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Dachsanierung mit Aufdach-Zwischensparrendämmung
Verfasser:
Patrick_SU
Zeit: 13.02.2020 17:02:04
0
2913673
Hallo Forum

Wir wollen im Frühjahr unser Satteldach neu decken und dämmen lassen.

Es handelt sich um ein Haus aus 1965 ohne Dachdämmung im Spitzboden und mit Betongeschossdecke. Die Fassade wurde bereit 2013 nachträglich mit 14 cm WDVS gedämmt. Der Dachboden soll später als Wohnraum nutzbar sein. Die Sparren sind 14cm hoch. Die eine Seite des Daches läuft bis zur Decke EG, die Schrägen sind mit Glaswolle gedämmt.

Die Dachdecker haben verschiedene Angebote gemacht:

1: Zwischensparrendämmung 14cm Glaswolle + 6cm Holzfaserplatte Aufdach
2: Aufdachdämmung 10 cm PIR
3: Zwischensparrend. 20cm mit Aufdoppeln der Sparren + 4cm Holzfaser Aufdach

Als Problem sehe ich noch die Dampfsperre. Die soll bei der Zwischensparrendämmung Sub/Top verlegt werden, weil im unteren Bereich der einen Dachseite kein Zugang von Innen (Wohnraum) möglich ist.


Zu was würdet Ihr mir raten oder was gibt es noch für Alternativen?

Gruß Patrick

Verfasser:
winni 2
Zeit: 13.02.2020 19:12:13
2
2913727
Hallo Patrick,

mir gefallen alle Vorschläge nicht so, weil alle Konstruktionen in
Tauwasser absaufen, wenn die Dampfbremse nicht funktioniert/
undicht wird.
1. + 3. wären mir mit U-wert ca. 0,2 und 0,19 auch zu schlecht
gedämmt.
2. ist mit ca. 0,15 von der Dämmung gut.

Ich würde vorschlagen, die Sparren auf 300 mm aufzudoppeln,
nicht mehr Breite der Aufdopplung, als statisch notwenig.
Darauf eine sehr diffusionsoffene Holzfaserplatte, z.B. 22 mm
Gutex MultiplexTop.
Es wird keine Dampfbremsfolie eingebaut.
Die Hohlräume dann mit Zelluloseflockendämmung ausblasen
lassen. Das sollte fertig preiswerter, als eine zugeschnittene
Dämmung zwischen den Sparren sein und als PIR-Dämmung,
denke ich.

In dem diffussionsoffenen Aufbau fällt ohne Dampfbremse kein
Tauwasser aus und der U-Wert ist mit ca. 0,15 gut.
Müßte aber mt einem Einblassbetrieb besprochen werden, ob
die vorhandene innere Hülle und die 22 mm Platte aussen
stabil genug für den Einblassvorgang sind, obwohl ich das
annehme.

Der Spitzboden soll auch Wohnraum werden?

Grüsse

winni

Verfasser:
Donpepe23
Zeit: 13.02.2020 19:46:21
1
2913739
Moin,

sehe ich wie Winni... bin ein Fan von Dämmungen die nicht auf die Funktionallität eines Bauteils angewiesen sind, welches auch noch sehr sorgfältig verarbeitet werden muss und Fehler nicht verziehen werden...

Würde jede Art von Stein oder Glasswolle nur mir einer sauber verlegten Dampfbremse und ggf eine Untersparrendämmung machen. Das bedingt aber gute Zugänglichkeit, möglichst keine Unterbrechungen durch Bestandwände, Einputzen der verklebten DB Anschlüsse ans Mauerwerk etc...

Ich habe bei mir 4cm Hinterlüftung (wegen Pappdocken), 12cm Steinwolle, Dampfbremse, 2cm Holzfaserplatte vollflächig und dann 40mm Holzwolle. Ist ein Kompromiss, aber mein Dach muss in spätestens 10 Jahren neu gedeckt werden und dann kommt die Steinwolle raus und Zellose rein und Aufsparrendämmung drauf... Und die Dampfbremse wird arbeitlos...

Grüße

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 13.02.2020 20:12:09
1
2913759
Alternativ die Zwischensparrendämmung auf flexible Holzfaserdämmplatte ändern, dann säuft ebenfalls nix ab, auch ohne Dampfbremse.

Um auf einen U-Wert von 0,15 zu kommen braucht man dann aber schon 160mm Aufdachdämmung. Vorteil gegenüber Aufdoppeln nach Innen ist weniger Raumverlust, und die gute Dämmung auch in den unteren Bereichen wo man von innen nicht mehr hinkommt. Vorteil gegen Aufdoppeln generell (egal ob von innen oder außen) ist, dass die Sparren überdämmt sind.

z.B. Zwischensparren Gutex Thermoflex 14cm (Lambda 0,038), Aufsparren Pavatex Isolair 160mm (Lambda 0,043) ergibt einen U-Wert von 0,148 W/m²K (Annahme Sparrenbreite 12cm, Sparrenabstand 60cm).
Funktioniert ohne jegliche Dampfsperre oder -bremse innen. Ich würde trotzdem eine Dampfbremse (bevorzugt feuchtevariabel) einbringen.

Verfasser:
Patrick_SU
Zeit: 13.02.2020 20:34:29
0
2913769
Hallo zusammen

Das sind gute Vorschläge. Ein Dachdecker hatte auch Einblasdämmung vorgeschlagen.
Auch die Holzfaserdämmplatte finde ich gut. Reine PIR finde ich auch wegen Lärmschutz (Flughafen Köln/Bonn) nicht so gut.

1. Wie wird bei der Einblasdämmung die Innenseite des Spitzboden verschlossen?
2. Statisch wäre zu Klären, ob man den "alten" Dachstuhl so stark aufdoppeln kann.
3. Wie wird bei der Holzfaserdämmplatte die Innenseite des Spitzboden verschlossen?

Danke schonmal !

Grüße

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 14.02.2020 03:10:22
1
2913872
Bei der Holzfaserdämmplatte genügen innen Querlatten, die die flexiblen Dämmmatten am rausrutschen hindern. Habe vor ein paar Jahren genau so einen Aufbau gesehen, da wurden geschätzte 40x30mm Latten im Abstand von ca. 30-40cm angebracht.

Bei einer Einblasdämmung musst du natürlich auch den Spitzboden flächig verschließen. Können Platten (welche genau auch immer) einfach von innen reingebracht werden, oder gibts zum Spitzboden nur eine kleine Luke?
Die Latten hatten die Zimmerer einfach zum offenen Dach reingetan, kein Zugang von Innen erforderlich gewesen. Wird mit Platten bis zu einer gewissen Größe sicher auch gehen, aber ist vermutlich etwas umständlicher.

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 14.02.2020 03:32:59
1
2913874
Gerade auf ubakus.de gespielt und geschaut was es gibt.

STEICOsafe hat mit 0,039 die bessere WLG als das Pavatex Isolair. Damit bekommst du die 0,150 schon mit 14cm Aufdachdämmung. Oder mit 16cm dann 0,140.
Außerdem ist es leichter, falls die Statik knapp ist (110kg/m³ statt 145kg/m³).

Verfasser:
winni 2
Zeit: 14.02.2020 11:08:41
1
2914003
Bitte Fragen beantworten. :-)

Soll der Spitzboden Wohnraum werden?
Wenn nicht, würde ich dort das Dach nicht dämmen.

Grüsse

winni

Verfasser:
Patrick_SU
Zeit: 14.02.2020 16:59:41
0
2914222
Hallo

Wie oben geschrieben soll der Spitzboden später Wohnraum werden. Außerdem soll dort das Lüftungsgerät für die Wohnraumlüftung stehen.

Muss man denn unter einen U Wert von 0,15 kommen? Ich bin immer von 0,3 ausgegangen. Die Fassade hat ja auch einen höheren Wert (ca 0,25)

Die Dachdecker haben wegen dem Gewicht von einer dicken Aufdachdämmung abgeraten, da sin 160mm ja schon einiges. Statik gibt es keine, Sparren 140x80

Gruß

Verfasser:
Patrick_SU
Zeit: 14.02.2020 17:15:10
0
2914229
Und warum braucht man bei Einblasdämmung keine Dampfsperre?

Verfasser:
hanssanitaer
Zeit: 14.02.2020 17:34:38
1
2914245
Auf die Dampfsperre/bremse kannst du nur bei diffusionsoffenem und kapillar aktivem Aufbau verzichten.

Holz und Zellulose kann das, Mineral- und Glaswolle nicht.

Dennoch sollte der Luftfeuchtigkeitseintrag und auch der lüftungsbedingte Energieverlust durch eine luftdichte Schicht begrenzt werden. Sprich durchgängig verspachtelter Rigips oder stoßverklebtes/verleimtes OSB ist dringend anzuraten.
Einfach nur Nut-Federbretter ohne zusätzliche luftdichte Ebene könnte in die Hose gehen.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 14.02.2020 17:47:59
1
2914254
Du musst nicht auf 0,15 kommen, aber i.d.R. bei Dachsanierung/Neuausbau
auf 0,24:
https://www.energie-fachberater.de/daemmung/dachdaemmung/anforderungen-der-enev-an-die-dachdaemmung.php

Da der Preisunterschied für ein paar cm mehr oder weniger Dämmung, bei
dem Umfang der Arbeiten, nicht so ins Gewicht fällt, würde ich immer
empfehlen bei Veränderungen auf einen guten Neubaustandard zu gehen
und sich nicht an Mindestanforderungen zu orientieren,
Zum Vergleich, eine sehr gute Dachdämmung hätte U-Wert 0,1.

Eine gute Dämmung verbessert auch den Hitzeschutz.

Durch eine Aufdopplung werden die Sparren statisch ertüchtigt.

Grüsse

winni

Verfasser:
Patrick_SU
Zeit: 14.02.2020 19:11:05
1
2914301
Ich glaube ich finde aufdoppeln mit Einblasdämmung +Aufdachdämmung und Innenseite mit Osb Platten am besten. Werde das mal an die Dachdecker herantragen.

Verfasser:
winni 2
Zeit: 14.02.2020 19:28:05
0
2914315
Ich dachte Innen darf nichts gemacht werden, ausser Spitzboden?
Wie soll da eine OSB-Platte montiert werden?

Grüsse

winni

Verfasser:
Patrick_SU
Zeit: 14.02.2020 19:48:07
0
2914324
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen
Ich dachte Innen darf nichts gemacht werden, ausser Spitzboden?
Wie soll da eine OSB-Platte montiert werden?

Grüsse

winni


Die nicht zugänglichen Innenseiten sind ja mit Platten (Sauerkrautplatten oder wie die heißen) beplankt und verputzt.

Gruß

Verfasser:
winni 2
Zeit: 15.02.2020 13:22:51
1
2914601
Okay, da dann keine OSB-Platten.

Du könntest Die Aufdopplung und das neue Dach aufbauen lassen
und dann evtl. von innen aus dem Spitzboden die Gefache bis Spitzboden
ausblasen lassen.
Dann brauchst Du aussen keine Einblasslöcher.

Dann innen die OSB-Platten montieren und den Rest von innen
ausblasen lassen. Dazu werden ein paar Einblasslöcher in die OSB
gebohrt, die danach verklebt werden.

Grüsse

winni

Verfasser:
Patrick_SU
Zeit: 19.02.2020 17:30:53
0
2917213
Danke für den Tipp

Gruß

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