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14.07.2025 18:30:20 |
Hallo in die Runde, wenn ich in Vorbereitung einer Umstellung von Fossil auf WP die Heizkurve der Gas- oder Ölheizung optimiere und den VL auf einen minimal möglichen Wert runterdrücke: Kann ich damit u.U. den Heizungskessel ruinieren - Stichwort Kondensat/Rost ? Hintergrund zweier Fälle: Ich würde gerne in unserem gut gedämmten Mietshaus die vom HB meines Erachtens viel zu hoch eingestellte VL-T der Niedertemperatur- Gasheizung (Vitola 100, ca. 35kW) sukzessive runterfahren wollen und die Heizkurve optimieren. Auch hatte ich einem Bekannten Unterstützung angeboten, einen thermischen Abgleich mit Reduktion der VL-T durchzuführen, um die Tauglichkeit für eine WP mit Heizkörpern abschätzen zu können. Er hat in seinem EFH eine Niedertemperatur-Ölheizung (Fabrikat ist mir momentan nicht bekannt). In beiden Fällen haben die jeweiligen Service-Vertrag-HB's sich dagegen ausgesprochen, die von ihnen gewählten aktuellen Einstellungen zu tieferen Temperaturen hin zu ändern mit der Begründung, dass dies problematisch hinsichtlich möglichem Kondensat und späterem Durchrosten sei. Klare Ansage war: Finger weg! Nun frag ich mich, ob die Reduktion der VLT wirklich Probleme machen kann. Wie sehen das hier die Fossilheizungs-Erfahrungsträger? Bei mir selbst im Haus (jetzt mit LWWP) habe ich den TA und Heizkurve optimal hinbekommen, schon damals mit der Ölheizung. Aber die musste eh raus, so dass ich mir über diesen Sachverhalt keine Gedanken machen musste. Hier in beiden Fällen ist es so, dass möglicherweise die Heizkessel noch länger drin bleiben sollen.
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14.07.2025 20:20:50 |
da wird scheinbar unterschieden ob die alte heizung ein brennwertkessel oder ein niedertemp bzw. standardkessel ist.
bei brennwertkesseln soll kondensation kein problem sein, bei den anderen beiden kann es unterhalb einer bestimmten abgastemp doch zu problemen kommen.
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14.07.2025 20:43:58 |
Sind denn Mischer vorhanden, oder müsste der Kessel soweit runter? Wir haben unseren NT-Kessel über 30 Jahre mit extrem tiefen VL- Temperaturen betrieben (selten über 35°C) - allerdings mit 4wege Mischer. Der Kessel hatte eine Sockeltemperatur von ich glaube 40 Grad eingestellt und eine Schalthysteres von 15 Kelvin oder so. Wenn du jetzt natürlich keinen Mischer hast und mit dem Kessel selbst so tief willst, wirds mit NT-Kesseln, äh, spannend.
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14.07.2025 21:02:40 |
Unser NT Öler von Viessmann ist BJ2001. Durch V vorgegebene Sockeltemperatur ist 42 Grad. Unsere Heizkurve liegt darunter, in der Übergangszeit geht er bis 30Grad runter, bis er wieder einschaltet. Alles ohne Probleme.
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14.07.2025 21:13:52 |
Bei meiner Gas (Niedertemperatur meines Wissens, Einbau 2008) hatte ich was von Kesselstütztemperatur von mind. 35°C gelesen. Wenn diese Einstellung nicht geändert wird - ist man dann nicht auf der sicheren Seite?
Ich muss da vor Ort nachschauen, ob ich das Vorhandensein eines Mischer ausmachen kann. Auf einem Foto sehe ich einen schwarzen Styropor-Dämmkasten mit zumindest der UWP und einem weiteren Kasten, der in den Dämmschalen eingebaut ist. Da das Haus weiter weg ist, komme ich erst in ein paar Tagen dort vorbei. Ich werde dann genauer hinschauen.
Die Situation beim Bekannten kenne ich leider nicht. Die Ölheizung ist 20 Jahre alt - vermutlich Niedertemperatur.
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15.07.2025 07:20:33 |
Zitat von Oelwechsler  Bei meiner Gas (Niedertemperatur meines Wissens, Einbau 2008) hatte ich was von Kesselstütztemperatur von mind. 35°C gelesen. Wenn diese Einstellung nicht geändert wird - ist man dann nicht auf der sicheren Seite?
Sehe ich auch so. Der Hersteller sollte das besser wissen als der HB. Es kommt halt auf die genaue Gerätespezifikation an. Mit Nein-sagen tut sich der HB da natürlich leicht.
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15.07.2025 07:34:17 |
Vor dem Wechsel auf WP habe ich unseren NT- Öler 5 Jahre mit sehr niedrigen Temperaturen gefahren, anfangs ohne später mit Mischer. Natürlich fällt mehr Kondensat an, was sich aber hauptsächlich im Abgasrohr entwickelt und dort auch aufgefangen wird. Es gibt auch deutlich mehr Brennerstarts was zu schnellerer Verschmutzung des Kessels führt, kann man ja mehrmals reinigen. Wenn der Fossile sowieso raus kommt, sind die Schäden nicht wirklich groß.
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15.07.2025 08:10:07 |
Danke für die Rückmeldungen! Bei meiner Gas werde ich mich dann mal mit der Heizkurve an tiefere Temperaturen rantasten. Ich hatte bei je AT=10°C schon zweimal eine VLT von 50..55°C abgelesen, mit jeweils minimal niedrigerer RLT. Vermutlich wegen zugedrehter HK-Thermostate. Ich geb nochmal Rückmeldung, wenn ich demnächst vor Ort mir das nochmal genauer angesehen habe. Sowohl was den Heizkessel betrifft als auch die eingestellten Werte. Also Danke erst mal!
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15.07.2025 08:39:06 |
So ganz verstehe ich die Diskussion hier nicht. Nach meinem Verständnis kann ein Niedertemperaturkessel nur in einer Leistungsstufe heizen und nicht modulieren. Er produziert also eine Flamme mit einer fixen Temperatur und einer fixen Abgastemperatur. Wenn ich nun die Vorlauftemperatur senke, dann kann der Kessel das nur dadurch erreichen, dass der Takt verkürzt wird. Im Brennraum und im Abgasrohr ist es aber weiterhin genauso heiss wie bei einer hohen VLT - mal abgesehen von der Tatsache, dass es sich dort bei sehr kurzen Laufzeiten etwas weniger aufheizt. Kondensat aber fällt bei niedrigen Abgastemperaturen an, die der Kessel meiner Meinung nach garnicht kann. Oder sehe ich da was falsch ? Ich habe meinen alten Viessmann Ölkessel über 20 Jahre mit max 45 Grad gefahren. Rost habe ich da nie gesehen.
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15.07.2025 09:06:35 |
Zitat von Gueho  So ganz verstehe ich die Diskussion hier nicht. Nach meinem Verständnis kann ein Niedertemperaturkessel nur in einer Leistungsstufe heizen und nicht modulieren. Er produziert also eine Flamme mit einer fixen Temperatur und einer fixen Abgastemperatur. Wenn ich nun die Vorlauftemperatur senke, dann kann der Kessel das nur dadurch erreichen, dass der Takt verkürzt wird. Die Takte tun dem Brenner nicht so weh wie der WP. In Zusammenarbeit mit einem Mischer kann die Altanlage aber so mit einer außentemperaturgeführten niedrigen VLT gefahren werden. Ohen Mischer muß man halt einen Mittelwert aus VLT mit und ohne Brenner nehmen, ggf über einen WMZ abgelesen.
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15.07.2025 10:00:18 |
Bei meinem alten Nieder-T-Öler war es auch so: eine konstante Brennerleistung und bei niedrigerer VLT-Anforderung taktete er entsprechend kürzer, was eine geringere Kesselwasser-T ergab. Die war aber immer noch um einiges höher als die VLT, die sich durch den Mischer (mit dem RL) ergab. Der Kessel "sah" gar nicht die VLT. Durch Beibehaltung der werksseitig eingestellten Stütz-T und Brenner-Mindestlaufzeit habe ich mir da keine Gedanken gemacht wegen Kondensat. Und die tägliche WW-Bereitung hat den Kessel eh regelmäßig "durchgepustet".
Bei dem Gas-Nieder-T-Kessel stelle ich mir das ähnlich vor. Aber wie gesagt, ich werde mir das näher vor Ort anschauen und die Einstellmöglichkeiten angucken..
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