Moin voon,
ich will mal versuchen, Deine 15 Fragen bestmöglich zu beantworten. Also langer Post...Fragen, die von Hugo123 schon beantwortet sind und zu denen ich nichts neues habe, überspringe ich inhaltlich. So: auf geht's...
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voon 
1. Aussenrohrdämmung der
Wasser Zu- und Abfuhr. Da wird gerne gesagt ca 2x Innendurchmesser des Leitungsrohrs als Dämmungsdurchmesser. Bei nem DN25 oder DN30 Rohr also sagen wir eine Dämmung mit 6 cm Durchmesser (WLS 035).[...]
Zur Stärke hat Hugo123 abschließend geantwortet. Im Boden ist der Wärmeabfluß geringer, da der Boden Wärme schlecht leitet. Dafür ist die Wasserdichtigkeit der Dämmung dann zu beachten. Armaflexdämmung gibt es in geschlossenporig = wasserdicht. Oberirdisch brauchst Du bei Dämmung mit Armaflex einen Pickschutz. Gibts vom gleichen Hersteller.
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voon 
2. Kann man da ein "Fernwärmerohr" als Aussenrohr in der
Luft nehmen (Zu- und Wegleitung 25mm bzw 32mm plus Kanal für Stromkabel für die drei Phasen/N/Erde plus weiteres Rohr für ich nehme an Steuerkabel zwischen Aussen- und Inneneinheit). Das sieht praktisch aus .. bündelt alles in einer Hülle und liesse sich gut durch die Wand legen, da relativ kompakt und Durchführsysteme passend vorhanden usw. Oder ist das nur für die Führung im Erdreich gedacht? Die Dämmung sieht bei manchen dieser
Rohre an der Aussenseite der Wasserrohre etwas dünn aus.[...]
Schau Dir mal den Aufbau eines Fernwärmerohrs im Querschnitt an: da ist nicht viel Dämmung um die
Kunststoffrohre, denn es ist für Erdverlegung mit 60 - 80 cm Erddeckung gedacht. Und wie Hug0123 schon schrieb: die Dinger sind ausserordentlich starre Biester und sehr undankbar in der Verlegung. Oberirdisch also immer Armaflax wasserdicht mit Pickschutz oder a la Industriestandard Mineralwolle mit
Zinkblech- oder Kunststoffverkleidung gegen eindringendes Wasser. Deswegen muss deren Schließnaht immer unten oder seitlich mit Überlappung nach unten sein.
Mauerdurchführung als separate kleinere
Kernbohrungen mit
Brunnenschaum eindichten. Kleinere Kernbohrungen in zB. DN10 und DN6 für die Kabel sind viel leichter zu setzen als ein 20 cm - Monster. Die im Handel erhältliche 20cm-Manschette ist zudem unerfreulich teuer. Bei Brunnenschaum unbedingt Verarbeitungshinweise beachten.
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voon 
3. Bei Panasonic in der Anleitung ist die Wanddurchführung nach innen um ca 5-7mm nach oben geneigt. Warum? Verhindern von Feuchtigkeitsfluss entlang der Rohre von Aussen nach Innen? Ich nehme an, Fernwärmedurchführungen (siehe 2.) berücksichtigen das idR auch in ihren horizontalen Muffen und sind superdicht? Die meisten Kernbohrungen, die ich zu dem Thema irgendwo sah, waren eher waagrecht.[...]
Deine Vermutung ist richtig. Oberirdisch ist das vergleichsweise einfach, wenn genug Höhe zw. Erdboden und Unterkante der Kellerdecke ist. Unterirdisch so zu bohren verlangt größere Ausschachtungsarbeiten, denn Bohrmaschine samt Kernbohrwerkzeug müssen in die Grube passen. Eindichtung mit Brunnenschaum und bei unterirdischer Montage dann noch 2 Schichten Bitumendickbeschichtung sind mehr als ausreichend.
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voon 
4. Hält normales DN25 oder DN30 (bzw das Rohr soll 32mm haben)
Kupferrohr mit 1 mm Wandstärke und den üblichen Pressmuffen die üblichen <4 Bar Druck aus?[...]
Siehe Hugo123. Typischerweise mehr als 10 bar.
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voon 
5. Taugen hydraulische, manuelle Günstigpressen für die Muffen etwas (idR unter 100 Euro) für den DIYselfer, der nicht hunderte Muffen machen muss. Oder vergessen und versuchen, eine teure Motorpresse auszuleihen?[...]
Weiß ich nicht. Ich würde immer Profiwerkzeug leihen, denn undichte Muffen sind sehr ärgerlich. Das kann man übers
Internet auch für DN32! Erst nach dem Dichtetest zurückschicken!
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voon 
6. Ist eine gute Einschätzung des Heizbedarfs ohne Wärmemengenzähler anhand von Oelverbrauch etc gut genug, um die WP Grösse zu bestimmen?[...]
Bei einer Gasbrennwerttherme mag das noch gehen. Bei Öl rate ich dringend davon ab. Grund: wie ist der Wirkungsgrad d.h. wieviel "%" der
Verbrennungswärme gelangen wirklich ins Haus (bei Öl irgendwas zwischen 65 - 90%)? Wie war der Jahresverbrauch der letzten 5 Jahre genau? Planst Du noch Dämmaßnahmen oder einen
Fenster- oder Glasscheibenwechsel?
Ich würde das immer messen, wenn kein Zeitdruck wegen z.B. irreparabler Heizung besteht. Lass einen WMZ einbauen: DN20, Qp 2,5m³/h,
Ultraschallmesstechnik. Kostet Dich bei DIY ca. 300 € incl. passendem unverzichtbarem Anschlussset mit den 3 roten Kugelhähnen samt Passstück zum Wechsel. Man braucht kein Kabel, da Li-Batterie mit mind. 6a lifetime drin.
Die geringeren Wärmeverluste durch die Außenhaut bei noch geplanten Dämmmaßnahmen kann man dann bei Zeitnot durch "Vorher/Nachher" berechnen und bei der Auswahl der richtigen WP berücksichtigen, wenn man einen soliden Aufsetzpunkt hat - und solide ist nur die Messung. Bei den Foristen, deren Planung ich auf Wunsch begleiten durfte, haben wir immer eine Saison lang gemessen - alle Anlagen laufen tiptop in Direktanbindung. Falls Du Dich zum WMZ entscheidest: beeil Dich mit der Installation. Ich helfe Dir gern dabei mit Rat. Auch wie man dann seine Heizlast ermittelt, schreibe ich Dir dann. Der WMZ liefert Dir auch die Durchflussmenge durch Dein hydraulisches System.
Als Heizlastrechentool rate ich Dir, DanBasic8 (freeware) zu nehmen; Dateneingabearbeit ist dort ebenfalls besser. Ich arbeite damit auch - alles sehr transparent. Hat man einen unbeheizten Keller, muss man nach der Heizlastmethodik mit einem Faktor arbeiten; dasselbe gilt für erdgedeckte Bauteile in beheizten Kellern...ubakus kann die richtigen
U-Werte für das System Bauteil/Edrdeckung nicht rechnen. Heizreport arbeitet mit verdeckten Zuschlägen - Du kannst das Entstehen des berechneten Bedarfs nie sauber nachvollziehen.
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voon 
7. Ist der Tipp, die genau passende WP Grösse zu kaufen und direkt anzuschliessen ohne Wasserspeicher (für den Heizkreislauf, nicht Warmwasser für Dusche etc) sinnvoll)? Spart Kosten, Platz,
Energieverlust, kein Takten etc, aber würde wohl eine genaue Bestimmung erfordern. Manche Heizungsbauer sagen da ja, manche auf keinen Fall. Verwirrend.[...]
Antwort: 2x ja. Auch ein Puffer erspart Dir keine genaue Heizlastbestimmung, kostet Dich aber mehr Strom und auch Geld. Die von mir begleiteten Installationen haben wir alle "ohne" hinbekommen. Da gilt es, den Hersteller zu finden, der ein passendes Hydraulikschema für Direktanbindung hat, wenn es ein HB machen soll. Es gibt leider nur wenige und auch nur wenige HBs, die das machen, weil mehr Planungsarbeit nötig ist, denn man muss dann Leistungsfähigkeit der Hydraulik ermitteln. Also kürzen die HBs das ab und installieren ein weniger effizientes und deutlich teureres System mit Puffer und zusätzlichen
Pumpengruppen, das aber auch in der ältesten Hütte läuft. Und die
Heizlastberechnung wird auf einen
Energieberater verschoben. Zahlst Du auch.
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voon 
8. Luft im System: Bei der WP würden die Rohre bei mir wohl zum Boden runter, dann Waagrecht weg zum Heizungsraum im Untergeschoss und dort durch die Wand. Auf manchen Plänen gabs aber Rohre, die kurz nach oben und wieder runter geführt wurden. Ist das nicht eine Luftblasenfalle? Muss bei solchen "umgekehrten Siphons" immer eine Entlüftung ins Rohr an der Spitze? Bzw wo kriegt man sonst Luft raus (abgesehen von den Heizkörpern im Obergeschoss)? Bei der WP selber?[...]
Entscheidend ist, wie
Du bauen willst. Nach der beschreibung hast Du mit dem Thema Luftsack eher kein problem. Viele WPs haben einen Entlüfter im AG - da muss man vorher in den Beschreibungen und Rohrplänen genau nachsehen. Ansonsten haben heutige
Regler eine Entlüftungsfunktion: da wird die Pumpe mit wechselnden Geschwindigkeiten betrieben. Entlassen wird an den HK und auch im IG.
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voon 
9. Fernwärmerohr scheint Kunststoffleitungen (oder ist es Aluverbund?) zu verwenden. Kriegt man das problemlos an
Kupferrohre im Innern verbunden? Nehme an, dafür gibt's Zwischenstücke.[...]
ja, gibt es. Wie oben geschrieben rate ich von Fernwärmerohr ab, wenn die Entferung AG zur Wand geringer als 1 - 2 Meter ist.
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voon 
10. Ist es nicht bedenklich, im Heizsystem Aluverbundrohr und Kupferrohr zu mischen (Galvanische
Korrosion zwischen edlerem und unedlerem Metall)?[...]
Nein. Das Alurohr innen dient nur der Formstabilität beim Biegen und verhindert "Affenschaukeln" beim verlegen an Wänden und Decke. Es ist innen und außen mit Kunststoff gecoatet.
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voon 
11. Ist es unbedenklich, den bei der Oelheizung schon vorhandenen Ausdehnungskörper bei einer WP ohne gross was zu rechnen einfach weiterzu verwenden? Sind ja mehr oder weniger die gleichen Druckverhältnisse im Heizsystem?[...]
siehe Hugo123. Wenn das Gefäß älter als 10a ist, würde ich es tauschen. Die Gummimembran im Gefäß hat eine begrenzte Lebensdauer.
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voon 
12. Kann man auch die vorhandene Pumpe (sofern bei der WP keine mitgeliefert wird im Innenelement (?)) weiterverwenden? Oder muss das neu berechnet werden und hängt von der WP und nicht vom Haus ab?[...]
WP-Regler wollen heutzutage immer über PWM-
Modulation eine Pumep ansteuern und haben die deswegen im IG oder AG verbaut. Vergiss die alte Pumpe!
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voon 
13. Blasen WPs idR von den Installationsvorschriften her die Luft auf die Hauswand oder saugen sie dort an (bei Installation längs der Hauswand)?[...]
Siehe Hugo123.
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voon 
14. Ist es verwegen, davon auszugehen, dass vorhandene Plattenheizkörper aus ca 1980, die im Winter mit einem Oelheizungsvorlauf von 45C bis ca 55C arbeiten momentan unverändert funktionieren werden mit einer WP bei 35C und zusätzlicher Dämmung des Hauses (momentan zwei 12cm Backsteinschalen mit 6 cm
Glaswolle dazwischen .. was rechnerisch irgendwas U Wert 0.4x entsprechen sollte laut Ubakus. Mit 10cm Dämmung ist's dann ca etwas unter 0.2).[...]
DanBasic8 rechnet Dir das aus, welche VLT du mit den Bestands-HK brauchst. Und Du kannst vorher simulieren, was ein Wechsel bringt. Hat bislang immer gut mit der Realität übereingestimmt.
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voon 
15. Die WP Anleitungen schreiben die Dicke der Wasserleitungen vor. Aber im älteren Haus aus 1979 ist ja schon irgendwas vorhanden zur Oelheizung hin und weg (sehe es aktuell nicht unter der Isolation) bis zum Sternverteiler der parallelen Heizkörperkreise). Kann sich das beissen?[...]
Na ja: der Hauptstrang - also der vom Innengerät bis zum Sternverteiler - ist der neuralgische Part, weil da ALLES WASSER durchmuss. Ist der zu dünn, war's das mit Direktanbindung. Also den in gleichem DN wie die Verbindung AG / IG ausführen.
Gruß - Eddi