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11.07.2025 09:34:27 |
Servus, ich habe eine kurze Frage an die Schwarmintelligenz. Mein Heizungsbauer ist leider an Inkompetenz nicht zu überbieten....eigtl waren bei unserer neuen FBH (ohne Heizlastberechnung oÄ weil er das nie macht und es das nicht braucht...) überall 10cm VA mit 17-2 Rohren geplant, aktuell wird sie dann mit Pelletheizung betrieben, soll aber zukunftssicher für Wärmepumpe sein. DHH aus den 70ern, Dach gedämmt, Fenster 2fach u teilweise 3fach verglast, ansobsten keine Dämmung, 3,5cm Spezial-Zementestrich über Rohr, Dämmung nur 1cm Noppensystemdämmung wg nicht vorhandener Aufbauhöhe, Bodenbelag verklebtes Parkett. Problem: im OG wurde die falsche Noppenplatte velegt welche nur 6, 12, 18 cm VA ermöglicht, er hat dann einen Mix aus 6cm und 12cm verlegt, sodass man einen Mittelwert von etwa 8,5cm VA erhält wenn man die Rohrlängen auf die Qm runterrechnet. Kreise sind alle unter 100m. Beheizte Fläche ca 50qm. Im EG wurde dann das geplante Noppensystem mit 10cm VA verlegt. EG ca 65qm beheizte Fläche, werden irgendwann mal 75 sein. Jedes Geschoss hat einen eigenen 26er Sanipexrohr Steigstrang. Er meinte ich hätte durch den engeren VA ja nur Vorteile, mein Energieberater war auch vorsichtig optimistisch, dass es eher ein Vor- als ein Nachteil ist. Estrichleger hat keine Bedenken. Meine Frage nun: ergeben sich dadurch wirklich keine nennenswerten Nachteile im Betrieb? Meine Sorge ist, da die VL Temperatur ja überall gleich sein wird könnte es oben zu warm werden während es unten zu kühl ist? Oder kann man das alles problemlos über den hydraulischen Abgleich einstellen? Über eure Einschätzungen wäre ich sehr dankbar. Vielen Dank für eure Hilfe
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11.07.2025 09:42:37 |
Ich würde mich da der Meinung der Fachleute anschließen und sehe das Problem nicht.
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11.07.2025 09:56:11 |
Besser zu eng als zu weit. Dan wird der Durchfluss eben etwas gedrosselt und dann passt das wieder. Es sind dann 2cm mehr als vorher geplant, das macht in der Wärmeverteilung fast nichts aus. Viel dramatischer finde ich, dass der Energieberater zustimmt, das eine Heizlasberechnung nicht nötig ist. Keine Heizlastberechnung keine Förderung! Und der HB scheint ja ein Heiliger zu sein, wenn er das alles nach Gefühl baut.
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11.07.2025 10:01:38 |
Nein also der Energieberater war auch schockiert, dass keine Heizlastberechnung gemacht wurde, die wird jetzt nachträglich gemacht. Förderung ist schon durch. Ich meinte er sieht kein Problem wie oben verlegt wurde.
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11.07.2025 10:06:30 |
Normalerweise hat ein Haus nicht auf der gesamten Fläche die gleiche Heizlast und damit auch nicht den gleichen Verlegeabstand der FBH. Kleine Eckräume (= wenig FBH und viel Außenwandfläche) brauchen eine viel höhere Heizlast als große Räume mit nur einer Außenwand. Reine Innenräume haben fast überhaupt keinen Heizbedarf etc. Dito für große Fensterflächen vs kleine Fensterflächen. Und Bäder mit 24°C Ziel haben nochmals mehr Heizbedarf als die anderen Räume mit 20 oder 22°C Ziel. Das hätte sich aus der Heizlastberechnung genau ergeben, ist aber mit etwas Wissen auch auf einen Blick näherungsweise zu erkennen. Deine 8,5cm, bzw 10cm sind aber schon ein sehr guter, niedriger Abstand. Damit sollte sich eigentlich fast alles einstellen lassen. Das einzige, wo du nachschauen solltest: Insbesondere die Bäder mit dem höchsten Bedarf sollten möglichst eng verlegt sein. Auch sollten Badewanne etc voll mit FBH belegt werden (nicht aussparen!). Und möglichst noch eine Wandheizung oder sonstwie zusätzliche Flächen erschließen. 90% der FBH Probleme hier im Forum gehen um Bäder die nicht warm genug werden. Der Rest sind dann Eckräume mit viel Fenster und wenig Fläche. Die separaten Steigleitungen sind gut. 28mm ist ok, aber eher die untere Grenze für den engen Abstand und die entsprechend vielen Kreise. Achte darauf, dass diese ab Zusammenführung auf ein deutlich dickeres Rohr übergehen.
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11.07.2025 10:33:51 |
Sind tatsächlich nur 26mm nicht 28mm. Was meinst du mit auf ein dickeres Rohr übergehen? So wie ich das sehe sind die 26er Steigleitungsrohre bis in den Verteilerkasten verlegt. Bäder laufen aktuell noch mit normalen HKs, dort wurden nur Rohre vorverlegt für einen späteren Anschluss.
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11.07.2025 10:35:32 |
26er Sanipex dürfte DN20 sein? Das wäre schon eher knapp für die Steigleitungen. Hängt aber natürlich auch von der Heizlast ab, ohne die ist eh alles geraten.
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11.07.2025 10:41:27 |
Da bin ich ja heilfroh, dass ich mich wenigstens durchsetzen konnte die ursprünglich verbauten 20er Steigleitungen zu tauschen, weil mir das schon sehr spanisch vorkam...Wahnsinn, und der ist Meister und hat über 30 Jahre Berufserfahrung. Es ist unglaublich was auf dem Bau abgeht.
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11.07.2025 11:00:43 |
Bei einer Heizung mit Gas/Öl/Holz wäre das wohl noch gegangen. Motto "knapp, aber billig und wird warm". Bei einer WP allerdings ist das zu wenig. da brauchts dickere Rohre für mehr Durchfluss.
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11.07.2025 11:11:55 |
Zitat von Sanierenoderblamieren  ... der ist Meister und hat über 30 Jahre Berufserfahrung. Es ist unglaublich ... Eben: "30 Jahre Meister". Und seitdem immer und in Masse Feuerheizungen eingebaut, bei denen traditionell Effizienz keine Rolle spielt - Hauptsache warm. Bei WP wird die Effizienz hinterfragt, weil Strom teuer ist und weil es viel mehr thematisiert wird - auch im Sinne eines "Wettbewerbs" unter Nachbarn, Freunden, Bekannten usw., wer die beste JAZ erreicht. Eine Art "JAZ für Fossil" hat es leider nie gegeben. Da wären dann Werte von 0,5 keine Seltenheit gewesen, vor allem auch dann, wenn der Stromverbrauch für die Pumpen mit berücksichtigt würde. Die Qualitätskontrolle -wenn überhaupt so etwas stattfindet- bestand über die 30 Jahre darin, dass möglichst wenig "Mecker" von den Kunden kommt, dass es irgendwo im Haus nicht sofort und beliebig warm wird. Und selbstredend auch, dass nichts undicht wird oder innerhalb der Gewährleistung kaputt geht. Mit dieser Herangehensweise aus dem fossilen Heizzeitalter kann ein solcher Meister ohne erhebliche Fortbildung und entsprechender Umsetzung des Gelernten in den Alltag nicht angemessen arbeiten. In einem ausgelasteten Markt wird er aber dennoch nicht so bald vom Markt verschwinden sondern über Jahre ineffiziente WP-Anlagen verbauen.
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11.07.2025 11:19:10 |
Na gut dann hoff ich mal, dass meine Pelletheizung lange hält und dass sie in Zukunft nicht verboten werden. Aber ich denke mal ich bin jetzt nicht komplett verratzt mit dem System. Dann ist die WP halt nicht perfekt effizient, falls ich die Pelletheizung in 20-30 Jahren oder so gegen eine WP tauschen müsste. Bis dahin sind die WPs ja wahrscheinlich auch nochmal um einiges effizienter geworden. Ich mach mir jetzt einfach mal keinen Kopf, es bringt jetzt eh nichts mehr.
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11.07.2025 14:12:51 |
Zitat von guste100  Das einzige, wo du nachschauen solltest: Insbesondere die Bäder mit dem höchsten Bedarf sollten möglichst eng verlegt sein. da stimme ich zu Zitat von guste100  Auch sollten Badewanne etc voll mit FBH belegt werden (nicht aussparen!). da nicht. Bei einer sinnvollen versenkten Badewanne eh unmöglich. Bei einer Badewanne auf dem Estrich unsinnig, da die Heizschlangen da drunter kaum zusätzliche Heizleistung bringen. Zwischen Wanne und Estrich ist min. noch eine dämmende Luftschicht, womöglich gar ein Styporträger. Die Fläche ist so oder so tot und trägt nichts zur Heizleistung bei, Zitat von guste100  Und möglichst noch eine Wandheizung oder sonstwie zusätzliche Flächen erschließen. Kann man schauen, wenn die Heizlastberechnung das erfordert. Muss dann aber sehr gut geplant sein, denn jeder falsch platzierte Nagel oder Schraube ist tödlich. Ein normaler Heizkörper (keine Hühnerleiter) zur Unterstützung tuts auch, wenn man ihn platzmäßig unterbekommt. Und ansonsten ein Heizlüfter wenn mal jemand die 24°C braucht, und das Bad mit FBH nur 21 Grad schaffen würde.
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11.07.2025 15:06:44 |
Wie lang sind denn die Heizkreise?
Unter 100 ist ja schon Mal gut. Aber sind da 98 und 13 Meter dabei?
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14.07.2025 16:42:10 |
Zitat von Sanierenoderblamieren  Nein also der Energieberater war auch schockiert, dass keine Heizlastberechnung gemacht wurde, die wird jetzt nachträglich gemacht. Förderung ist schon durch. Ich meinte er sieht kein Problem wie oben verlegt wurde. Die Förderung ist keineswegs schon durch - Du hast nur die Bestätigung bekommen, dass Deine Maßnahme förderwürdig ist. Erst bei der Abreechnung sind die nötigen Unterlagen einzureichen u,.a. auch die Heizlastberechnung und bei Nachfrage auch die Auslegungsrechnung des HB auf Basis der raumw. Heizlastberechnung. Und erst dann entscheidet der Bearbeitende, ob die Förderung ausbezahlt werden kann oder eben nicht wegen Verstoßes gegen die Förderregeln. Gruß - Eddi
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14.07.2025 17:10:39 |
Zitat von Eddi Lang  Zitat von Sanierenoderblamieren  [...] Erst bei der Abreechnung sind die nötigen Unterlagen einzureichen u,.a. auch die Heizlastberechnung und bei Nachfrage auch die Auslegungsrechnung des HB auf Basis der[...] Bei mir war neben der BnD, Grundbuchauszug und Meldebescheinigung nur die Rechnung hochzuladen. HLB hatte ich selber gemacht, wollte niemand sehen.
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14.07.2025 17:23:28 |
Zitat von Sanierenoderblamieren  Sind tatsächlich nur 26mm nicht 28mm. Was meinst du mit auf ein dickeres Rohr übergehen? So wie ich das sehe sind die 26er Steigleitungsrohre bis in den Verteilerkasten verlegt. Bäder laufen aktuell noch mit normalen HKs, dort wurden nur Rohre vorverlegt für einen späteren Anschluss. Warum da mit den Querschnitten immer geknausert wird, ist mir völlig unklar. Teuer ist das Löchermachen, das Verlegen und das Rohr an sich sowie das Wiederzu- und Schönmachen. Der Aufpreis für etwas mehr Querschnitt ist völlig lächerlich. Du willst doch bei FBH energeitisch günstig mit Spreizung von 4 - 6 K bei möglichst tiefen VLT fahren - da braucht es große Durchflüsse.... Und dann auch noch Sanipex, wo das D25 einen inneren Querschnitt von nur 18 mm hat: Hast Du noch Chancen, auf den größeren Querschnitt D32 zu gehen? Dafür würde ich echt kämpfen und mich nötigenfalls an den Mehrkosten beteiligen. Dein HB ist eh im Obligo wegen des Nachweises der Förderfähigkeit...wußte er, dass gefördert werden soll? Zumindest fürs heizlastige OG, wo der Steigstrang recht lang ist und es mit den 70er Dach- und Wanddämmstandards U-Werte von 1 W/m²/K üblich waren. Da braucht das OG deutlich mehr als das EG, das gegen Außenwände und unbeheizten Keller mit Kellerwänden mit guter Erddämmung anheizen muss! Gruß - Eddi
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14.07.2025 17:28:51 |
Zitat von ajokr  Zitat von Eddi Lang  [...] Bei mir war neben der BnD, Grundbuchauszug und Meldebescheinigung nur die Rechnung hochzuladen. HLB hatte ich selber gemacht, wollte niemand sehen. ich musste nachreichen (BAFA) und vermute hier auch BAFA-Förderung und nicht die klass. 468er KfW-Förderung wegen der Zusatzmaßnahmen wie FBH. Bei KfW reichen ja die förderfähigen max 30.000 € nicht... AN den TE: welche Förderung hast Du denn für die FBH? Gruß - Eddi
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14.07.2025 17:48:48 |
Hallo Eddi,
ich hätte da noch den Innen-Querschnitt Rot (!!) angestrichen - der "wächst" nämlich mit dem Quadrat (!) des Innendurchmessers - und das ist dann wesenlich deulicher....
D25 Innendurchmesser: 18 mm - Innenquerschnitt: 2,54 cm² D32 Innendurchmesser: 23,2 mm - Innenquerschnit : 4,23 cm²
Der Unterschied im Innendurchmesser erscheint nicht so unterschiedlich zu sein (+29%) - aber beim Innenquerschnitt macht es dann einen doch signifikanten Unterschied (+66%) aus.
Sorry, ist den Experten hier natürlich völlig klar... Aber nicht jeder hier ist ein totaler Experte und sieht das auf den ersten Blick.
Gruß Musil
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