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Datenschutzhinweise

Leise Lüftungsplanung / Überdruck / Kaltdach
Verfasser:
utzster
Zeit: 27.10.2025 22:36:32
0
3890737
Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zu einer zentralen Lüftung.
Es geht um eine Lüftungsanlage für knapp 130qm im Obergeschoss.

Wir haben folgende Anforderungen:

-muss dauerhaft leichten Überdruck herstellen können (leicht erhöhte Radonwerte, die nach Fensterlüftung voll akzeptabel sind. Bei Testaufbau mit Überdruck gehen die Werte gegen 0 - das Gas sucht sich dann einen anderen Weg)
-Die Anlage sollte sehr leise laufen - das Haus ist hellhörig und die Kinderzimmer klein
-Die Anlage muss auf ein Kaltdach über der Wohnung, da sonst kein Platz dafür da ist und so die Durchlässe einfach durch die schon abgehangene Decke gehen können.
(Im Kaltdach liegt offen Gesteinswolle als einzige Isolation. Nach meinen Messungen ist auf dem Kaltdach ca. Aussentemperatur.)
-Ich möchte eine isolierte Vorfilterbox mit mind. F7 Taschenfilter und Kohlefilter einbauen lassen, da die Nachbarn stark heizen.
-später möchte ich die Lüftung ggf. per Homeassistant über einen Feinstaubmesser abschalten können

Ich habe mir dazu Gedanken gemacht und die Lufteinlässe/Auslässe mal eingemalt:


Nun meine Fragen:

-Hat jemand Erfahrung mit der Aufstellung auf dem Kaltdach? (Ich vermute eine Einhausung / Isolation muss her) oder gibt es Geräte die das nicht stört?
-Welche Geräte können dauerhaft Überdruck?
-Worauf ist bei einer flüsterleisen Installation außer möglichst große Leitungsdurchmesser und ein paar Schalldämpfer noch zu achten? Reicht da die Aufstellung auf einer Gummimatte?
-Gibt es gute Schalldämpfer ohne Gesteinswolle drin - das erscheint mir nicht gut, falls sich da Partikel lösen...

Wir würden uns sehr über ein paar Tipps freuen, damit wir bei Angeboten gezielt nachhaken können.

Vielen lieben Dank für eure Hilfe!

Verfasser:
leitwolf
Zeit: 29.10.2025 10:16:17
2
3891176
Wie sieht es mit der Raumhöhe in der Wohnung aus? Ich frage wegen einer Abhängung in der Diele. Dadurch wäre die Anlage günstiger und thermisch wesentlich besser herstellbar. Moderne Geräte sind gut wärmegedämmt, da ja auch kalte Luft im Gerät aufbereitet werden muss, ohne dass Wärmebrücken am Gehäuse stören.
Ist der kleine Raum neben der Diele ein Windfang, also der Eingangsbereich?
Ist es ein Satteldach mit zwei Giebelwänden?

Verfasser:
utzster
Zeit: 29.10.2025 22:25:57
0
3891378
Danke für die Antwort!

Die Raumhöhe ist ca. 2,55m mit bereits abgehangener Decke in jedem Raum.
Der Raum neben der Diele ist eine Art Windfang / Eingangsbereich.
Das Dach ist ein Walmdach - der Bereich im Bild bei Zuluft/Abluft ist ein überdachter Balkon.

Mir hat der Gedanke auf dem Dachboden zugesagt, weil die Lautstärke dort innerhalb einer Einhausung / Dämmung vermutlich sehr gering ist und wir den Boden ohnehin nicht groß nutzen werden, machen die Leitungen dort nichts. Der Weg von da durch die Dämmung und abgehangene Decke ist vermutlich recht einfach herzustellen. Man könnte die Leitungen ja einfach auf die Steinwolle-Dämmung legen und darüber weitere Steinwolle packen. Der Laufweg auf dem Boden ist genau über der Diele.

Die Idee mit der Lüftung in der Zwischendecke der Diele finde ich gut - allerdings habe ich da Bedenken wegen der Lautstärke - das Haus ist sehr hellhörig.
Vermutlich ist es so gemeint, dass man dort die abgehangene Decke entfernt, Kernbohrungen von der zentralen Diele in die Räume macht und die Luftleitungen dann in den abgehangenen Decken der Räume irgendwie zum Luftauslass durchzieht ohne die Rigipsplatten zu zerstören?

Vielen Dank noch einmal.

Verfasser:
GreenWorld
Zeit: 29.10.2025 22:46:24
1
3891386
Wie warm wird es im Sommer?

Ich persönlich würde auf den Dachboden ein Kanal Klimagerät zum Beispiel von Mitsubishi Heavy setzen, mit geringem % Satz Frischluftbeimischung. Damit hast du die volle KWL Funktion, kannst bei Bedarf aber auch gut und effizient kühlen sowie heizen. Der Dachboden ist prädestiniert dafür, da die Leitungen gut isoliert werden müssen, dort fällt das nicht auf.
Es werden aber mehr Auslässe als bei einer simplen KWL, da die Luftmenge ein Vielfaches einer einfachen KWL ist und es trotzdem leise sein soll.

Allzu viel teurer wird das so auch nicht.

Meistens klappt die Lösung nur nicht, da anders als bei dir kein Platz für die gedämmten Rohre ist.

Verfasser:
KleinTheta
Zeit: 29.10.2025 23:55:05
2
3891399
Die sinnvollste Verlegung der Rohre ist in der abgehängten Decke, weil das innerhalb der thermischen Hülle ist. "Auf die Steinwolle-Dämmung legen und darüber weitere Steinwolle packen" schließt sich wegen der Verluste aus. (Soviel Dämmung, wie erforderlich wäre, macht praktisch niemand.)

Über die Positionierung der Lüftungsanlage selbst kann man sich streiten. Wahrscheinlich ist das thermisch und baulich am sinnvollsten, wenn man die Verteilerkästen z. B. in der abgehängten Decke der Diele positioniert und dann nur mit je einem Zu- / Abluftrohr (sehr gut gedämmt!) plus 2 Schalldämpfern durch die Kehlbalkenlage zur Lüftung im Kaltdach geht. Von der KWL im Kaltdach hast Du auch alle Möglichkeiten um den Kondensatablauf der Lüftung an irgendein Fallrohr anzubinden.

Zu den mineralfaserfreien Schalldämpfern: Gibt es nach meiner Kenntnis derzeit nicht am Markt. Ist aber auch unerheblich, weil der Luftstrom vom Dämmstoff durch ein Textil getrennt ist. Ich selbst habe von der Firma bioxx im Jahr 2018 den Artikel "bx-SDF 200/1000 Schalldämpfer flexibel, mineralfaserfrei", ArtNr. "bx0319" bezogen, aber den gibt es scheinbar nicht mehr. Andere Durchmesser und Längen waren seinerzeit auch verfügbar. Die Firma hat auch ihren Sitz von Deutschland nach Tschechien verlegt.

Den "dauerhaft leichten Überdruck" möchte ich gerne in Frage stellen. Ok, Du hast das ausprobiert und gemessen. Aber: Dir ist wahrscheinlich nicht bewusst, dass Du auf diese Weise feucht-warme Luft durch Undichtigkeiten drückst. Dadurch kondensiert diese Feuchtigkeit dort und begünstigt Schimmel. Deshalb betreibt man heute eine KWL im Gleichgewicht von Zu- / Abluft. Außerdem ist stark davon auszugehen, dass bei permanenter Lüftung per KWL keine relevante Konzentration an Radon entstehen kann.

Zu der Positionierung der Zu- und Abluftventile: Ich würde eine zusätzliche Zuluft (im Plan) unten links im Wohnzimmer setzen. Wenn Besuch da ist, könnte das im Wohnzimmer in der unteren Hälfte sonst knapp werden. Wahrscheinlich verbessert sich dadurch auch das Verhältnis zwischen Zu- und Abluft.

Verfasser:
utzster
Zeit: 30.10.2025 07:47:38
0
3891413
Zitat von GreenWorld Beitrag anzeigen
Wie warm wird es im Sommer?

Ich persönlich würde auf den Dachboden ein Kanal Klimagerät zum Beispiel von Mitsubishi Heavy setzen, mit geringem % Satz Frischluftbeimischung. Damit hast du die volle KWL Funktion, kannst bei Bedarf aber auch gut und effizient kühlen sowie heizen. Der[...]


Im Sommer ist es erträglich gewesen, die Variante kannte ich noch nicht - werde dazu mal lesen. Danke

Verfasser:
utzster
Zeit: 30.10.2025 08:06:06
0
3891416
Zitat von KleinTheta Beitrag anzeigen
Die sinnvollste Verlegung der Rohre ist in der abgehängten Decke, weil das innerhalb der thermischen Hülle ist. "Auf die Steinwolle-Dämmung legen und darüber weitere Steinwolle packen" schließt sich wegen der Verluste aus. (Soviel Dämmung, wie erforderlich wäre, macht praktisch[...]


Danke!

Bei den Schalldämpfern hatte ich welche mit Jute gefunden, die aber wegen möglichem Kondensat -> Schimmelgefahr verworfen. Sofern man die warten könnte, wäre das ggf. noch eine Option.

Überdruck durch eine kleine 100er dezentrale KWL ist bei uns der einzig zielführende Weg, die Konzentration im Keller niedrig zu halten. Andere gängige Varianten (Absaugung, Abdichtung) haben leider aufgrund Lehmboden keinen Erfolg gebracht. Der Eintrag findet im Keller in einem Raum statt (durch den Fundamenterder), sofern wir diesen Raum dauerhaft mit leichtem Überdruck halten ist es überall im Haus vertretbar. Den Überdruck habe ich iterativ so eingestellt, dass an den meisten Tagen das Radon sich nicht über ca. 300Bq anreichern kann. An Tagen mit stark fallendem Luftdruck reicht der Überdruck dann nicht mehr aus - im Ergebnis ist es also wirklich nur minimaler Überdruck, mit dem kleinen Lüfter einer 100er KWL damit das Gas sich andere Weg sucht.
Die Luftfeuchte im Keller ist übrigens m die 40%, meist darunter und baulich ist das ganze ungedämmt aus Liaporsteinen. Habe dazu auch einiges gelesen, es ist sicher nicht optimal aber für uns die einzige Lösung und wohl auch vertretbar. Wir haben die Lösung jetzt 1 Jahr und bisher keinerlei Schimmelproblem. Vielleicht hilft der Bericht anderen ja auch weiter.

Im Obergeschoss um das es hier geht bekommt man die Radon-Werte mit Lüften konstant auf unter 100 Bq, auch sonst ist der Füllgradient sehr langsam. Daher werde ich mit der reinen Lüftung ohne Überdruck vermutlich hinkommen - ich hätte halt gern die Option, da hier der Raum über dem Keller (Kind2) den stärksten Eintrag hat (das Gas kriecht da einfach in Leitungsdurchführungen hoch).

Wenn ich eine weitere Zuluft im Wohnzimmer habe, sind doch dann 5 Zuluft und 3 Abluft - wieso ist das besser fürs Verhältnis? Sorry für die Anfängerfragen - ich versuche hier tiefer einzusteigen.

Danke nochmal!

Verfasser:
leitwolf
Zeit: 30.10.2025 13:27:21
0
3891554
Lüftungsgerät und Geräteschalldämpfer kann man ja im Dachboden unterbringen. Durch die Verwendung eines Enthalpiewärmetauschers ist ein Kondensatablauf nicht erforderlich und die Einfriergefahr von Kondensat kein Thema mehr.
Die Luftverteilung im Flur (z. B. mit Combi-box) hat eben den Vorteil, dass der größte Teil der Leitungen im Warmen platziert sind. Eine akustische Beeinträchtigung ist durch Schalldämpfer zwischen Verteilbox und Luftauslass ausgeschlossen werden.
Falls du eine Planung benötigst, kannst du dich bei uns melden.

Verfasser:
TimoB
Zeit: 30.10.2025 13:35:07
1
3891560
Ich vermute, die Möglichkeit über Abdichtung bezügl. Radon wirst du schon geprüft haben.

Ich weiß nicht, ob das zielführend ist, aber nur mal so als GEdanke: Wenn es mit dem Radon nur einen Raum betrifft, der Überdruck braucht, wäre es dann nicht besser, nur diesen einen Raum auch im Überdruck zu fahren (unabhängig von der KWL)?

Intuitiv würde ich ja einen belasteten Raum im Unterdruck fahren, damit da nichts raus kommt, aber du wirst dir das schon überlegt haben. Du musst nur sicher sein, dass du dir dann nichts irgendwo ins Haus drückst.

Dann könntest du deine Anforderungen auch gewährleisten, falls mal im Sommer jemand die Terrassentür offen lässt oder was auch immer.

Das Verhältnis der (Anzahl) Zu- und Abluftventile sagt jetzt erstmal nichts aus, da sie nicht mit den gleichen Volumenströmen angefahren werden müssen und die Durchmesser unterschiedlich sein können.

Verfasser:
leitwolf
Zeit: 03.11.2025 14:42:44
0
3892981
Ein konventionelles System reduziert ja schon den Eintrag von Radon. In den Aufenthaltsräumen = Zulufträumen herrscht leichter Überdruck, wodurch das Ansaugen von Radon aus Kellerräumen unterbunden wird. Voraussetzung ist, dass die Zimmertüren geschlossen werden.

Verfasser:
VMCDFA
Zeit: 03.11.2025 16:10:37
0
3893013
Zitat von leitwolf Beitrag anzeigen
....
Die Luftverteilung im Flur (z. B. mit Combi-box) hat eben den Vorteil, dass der größte Teil der Leitungen im Warmen platziert sind. Eine akustische Beeinträchtigung ist durch Schalldämpfer zwischen Verteilbox und Luftauslass ausgeschlossen werden.

Hallo,

Man sollte nicht übertreiben. Bleiben wir logisch und ehrlich !!!

Grüß, Pierre

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