiler dringend in einem Verteilerschacht außerhalb des Gebäudes zu platzieren. Denn im Gebäude würde dieser höllisch schwitzen. Auch durch vernünftige Dämmung wäre dies nicht in den Griff zu bekommen.

Ihr seht also, es liegt viel Arbeit vor mir. Bzw. verunsichert mich die ein oder andere Aussage schon etwas...

Vielleicht kann einer von euch etwas Licht ins Dunkel bringen, auch wenn die Tragweite dieses Beitrags über die Planung des RGK hinaus bis in die Auslegung und den Betrieb der FBH geht.

Verfasser:
nicijan
Zeit: 07.02.2020 22:03:39
0
2910085
Zitat von Heiner1610 Beitrag anzeigen
Vielleicht kann einer von euch etwas Licht ins Dunkel bringen, auch wenn die Tragweite dieses Beitrags über die Planung des RGK hinaus bis in die Auslegung und den Betrieb der FBH geht.


Wenn dein Standort laut Trenchplaner in der Nähe von Coburg ist, da hätte ich eventuell jemand in der Nähe von 96472 Rödental. Habe dort im Sep 2019 eine Kollektoranlage erstellt und vom Kunden in Sachen Heizi viel positives gehört.

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 11.02.2020 20:58:16
0
2912466
Vielen Dank noch mal an nicijan für dein private Nachricht. Ich lasse mir das mal durch den Kopf gehen.

Für alle die hier mitlesen noch eine kurze Zwischennachricht:
Vom Wasserwirtschaftsamt kam heute das okay für den Grabenkollektor.
Da der Kollektor nicht tiefer als 2m eingebracht wird liegt keine Benutzung des Grundwassers vor. Somit ist der Kollektor genehmigungsfrei.

Bezüglich des oben genannten Set-Ups der Heizung werde ich ein entsprechendes Thema im entsprechenden Fachbereich eröffnen.

Hier melde ich mich spätestens wieder, wenn es an die Bestellung des Materials und die Verlegung des Kollektors geht.

Vielen Dank noch mal an alle Beteiligten!

Grüße
Daniel

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 13.02.2020 20:44:06
0
2913777
Heute war Termin beim Energieberater.
Meine selbst errechneten Kennwerte für die Heizlastberechnung waren durchweg zu gebrauchen! Hier seine offiziellen Werte für die aktuelle Planung:

Volumen: 649 m³
Hüllfläche: 465,03 m²
Fensterfläche: 32,90 m²
Jahres-Primäreinergiebedarf: 34,13 kWh/m²a (noch ohne KWL!!)
Transmissionswärmeverlust: 0,263 W/(m²K)

Daraus ergibt sich eine rechnerische Heizlast aus dem Trenchplanner von 4.843 Watt. Er rechnet jetzt noch mal durch, ob sich mit weiterer Dämmung evtl. sogar der KFW40 Standard erreichen lässt.

Allerdings wurde durch die Architektin die Position der Wärmepumpe noch einmal verändert, nachdem ich den Pufferspeicher raus geworfen habe. Ich habe mal versucht die Anpassungen im Trenchplanner sauber hin zu bekommen. Aber vielleicht kann ja noch mal einer von euch drüber schauen:

Version mit Wärmepumpe im Osten

Ich hatte versucht die Versorgungsleitungen so wenig wie möglich zu kreuzen, um mir Dämmarbeit zu sparen und die Gefahr einer Beschädigung durch den Bagger zu minimieren...

Grüße
Daniel

Verfasser:
winni 2
Zeit: 14.02.2020 12:18:36
0
2914052
Hallo Daniel,

prima Heizlast und der Entwurf sieht schon gut aus. :-)

Ich würde das lange Stück oben für einen gleichmässigeren Wärmeentzug
über den Verlauf teilen, die Leitungskreuzung ausserhalb des Hauses
ganz rausnehmen und noch etwas vereinfachen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=I1WHeYc1nlRw8VdxKQiA

Ich hatte ursprünglich defensiver mit "lehmiger Sand" geplant.
Gibt es da neue Erkenntnisse?
Wenn nicht, würde ich die Slinkygräben 2 Meter breit machen,
dann passt es auf jeden Fall.

Grüsse

winni

Verfasser:
Heiner1610
Zeit: 17.02.2020 21:15:17
0
2916016
Die Leitungskreuzung außerhalb des Hauses komplett raus zu nehmen wird denke ich schwierig. Ich hab jetzt deine Version mal noch etwas verfeinert. So bekomme ich zwischen Mauer und Carport noch etwas Wärmeentzugsleistung. Die Leitungskreuzung kann ich an dieser Stelle in 2 Meter Tiefe denke ich problemlos durchführen:

Link zum Trenchplanner

Ich hatte noch mal ein ausführliches Gespräch mit dem Bodengutachter. Das Felsvorkommen ist vorhanden, aber nicht durchgängig. Er würde den Boden insgesamt als schluffig-tonig bezeichnen. Somit ist "lehmiger Sand" schon defensiv gewählt. Das haben auch meine Grabungen bzgl. Hangbefestigung bis in ca. 80cm Tiefe gezeigt.

Ich hoffe nur inständig, dass die Kollektorleitungen während der Erstellung der Bodenplatte nicht beschädigt werden. Hatte das heute erst in einem anderen Thread gelesen... Sehr unschön!

Grüße
Daniel

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