| | | | Zeit:
27.06.2025 22:54:48 |
Hallo zusammen, wir haben einen Neubau: Holzständerbauweise, Keller, KFW 40, Fußb0denheizung, Wärmepumpe. Für unser Haus hätten wir gerne einen Kaminofen/Speicherofen. Warum? Wir sind Waldbesitzer, haben ausreichend Holz und möchten einen Kaminofen/Speicherofen zur Optik in unserem Wohnzimmer verbauen. Nun zu den Problemen. Wir hatten uns von diversen Fachleuten im Umkreis beraten lassen und erkennen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Problem 1:Lt. Baubeschreibung ist die Traglast an der für den Kamin vorgefertigten Stelle nur ca. 250 kg. Es sind Fliesen verbaut und dummerweise läuft die Fußbodenheizung direkt an dieser Stelle darunter obwohl das nicht geplant war, allerdings wird diese nicht warm, anscheinend irgendwie abgeklemmt. Der eine Kaminofenbauer sagt die Traglast sein ein Problem, der andere sagt das sei kein Problem, da man Kernbohrungen machen und Lastverteilungsplatten einbauen könnte? Ist das wirklich so? Problem 2:Und hier bin ich echt am verzweifeln. Der eine Kaminofenbauer sagt max. 4-5 kw, der andere sagt es sei egal, heute meiner einer das wir überhaupt keinen Kaminofen verbauen können, da unser Raum viel zu groß sei und wir alle 2 Stunden nachschüren müssten --> 55 m² mit Sichtdachstuhl und einer Deckenhöhe bis 4,50 m. Der Raum sei zu groß und eigentlich wäre ein Kaminofen vollkommen unnötig. Wenn, lohnt sich nur ein Specksteinofen, der die Wärme langsam abgibt. Das Problem sei die hohe Decke und der extreme Wärmeverlust. Aber bei eine Specksteinofen hätte ich doch dasselbe Problem?Ober der Ofen nun die Wäre schneller oder langsamer abgibt ist doch in Abhängigkeit der Raumhöhe vollkommen irrelevant. Die Wärme steigt doch trotzdem nach oben und geht verloren. Welche Vorteile soll hier bitte ein Specksteinofen haben? Wenn mir jemand helfen und Aufklärungsarbeit leisten könnte wäre super. Lt. ersten Kaminofenbauer wäre ein Kaminofen in Ordnung, allerdings kam kein Hinweis, dass wir alle 2 Stunden anschüren müssten und alles verpufft, da war noch alles gut, jetzt soll durch den Sichtdachstuhl alles schlecht sein. Ich verstehe es wirklich nicht mehr. Vielen Dank!
|
| | Zeit:
27.06.2025 23:25:17 |
Hallo, ich bin auch Besitzer eines älteren KfW40-Hauses mit echtem Speicherofen, bin also kein Profi, denke aber, dass Deine Bedenken und Rückfragen "sehr berechtigt" sind. 1. Leistung und Typ: In einem gut gedämmten Haus ist jeder normale Holzofen zu groß und führt meist zu Sauna-Feeling ... mit offenen Fenstern. Deshalb ist, wenn Holzfeuer gewünscht, nur ein Ofen mit minimaler, aber langanhaltender Abgabeleistung sinnvoll, d.h. ein echter Speicherofen mit hoher Masse (Prinzip wie kleiner Grundofen), bei dem die Wärme allergrößtenteils direkt in die Speichermasse aus Stein / Keramik geht - kein Kaminofen, kein Specksteinofen o.ä. und auch keinen solchen mit Wassertasche (die nebenbei noch andere Nachteile wie TAS mit sich brächte). Bsp. Tonwerk Speicherofen: max. Abgabe nach aussen: 1,8 kW über >=12h pro Abbrand, größtenteils als reine Strahlungswärme abgegeben. -> Ja, die Raumhöhe ist irrelevant. 2. Dafür ergibt sich die benötigte Traglast des Bodens für ca. 350-600 kg für den Ofen (ca. 500 x 600 mm) ... und ein erheblicher Invest. Ich habe ein Massivhaus mit FBH in Estrich, die FBH wurde unter dem Ofen ausgespart und FB-Dämmung durch hartes Stryrodur eingebaut. 3. Hersteller: Einen guten Ruf haben mehrere Schweizer Fabrikate, v.a. Tonwerk (früher Lausen) heute siehe www.tiba.ch und andere. s.a. www.kaminofen-forum.de Gruß Baubeginner
|
| | Zeit:
28.06.2025 01:20:41 |
Hallo, die Traglast kann ja nur bei einem sehr schweren Ofen ein Problem sein. Vielleicht denkst Du doch mal an einen wassergeführten Ofen. Wir haben einen ähnlich großen Raum, aber KFW40. Wir haben einen Wassergeführten Kaminofen mit Schamotte ummauert. Das wiegt wenig, aber speichert top! Scheibe doppelt verglast. Da gehen weniger als 20% Wärme in den Raum. Und es gibt auch noch ein " Rollo" für die Scheibe-dann wir es noch weniger. Und man kann 50er Scheite verbrennen! Aber da braucht man natürlich einen großen Puffer. Und Du brauchst Deine WP vermutlich nicht mehr :-) Ich erzähl Dir gern mehr, wenn das eine Möglichkeit für Dich ist. Viele Grüße, Achim
|
| | Zeit:
28.06.2025 07:55:52 |
Bei kfw40 spart man sich die Investition in Schornstein, Ofen und den regelmäßigen Schornsteinfeger kosten. Das gesparte kann man in PV, Akku, dämmung, .... stecken. Alternativ kann man auch nur den Schornstein einbauen lassen und dann so planen, das man den Ofen nachrüsten könnte... Aber ehrlich bei nem Haus mit 2-4kW heizlast. Unser einfacher Schwedenofen (einander kleinsten Modelle damals) hat knapp 6kW Heizleistung bei korrekter Befeuerung. Und wir haben nur kfw60. Es ist extrem schnell "zu heiß" in einem eigentlich sehr grossen offenen wohn/was/Küchenbereich. Heute hätten wir lieber das Geld genommen und in Dämmung investiert.
|
| | Zeit:
28.06.2025 09:14:24 |
Diese Holzverbrenner sollten eigentlich nur noch mit einer gewissen Zwangsabgasrückführung in den Hauptwohn- und die Schlafräume zugelassen werden, damit die Nutznießer dieser so ungemein gemütlichen Heizart immer genau wissen, wie es sich draußen und für die Nachbarn gerade an"fühlt".
|
| | Zeit:
28.06.2025 09:33:10 |
Zitat von T0M86  ... haben einen Neubau: Holzständerbauweise, Keller, KFW 40, Fußb0denheizung, Wärmepumpe. Für unser Haus hätten wir gerne einen Kaminofen/Speicherofen. Warum? Wir sind Waldbesitzer, haben ausreichend Holz und möchten einen Kaminofen/Speicherofen zur Optik in unserem Wohnzimmer ... Ihr wollt doch wohl nicht wirklich in eurem neuen Haus mit wahrscheinlich äußerst geringem Wärmeenergieeintragsbedarf einen eigentlich überflüssigen holzbefeuerten Verbrennungswärmeerzeuger installieren? Beim bis zu 4,5 m hohem Raum mit Sichtdachstuhl wird der Staub per Thermik so durch das Gebäude bewegt, dass der überall im Haus als schwarzer Belag liegen wird. Falls ihr auch noch eine Wohnraumlüftungsanlage habt ist sicher, dass sich die Verunreinigungen an den Innenwandungen sämtlicher Rohre und Kanäle absetzen werden. Verkauft das Holz aus dem eigenen Wald und bezahlt vom Ertrag eure Stromkosten. Wir haben unseren Kaminofen vor rund 10 Jahren demontiert und seitdem ist die Luft in unserem Haus sauber. Die renovierungsbedürftigkeit der Räume ist drastisch verringert.
|
| | Zeit:
28.06.2025 09:46:23 |
Anekdote bei unserem Hausbau: In einem Kaminstudio empfahl der Geschäftsführer tatsächlich: "Dämmen Sie deutlich weniger, dann können Sie mit unserem kleinsten Kaminofen heizen!" Also wurde kein Kaminofen realisiert. -27000 € (Entfall Schornstein, Druckwächter, ...)und keine Besuche vom Bezirksschornsteinfeger. Die richtige Entscheidung. Heute würde ich das auch so entscheiden, aber nun, weil die BImSchV ständig verschärft wird und damit ein Risiko eingeht. Wenn man sich heute für ein Modell entscheidet, so ist denkbar, dass dieses in Kürze die Grenzwerte nicht mehr einhält.
|
| | Zeit:
01.07.2025 12:21:44 |
Hier mal meine persönliche Erfahrung. Wir hatten vom Vorbesitzer eine offenen Kamin, den hätten wir auch als "Liebhaberei" weiternutzen können. Nach langen Diskussionen kam er weg und nun steht dort ein Kaminofen von Lotus, ein Maestro 152 in Kalkstein, schön hell, effektiv und durch die integrierten Speichersteine auch mit sehr guter Wärmeverteilung. Er erfüllt natürlich die aktuellen Anforderungen. Asche entleere ich bei Dauerbetrieb etwa 1x in der Woche und sie ist immer sehr hell. Ja, vernünftige Bedienung und gutes Holz sind wichtig für gute Verbrennung . Wenn ich gegen 20 Uhr 3 Scheite auflege, ist der Ofen am kommenden Morgen noch warm. Man kann Umschalten zwischen Heizen und vorrangig Speichern, daher vermutlich die Angabe 6/2,2 kW. Wir haben eine drehbare Variante, so zeigt die Glastür wahlweise zur Sitzgruppe oder zum Tisch. Der Raum ist insgesamt ca. 65 m2 groß und etwa 2,6 m hoch. Läuft der Kaminofen, bleibt die Tür zum Flur normalerweise offen. Ich muss das Holz kaufen, aber es ist das Restholz aus dem Wald vor unserer Tür, also kein relevanter Transportweg, kein Atomstrom, kein Öl/Gas . Es ist gemütlich und eine angenehme Wärme. Wenn wir älter werden, wird die Solewärmepumpe aktiver werden, aber der Ofen wird sicher auch dann weiter genutzt. Ja, es geht immer billiger und es gibt viele mögliche Lösungen. Zur Problematik mit dem Gewicht kann ich nicht weiterhelfen. Der Kamin war auch massiv, daher waren die 500 kg hier kein Problem. Es gibt auch leichtere und kleinere Varianten.
|
| | Zeit:
01.07.2025 12:40:06 |
Zu den Specksteinöfen noch etwas Erklärung, gemeint waren wohl generell Speicheröfen.
Es gibt spezielle Speicheröfen wie von Tulikivi, die aus Speckstein gefertigt werden und sehr massiv ausgeführt sein können, dann auch mit entsprechend großem Speichervermögen und recht gleichmäßiger Wärmeabgabe. Das geht mit anderem Material natürlich ebenso.
Es gibt auch sehr einfache Öfen mit 2 Platten Speckstein dran, die dennoch nach Abbrand keine Speicherkapazität haben.
|
| | Zeit:
05.07.2025 09:38:25 |
Die wirklich interessanten massiven Specksteinofen sind doch am Ende nochmals deutlich teurer als ein einfacher Schwedenofen. Die Investition ist einfach nur verrückt wenn man es pragmatisch betrachtet. Wiederkehrende kosten: Abnahme durch den Schornsteinfeger geschätzt 100-150€. 1* kehren im Jahr - 40-50€. Alle vier Jahre Feuerstätten beschau 125-160€. Investitionen: Schornstein mit Luftzug 3.500€-5.000€. Druckwächter für die kwl mit Sensor +-1.000€. Ofen je nach Ausprägung von 3.500-12.000€. Ehrlich? Das Geld kann besser investiert werden. Wie wäre es mir ner Klimaanlage?
|
| | Zeit:
07.07.2025 18:42:32 |
Ja aber.. ich hab mich für einen Specksteinofen zusätzlich zur WP entschieden, mit den 1,7 kw überheizt der Raum nicht. In der Übergangszeit reicht der Ofen aus. Und bei Stromausfall oder, wie bei uns im Februar, defekter WP wenigstens noch etwas Wärme im Haus möglich. Mal abgesehen davon, dass so ein Ofen einfach nur gemütlich ist…
|
| | Zeit:
07.07.2025 20:52:49 |
Ich bin auch Waldbesitzer. Ich heize auch Komplett kostenlos unser Haus. Ich verkaufe das Holz und mit dem Geld kann ich Strom für meine Wärmepumpe bezahlen. Da ist sogar noch was für das FA über.
Ich würde nie auf die Idee kommen mir wieder Maschinen anzuschaffen und den halben Jahresurlaub damit zu verbringen zu sägen, spalten lagern und verbrennen.
Früher habe ich viel und gerne mit Holz geheizt. Heute werden es immer weniger.
Ich glaube die Zeiten sind langsam vorbei.
Wenn du dir das als Luxus jedoch gerne leisten möchtest und Holzmachen eine Art Urlaub ist, dann nimm wie empfohlen den kleinsten Ofen mit möglichst wenig Leistung. Natürlich mit Zulassung für Raumluftunabhängiger Betriebsweise.
Dazu nicht vergessen eine Reinigungskraft für das Haus anzumelden. Spaß 😉
Grüße
|