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Neue DIn EN 12831 - Heizlast
Verfasser:
Frank Körfer
Zeit: 05.10.2003 20:03:26
0
30159
Hallo Forum, gut getarnt hat sich de neue Wärmebedarfsberechnung eingeschlichen. Jeder fällt aus den Wolken, wenn man ihn darauf anspricht, das der "Gute alte" Wärmebedarf zum 1.4.04 Geschicht ist. Die Kessel werden in Zukunft wieder größer, kann das alles so sein ?

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 05.10.2003 20:34:41
0
30160
Hallo Frank,

na ganz so schlimm wirds nicht werden. Alles was ich bislang an Vorabinfos erhalten habe, haut mich noch nicht vom Hocker.
Es gibt neue Parameter für die Anforderungen an den Lüftungswärmebedarf mit deutlich differenzierteren Anforderungen. Dies dürfte sich mit den Wünschen bezgl. einer etwas höheren Luftwechselrate bei Wohnraumlüftungen decken.
Ausserdem fehlt immer noch ein Restnormenteil, der erst Ende Okt. veröffentlicht werden soll...also ist die Norm im Moment noch nicht mal vollständig.
Die Berechnung gegen Erdreich soll neu sein, aber Details hab ich noch keine gesehen, andere Dinge wurden ja mal wieder flexibilisiert Marke Unterhosengummi.
Ansonsten werd ich mindestens bis 31.03.2004 die alte Norm weiterhin nutzen und dann weitersehen...

Gruß
Achim

Verfasser:
Frank Körfer
Zeit: 07.10.2003 16:49:37
0
30161
Interessiert das keinen ?

Verfasser:
Rainer
Zeit: 18.05.2004 08:55:41
0
30163
Hallo,

mit soviel Desinteresse an einer neuen Norm hätte ich nicht gerechnet. Das ist irgendwo verständlich, aber sie ist ja nun verbindlich . Wenn man sie sich allerdings anschaut, muss sie ja wohl nur für Passivhäuser erstellt worden sein. Wie wir an der Front damit aber klar kommen sollen, sagt kein Mensch. Die vorraussichtlichen Kostensteigerungen bei konsequenter Anwendung haben wohl bisher auch nur die Hersteller berechnet. Das "soll" und "könnte" geht mir jedenfalls auf die Nerven. Hat schon jemand Erfahrungen gemacht ?

Bis dann

Verfasser:
Heiko Schmieder
Zeit: 18.05.2004 10:51:14
0
30164
Allein gültig wird die neue DIN erst ab Herbst. Bis dahin kann in Abstimmung mit dem Bauherren die alte weiter verwendet werden.
Zum Berechnen gibt es erst mit Erscheinen des nationalen Anhangs neue Programme. Nun heißt es für uns (Planer) sich ersteinmal damit auseinander zusetzen.
Mein erster Eindruck: 1. Man hat vieles vereinfacht, bringt aber entsprechend hohe Sicherheitzuschläge rein, somit wird letzendlich das Ergebnis im Vergleich zur alten Berechnung höher ausfallen.
2. Viele Sachen sind in Eigenverantwortung bzw. in Abstimmung mit dem Bauherren festzulegen (Raumtemperaturen, Zuschläge etc.). Bei Problemen wird dies dann interessant, wenn nämlich ein Gutachter hinzugezogen wird. Seine Sicht wird mit Sicherheit eine andere sein.
3. Interessant ist nur, daß man versucht hat eine gemeinsame Grundlage zwischen ENEV und neuer DIN zu schaffen, denn das zu Grunde gelegte Haus ist wohl das gleiche.

Verfasser:
martin Havenith
Zeit: 18.05.2004 19:53:18
0
30165
War letzte woche auf einer Präsentation zur neuen Din.

Bei EFH können nun die Kessel bis zu 80 % größer werden, bei Großen Gebäudekomplexen um bis zu 30 % kleiner.
Offiziell gibt es nun den Gebäudetyp " schachttyp " nicht mehr. Das kann aber dann zur Folge haben, das die unteren Etagen unterversorgt werden.

Irgendwo in einer Tabelle gibt es dann eine Fußnote, das bei " schachttyp" evtl ein Zuschlag zu machen ist.

Weiterhin spricht die neue Norm nur von "Empfehlungen".

Auch wird zukünftig nicht mehr mit den Maßen der Innenflächen, sondern mit den Maßen der Aussenflächen gerechnet.

Der Mindestluftwechsel wird anders bewertet.

Bedeutet: Alle Rahmenbedingungen müssen zwingend vorher mit dem Bauherrn schriftlich vereinbart werden. Ansonsten liegt der Ärger schon in der Luft.

Ich find es schade, das die Kessel wieder größer werden können.

Nur so meine Private Meinung.

Ein Trost ist uns geblieben: In ein paar Jahren könnte die neue Norm wieder revidiert werden.

Alles wird gut....

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 19.05.2004 08:09:26
0
30166
So ganz verstehe ich das Gejammere wegen der etwas höheren Heizleistung die sich nach der neuen Norm ergibt nicht.

Fakt ist, wer einen EnEV-Neubau Baujahr 2003 nach 4701 gerechnet hat und die Anlage auslutschte bis zum letzten Hosenknopf, der holte sich ne blutige Nase, da die Anlage zu knapp bemessen war.

Das Thema Wärmebrücken ist in der Praxis viel heftiger zu bewerten, als es bislang der Fall ist. Die Berechnungen gehen immer von *idealen* Voraussetzungen aus, die in der Regel *vor Ort* nicht gegeben sind.

Ich hatte z.B. schon mal dezent auf die Forschungsergebnisse bezgl. *Fentereinbau* hingewiesen, bei denen aufgezeigt wurde, dass je nach Einbaussituation der tatsächliche Wärmedurchgang deutlich (> 20%) schlechter ist, als er sich nach der Berechnung ergibt. Was nutzt eine Berechnung die auf dem Papier schöne niedere (und falsche) Werte bringt, die nachher *vor Ort* nie eingehalten werden.

Das ganze Thema *Wärmedämmungen des Gebäudes* sind vor allem an den Anschlußdetails wesentlich heikler als man allgemein glauben mag.
Was passiert denn wenn die Wärmedämmung z.B. Fassade/Dach nicht sauber ausgeführt ist und sogar *konstruktive* Fehler in der Gebäudeausführung vorhanden sind ? Geht der Wärmedurchgang blos um 5% nach oben oder sinds gleich 50% ?

Zu Zeiten als z.B. die Wände noch Durchgangszahlen in der Größe 1 bis 1,5 W/m²k hatten, war das nicht so schlimm...wenn sich ne Duchgangszahl um 0,1 auf Grund der Bauausführung verschob. Heute eiern wir da bei Werten von 0,2 bis 0,3 rum...und wenn gepfuscht wurde, verschlechtert sich der Wert ruck zuck auf 0,5-0,7 .... wer hat solche Dinge dann noch im Griff ?

10% Mehrleistung an einer Anlage sind vielleicht noch einstellbar...20-30 oder gar 50% Mehrleistung wegen Mängeln im Baukörper ganz sicher nicht....nur den Ärger hat und hatte immer der HZB und der Planer an der Backe...denn *es wurde ja nicht warm*....

Den wirtschaftlichen Exodus wird die neue Norm ganz sicher nicht herbeiführen, lediglich die *butigen Nasen* werden wohl etwas weniger werden.

Gruß
Achim Kaiser

Verfasser:
Heiko Schmieder
Zeit: 19.05.2004 08:19:05
0
30167
Es mag sein, daß die blutigen Nasen weniger werden. Doch dann kann ich mich gleich hinstellen und einen viel zu großen Heizkessel reinpflastern. Nach einer gewissen Laufzeit fange ich an rumzudoktoren, um die Leistung auf den notwendigen Wert runter zu drosseln.
Ich glaube nicht, daß es sinnvoll ist, zum einen eine ENEV zu bringen die Energieeinsparung zur Konsequenz haben soll und zum anderen gibt es nun eine DIN mit der ich Baupfusch vertusche.

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 19.05.2004 08:46:15
0
30168
Hallo Heiko Schmierer,

Baupfusch ist die eine Seite, nachweisbare Grenzen eines Berechnungsansatzes die andere.

Die K-Zahlen oder U-Werte für die Fenster sind definitiv z.B. vor Ort nicht zu erreichen. Viele *theoretischen* Annahmen einer linearen Senkung des Wärmebedarfs sind *schlicht* falsch, da das Thema Wärmebrücken immer heftiger zum tragen kommt.

Was nutzt eine Berechnung, wenn das Ergebniss nicht passt ?

Ausserdem sollten erst einige Berechnungen neu/alt erfolgen um die Auswirkungen am Gebäude wirklich bewerten zu können.
Die in den Beispielen immer wieder hervorgehobenen Teilabschnitte verfälschen mit Sicherheit die Auswirkungen *auf die Anlage*...
An meinen Anlagen wird sich wohl fast nichts ändern, ausser das die tatsächlichen Systemtemperaturen wohl wieder besser zur Berechnung passen....mehr nicht.

Gruß
Achim Kaiser

Verfasser:
Heiko Schmieder
Zeit: 19.05.2004 09:26:18
0
30169
Hallo Herr Kaiser
ich stimme Ihnen ja zu. Doch finde ich es nicht sinnvoll eine ENEV mit U-Werten zu bringen die realitätsfremd ist. Dann soll man sich auf Werte einigen die man auch bauseits erfüllen kann (nicht nur materialmäßig).
Gruß
Heiko Schmieder (bitte mit "d")

Verfasser:
Achim Kaiser
Zeit: 19.05.2004 11:56:58
0
30170
Tschuldigung Herr Schmieder,

klarer Tipfehler...Asche übers Haupt.

Gruß
Achim Kaiser

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