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Blitzschutz und Potenzialausgleich
Verfasser:
Speed
Zeit: 05.04.2020 10:56:21
0
2942894
Hallo,

Ich habe ein paar Fragen zu meiner Sat Anlage, daher habe ich mich hier angemeldet und hoffe auf Unterstützung. Ich habe hier schon viel gelesen und möchte sicher gehen ob alles ok ist.

1. Ich habe die Sat Schüssel vom Wohnhaus auf das Nebengebäude gebaut, da ich Platz für eine Photovoltaik Anlage machen wollte.

2. Der Multischalter ist auf dem Dachboden im Wohngebäude.

3. Ich habe den Masst mit 4qmm cu Kabel an die Hauserdung angeschlossen.

4. Direkt nach dem Eingang in das Dach vom Nebengebäude sind die 4 Sat Leitungen auf das Dehngate ID-Nr. 048380 gelegt. Diese habe ich an die 4qmm cu Leitung vom Mast abgeklemmt .

5. Alle Sat Leitungen habe ich auf einem F-Block geführt. Von dort geht es zum Multischalter.

6. Eine 4qmm CU Leitung verläuft vom Multischalter über den F-Block zum Potenzialausgleich im Keller. Diese Leitunge verläuft teilweise Parallel zu den Sat-Leitungen.

7. Die Blitzschutzanlage ist nur auf dem Wohngebäude vorhanden.

Würde mich über eure Hilfe freuen. Vielen Dank schon mal.

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 05.04.2020 12:38:14
0
2942943
Wenn sich die Sat-Schüssel noch im blitzgeschützten Bereich des Hauses befindet
ODER
[neben dem Antennenmast im Schutzabstand s eine separate (Blitz-)Fangstange existiert UND die Leitungen zum Haus den geschützten Bereich nicht verlassen],
DANN
kann die Einrichtung so bleiben, weil höchstens ÜBERSPANNUNGEN auftreten und es reicht ÜBERSPANNUNGSSCHUTZ bei der Einleitung in das Haus.

In den übrigen Fällen steht die SAT-Schüssel im BLITZBELASTETEN Bereich und bringt den BLITZSTROM ins Haus. Im diesem Fall reicht kein Überspannungsschutz in den SAT-Leitungen, sondern es muss ein BLITZSCHUTZ sein. (Ob das von Dir angegebene Dehngate ID-Nr. 048380 das erfüllt? ich habe das Produkt nicht gefunden.) In diesem Fall darf der Mast nicht (auch nicht auf Umwegen) mit dem Potentialausgleich des Hauses verbunden werden, da er den BLITZSTROM ins Haus holen würde.

F-Blöcke sind vor und nach dem Multischalter einzusetzen und mit dem Potentialausgleich zu verbinden.

Soweit mein Halbwissen (!).
Für eine fachlich korrekte Betrachtung ist eine Blitzschutzfachkraft zu beauftragen, da nur diese Änderungen an Blitzschutzeinrichtungen vornehmen dürfen. Vorzugsweise nimmst Du den Blitzschutzfachbetrieb, der ohnehin die wiederkehrende Prüfung vornimmt.

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 05.04.2020 19:25:24
0
2943118
Also AUF dem Nebengebäude klingt für mich jetzt auch schwer nach "außerhalb Blitzschutzbereich". Dann reicht 4mm² keinesfalls.

Technischer Idealfall wäre wohl isolierter Blitzschutz um die Sat-Antenne. Andernfalls Antenne direkt erden.
Dazu ist mindestens 16mm² Kupfer EINdrähtig (normales NYM geht nicht, das ist bereits mehrdrähtig, wenn dann NYY) oder ich weiß nicht wieviel mm² Stahl erforderlich.
Eine Erdung in Mastnähe wäre wegen Blitzableitung sicherlich ratsam bzw. nötig - den Antennen-Erdungsanschluss erstmal quer durchs Haupthaus ist IMHO kontraproduktiv. ABER - die Erdung darf nicht unabhängig vom Hauserder sein, sondern die beiden Erder müssen verbunden werden.
Und die Erdung muss Mindestanforderungen für Antennenerdung genügen. Staberder 2,5m lang 0,5m unter Grund versenkt. Alternativ zwei kürzere Staberder in gewissem Mindestabstand, oder zwei waagerechte Erder gewisser Mindestlänge. Da kenn ich die Maße aber nicht.

Gefühlt würde ich einen Überspannungsschutz direkt am Eintritt ins Haupthaus wollen - vermute aber, am Eintritt vom Nebengebäude braucht man einen. Ideal wäre wohl beides?

Wenn du Glück hast, meldet sich der User Dipol, der ist Fachmann für Antennenerdung.

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 05.04.2020 21:11:38
0
2943172
Zitat von Didi-MCR52 Beitrag anzeigen
... Gefühlt würde ich einen Überspannungsschutz direkt am Eintritt ins Haupthaus wollen - vermute aber, am Eintritt vom Nebengebäude braucht man einen. Ideal wäre wohl beides?


Lass es bitte, Gefühle und Vermutungen ersetzen keine Fachkenntnisse (die ich auch nicht für mich reklamiere). ÜBERSPANNUNGSSCHUTZ reicht nicht, wenn BLITZSTROMBELASTET.

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 05.04.2020 22:35:30
0
2943232
Das "lass es bitte" geb ich zurück. Denn:
Zitat von KleinTheta Beitrag anzeigen
In diesem Fall darf der Mast nicht (auch nicht auf Umwegen) mit dem Potentialausgleich des Hauses verbunden werden, da er den BLITZSTROM ins Haus holen würde.

Du darfst keine getrennten Erder haben, die Erder MÜSSEN miteinander verbunden werden.
Und die Antennenleitungen MÜSSEN mit dem Potentialausgleich im Haus verbunden werden.

Im Endeffekt bleibt nur eines zu sagen:
Muss sich ne Blitzschutzfachkraft angucken.

Erst recht, wenn es am Haus schon nen äußeren Blitzschutz gibt - dass man den nicht unterläuft.

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 05.04.2020 22:56:08
0
2943245
😁
Hallo?
Das eine Haus hat einen äußeren Blitzschutz, das andere ist ungeschützt. Und da willst Du die Erder verbinden?
Lass es!

Verfasser:
loli
Zeit: 05.04.2020 23:24:03
0
2943266
Zitat von Speed Beitrag anzeigen
Ich habe hier schon viel gelesen[...]

Hallo,

dann müssten Sie aber schon wissen, dass es vor allem auf die örtliche Gegebenheiten ankommt! Ist nun die Antenne am neuen Standort von der vorhandenen Blitzschutzanlage des Wohnhauses mitgeschützt, oder nicht?
Wenn nicht, dann reicht Ihr 4mm²-Kabelchen nicht aus - das wird bei einem Treffer pulverisiert...

In diesem Fall würde ich einen separaten Antenenerder am Nebengebäude empfehlen, der blitzstromtragfähig mit dem Erder des Hauses verbunden wird. Idealerweise wird der Antennenmast nicht direkt geerdet, sondern mittels Fangstange isoliert geschützt. Die Antennenleitungen, sowie die Stromversorgung des Multischalters, bzw. die Versorgung des Nebengebäudes am Eintrittspunkt ins Wohnhaus mit Überspannungsschutz versehen (wenn nicht bereits vorhanden).

Gruß

PS: Das ganze muss sich aber trotzdem eine Blitzschutzfachkraft ansehen, denn manchmal ist es besser nichts zu tun, als das Falsche!

Verfasser:
Didi-MCR52
Zeit: 06.04.2020 03:15:55
0
2943299
Zitat von KleinTheta Beitrag anzeigen
Das eine Haus hat einen äußeren Blitzschutz, das andere ist ungeschützt. Und da willst Du die Erder verbinden?
Lass es!

Willst du den Blitzstrom stattdessen lieber über den Schirm der Koaxialkabel fließen haben?

Verfasser:
Phil a.H.
Zeit: 06.04.2020 07:15:00
0
2943305
Hallo,
das ist zwar keine Antwort auf die Frage; aber könnte man evtl. den Montageort der Sat-Antenne nochmals überdenken - z. B. nicht so exponiert auf dem Dach?
Bei Satellit ist es nicht nötig, die hoch zu montieren (außer natürlich, es gäbe keinen anderen Platz), die kann auch an der Wand hängen oder direkt auf dem Boden stehen.

Verfasser:
Dipol
Zeit: 09.04.2020 19:15:16
2
2945238
Zitat von Didi-MCR52 Beitrag anzeigen
Technischer Idealfall wäre wohl isolierter Blitzschutz um die Sat-Antenne.

Bis hier hin richtig!
Zitat von Didi-MCR52 Beitrag anzeigen
Andernfalls Antenne direkt erden. Dazu ist mindestens 16mm² Kupfer EINdrähtig[...]

Das Verbot mehrdrähtiger Erdungsleiter für Antennenerdungen war eine unsinnige Abkopplung von den Blitzschutznormen und ebenso nach Aufhebung des temporär geltenden Verbotes für leichter zu fixiernden Einzelmassivdraht keine zertifizierten Verbinder zu fordern. Beide Bestimmungen sind schon länger aufgehoben.

ZITAT DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1):2019-02
11.3.2 Erdungsleiter

Klemmen und Drähte müssen nach EN 62561-1:2017 und EN 62561-2:2017 für Blitzströme ausgelegt sein.


Die Binsenweisheit, dass jede Kette nur so stark wie das schwächste Glied ist, ist im Antennenbau nach Rückkehr zu Blitzschutznormen noch nicht zu jedem durchgedrungen. 16 mm² Cu übersteht per se auch feindrähtig äußerst seltene Monster-LEMPs mit > 200 kA. Damit aber Antennenerdungen nicht nur Kosmetik sind, müssen die Leiteranschlüsse bei nur einem Erdungseiter für die jeweils verwendeten Leiterart nach Prüfnorm Klasse H = 100 kA zertifiziert sein aber die gibt es nur für massive und mehrdrähtige Leiter.

Zitat von KleinTheta Beitrag anzeigen
😁
Das eine Haus hat einen äußeren Blitzschutz, das andere ist ungeschützt. Und da willst Du die Erder verbinden?
Lass es!


Früher übliche Direkterdungen von Antennen an Blitzschutzsysteme sind zwar noch bedingt zulässig aber schon lange nicht mehr Stand der Technik. Gemeinsame Erdungsanlagen sind aber Pflicht, siehe DEHN Blitzplaner, Kapitel 5.5.6, Vermaschung von Erdungsanlagen.

Formal sind Antennen von blitzstromtragfähiger Erdung befreit, wenn sie sich in der passiven Schutzzone von Fassaden befinden. Dafür, dass die in einer alten VDE 0855-1:1971 willkürlich festgelegten Maße auch Schutz bieten, gibt es bislang keinen einzigen Beweis, weshalb in der Normausgabe von 2005 noch empfohlen wurde auch Fassadenantennen in diesem Bereich (blitzstromtragfähig) zu erden. Für Gartenantennen außerhalb der Schutzzone LPZ 0B eines Blitzschutzsystems ist das ohnehin Pflicht.

Verfasser:
Speed
Zeit: 09.04.2020 20:43:41
0
2945275
Hallo,

1. so wie ich nun alles verstanden habe ist es am besten eine separate Fangstange an der Sattalietenschüssel mit Abstandshaltern zu montieren und diese mit einem 8mm Alu Draht von Dehn auf den Direkten Weg nach unten in den Boden unter dem Pflaster zu legen.

2. (Oder könnte ich es an den Ringerder, der um das Haupthaus geht, anschließen?) Ich habe Bilder angehängt. Unten links an Fallrohr geht es an den Erder im Boden.

3. Und dann ein 4qmm eindrähtiges CU-Kabel vom Masst zu den Dehn Gates. Dann weiter zum PE im Nebengebäude?

4. Wie ist es dann mit dem Multischalter auf dem Haupthaus Dachboden. Dort kommen die 4 Koaxialkabel von der Schüssel an und kommen auf den F-Block. Von dort zum Multischalter und wieder zum F-block. Von dort dann zu den Dosen.

5. Klemme ich dann das 4qmm CU Kabel vom Multischalrer über den F-Block zum PE im Keller?

Natürlich beauftrage ich einen blitzschutzbeaufztagten, nur möchte ich vorher gut informiert sein.

Wie füge ich Bilder ein :/

Verfasser:
Speed
Zeit: 09.04.2020 20:55:30
0
2945280









Verfasser:
Speed
Zeit: 09.04.2020 20:58:16
0
2945281
Bilder










Verfasser:
Speed
Zeit: 09.04.2020 21:19:57
0
2945283
https://www.pic-upload.de/view-36687413/20200405_094131.jpg.html

Verfasser:
Speed
Zeit: 09.04.2020 21:26:53
0
2945286









Verfasser:
Dipol
Zeit: 10.04.2020 00:18:56
0
2945334
Blitzschutz erfordert stets ein Gesamtkonzept einschließlich Überspannungsschutz. Mit dem bisherigen Input ist weder eine seriöse Beurteilung der Erdungsanlage noch des vorhandenen Blitzschutzsystems unter Berücksichtigung der künftigen PV-Anlage möglich.

Zu 1.: Getrennte Fangeinrichtungen sind schon lange normativ zum Schutz von Antennen und PV-Anlagen gleichermaßen [i]empfohlen[/i,] können ihre Funktion aber nur erfüllen, wenn

a) sich Dachaufbauten wie Antennen oder PV-Module UND deren Leitungen nach Blitzkugel- oder Schutzwinkelverfahren in LPZ 0B befinden und
b) normkonforme Trennungsabstände nach IEC 62305-3 eingehalten werden.

zu 2.: Das "Ich" fällt bei einem Laien, der Know-How aus Foren saugen muss, flach. Bei nach 2007-09 fertiggestellten Neubauten müssen RE und Anschlussfahnen aus NIRO, Werkstoffnummer 1.4571 (V4A), bestehen. Ein nach DIN 18014 und Reihe IEC 62305 funktionstüchtiger und normkonformer Ringerderder, der mit dem Schutzpotenzialausgleich niederimpedant (< 1 Ohm, ab 2014-03 < 0,2 Ohm) verbunden ist, wäre bedingt nutzbar, eine nach Altnormen eingeschränkt zulässige Sammelleitung für die Ableitungen genannter RE ohne Verbindung zur HES jedoch nicht.

zu 3.: Nicht blitzstrombelastete PA-Leiter müssen nicht zwingend eindrähtig aber alle Erder miteinander blitzstromtragfähig verbunden sein. Der erste PA der Kabelschirme sollte nach Blitzschutzzonenkonzept möglichst unmittelbar nach der Kabeleinführung erfolgen. SPD 1 Blitzstromableiter als Grobschutz sind sinnvoll aber nur bei Direkterdung an ein LPS Pflicht, die SPD 2 Überspannungsableiter als Mittelschutz sollten vor dem Multischalter angebracht werden.

Der PA der Satellitenantenne ist normkonform, wenn er nach Ausbau von Komponeten wie dem MS und den DEHN Schutzbausteinen an allen Leitungen erhalten bleibt.

zu 4.: JA!

zu 5.: Im Prinzip JA!

Mit "blitzschutzbeaufztagten" ist eine Blitzschutzfachkraft gemeint, der sowohl die Installation von Blitzschutzanlagen als auch getrennten Fangstangen vorbehalten ist. Für den PA und eine konventionelle Antennenerdung ist KEINE Blitzschutzfachkraft erforderlich, eine entsprechende Textstelle in der IEC 60728-11, die leider auch in die nationale DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) eingeflossen ist, steht im Widerspruch zu übergeordneten nationalen deutschen Bestimmungen.

Zeit: 10.04.2020 13:05:48
0
2945537
Mal Normen außen vor und technisch gefragt: Ich hab auch die Sat-Schüssel an der Garagenwand die 6m weg vom Gebäude steht.

Dass die beiden Koax-Kabel am Eingang zum Haus geerdet, mit Überspannungsschutz und 6mm2 auf die Potentialausgleichsschiene gelegt sind. Soweit alles nachvollziehbar.

Aber ein Koax-Käbelchen ist nicht ansatzweise blitzstromtragfähig. Wo ist der Sinn mir den Blitz erst ins Haus zu holen durch eine Erdungsleitung der Sat-Anlage oder einen separaten Erder der Garage mit dem im Haus zu verbinden? Hat man doch nicht ohne Grund so vorgeschrieben.

Hintergrund der Frage sind meine Bedenken in meiner Situation: Reihenmittelhaus. Ostseite ist Haustür und auf der Seite der Erder und die Potentialausgleichsschiene im Keller. Auf der Westseite kommt erst der Garten und dann die Garage. Sprich ich müsste mit dem Erdungskabel einmal quer durchs Haus um an die Potentialausgleichsschiene zu kommen. Und damit mit dem Blitz über die Erdungsleitung auch quer durchs Haus ... mal ganz abgesehen davon dass es rein platztechnisch kaum möglich ist die mit ausreichend Abstand getrennt von allen anderen schon vorhandenen Leitungen zu ziehen.

Aktuell grillt es mit Blitz die Schüssel, LNB und die Koax-Leitungen, aber am Eingang zum Haus ist "Ende".

Und die große PV auf dem Dach kriegt normgerecht so eine pisselige dünne PA-Leitung ... schwer nachvollziehbar bei Sat so ein "Theater" um Blitzschutz zu machen, bei einer PV auf dem Dach aber nicht. Vor dem Hintergrund halt die Frage welche technische Gründe dafür existieren.

Jaja, ich weiß, ich mach meinem Forumsnamen mal wieder alle Ehre :-)))))

Verfasser:
loli
Zeit: 11.04.2020 01:28:00
0
2945840
Zitat von Allesgenauwissenwollender Beitrag anzeigen
Wo ist der Sinn mir den Blitz erst ins Haus zu holen durch eine Erdungsleitung der Sat-Anlage oder einen separaten Erder der Garage mit dem im Haus zu verbinden?[...]

Der Sinn ist, dass bei einem Blitzeinschlag das Potential auf einem Niveau angehoben wird - keine Potentialunterschiede => keine Überschläge, kein Funkenflug, keine gefährliche Berührungsspannungen.
So wie der Vogel auf der Stromleitung ;-)

Auf jeden Fall würde ich an Deiner Stelle, einen separaten Erder (nach den Empfehlungen von Fa. Dehn) bei der Garage eintreiben, um die Blitzenergie so gut es geht abzuleiten. Die Verbindung zum Fundamenterder würde ich aus 10mm-V4A machen (im Haus geht natürlich auch Kabel). Dann Blitzschutzpotentialausgleich vervollständigen und passende Ableiter montieren.

Ich hoffe @Dipol äußert sich auch zu dieser Situation - obwohl ich nicht denke, dass es so viel anders aussieht, als beim TE (6m ist halt nicht viel)

Was die PV-Anlage angeht... - na ja, das ist das persönliche Risiko, das Jeder für sich einschätzen und beurteilen sollte - ich hätte das nicht hingenommen (unabhängig von einer Versicherung)

Im Gewerbebereich wird fast nur noch mit Blitzschutz gebaut...

Gruß

PS: Wie wärmer es wird, umso häufiger Blitzt es...

Verfasser:
Dipol
Zeit: 11.04.2020 11:52:53
0
2945943
Zitat von Allesgenauwissenwollender Beitrag anzeigen
Dass die beiden Koax-Kabel am Eingang zum Haus geerdet, mit Überspannungsschutz und 6mm2 auf die Potentialausgleichsschiene gelegt sind. Soweit alles nachvollziehbar.

Nichts gegen 6 mm² Cu als Funktions-PA-Leiter, aber nach aktueller IEC 60728-11 ist als Erdungsleiter min. 16 mm² Cu gefordert, als PA-Leiter aber nur min. 2,5 mm² Cu (geschützt) oder min. 4 mm² Cu ungeschützt.

Zitat von Allesgenauwissenwollender Beitrag anzeigen
Aber ein Koax-Käbelchen ist nicht ansatzweise blitzstromtragfähig. Wo ist der Sinn mir den Blitz erst ins Haus zu holen durch eine Erdungsleitung der Sat-Anlage oder einen separaten Erder der Garage mit dem im Haus zu verbinden? Hat man doch nicht ohne Grund so vorgeschrieben.


Warum Erder miteinander verbunden werden müssen, wurde bereits genannt und kann im DEHN Blitzplaner, Kapitel 5 nachgelesen werden. Direkteinschläge sind viel seltener als Einschläge in die Nachbarschaft und aus denen kann man über getrennte Erder noch aus 1 bis 2 km Entfernung Potenzial aufnehmen kann. So viel zum Dauerbrenner-Irrtum "ich hole mir nicht den Blitz ins Haus". Der zweite Laien-Irrtum nach diesem Motto ist es, den PA der Kabelschirme bei direkt gerdeten Dachantennen nicht mit dem geerdeten Antennenträger verbinden zu sollen.

Zitat von Allesgenauwissenwollender Beitrag anzeigen
Aktuell grillt es mit Blitz die Schüssel, LNB und die Koax-Leitungen, aber am Eingang zum Haus ist "Ende".

Wach auf!

Blitzströme sind schnell und nutzen jeden Pfad gegen Erde. Selbst im Idealfall, falls der PA der Kabelschirme am Gebäudeintritt auf kurzem Weg an eine eigene Anschlussfahne an den Fundamenterder erfolgt, teilen sich die Blitzströme auf und werden über die Koaxkabel - noch bevor sie geschmolzen sind - in die angeschlossenen Empfänger und Elektroanlage eingekoppelt.

BTW: Der Medianwert von Blitzen in D beträgt ca. 25 kA in A nicht einmal die Hälfte. 1,5 mm² Kupferdraht übersteht selbst LEMPs mit über 70 kA.

Dass auf Gebäuden OHNE Blitzschutzsystem für PV-Anlagen und Edelstahlschornsteine viel geringere Schutzanforderungen als für Antennen gelten, kann man je nach Blitzschutzkompetenz auch als ungerechtfertigte Privilegierung ansehen.

Auf Gebäuden ohne LPS ist für schutzisolierte PV-Module auch bei Verwendung trafoloser WR entgegen häufiger Falschbehauptung nach aktuellem Normenstand noch nicht einmal ein nicht blitzstromtragfähiger PA gefordert. Wer ausschießen will, dass Teilblitzströme aus seltenen Direkteinschläge in Antennen- oder PV-Anlagen eindringen, muss sie mit nach dem Stand der Technik mit getrennten Fangeinrichtungen wappnen und darf sie nicht nur direkt erden.

Antennendirekterdungen sind kein "Theater" sondern vorsorglicher Brandschutz, je nach Stromstärke des LEMPs sind noch immer Schäden insbesondere an empfindlicher Elektronik möglich.

Verfasser:
Speed
Zeit: 15.04.2020 13:23:28
0
2947782
Hallo,

ich habe nun mit dem Elektriker gesprochen, der war gestern da um die Daten für das Angebot der PV-Anlage zu erstellen.

1. Ich könnte die DehnGate mit einem 4qmm Cu Kabel an den Masst anklemmen.

2. Ich kann mit einem Volldraht unter den Ziegeln zur Hohlschicht des Nebengebäude. Von da dann durch die Hohlschicht bis unter den Pflaster zu dem Knotenpunkt beim Fallrohr Wohngebäude gehen.

Er sagte unter der Erde muss es Edelstahl sein. Ich könnte auch ausserhalb der Hohlschicht an der Wand runter verlegen mit einem Alu-Draht und vor Bodeneintritt auf Edelstahl wechseln, aber ich würde es gerne verdeckt verbauen.

Darf die Verbindungsstelle Alu-> Edelstahl in der Hohlschicht sein? Dann könnte ich ein paar Steine raus nehmen, die Verrbindung herstellen und die Mauer wieder zu mauern. In der Hohlschicht und unter den Ziegeln würde ich dann das Alu Draht verlegen, da es einfacher ist zu biegen.

Ich habe den Weg mal aufgemalt.

Vielen Dank für die Unterstützung.






Verfasser:
loli
Zeit: 16.04.2020 21:06:25
0
2948442
Zitat von Speed Beitrag anzeigen
Hallo,

ich habe nun mit dem Elektriker gesprochen, der war gestern da um die Daten für das Angebot der PV-Anlage zu erstellen.

2. Ich kann mit einem Volldraht unter den Ziegeln zur[...]

Eine ähnliche Aufgabenstellung hat mich vor einigen Jahren dazu bewegt, in einer HVI-Leitung mitsamt einer GFK-Isolierten Fangstange (von Dehn) zu investieren. Damit die Leitung unter den Dachpfannen verlegt werden konnte, musste ich die Graue kaufen (die mit der Zusatzisolierung)

Ehrlich gesagt wird es mich wundern, wenn man da einfach ein Aludraht verlegen darf..., aber ich lerne gerne dazu!

Mit "Hohlschicht" meinen Sie wohl den Bereich hinter dem Verblendmauerwerk?
Wenn Sie das mit der Befestigung des Blitzableiters geklärt haben, können Sie einen Trennstellenkasten einbauen: https://www.dehn.de/store/h/de-DE/H3472/erdeinfuehrung-anschlussfahnen-leitungshalter-trennstellenkaesten

Gruß

PS: Ist der Elektriker auch eine Blitzschutzfachkraft?

Verfasser:
Speed
Zeit: 17.04.2020 22:21:20
0
2948942
Er ist keie Blitzschutzfaxhkraft. Er meinte, da die Blitzschutzanlage auf dem Haupthaus installiert ist, müsste die Sat Schüssel nur geerdet werden. Und die Verbindungsstelle im zweischaligen Mauerwerk vom Alu Draht auf Edelstahl bräuchte nicht zugänglich bleiben.

Es dürfte nur kein mehrdrähtiges Kabel sein, da es beim Blitzeinschlag explodieren würde und nicht Blitzstromtragfägig ist.

Verfasser:
loli
Zeit: 17.04.2020 22:43:37
0
2948954
Hm,

lassen Sie sich ein Angebot von einer richtigen Blitzschutz-Firma machen. Lassen Sie sich die Arbeiten erklären und wenn Sie was sparen wollen, machen es einfach selbst. Ist zwar nicht die feine Art, aber wenn Fehler durch Unwissenheit gemacht werden, könnte es im Schadensfall teuer werden...

Gruß

Verfasser:
Speed
Zeit: 18.04.2020 17:31:00
0
2949285
Ich habe nun mit dem Blitzschutzbeauftragten geredet, der mit dem Elektriker zusammen arbeitet.

Ich soll einfach ein Kupfer Kabel (eindrähtig/ grün/gelb) von dem Sparrenhalter unter die Ziegel und durch die Hohlschicht legen. Dann zu dem Anschluss bei dem Fallrohr. Besser wäre unter der Erde Edelstahl zu nehmen und die Verbindung unter der Erde von dem Kupfer Kabel auf Edelstahl mit so einem Dichtband zu umwickeln.

Ich habe num das Edelstahl Draht von dem Fallrohr unter dem Pflaster durch die Hohlschicht bis unter die Ziegel gelegt bekommen. Dort mache ich eine Verbindung auf Kupfer bis zum Masst. Da das Edelstahl Draht nicht unter die Dachlatten gebogen bekomme.

Oder spricht eurer Meinung nach etwas dagegen?

Verfasser:
Dipol
Zeit: 30.04.2020 14:56:50
1
2955118
Zitat von Speed Beitrag anzeigen
Er ist keie Blitzschutzfaxhkraft.

In der Fülle vermeidbarer Tippfehler von @Speed quer durch diverse Foren gefällt mir die Blitzschutzfaxhkraft am besten.

Zitat von Speed Beitrag anzeigen
Er meinte, da die Blitzschutzanlage auf dem Haupthaus installiert ist, müsste die Sat Schüssel nur geerdet werden. Und die Verbindungsstelle im zweischaligen Mauerwerk vom Alu Draht auf Edelstahl bräuchte nicht zugänglich bleiben.

Wenn es diesen "Blitzschutzbeauftragten" überhaupt gibt, hat er vergessen, dass Direkterdungen auch ohne LPS nicht mehr Stand der Technik sind. Ein im Blitzschutzbau tätiger Dachdecker, der diese Kombination empfiehlt, kann m. E. kein Zertifikat von VDE oder VDB als qualifizierte Blitzschutzfachkraft nach Normdefinition vorweisen.

Der Thread ist typisch für Laienanfragen, die Know-How für DIY saugen. An eine Blitzschutzfachkraft zu glauben, die nicht auf die elementaren Vorteile einer getrennten Fangeinrichtung hinweist, die mit 8 mm Blitzableiterdraht über First und Ortgang fachgerecht und vergleichsweise einfach zu verlegen gewesen wäre, fällt schwer.

Wie an anderen Stellen schon ausgeführt, überstehen Ableitungen und Erdungsleiter aus min. 16 mm² Cu selbst seltene Monsterlemps mit > 200 kA. Aber bereits bei Verbindungen von 8 mm St/tZn oder Alu-Knetlegierung mit Ringerderdraht aus 8 - 10 mm NIRO, Werkstoffnummer 1.4571 (V4A), ist Sorgfalt bei der Materialauswahl nötig, um auch Blitzstromtragfähigkeit nach Klasse H = 100 kA zu erfüllen.

Die Prüfnorm IEC 62561-1 ist nicht einmal annähernd allen EFK bekannt, für DIY gilt das noch mehr. Dass nach Fertigstellung noch Bilder von drei normkonfomen Verbindungsstellen nachgereicht werden, wäre verwunderlich.

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