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Zukunft der Energiewende
Verfasser:
Benn1904
Zeit: 16.02.2020 16:34:36
4
2915283
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Übrigens: Jede alte elektrische Speicherheizung hatte in Woche 7 einen EE-Anteil von 63,7%.
Das kann nur jemand behaupten, der bei Prozentrechung in der Schule nicht richtig aufgepasst hat.
Kein Verbraucher kann die EE-Produktion beeinflussen. Die hängt überwiegend vom Wetter ab.
Außerdem ist sie limitiert. Die 63,7% sind also keine Konstante des Verbrauchs.
Wenn die Kohlestromheizung ausgeschaltet wird, wird der EE-Strom von einem anderen Verbraucher genutzt. Wenn die Kohlestromheizung eingeschaltet wird, ist bei nur 63,7% EE für die Kohlestromheizung nichts mehr übrig.
Das ändert sich erst, wenn der EE-Anteil bei 100% liegt oder drüber.

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 16.02.2020 16:35:00
2
2915284
Also eine opertunistischere Studie (Frauenhofer) ist mir bisher noch nicht in die Finger gekommen. Jeder suche sich das raus, was er braucht. Von Folgekosten keine Rede. Empfehlungen? Fehlanzeige! Na ja man hat halt ein paar Zahlen mehr. Sowas dürfte ich MEINEM Chef nicht vorlegen.

Verfasser:
HenningReich
Zeit: 16.02.2020 16:44:58
1
2915289
Die Folgekosten werden in der Fraunhofer Studie berechnet und dargestellt.
Wer etwas anderes behauptet hat die Studie offensichtlich nicht gelesen.

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 16.02.2020 17:00:50
2
2915297
Zitat Seite 7 ganz unten:
"Die Ergebnisse zeigen, dass in nahezu allen Szenarien weit mehr als die Hälfte der Mehraufwendungen für Investitionen anfällt. Diese Investitionen sind für den Umbau des
Energiesystems zu leisten. Wenn im Jahr 2050 dieser Umbau (weitgehend) abgeschlossen ist, sinken die Investitionen deutlich, da ab diesem Zeitpunkt nur noch Ersatzinvestitionen getätigt werden müssen.

Bei der Kostenbetrachtung ist außerdem zu berücksichtigen, dass in der hier durchgeführten Analyse weder externe Kosten der betrachteten Entwicklungspfade noch volkswirtschaftliche Gesamtkosten, die Wertschöpfungsanalysen und Beschäftigungseffekte beinhalten, betrachtet wurden.

Insbesondere wird somit nicht berücksichtigt, welche Folgekosten mit einem starken Temperaturanstieg der Atmosphäre verbunden wären, welcher aus einer weiten Verfehlung der Klimaschutzziele resultieren würde."

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 16.02.2020 17:03:47
1
2915299
Zitat von HenningReich Beitrag anzeigen
Die Folgekosten werden in der Fraunhofer Studie berechnet und dargestellt.
Wer etwas anderes behauptet hat die Studie offensichtlich nicht gelesen.


In der Einleitung wird zu Kosten ausgeführt:

Die Ergebnisse zeigen, dass in nahezu allen Szenarien weit mehr als die Hälfte der Mehraufwendungen für Investitionen anfällt. Diese Investitionen sind für den Umbau des
Energiesystems zu leisten. Wenn im Jahr 2050 dieser Umbau (weitgehend) abgeschlossen ist, sinken die Investitionen deutlich, da ab diesem Zeitpunkt nur noch
Ersatzinvestitionen getätigt werden müssen.

Bei der Kostenbetrachtung ist außerdem zu berücksichtigen, dass in der hier durchgeführten Analyse weder externe Kosten der betrachteten Entwicklungspfade noch volkswirtschaftliche Gesamtkosten, die Wertschöpfungsanalysen und Beschäftigungseffekte beinhalten, betrachtet wurden.


Dietmar Lange

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 16.02.2020 17:07:05
3
2915302
Zitat von Benn1904 Beitrag anzeigen
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
[...]
Das kann nur jemand behaupten, der bei Prozentrechung in der Schule nicht richtig aufgepasst hat.
Kein Verbraucher kann die EE-Produktion beeinflussen. Die hängt überwiegend vom Wetter ab.
Außerdem ist sie limitiert. Die 63,7% sind also keine Konstante des Verbrauchs.
Wenn die[...]

Wenn ich Bezug zu Woche 7 nehme, dann hat das nichts mit irgendeiner Konstante zu tun. Prozentrechnung habe ich drauf, sie war in diesem Fall aber nicht notwendig.

Vielleicht hat ja jemand den CO2-Wert für den Strommix in Woche 7 zur Hand. Dann kann man vergleichen, wie eine Gasheizung im Vergleich zu einer E-Heizung abgeschnitten hat.

Teilweise negative Strompreise in der betreffenden Woche sprechen dafür, dass kein Kohlekraftwerk für eine Stromheizung angeschaltet wurde. Wieviel Strom in der betreffenden Woche exportiert wurde, weiß ich im Moment nicht. Bei Fraunhofer waren die Daten noch nicht verfügbar (oder ich habe falsch gesucht).

Auf jeden Fall steht fest:
Dein Mantra, dass jede strombasierte Heizung mit 1.000g CO2/kWh zu bewerten ist, entbehrt jeglicher Logik.

Ist aber interessant zu sehen, dass Du keines der anderen Argumente aufgegriffen hast. Warum liefen die Kohlekraftwerke in Woche 7 denn überhaupt?

Verfasser:
HenningReich
Zeit: 16.02.2020 17:10:54
0
2915304
Siemens baut in den USA 2.6GW offshore Windenergie zu.

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 16.02.2020 17:17:56
1
2915313
Zitat von Karl-Heinz Groß Beitrag anzeigen
Insbesondere wird somit nicht berücksichtigt, welche Folgekosten mit einem starken Temperaturanstieg der Atmosphäre verbunden wären, welcher aus einer weiten Verfehlung der Klimaschutzziele resultieren würde.

Würden diese Folgekosten berücksichtigt werden, wäre das Resultat vermutlich unter Folgegewinn einzustufen...:-)

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 16.02.2020 17:18:31
0
2915314
Dr. Dietmar in deinem Zitat fehlt der letzte Absatz über Folgekosten. Zitieren ganz im Stile deutscher Politiker? Kuk mal im Post über deinem ...

@pflanze: Sag ich doch. Allerdings als nicht realisierte im Sinne des HGB. Die Amis würden sie sicherlich mit den US-Gaap einpreisen :-))

Verfasser:
Benn1904
Zeit: 16.02.2020 17:23:04
0
2915318
Ok, zusammenfassend:
Du hast keine Argumente aber "auf jeden Fall steht deine Meinung fest".
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zitat von Benn1904 Beitrag anzeigen
[...]

Auf jeden Fall steht fest:
Dein Mantra, dass jede strombasierte Heizung mit 1.000g CO2/kWh zu bewerten ist, entbehrt jeglicher Logik.

Ist aber interessant zu sehen, dass Du keines der anderen Argumente aufgegriffen hast. Warum liefen die Kohlekraftwerke in Woche 7 denn überhaupt?
Bei Wärmeenergie gibt es mehrere konkurrenzierende Technologien, die substituierbar sind.
Dein Mantra, dass du dir den Durchschnittsmix gönnen darfst, gilt da nicht. Du must dich wohl oder übel mit dem Grenzmix zufrieden geben.

Und die Frage nach den Kohlekraftwerken solltest du dir selber stellen.
Warum machst du Marketing für Technologien, die nicht in der Lage sind die Kohlekraftwerke zu substituieren???

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 16.02.2020 17:32:40
4
2915323
Zitat von Benn1904 Beitrag anzeigen
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
[...]
Das kann nur jemand behaupten, der bei Prozentrechung in der Schule nicht richtig aufgepasst hat.
Kein Verbraucher kann die EE-Produktion beeinflussen. Die hängt überwiegend vom Wetter ab.
Außerdem ist sie limitiert. Die 63,7% sind also keine Konstante des Verbrauchs.
Wenn die[...]


Warum schaltest du nicht endlich deine Stromverbraucher aus um Kohlestrom ein zu sparen?

Wäre doch konsequent.

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 16.02.2020 18:02:20
5
2915343
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Nach dieser Studie sind alle Szenarien zielführend für eine CO2 neutrale Energiewirtschaft 2050!. Es führen halt viele Wege nach Rom

Unterschiedlich sind lediglich die Akzeptanz in der Gesellschaft, die politische Durchsetzbarkeit und die für den Umbau anfallenden Kosten.

Das diese Ausführungen einigen Schreiber(innen) und auch Politiker(innen) nicht so richtig gefallen, ist nachvollziehbar.

Hallo Dietmar,

die Kosten variieren schon sehr stark (Seite 53):
Diese Nettomehraufwendungen betragen für das Szenario Referenz rund 1580 Mrd. €,
für das Szenario Beharrung 2330 Mrd. €, für das Szenario Inakzeptanz 1590 Mrd. € und
für das Szenario Suffizienz 440 Mrd. €. Diese vier Szenarien sind durch eine Minderung
energiebedingter CO2-Emissionen um 95 % bezogen auf den Wert im Jahr 1990 gekennzeichnet.


Suffizienz: 440 Mrd. €
Referenz: 1.580 Mrd. €
Inakzeptanz: 1.590 Mrd. €
Beharrung: 2.330 Mrd. €

Abbildung 21 zeigt die Aufteilung der unterschiedlichen Arten der Gebäudewärme in TWh in den Szenarien. Entnimmt man dem Balkendiagramm die Zahlen kommt man auf den Mix von Solarthermie, Holzkessel, Gaskessel und Brennstoffzelle für 2050 auf folgende Anteile:

Suffizienz: ca. 80TWh
Referenz: ca. 80TWh
Inakzeptanz: ca. 110TWh
Beharrung: ca. 460TWh

Wenn ich Deine Beiträge zum zukünftigen Mix bei der Gebäudewärme in diese Systematik einordne, dann entsprechen sie dem "Szenario Beharrung". Das ist das einzige Szenario, das diesen Technologien eine signifikant größere Rolle zuspricht. Und es ist mit Abstand das teuerste Szenario.

Der Aufpreis gegenüber den anderen Szenarien liegt bei 740 bis 1.890 Mrd.€. Das schafft Spielraum für Geschäftsmodelle...
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Diejenigen, die dieses Geschäftsmodell finanzieren (sollen), sind die Endkunden.
Das muss man sich in der Diskussion immer wieder klarmachen.


Grüße
Stefan

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 16.02.2020 19:23:05
0
2915396
Hallo Stefan,

die Kosten variieren schon sehr stark (Seite 53):
Diese Nettomehraufwendungen betragen für das Szenario Referenz rund 1580 Mrd. €,
für das Szenario Beharrung 2330 Mrd. €, für das Szenario Inakzeptanz 1590 Mrd. € und
für das Szenario Suffizienz 440 Mrd. €. Diese vier Szenarien sind durch eine Minderung
energiebedingter CO2-Emissionen um 95 % bezogen auf den Wert im Jahr 1990 gekennzeichnet.

Suffizienz: 440 Mrd. €
Referenz: 1.580 Mrd. €
Inakzeptanz: 1.590 Mrd. €
Beharrung: 2.330 Mrd. €

Abbildung 21 zeigt die Aufteilung der unterschiedlichen Arten der Gebäudewärme in TWh in den Szenarien. Entnimmt man dem Balkendiagramm die Zahlen kommt man auf den Mix von Solarthermie, Holzkessel, Gaskessel und Brennstoffzelle für 2050 auf folgende Anteile:

Suffizienz: ca. 80TWh
Referenz: ca. 80TWh
Inakzeptanz: ca. 110TWh
Beharrung: ca. 460TWh


ich habe diese Zahlenwerte sehr aufmerksam zur Kenntnis genommen.

In der Einleitung steht ein wichtiger Satz:


Es wird immer offensichtlicher, dass neben Fragen der technischen Machbarkeit und der Kosten gesellschaftliches Verhalten eine maßgebliche Rolle dafür spielt, ob und in welcher Form eine Umsetzung der Energiewende gelingt.

Ich habe bis jetzt in der Studie keine Empfehlungen, sondern nur Beschreibungen der Szenarien und Zahlen Daten und Fakten gefunden. Welche Szenarien umgesetzt werden, wird sehr stark von zukünftigen Wahlergebnissen im Bund und Ländern und von Koalitionsbildungen abhängen,

Wenn sich beim deutschen Wahlvolk herumspricht, was Suffizienz im energiepolitischen Sinn bedeutet, hält sich dort die Begeisterung dafür ganz sicher in Grenzen.

Ich habe sicherheitshalber zur Begriffsdefinition im RP – Energielexikon nachgeschlagen

Suffizienz: Reduktion von Rohstoff- und Energieverbrauch durch Reduktion von Konsum- oder Komfortansprüchen

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 16.02.2020 19:36:33
0
2915406
Wenn sich beim deutschen Wahlvolk herumspricht, was Suffizienz im energiepolitischen Sinn bedeutet, hält sich dort die Begeisterung dafür ganz sicher in Grenzen.

Ich habe sicherheitshalber zur Begriffsdefinition im RP – Energielexikon nachgeschlagen

Suffizienz: Reduktion von Rohstoff- und Energieverbrauch durch Reduktion von Konsum- oder Komfortansprüchen


Hallo Dietmar,

Du musst gar nicht nach der Definition suchen, weil absolute Angaben vorliegen:

Abbildung 21:
Bereitgestellte Wärme im
Gebäudesektor unterteilt nach
Heizungstechniken für die
vier Szenarien für die Jahre
2030 und 2050.


Szenario Beharrung: ca. 650TWh
Szenario Suffizienz: ca. 615TWh

5% Reduktion der Konsum- oder Komfortansprüche sind nicht geeignet, große Teile der Bevölkerung abzuschrecken, wenn das in Verbindung mit eklatanten Kosteneinsparungen führt.

Deswegen ist eine Diskussion ohne Kostenbetrachtung definitiv nicht zielführend.

Grüße
Stefan

Verfasser:
gnika7
Zeit: 16.02.2020 19:55:26
0
2915419
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]

Hallo Dietmar,

Wenn ich Deine Beiträge zum zukünftigen Mix bei der Gebäudewärme in diese Systematik einordne, dann entsprechen sie dem "Szenario Beharrung". Das ist das einzige Szenario, das diesen Technologien eine signifikant größere Rolle zuspricht. Und es ist mit Abstand das teuerste Szenario.


Neeein! Doch! OHHH

https://youtu.be/w4aLThuU008

Grüße Nika

Verfasser:
Poeggsken
Zeit: 16.02.2020 21:43:26
0
2915464
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Hallo Stefan,

[i]die Kosten variieren schon sehr stark (Seite 53):
Diese Nettomehraufwendungen betragen für das Szenario Referenz rund 1580 Mrd. €,
für das Szenario Beharrung 2330 Mrd. €, für das Szenario Inakzeptanz 1590 Mrd. € und
für das Szenario Suffizienz 440[...]


Wo wir schon bei Youtube sind:

Wer soll das bezahlen

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 16.02.2020 23:26:45
1
2915528
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
[i]Wenn sich beim deutschen Wahlvolk herumspricht, was Suffizienz im energiepolitischen Sinn bedeutet, hält sich dort die Begeisterung dafür ganz sicher in Grenzen.



5% Reduktion der Konsum- oder Komfortansprüche sind nicht geeignet, große Teile der Bevölkerung abzuschrecken, wenn das in Verbindung mit eklatanten Kosteneinsparungen führt.

Deswegen ist eine Diskussion ohne Kostenbetrachtung definitiv nicht zielführend.



Hallo Stefan

Zustimmung zum letzten Satz.

Reduktion der Konsum- oder Komfortansprüche sind nicht in % angebbar

Suffizienz bedeutet tiefgreifende Veränderungen bei Gewohnheiten und Verhaltensweisen.

Wir reden hier von Wohnkomfort, Ernährungsgewohnheiten, Mobilität, Freizeitgestaltung etc.

Die Grünen sind mit ihrem Veggie-Day Projekt schon einmal bei einer Bundestagswahl eingebrochen.

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
MaJen
Zeit: 17.02.2020 00:25:30
3
2915539
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen


Wenn sich beim deutschen Wahlvolk herumspricht, was Suffizienz im energiepolitischen Sinn bedeutet, hält sich dort die Begeisterung dafür ganz sicher in Grenzen.

[...]


Dabei wäre es doch Aufgabe der Politik gewesen, die Bevölkerung frühzeitig, langfristig und weitsichtig mitzunehmen. Effizienz und Ausbau erneuerbaren Stroms als Stand der Technik werden eher gebremst als nochmals forciert. Stattdessen ging und geht die Politik viel zu lange fossilen Lobbyisten auf den Leim.

Jetzt mit dem Wähler als Argument gegen entschlossenes Handeln zu drohen und sehenden Auges dutzende Mrd. EUR Strafzahlungen in Kauf zu nehmen ist das Szenario „Insuffizienz“.

Verfasser:
pflanze 132
Zeit: 17.02.2020 00:43:56
0
2915545
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Reduktion der Konsum- oder Komfortansprüche sind nicht in % angebbar

Hallo Dietmar,

deswegen hatte ich auch geschrieben, dass Du nicht nach einer Definition von Suffizienz suchen musst, um den Unterschied zwischen den Szenarien Beharrung und Suffizienz zu erkennen.

Der Unterschied zwischen beiden Szenarien beträgt ca. 5% im Endenergieverbrauch. Ich hatte lediglich die von Dir nachgeschlagene Formulierung verwendet, um aufzuzeigen, dass es sich nicht wirklich um "Verzicht" handelt.

Zitat Seite 22:
Die Endenergie der vier untersuchten Szenarien beträgt zwischen 60 % (Suffizienz) und 90 % (Beharrung) des heutigen Wertes. Diese Abnahme ergibt sich insbesondere durch die hohe Effizienz auf der Nutzungsseite von Wärmepumpen und elektrischen Antrieben beim straßengebundenen Verkehr sowie durch den niedrigeren Raumwärmebedarf aufgrund energetischer Sanierung. Da all diese Maßnahmen im Szenario Beharrung weit weniger wirken, fällt die Reduktion merklich niedriger aus. Beim Szenario Suffizienz wirkt sich die Verbrauchsreduktion aufgrund von Verhaltensänderungen zusätzlich mindernd aus, was den niedrigsten Wert für Endenergie in 2050 im Vergleich der vier Szenarien begründet.

Abgesehen davon habe ich alle 4 Szenarien (Referenz100 und Suffizienz2035 lasse ich außen vor, weil aktuell relativ unwahrscheinlich) verglichen - nicht nur Suffizienz mit Beharrung. Beharrung ist in jedem Fall die teuerste der 4 Varianten.

Für die Zeit bis 2030 ist das Szenario Suffizienz sogar das mit dem höchsten Anteil an Gaskesseln.

Den höchsten Anteil von WP hat das Szenario Referenz.

2.3.1 Szenario Referenz
Im Szenario Referenz wird die kostenoptimale Transformation des Energiesystems untersucht, ohne ein ausgeprägtes gesellschaftliches Verhalten hinsichtlich Akzeptanz für Veränderungen oder ein geändertes Konsumverhalten zu unterstellen. Die zentralen Annahmen, welche dieses Szenario charakterisieren, sind nachfolgend nach Sektoren aufgelistet:
...
Gebäudewärme: Moderate Entwicklung. Die beheizten Wohnflächen in Deutschland steigen von heute bis 2050 um insgesamt 8 % an [18]. Wärmepumpen können 85 % der jährlichen Neuinstallationen nicht überschreiten10. Die maximale Sanierungsrate steigt über den Betrachtungszeitraum von 1 % auf 3 % an.


Bin mal auf die Bewertung durch "echte Fachleute aus dem SHK-Bereich" gespannt - wird ja sicher demnächst Stellungnahmen zu den Szenarien geben.

Hoffentlich gibt es mehr Info durch Fraunhofer - trotz der 66 Seiten ist das ja eher eine Kurzfassung...

Grüße
Stefan

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 17.02.2020 07:48:37
2
2915596
Zitat von MaJen Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]


Jetzt mit dem Wähler als Argument gegen entschlossenes Handeln zu drohen und sehenden Auges dutzende Mrd. EUR Strafzahlungen in Kauf zu nehmen ist das Szenario „Insuffizienz“.


Entschlossenes Handeln bedeutet einen Weg zum Ziel zu wählen und konsequent zu verfolgen.

Wer die Studie gelesen hat, konnte feststellen dass verschieden Wege zum Ziel führen

Strafzahlungen werden nur bei Nichteinhaltung fällig.

Der Wähler entscheidet, ob der gewählte Weg akzeptabel ist.

Dietmar Lange

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 17.02.2020 09:05:26
1
2915623
Zitat von pflanze 132 Beitrag anzeigen
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
[...]

Hallo Dietmar,

Bin mal auf die Bewertung durch "echte Fachleute aus dem SHK-Bereich" gespannt - wird ja sicher demnächst Stellungnahmen zu den Szenarien geben.

Hoffentlich gibt es mehr Info durch Fraunhofer - trotz der 66 Seiten ist das ja eher eine Kurzfassung...




Hallo Stefan,

da von Fraunhofer nur Szenarien ohne Auswahlempfehlungen vorgestellt wurden, besteht für "echte Fachleute aus dem SHK-Bereich" wahrscheinlich kein dringender Handlungsbedarf für Positionierungen.

Die SHK Fachleute sind nach meiner Beobachtung gegenwärtig mit einem anderen Thema beschäftigt, das neue GEG wird im Bundestag und zwischen Bundesregierung und den Ländern diskutiert. Letzter Stand dazu:

Bundesregierung will GEG-Entwurf kaum verändern

Am 20. Dezember 2019 hat der Bundesrat eine Stellungnahme zum Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude, dessen Kern das Gebäudeenergiegesetz ist, mit zahlreichen Änderungsvorschlägen beschlossen. Nun hat die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag ihre Gegenäußerung zu der Stellungnahme nachgereicht.

Da die Diskussion noch nicht abgeschlossen ist, ist eine abschließende Bewertung aus SHK Sicht nach meinem Kenntnisstand noch nicht erfolgt.

Im Sinne der Fraunhofer Szenarien liegt hier kein Szenario Suffizienz, sondern eher Beharrung vor.

Erkennbare politische Absicht, das Bauen (Neubau) nicht weiter zu verteuern, Baufertigstellungen zu erhöhen und im Bestand möglichst wenig neu zu regeln.

Gruß

Dietmar Lange

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 17.02.2020 09:24:52
0
2915630
Erkennbare politische Absicht, das Bauen (Neubau) nicht weiter zu verteuern, Baufertigstellungen zu erhöhen und im Bestand möglichst wenig neu zu regeln.

Aussitzen wird wohl kaum noch gehen !

Verfasser:
Dietmar Lange
Zeit: 17.02.2020 11:13:48
2
2915696
Zitat von Georg Fiebig Beitrag anzeigen
Erkennbare politische Absicht, das Bauen (Neubau) nicht weiter zu verteuern, Baufertigstellungen zu erhöhen und im Bestand möglichst wenig neu zu regeln.

Aussitzen wird wohl kaum noch gehen !


Das Gegenteil wäre

Weniger Baufertigstellungen bei höheren Kosten und Zwangsmodernisierung im Bestand

Dietmar Lange

Verfasser:
Georg Fiebig
Zeit: 17.02.2020 11:32:53
0
2915706
Zitat von Dietmar Lange Beitrag anzeigen
Zitat von Georg Fiebig Beitrag anzeigen
[...]


Das Gegenteil wäre

Weniger Baufertigstellungen bei höheren Kosten und Zwangsmodernisierung im Bestand

Dietmar Lange


Höhere Baukosten könnte man vermeiden , z.b. Spekulation mit baugrundstücken massiv einschränken durch Baupflicht oder Verzicht auf verteuernde STA .

Verfasser:
Karl-Heinz Groß
Zeit: 17.02.2020 11:51:31
2
2915713
Georg lass doch bitte diese billige Polemik. Das GEG ist ja schon mal ein Anfang. Mehr ist halt derzeit mit der CDU/CSU nicht drin.

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