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03.11.2025 10:59:14 |
Hallo Bauexpertenforum-Community, ich habe in meinem knapp 5 Jahre alten Neubau (Fertigstellung 12/2020, wir haben es vom Vorbesitzer 12/2023 abgekauft) ein Feuchtigkeitsproblem (im Dezember läuft die Gewährleistung ab - allerdings ist der Bauträger sowieso wenig kooperativ), das ich nicht genau zuordnen kann und für das ich um Eure Einschätzung bitte: Situation: Das Haus ist ein Massivbau-Doppelhaushälfte mit 2 Vollgeschossen, Keller und ausgebautem Dachgeschoss. Abwasserleitungen vom Keller bis ins DG führen durch einen Rigips-Verkapselungsschacht mit Metallprofilen an der Wand Schacht ist komplett mit Mineralwolle gefüllt Hinter der Wand ist das Bad des DG und ungefähr das WC Rohrleitungen aus Küche (Spüle, Spülmaschine), Bad OG und Bad DG verlaufen durch den Schacht. Es gibt eine Öffnung (ca. 10x10 cm) im Schacht, die bei einer Leckagenprüfung durch die Versicherung geöffnet wurde. Dort wurde damals keine Leckage gefunden, die Öffnung ist weiterhin vorhanden. Ich kann seit dem es mir vor einer Woche wieder aufgefallen ist dauerhaft Feuchtigkeit an dem Metallprofil im Schacht erkennen (Bild hängt an). Das Papiertest zeigte, dass nach kurzer Zeit Feuchtigkeit (nicht naß, aber eben feucht) auf dem Papier sichtbar wurde. Am Metallprofil im Schacht treten immer wieder Feuchtigkeitsflecken auf. Kleine Tropfen, die am Profil herunterlaufen, sind zu sehen Nach Wischen kommen die Tropfen innerhalb von 30 Sekunden wieder. Im offenen Schacht trocknet die Stelle schneller (der Wasserfleck an der Wand vom Bild íst z.B. wieder trocken, nachdem ich die Öffnung offen gelassen habe) - aber es kommt immer wieder ein Tropfen nach... Ein leichter Luftzug mit feucht-muffigem Geruch ist spürbar. Die Luftfeuchtigkeit im Raum beträgt ca. 50%, im Kasten an der Dachschräge ca. 5-7% höher. Im Keller wird (sofern es draußen kälter als drinnen ist) Wäsche getrocknet, die Rohrdurchführung dort ist nicht 100% zu (siehe Foto) In den anderen Zimmern, die den Schacht durchqueren, gibt es keine sichtbaren Feuchtigkeitsspuren. Allerdings wurden diese auch bisher nicht geöffnet um reinzuschauen. Abwasserrohre werden im DG durch einen klassischen Belüftungsziegel zum Dach geführt Das Zimmer hat sonst eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 50% (wir Lüften sehr regelmäßig). Der Kasten ist allerdings in der Dachschräge und da ist die relative Luftfeuchtigkeit immer so ca. 5-7% höher (habe am Kasten ein Hygrometer hingestellt). Chronologie: Erste Feuchtigkeitsflecken im November 2024, dann von der Versicherung Lekagenprüfer geschickt worden, allerdings ohne Ergebnis hinsichtlich Lekage, auch im Schacht war damals keine Feuchtigkeit erkennbar Im Sommer 2025 kein Mangel aufgefallen ( Fenster meist auf Kipp im DG) Aktuell wieder deutlich Feuchtigkeit sichtbar Meine Fragen an Euch: Wie schätzt Ihr das Schadensbild ein? Welche Ursachen kommen für eine derart dauerhafte Feuchtigkeit in einem Abwasserschacht in Frage? Welche Vorgehensweisen würdet Ihr zur Diagnose und nachhaltigen Behebung empfehlen? Wenn ihr noch Fragen habt, gerne Fragen. Vielen Dank für Eure Hilfe! |
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03.11.2025 23:57:16 |
Hallo, ich mach mal den Anfang. Schwer zu sagen und auf dem Bild erkenne ich nichts. Gehen da auch ungedämmte Kaltwasserleitungen nach oben? Könnte es Kondensat an den Kaltwasserleitungen sein? Was für Leitungen laufen noch in dem Schacht? Das WC könnte es auch sein, aber das müsste dann eher der Wasserkasten sein. Ist der Wasserkasten revisionierbar? Üblicherweise baut man ja heute Vorwandsysteme. Da mal reinschauen? Muffiger Geruch klingt nach aufgeweichtem Gipskarton... Und die Belüftung über Dach könnte auch undicht sein.... Sorry- mehr fällt mir gerade nicht ein. Vielleicht springt ein anderer ein? Viele Grüße, Achim
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04.11.2025 01:37:26 |
Hallo, ich mach mal weiter....;-). da kann man wohl auch nur in sonnemodundsterne schauen - oder die Glaskugel versuchen aus dem Winterschlaf aufzuwecken... Aber mal als Denkanstöße (sind halt keine zielgerichteten Lösungen): 1. Das Problem tritt jetzt wieder auf - die Temperaturen fallen da deutlich außen. 2. Könnte sein, dass da irgendwie Luft aus dem Haus in diesen Schacht einfliest. 50% rLF im Haus (bei irgendwo 22°C) und dann dort eventuell im Schacht irgendwo nur noch 10..12°C, da wird dann der Taupunkt an dieser (diesen) Stellen im Schacht eventuell (besser sicher) erreicht --> Feuchtigkeit kondensiert dann dort. 3. Würde ich dort eher (Kondensation) sehen, als ein Leckproblem (warum sollte das nicht schon bei wärmeren Außentemperaturen dort zu Problemen geführt haben?). Ein Leck ist ein Leck --> da sieht man die Auswirkungen mit (relativ hoher) Sicherheit viel stärker. 4. Das Bild sagt nichts. 5. Einen komischen Geruch hat man da schell mal. --> Aber ich würde da mal an den problematischen Stellen mit einem IR Thermometer die Temperatur (grob +/- 2K) messen und dann mit einem Taupunktrechner mal berechnen, ob da etwas jetzt kondensieren kann (basierend auf 22°C im Haus mit 50% rLF. Selbst wenn Du da die Temperatur etwas "falsch" misst und dann berechnest, dass Du knapp über Taupunkt bist, wird es wohl schon sehr kritisch sein --> so genau kann man da wohl auch nicht "messen" und "berechnen". 6. Sorry: War halt nur mit Musil-GPT schnell erstellt. Gruß Musil
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04.11.2025 01:44:55 |
PS: Jetzt hat sich meine Glaskugel mal noch schlaftrunken gemeldet: Wenn Du den Schacht jetzt unten (zusätzlich) ständig offen hast, dann geht die warme / etwas feuchte Luft aus dem Haus natürlich noch besser in den Schacht.
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04.11.2025 20:59:56 |
Zitat von SchachtChecker  Am Metallprofil im Schacht treten immer wieder Feuchtigkeitsflecken auf. Kleine Tropfen, die am Profil herunterlaufen, sind zu sehen
Nach Wischen kommen die Tropfen innerhalb von 30 Sekunden wieder.[...]
Wo wurde die Öffnung gemacht und warum wird nicht weiter nach oben aufgemacht? Vielleicht kann man eine Kamera reinstecken, trotz Wolle. Luftfeuchtigkeit messen und Papierstreifen anfeuchten ist wohl nicht zielführend, das sollte doch einleuchten. Worauf wird gewartet?
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06.11.2025 08:58:38 |
Vielen Dank erstmal für die Denkanstöße. Das hilft in jedem Fall die Problematik als Laie besser zu verstehen!
Der Bauträger hat sich nun doch mal bewegt und einen Architekten für die Koordination der Mängel (alles, außer diese Feuchtigkeit ist nicht weiter wild und eher kosmetisch) beauftragt. Dienstag kommender Woche ist er vor Ort und dann werden wir (denke ich) den Schacht weiter aufmachen.
Die Tage hatte ich es mit der vorhandenen Öffnung weiter beobachtet. Komischerweise war es die vergangen 2 Tage komplett trocken, heute morgen wieder feucht und ich konnte eine kleine Tropfspur am Profil erkennen.
Zerstörungsfrei kann man leider nur sehr wenig einblicken und ich versuche noch so wenig wie möglich selbst kaputt zu machen, wenn ich noch die Chance auf Gewährleistungsansprüche habe (zumal ich wirklich Laie bin).
Habt ihr zufälligerweise Tipps wer im Raum Pulheim (direkt neben Köln) da ansonsten verlässlich helfen kann? Ich überlege, ob ich doch noch einen Sachverständigen kommen lasse, habe aber eben nicht mehr viel Zeit, da die Gewährleistung ja bald verfristet.
Kann mir jemand vielleicht noch sagen, wie so ein Schacht vernünftig gebaut sein müsste? Mich wundern zB die Metallprofile an der Wand, wenn die irgendwie mit dem kühleren Dach oder so in Verbindung kommen, bilden die doch direkt eine Kältebrücke und dann hat man wirklich schnell das Kondensat.
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09.11.2025 13:14:35 |
In Vorbereitung auf den Termin am Dienstag habe ich mir das Dach nochmal näher angeschaut. Bei der Dachspitze in der Nähe des Entlüftungsziegels (auf der Seite wo auch der Schacht liegt) ist mir aufgefallen, dass es stark verschmutzt ist. Sieht das für euch nach Schimmel aus? |
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09.11.2025 20:04:24 |
Hier nochmal von der Spiegelseite - Das ist der Dachbalken der an der Aussenwand anliegt. Auch das sieht mir sehr verdächtig aus: |
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10.11.2025 00:26:41 |
Hallo, ich bin kein Experte- nur erfahrener Nutzer. Ich würde schon sagen, dass das Schimmel ist. Wo kommt die Feuchtigkeit her? Undichtigkeit? Oder steigt feuchtwarme Luft nach oben? Viele Grüße, Achim
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10.11.2025 15:36:39 |
Hallo Achim, das ist die große Frage. Vom Schacht her wäre aufsteigende Feuchtigkeit. Aber da gerade das Bild mit dem Langen Balken Spiegelseite (also die gleiche Hausseite aber die andere Dachhälfte) zur Seite mit dem Entlüftungsziegel wundert mich der Fleck. Es kann ggf. aber auch Wind und Schlagregen Feuchtigkeit reingedrückt haben, da die Häuser direkt am Feld stehen (und hier ist nur Feld, kein Wald - daher sehr starker Wind teilweise). Wenn es der Schacht ist, dann wäre die Feuchtigkeit sogar zur anderen Dachseite gewandert und dann müsste ich mit einem durchgeschimmelten Dach rechnen. Das wäre natürlich der Horror... Viele Grüße Johannes
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10.11.2025 17:53:01 |
Oben und unten könnte helfen bei all deinen Bildern. Beim Bild vom Schacht, was ist das Dunkle da an der Wand? Also um diesen Kreis herum. Was ist dahinter? Das sieht mir komisch aus.
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11.11.2025 00:51:19 |
Das dunkle an der Wand ist ein Loch im Putz, vermutlich abgetragener Putz durch stetige Tropfen. Die Bilder vom Dach sind die Unterseite des Vordaches. Vorhin hat es geregnet. Ich habe mir nochmal das Dach angeschaut und konnte feststellen, dass sich Feuchtigkeit bei den schwarzen Stellen zw. den Holzfugen bildet. Damit habe ich wohl sehr wahrscheinlich ein undichtes Dach, was wahrscheinlich dann Wasser in den Schacht abgibt und vermutlich auch alles über der Dampfsperre weggegammelt hat... Anders kann ich mir nicht erklären, warum ich bei Regen direkt Tropfenbildung unter dem Dach erkennen kann (kein Schlagregen, normaler Regen)...
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12.11.2025 14:35:46 |
Falls noch wer mitliest und Ideen hat oder in Zukunft ein ähnliches Problem hat: Wir haben im DG-Bad (liegt direkt an den Stellen) direkt an der Aussenmauer den Rigips zum Dach aufgemacht und die Dampfsperre geöffnet: zum Glück alles super trocken. D.h. wohl doch kein Dachschaden. Mich irriterieren immer noch die Stockflecken und auch, die Feuchtigkeit bei den Holzbalken im Dachbereich, wenn irgendjemand dazu was weiß, bin ich über Tipps dankbar. Der Architekt/Sachverständige vom Bauträger sagt die schwarzen Flecken am länglichen Dachbalken seien Schmutz und kein Schimmel, ich bin mir da nicht so sicher - zumindest scheint er aber nicht ins Dach reinzugehen. Die Vermutung ist weiterhin, dass ein Mini-Leck innerhalb des Bads bzw. Spülkasten oder der Zuleitung den Schaden verursacht. Im nächsten Schritt wird wohl ne Fliese dran glauben müssen und die Verkofferung der Rohre muss weg. Eine weitere Frage hier an die Experten. Die Rohre sind nicht isoliert (konnte ich beim reingreifen fühlen) - ist das ok? Freue mich über jeden der mitliest, mitüberlegt und hilft :)
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12.11.2025 18:57:56 |
Zitat von SchachtChecker  Das dunkle an der Wand ist ein Loch im Putz, vermutlich abgetragener Putz durch stetige Tropfen. Die Bilder vom Dach sind die Unterseite des Vordaches.
Vorhin hat es geregnet. Ich habe mir nochmal das Dach angeschaut und konnte feststellen, dass sich Feuchtigkeit bei den schwarzen[...] Ich meinte nicht das Loch, sondern den Bereich darüber, das sieht dunkler aus als der Rest. Einen feuchtemesser hast du nicht, oder?
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17.11.2025 15:09:11 |
Zitat von AnMa  Zitat von SchachtChecker  [...] Ich meinte nicht das Loch, sondern den Bereich darüber, das sieht dunkler aus als der Rest. Einen feuchtemesser hast du nicht, oder? Doch, das ist Feuchtigkeit. Verdunstet aber nach einem Tag wieder. Eine andere Frage nochmal in die Runde. Ich hatte erwähnt, dass die Dampfsperre aufgeschnitten wurde um nachzuschauen. Wie wird diese am besten wieder geflickt? Der Typ vom Bauträger hat es einfach offen gelassen. Ich habe es nun mit diesem silbernen Heizungsklebeband (sieht aus wie chromiertes durchsichtiges Klebeband) abgeklebt und die Löcher mit geteilten Gefriertüten und Kreppband verschlossen. Würde es aber sehr gerne zeitnah wieder richtig verschließen um nicht Folgeschäden zu haben. Das eine ist ein ca. 10 cm Schnitt und bei der anderen Öffnung hatten sich die Folien überlappt, dort wurde ein Kreuzschnitt gemacht (also die erste Folie senkrecht und die zweite hoizontal dahinter). Danke für die Hilfe
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17.11.2025 20:13:21 |
Dazu gibt es spezielles Klebeband für Dampfbremsfolien. Zum Beispiel sowas: LinkGibt's natürlich auch von anderen Herstellern und in anderen Baumärkten, sowie Online. Das dünne silberne Klebeband wird vermutlich schnell abgehen. Besser austauschen.
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21.11.2025 08:46:19 |
Danke an alle die mitgedacht und mitgeholfen haben! Für alle die vielleicht einmal ein ähnliches Problem haben - der Feuchtigkeitsursprung ist gefunden. Es war ein zu stramm gezogener Flexschlauch, der sich aus der Strangentlüftung gelöst hat und somit Regenwasser und Wasserdampf vom Abwasser rausgelassen hat. Frage an die Experten: 1) ein rechter Winkel wie hier (siehe Fotos) erscheint mir mehr als dämlich, da in den Rillen des Flexschlauchs Wasser nicht gut abfließen kann 2) Ist es normal, dass die Strangentlüftung nicht gedämmt ist (und damit vermutlich auch der Rest der Abwasserrohre)? In der Verkofferung ist allerdings noch Mineralwolle drin. |