Mein erstes Jahr ist jetzt auch um. Daher gibt es hier nun auch von mir eine kleine Zusammenfassung:
Eckdaten: DHH Bj 1962, Dach gedämmt,
Fenster+Türen neu, Mauer
U-Wert etwa 0,9.
170 m², NAT -8,6°C. Überall Heizkörper, in 2 Bädern kleine FBHs am selben Kreis.
Heizlast liegt bei etwa 9,5 kW (hatte mit 8,8kW gerechnet, der Brenner hatte wohl doch einen besseren Wirkungsgrad).
Vorher: atmosphärischer Buderus Gaskessel 27500 kWh in den letzten beiden Jahren
VL-
Temperatur bei NAT etwa 48°C.
Die Lambda EU08L ist nun seit 12 Monaten in Betrieb (Schema 122) und hat in der Zeit 23492 kWh Wärme produziert und dafür 4980 kWh Strom gebraucht, was eine JAZ von 4,7 ergibt. Siehe auch
Verbrauchsdatenbank.
Der in der Lambda angezeigte verbrauchte Strom ist plausibel, die Differenz zum Gesamtstrom ergibt ziemlich genau den Haushaltsstrom der letzten Jahre.
Die VL-Temperatur lag diesen Winter zwischen 30-43°C. Der Winter war im Schnitt 1 K kälter als in den Vorjahren, die Innentemperatur dafür 0,5 K höher.
Der Verdichter hat nur 627 mal in 4937 Betriebsstunden geschaltet.
Höchste Taktanzahl pro Tag lag bei 8, maximale Abtauung in 24h (bei Eisnebel, >96%
Luftfeuchte und Temperaturen -1°C bis -3°C) bei 18.
Also von den nackten Werten bin ich zufrieden, nach Schenk ist die Auslegung ebenfalls in Ordnung. Kommen wir nun dazu, was mir nicht so gut gefällt.
Meine EU08 ist etwas schwach ausgelegt, leider gab es damals die 10er noch nicht. Die 13er wäre aber noch besser gewesen, da sie bei den abgerufenen Leistungen deutlich leiser gewesen wäre. Außerdem hat sie mit 20% dieselbe Minimalleistung wie die 08er bei 25%, die tatsächlich nur von 25%-90% betrieben werden kann, obwohl die Grafik in den technischen Daten den Bereich von 20%-100% anzeigt. Das Einsatzspektrum gegenüber der publizierten Grafik reduziert sich dadurch deutlich, das sollte man bei der Auswahl der passenden Lambda definitiv beachten.
Durch das
unangenehme Brummen bei Leistungsabgabe > 50% bin ich leider gezwungen Nachts auf max. 70% zu fahren. Zudem läuft die WP auch nur bis 90%, sodass meine maximal abrufbare 24h-Leistung bei etwa 80% der technischen Daten liegt. Das verschiebt meinen
Bivalenzpunkt von -6°C nach Diagramm bei der Auslegung auf -2/-3°C nach Praxiserfahrung (im Eisnebel). Im 24h Schnitt natürlich, d.h. bei kurzzeitigen morgendlichen -5/-6°C ist der Heizstab bisher nicht nötig, diesen Winter ging es so gerade eben auch ohne - es gab auch auch wenig Dauerfrosttage. Am unangenehmsten Tag im Eisnebel hatte ich einen Auslastungsschnitt von 75,4% in 24h. Es wäre also noch ein wenig Luft nach oben zu den 80% gewesen, die ich maximal erreichen kann. An diesem Tag wurde von der erzeugen Wärmemenge abgeleitet 7,1 kW
Heizleistung über 24h erreicht.
Ich würde daher als Fazit empfehlen die Lambda nicht bivalent auszulegen und im Gegensatz zu vielen Ratschlägen hier im Forum eher eine Nummer größer zu wählen.
Grüße
Paulie