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Blei im Trinkwasser (Haus Baujahr 1980)
Verfasser:
Nikolas999
Zeit: 19.02.2020 20:45:57
0
2917338
Hallo zusammen,

wir wohnen in einem Haus Baujahr 1980 in Hessen. Eigentum.

Aus Interesse habe ich einen Trinkwassertest in einem Labor machen lassen. Hier gibt es günstige Anbieter im Internet.
Durch den Test kam unerwartet heraus, dass Blei in unserem Trinkwasser ist.

In der Küche (6h Ruhezeit in der Leitung, 1 Liter Ablauf, danach Test) lag das Ergebnis bei 0,003 mg/l.
Auf der Suche nach der Ursache habe ich einen weiteren Test direkt am Hauptstrang im Keller gemacht, direkt nach dem Wasserzähler. Siehe Bilder im Link. Dort war das Messergebnis bei 0,022 mg/l (sic!), also das Doppelte des gesetzlichen Grenzwerts von 0,01 mg/l

Bilder

Natürlich könnten wir einfach das Wasser immer erstmal in der Küche vor Nutzung 30s voll aufgedreht laufen lassen, um die Leitungen mit Frischwasser zu spülen. Dabei verbleibt jedoch wie originär gemessen auch immer ein kleiner Teil Blei. Mein Ziel ist "bleifreies" Trinkwasser im Haus. Insbesondere, da wir zwei Kleinkinder haben.

Die Kanalzuleitung von der Straße zum Hausanschluss halte ich aufgrund des Baujahrs des Hauses und der gesamten Straße (Ende 70er) für unwahrscheinlich als Ursache.
Die Leitungen sind natürlich kein Blei wie auf den Fotos zu erkennen ist.
Ich vermute bleihaltige Lötverbindungen oder "unreine" Legierungen der Rohre(?)

Ich spiele mit dem Gedanken, die kompletten Aufputzrohre zu ersetzen. Jedoch hilft das bei den ersten 50 cm bis zum Haupthahn wenig, da dies Hoheitsgebiet der Stadtwerke sind. Mein freundlicher Sani kann natürlich erst ab dem Haupthahn werkeln.

Ihr seht, ich bin de fact ratlos hinsichtlich
1) Quelle des Bleis und
2) Beseitigung ebendieser

Ideen und Ratschläge nehme ich gerne auf.

Vielen Dank im Voraus
Nikolas

Verfasser:
elelom2
Zeit: 19.02.2020 21:32:29
1
2917375
Also wenn wirklich am Übergabepunkt der Grenzwert übschritten wird, würde ich den Versorger darüber informieren.

Verfasser:
Rumpelkiste
Zeit: 19.02.2020 22:45:22
0
2917421
Gibt es dazu einen detailierten Analysebericht den du hier mal online stellen könntest ? Speziell ob der Bericht aussagt mit welchem Analyseverfahren gearbeitet wurde und wie die Bestimmungsgrenzen bei dem hoffentlich akkreditierten Prüflabor aussehen. Eine Bestimmung muss eigentlich mittels ICP-MS durchgeführt worden sein. Alles andere erlaubt nur eine bedingte Aussage da die Bestimmungsgrenzen hier nahe am Grenzwert liegen, bzw. gerade bei ICP-OES und G-AAS kann es zu spektralen Störungen kommen welche die Analysenergebnisse total verfälschen können.

Verfasser:
muscheid
Zeit: 20.02.2020 15:46:00
0
2917861
Also direkt nach dem Wasserzähler ein solcher wert?
Dafür ist auf den Bildern keine Quelle zu erkennen. Da ist nur Rotguß, Messing und ein kurzes Stück Kupfer.
Ich würde den Versorger ansprechen.

Verfasser:
Go.Sch
Zeit: 20.02.2020 15:53:15
0
2917867
Hallo, genau Versorger darüber informieren.

Um Prüfung bitten und bei positiven Befund um weitere Maßnahmen bitten damit das Trinkwasser so beschaffen ist wie es vorgeschrieben ist. Das ist Aufgabe vom Versorger.

Verfasser:
Dieter C.
Zeit: 21.02.2020 11:50:33
1
2918480
Die Leitung wohnt in Hessen, das wundert mich jetzt. Wäre sie weiter östlich, würde ich sagen: durchaus möglich.
In Meissen, Gerbergasse wurden die Bleileitungen im Strassenraum erst um 2010 ausgetauscht. Vielleicht ist Deine Gemeinde auch so ein Trödelladen mit Altleitungen. Daher unbedingt den Versorger verständigen und auf Abhilfe pochen.

Nicht selbst auf eigene Kosten da rumoperieren, das ist schon Versorgersache und -kosten

Verfasser:
JoRy
Zeit: 21.02.2020 11:59:00
0
2918485
Was meint ihr wieviele Wasserversorger manchmal die Grenzwerte , auch für Blei
überschreiten.

Es ist deren Job die Datenblatt Grenzwerte zu garantieren.

Normalerweise , auch in Hessen, haben Häuser von 1980 keine Wasserleitungen
aus Blei.

Deshalb sind im Haus die Grenzwerte auch in Ordnung.
Nur im Eingang vom Versorger , also hinter der Uhr direkt sind sie zu hoch.

Gruß JoRy

Verfasser:
Nikolas999
Zeit: 26.02.2020 00:35:40
0
2921201
Hallo zusammen und Entschuldigung für die späte Rückmeldung. Danke für die Antworten zuallererst.


@Rumpelkiste: Ich habe wasserschnelltest.de genutzt, die nach DIN 38406 ( E 6) : 1998-07 testen.


Ich habe beim städtischen Versorger angerufen (Bad Vilbel im Wetteraukreis Hessen). Die sagen wie erwartet, dass im Stadtgebiet keine Bleileitungen (mehr) verlegt sind.


Die Zuleitung (Hausanschluss) von der Straße in unser Haus zum Wasserzähler und Haupthahn sind ca. 7m unter Erde in unserem Vorgarten/Garageneinfahrt. Im Zweifel wird der Versorger darauf verweisen, dass dort das Problem liegt und damit beim Hausbesitzer. Auch damit erstmal das Problem bzw der Fragesteller los ist.


Jetzt befinde ich mich in einem Zirkelschluss: Test ergibt Blei am Haupthahn, Versorger verweist auf bleifrei bei sich und das Haus/Grundstück aus 1980 wird vermutlich im Vorgarten auch keine Bleileitung zum Haupthahn verlegt haben.

Was nu?!

Eine Idee ist, dass ich links und rechts bei den Nachbarn mal teste am Haupthahn.


Viele Grüße
Nikolas

Verfasser:
Martin24
Zeit: 26.02.2020 08:13:12
0
2921253
Zitat von Nikolas999 Beitrag anzeigen
Eine Idee ist, dass ich links und rechts bei den Nachbarn mal teste am Haupthahn.

Genau das wollte ich Dir gerade vorschlagen.

Ist der Hahn auf Deinem 2. Bild der wo Du die Probe genommen hast? Der direkt hinter der Wasseruhr?
Auf den Bildern sieht man in Fließrichtung hinter diesem Hahn Lötverbindungen. Davor kann man das nicht richtig sehen. Gibt es da Lötverbindungen?

Ich weiß nicht genau, wo die Eigentumsgrenze ist. Bei uns hat der Versorger auch den Absperrhahn hinter der Wasseruhr ersetzt, weil sie meinsten, das sei auch ihrer, während ich dachte, der gehört schon uns.

Aber wenn der Hahn, aus dem Du die Probe nimmst, dem Wasserversorger gehört und diese Probe hat repruduzierbar zu viel Blei, dann ist das definitiv ein Problem des Versorgers. Denn der ist ja nicht nur dafür verantwortlich, was im Wasserwerk in die Leitung geht, sondern auch dafür, was an der Übergabestelle in Deinem Haus wieder rauskommt.

Grüße
Martin

Verfasser:
OldBo
Zeit: 26.02.2020 09:11:37
0
2921277
Zitat von Nikolas999 Beitrag anzeigen
Hallo zusammen und Entschuldigung für die späte Rückmeldung. Danke für die Antworten zuallererst.


@Rumpelkiste: Ich habe wasserschnelltest.de genutzt, die nach DIN 38406 ( E 6) : 1998-07 testen.


Ich habe beim städtischen Versorger angerufen (Bad Vilbel im[...]

Wasseranalyse Bad Vilbel, Blei ist nicht aufgeführt.

Verfasser:
gnasch
Zeit: 26.02.2020 10:56:17
3
2921330
ich bin jetzt ein bisschen böse:
gehe ins Schulhaus, entnehme dort eine Wasserprobe und wenn Dein Test zu hoch ausfällt, informiere ein paar der "Betroffenheitsmütter". Das Problem wird innerst kürzester Zeit so eskaliert werden, dass dem Versorger die Sohlen brennen :-)

Gruss, gnasch

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 26.02.2020 11:15:13
1
2921337
Zitat von Nikolas999 Beitrag anzeigen
Die Zuleitung (Hausanschluss) von der Straße in unser Haus zum Wasserzähler und Haupthahn sind ca. 7m unter Erde in unserem Vorgarten/Garageneinfahrt. Im Zweifel wird der Versorger darauf verweisen, dass dort das Problem liegt und damit beim Hausbesitzer.

Die Leitung gehört auch dem Versorger, der ist bis zum Wasserzähler zuständig.

Verfasser:
Martin24
Zeit: 26.02.2020 11:54:37
1
2921357
Zitat von gnasch Beitrag anzeigen
ich bin jetzt ein bisschen böse:
gehe ins Schulhaus, entnehme dort eine Wasserprobe und wenn Dein Test zu hoch ausfällt, informiere ein paar der "Betroffenheitsmütter". Das Problem wird innerst kürzester Zeit so eskaliert werden, dass dem Versorger die Sohlen brennen :-)
Gruss,[...]


Es muss ja nicht der ganze Ort betroffen sein.
Darum lieber bei den nachbarn Proben nehmen. Wenn die auch zu hoch sind, muss der Versorger auf jeden Fall tätig werden.

Grüße
Martin

Verfasser:
Rumpelkiste
Zeit: 26.02.2020 17:16:01
1
2921531
Hallo danke für die Infos. Die Norm nach der das "Labor" testet gilt für Untersuchungen mittels AAS. Aufgrund der geringen Konzentration ist hier die F-AAS schon mal überhaupt nicht geeignet. Bei einem Preis von 25 € würde ich nicht davon ausgehen das hier mit ICP Methoden gearbeitet wurde. Erst recht nicht mit ICP-MS die für solch komplexe Medien wie Trinkwasser eigentlich verwendet werden sollte. Glaube die EN ISO 17294-2:2016 wäre hier die richtige Norm, weiß es nicht mehr genau ist schon ne weile her.

Untersuchungen von Trinkwasser mittels GF-AAS halte ich hier für abenteuerlich. In Trinkwasser sind noch jede Menge anderer Metalle drin die die Bestimmung extrem stören können.

Ich würde den Versorger bitten die vorgeschriebene Trinkwasseranalyse vorzulegen bzw. sie einsehen zu können. Meiner Meinung nach ist die Anlayse die du im Internet beauftragt hast wertlos weil sie von wissenschaftlicher Seite nicht belastbar ist. Preise für die Untersuchung von Wasser / Trinkwasser von etablierten Laboren auf Metalle mit ICP-MS bewegen sich so ab 150 bis 300 €.

Verfasser:
Nikolas999
Zeit: 26.02.2020 22:21:58
0
2921691
@ Rumpelkiste: Du scheinst vom Fach zu sein in dieser Materie. Nach Durchlesen einiger seriös wirkender Quellen (also nicht irgendwelche anderen Foren ;-) erscheint mir die Messart nach GF-AAS für den Zweck ausreichend. Siehe Links hier und hier für die Vergleiche mit ICP.

Ein Test, der formal und im worst case gerichtlich standhält, muss als gestaffelte Stagnationsprobe von einem Laborprüfer vor Ort eigenhändig durchgeführt werden. Das kostet natürlich mehr, da hast Du Recht. Die gestaffelte Stagnationsprobe "verwässert" durch das Verfahren jedoch den Messwert derart, dass oft unterhalb des Schwellenwerts von 0,01 mg/l das Ergebnis herauskommt. Bei meinem Glück ;-)

Ich habe mit dem Versorger telefoniert. Blei = 0. OldBo hatte den Link zu den Werten bereits aufgeführt, thnx. Auf Nachfrage sagte mir der Vertreter, dass aufgrund des 0-Werts dieses Element nicht angegeben ist. Kann man jetzt mal halten wie man will. Glaube ich erstmal, dass ab "Werk" (Brunnen Versorger) kein Blei drinne ist. Ist ja de facto die gleiche Quelle wie Hassia und Rosbacher um die Ecke.

@ Martin24: Ich habe an den beiden Hähnen vor und nach der Wasseruhr nochmals nähere Bilder geschossen. Vielleicht erkennt man es jetzt besser. Lass es mich gerne wissen, ob das von der Aufnahme passt, danke.
Bilder

@gnasch: Auch ne Taktik ;-) Ich werde erstmal wie geplant bei zwei Nachbar mal am Haupthahn testen lassen. Dann folgt der Kindergarten :-)

Ich gebe Euch Bescheid, was aus den Tests rausgekommen ist.

Verfasser:
OldBo
Zeit: 26.02.2020 22:28:50
0
2921697
Der Filter könnte auch mal wieder gespült werden.

Verfasser:
Nikolas999
Zeit: 26.02.2020 22:33:17
0
2921699
Ja, vollkommen richtig. Den tauschen wir sogar komplett aus, der ist nicht mehr richtig zu reinigen, schon versucht. Ich wollte jedoch erst das Blei klären, sozusagen von hinten nach vorne durcharbeiten.

Verfasser:
John99
Zeit: 27.02.2020 00:33:15
0
2921739
Werden vielleicht irgendwo verzinkte Eisenrohre verwendet? Ich hab mal irgendwo gelesen, dass bei verzinkten Rohren aus verfahrenstechnischen Gründen auch Blei dabei sein kann.

Verfasser:
John99
Zeit: 27.02.2020 00:38:46
0
2921743
und laut wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Wasserleitung

"Bestimmte Messinglegierungen zur Herstellung von Wasserhähnen enthalten geringe Mengen an Blei, da dies die Bearbeitung erleichtert. Wenn Wasser über Nacht in den Armaturen steht, nimmt es daher geringe Mengen an Blei auf, die unter Umständen den Grenzwert überschreiten können."

Auf den Bildern sind ja auch Messingteile zu sehen, könnte das Blei auch davon kommen?

Verfasser:
Rumpelkiste
Zeit: 27.02.2020 01:29:20
0
2921752
@ Nikolas

Ja so ein bisschen ;-) hatte mal viel mit der behördenfesten Freimessung von Abwasser aus Abwasserbehandlungsanlagen für chemische Betriebe zu tun.

Kleiner Tip von mir für das nächste Telefonat :-) einen 0 Wert gibt es nicht. Ist die Bestimmungsmethode / Verfahren bekannt kann man sagen ok die Methode erlaubt eine bestimmte Bestimmungsgrenze, z.B für Pb könnte die mit 0,005 mg/L angegeben sein. Dann kann man sagen das Wasser enthält <= 0,005 mg/L Blei. Aber man kann nicht sagen das Wasser hat 0 mg/L Blei. Deswegen ist es so wichtig neben dem Analysenwert auch die Bestimmungsgrenze anzugeben. Grundsätzlich sollte die Bestimmungsgrenze mindestens 5 mal wenn nicht 10 mal (eine Dekade) kleiner sein als der Grenzwert.

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