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WP Flachdachbungalow 1960: 12 oder 18 kW
Verfasser:
ttline
Zeit: 14.11.2025 22:11:42
0
3897270
Liebe Fachleute,

wir wollen unsere GH durch eine LWP ersetzen. Verschiedene Heizungsbauer kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen und wir als Laien suchen nun hier euren Rat...

Ort: Hamburg
Baujahr: 1960
Flachdachbungalow
Wohnfläche: 170qm
Heizung: Gasbrennwertkessel BJ 2017 mit 20kW, Heizkörper
Fenster: 2 fach verglast aus 2015
Ansonsten keine Dämmaßnahmen

Gasverbrauch: zwischen 35.000-40.000 kWh inkl. Warmwasser
Innenraumtemperatur: 20 Grad in WZ/EZ/...
Gemessene Vorlauftemperatur in Abhängigkeit der Außentemperatur:
a) kleiner -5 Grad: 65 Grad VL
b) -5 bis 0 Grad: 60 Grad VL
c) bei 0-5 Grad: 55 Grad VL
d) bei 5-8 Grad: 50 Grad

Zur Auswahl stehen bisher diese WP:
1. NIBE S2125-12
2. NIBE S2125-14
3. Bosch CS6800i AW 12

Wir sind unsicher, welche WP unseren doch recht hohen Wärmebedarf liefern kann und wie effizient sie bei unseren hohen VL sein wird. Was denkt ihr?

Verfasser:
Tiii
Zeit: 14.11.2025 23:26:34
4
3897291
Die gemessene Vorlauftemperatur bringt nichts. Die Frage ist, welche Vorlauftemperatur benötigt wird. Wenn die genannten benötigt werden, was unwahrscheinlich ist, wird eine WP nicht wirtschaftlich zu betreiben sein.

Verfasser:
joe115
Zeit: 15.11.2025 06:22:45
4
3897311
Messen (Wärmemengenzähler WMZ) und thermischer Abgleich diesen Winter mit der Therme.

Danach kennst du deinen realen Energiebedarf, deine Heizlast bei unterschiedlichen AT, deine Problemräume, die einer weiteren Senkung der VLT im Wege stehen (und wo du die HK vergrößern solltest).

Meine persönliche Meinung: wenn das Dach noch Stand Baujahr ist, dann würde ich das zuerst dämmen. Da geht am meisten Energie verloren und es lässt sich mit dem geringsten Eingriff ins tägliche Leben sanieren (verglichen mit zB neuen Fenstern oder Fassade). Auf keinen Fall die Fenster aus 2015 anpacken, egal wer was sagt, das rechnet sich nie.

Überschlag mal die Flächen (es kommt dabei nicht auf den Quadrat-Zentimeter an): Dach, Fenster/Türen, Wände Aussenluft, Wände Erdreich falls Keller). Flachdächer aus dieser Zeit haben U-Werte zwischen 0,75 und 1,25 W/(qm*K), mit 20cm Dämmung kommst Du auf ca 0,16-0,17 W/(qm*K), also mind 80% weniger Energieverlust durchs Dach.

Eine Therme aus 2017 zu ersetzen, ist wirtschaftlicher Unfug.

Verfasser:
Thunderbird1987
Zeit: 15.11.2025 08:28:04
3
3897327
Ich würde mir wie mein Vorredner bereits erwähnte zeitnah das die Dämmung der Decke anschauen.
Parallel dazu die Vorlauftemperatur anpassen damit die Brennwerttherme mal die Chance bekommt im Brennwertbetrieb zu arbeiten.
Steckt das Geld lieber ins Dach, da kommt der Invest schneller zurück.

Verfasser:
cmuesei
Zeit: 15.11.2025 09:30:15
0
3897344
Bevor du weitere Gedanken in ein WP-Projekt steckst, solltest du dir Mal von einem fachkundigen EB den zu erwartenden Stromverbrauch bei den genannten VLT berechnen lassen. Wenn du aktuell schon bis zu 40000kWh/a Gas verbrauchst, dann möchte ich nicht wissen wie die Stromrechnung dann aussehen wird.
Dein Energieverbrauch muss deutlich mit entsprechenden Maßnahmen reduziert werden und vermutlich auch euer Heizverhalten an das einer WP angepasst werden.

Verfasser:
Nobert_Dutz
Zeit: 15.11.2025 10:40:42
0
3897366
Zitat von ttline Beitrag anzeigen
Liebe Fachleute,

wir wollen unsere GH durch eine LWP ersetzen. Verschiedene Heizungsbauer kommen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen und wir als Laien suchen nun hier euren Rat...

Ort: Hamburg
Baujahr: 1960
Flachdachbungalow
Wohnfläche:[...]


Gasverbrauch: zwischen 35.000-40.000 kWh inkl. Warmwasser
Innenraumtemperatur: 20 Grad in WZ/EZ/...

Wir haben ein Bungalow Wohnfläche: 175qm aus 1980. Immer wenn Fenster oder Dach ällig waren, haben wir in Dämmmaßnahmen investiert. Heizbedarf zuletzt 18000 kWh pro Jahr inkl. Warmwasser.

Jetzt steht die Heizkurve auf NAT -10 / 45 Grad.

Ihr seit leider ein Beispiel dafür, dass eine Wärmepumpe nicht in jedem Altbau funktioniert! Ihr müsst zuerst dämmen! Sagen die Anbieter denn nichts zu dem Vorhaben? Da müssen doch sämtliche Alarmglocken schrillen!

Wann wurde denn das Dach neu gemacht? Wenn noch nie, dann ist das doch eh fällig?

Verfasser:
Nobert_Dutz
Zeit: 15.11.2025 10:59:51
3
3897374
Zitat von joe115 Beitrag anzeigen
Messen (Wärmemengenzähler WMZ) und thermischer Abgleich diesen Winter mit der Therme.

Danach kennst du deinen realen Energiebedarf, deine Heizlast bei unterschiedlichen AT, deine Problemräume, die einer weiteren Senkung der VLT im Wege stehen (und wo du die HK vergrößern solltest).[...]


Wie immer nüchtern sachlich richtig. Wir haben unser Flachdach 2019 sanieren lassen. In dem Zuge wurde die Dachdämmung um 20 cm aufgestockt. Die Kosten dafür waren überschaubar; mit deutlicher Wirkung.

Ich würde die GH aus 2017 auch lassen und das Geld in das Dach stecken.

Und um mal ein Gefühl zu entwickeln: Selbst wenn man sehr optimistisch rechnet, drohen z.B. 30000 kWh / COP 3 = 10000 kWh Strom/ a. Und an einen COP von 3 glaube ich nicht.

Verfasser:
Exergie
Zeit: 15.11.2025 17:46:05
0
3897515
Zitat von ttline Beitrag anzeigen
Ort: Hamburg
Baujahr: 1960
Flachdachbungalow
Wohnfläche: 170qm, ansonsten keine Dämmaßnahmen
Gasverbrauch: zwischen 35.000-40.000 kWh inkl. Warmwasser


@ttline,

dann liegt der spez. Energieverbrauch zwischen 206 kWh/m² u. 235 kWh/m² !
Eine genaue Heizlastberechnung (in kW) wäre auch sinnvoll.

Den Bungalow sollte sich ein Architekt oder Bauingenieur genau anschauen.
Hier sollte man sich nicht nur von einem Heizungsbauer beraten lassen.

Bei der Baualtersklasse können auch hohe Lüftungswärmeverluste vorhanden sein.
Ein "blower door" Test zeigt Undichtigkeiten des Hauses auf.

Grüsse

Verfasser:
ttline
Zeit: 16.11.2025 09:01:21
0
3897654
Energieberater und Architektin waren/sind schon eingebunden. ISFP liegt auch vor.

Dämmung des Daches kostet ca. 125.000 Euro (mehrere ähnliche Angebote liegen vor)

Eine PV-Anlage kann zumindest in den Monaten März-Oktober den (externen) Energiebedarf leicht senken (ja, in den Wintermonaten verbraucht die WP am meisten).

Das ist das Dilemma - entweder vergleichsweise hohe Energiekosten oder sehr hohe Investitionen.

Verfasser:
ttline
Zeit: 16.11.2025 09:02:55
0
3897655
Zitat von Tiii Beitrag anzeigen
Die gemessene Vorlauftemperatur bringt nichts. Die Frage ist, welche Vorlauftemperatur benötigt wird. Wenn die genannten benötigt werden, was unwahrscheinlich ist, wird eine WP nicht wirtschaftlich zu betreiben sein.


Hier möchte ich einmal nachfragen: Wenn ich mit der gemessenen VLT meine benötigte Raumtemperatur von 20 Grad erreiche - warum bringt dies dann nichts?

Und was ist eine "wirtschaftliche WP", insbesondere im Hinblich auf die notwendigen Investitionen zur Dämmung des Daches?

Verfasser:
ttline
Zeit: 16.11.2025 09:04:49
0
3897658
Zitat von Thunderbird1987 Beitrag anzeigen

Parallel dazu die Vorlauftemperatur anpassen damit die Brennwerttherme mal die Chance bekommt im Brennwertbetrieb zu arbeiten.[...]


Magst du kurz erläutern, was hiermit gemeint ist?

Verfasser:
ilchbart99
Zeit: 16.11.2025 09:15:06
0
3897661
Wie groß ist denn eure Dachfläche?

Verfasser:
Exergie
Zeit: 16.11.2025 10:36:46
0
3897707
@ttline,

Eine PV-Anlage kann zumindest in den Monaten März-Oktober den (externen)
Energiebedarf leicht senken (ja, in den Wintermonaten verbraucht die WP am meisten).


Wenn das Flachdach von 1960 ist und noch nicht saniert wurde, dann ist es ein großes Risiko hier eine große PV-Anlage aufzubauen! Bei einem Dachschaden muss zuerst die gesamte PV-Anlage wieder vom Dach.

Hamburg ist für sein schlechtes Wetter bekannt - hohe Luftfeuchtigkeit !
Eine LWWP wird sehr häufig abtauen und die Arbeitszahl (AZ) sehr bescheiden ausfallen, da auch die VL-Temp. für das Haus hoch ist.

Wenn das Grundstück größer ist, dann wäre auch eine Sole/Wasser-WP, mit einem Ringgrabenkollektor möglich.
Hier können AZ bis 5 erreicht werden! Eine SWWP steht im Haus/Keller und muss nicht abtauen !

Falls es doch unbedingt eine LWWP sein muss, dann sollte diese über eine große Verdampferfläche verfügen.

Grüsse

Verfasser:
Thunderbird1987
Zeit: 16.11.2025 11:22:19
0
3897734
Zitat von ttline Beitrag anzeigen
Zitat von Thunderbird1987 Beitrag anzeigen
[...]


Magst du kurz erläutern, was hiermit gemeint ist?


Da ihr fast durchgehend mit Vorlauftemperaturen über 50 Grad fahrt ist reduziert sich der Brennwerteffekt, der bei kleiner 57C° Rücklauftemperatur anfängt.
Bei eurer modernen Therme kommt es aber auf die Mitteltemperatur zwischen Vorlauf und Rücklauftemperatur an.

Belese dich hier im Forum ein wenig über den hydraulischen/ thermischen Abgleich, die Arbeit lohnt sich auch später für die WP.

Und was das Dach angeht.
Wenn es noch das Erste von 1960 ist würde ich definitiv das Dach angehen dafür kannst du ja auch Fördermittel beantragen. Die monetäre Ersparnis sehe ich eher beim Dach als bei einer WP die jährlich 3000€ Strom verbraucht.

Verfasser:
Nobert_Dutz
Zeit: 16.11.2025 12:02:23
2
3897763
Zitat von ttline Beitrag anzeigen
Energieberater und Architektin waren/sind schon eingebunden. ISFP liegt auch vor.

Dämmung des Daches kostet ca. 125.000 Euro (mehrere ähnliche Angebote liegen vor)

Eine PV-Anlage kann zumindest in den Monaten März-Oktober den (externen) Energiebedarf leicht senken (ja, in[...]


Das ist Wahnsinn! ich hab 2019 28T€ für eine neue Bitumeneindeckung für 150 m² Flachdach inkl. einer neuen Attika aus Aluminium bezahlt. Und in dem Zuge wurde einfach die Dämmung aufgestockt.

Es wäre völlig verrückt auf ein unsaniertes Flachdach von 1960 eine PV Anlage zu setzen!

An dem Beispiel sieht man leider, dass das billige Gas aus Russland die Hausbesitzer in einen trügerischen Tiefschlaf versetzt hat. Bei 5ct/ kWh war es bequem die 40000 kWh Gasverbrauch hinzunehmen.

Das ist einer Tante von mir auch passiert. Da pfiff der Wind jahrzehntelang durch völiig offene Dachkonstruktionen, anstatt das winddicht zu machen und voll Glaswolle zu stopfen. Und dann explodierten die Gaskosten ...

Verfasser:
Nobert_Dutz
Zeit: 16.11.2025 12:21:41
2
3897780
Zitat von ttline Beitrag anzeigen
Zitat von Tiii Beitrag anzeigen
[...]


Hier möchte ich einmal nachfragen: Wenn ich mit der gemessenen VLT meine benötigte Raumtemperatur von 20 Grad erreiche - warum bringt dies dann nichts?

Und was ist eine "wirtschaftliche WP", insbesondere im Hinblich auf die notwendigen Investitionen zur Dämmung des Daches?


Wenn man eine WP einbaut, dann sollten die Betriebskosten ja gleich oder günstiger als die einer Gasheizung sein.

Bei deinen Vorrausetzungen drohen Arbeitszahlen der WP < 3 und damit höhere Kosten pro kWh, als mit der Gasheizung.

Und

a) kleiner -5 Grad: 65 Grad VL
b) -5 bis 0 Grad: 60 Grad VL
c) bei 0-5 Grad: 55 Grad VL
d) bei 5-8 Grad: 50 Grad

riecht nach JAZ < 3.

Verfasser:
Thunderbird1987
Zeit: 16.11.2025 14:52:02
0
3897836
Zitat von Nobert_Dutz Beitrag anzeigen
Zitat von ttline Beitrag anzeigen
[...]


Wenn man eine WP einbaut, dann sollten die Betriebskosten ja gleich oder günstiger als die einer Gasheizung sein.

Bei deinen Vorrausetzungen drohen Arbeitszahlen der WP < 3 und damit höhere Kosten pro kWh, als mit der Gasheizung.

Und

a) kleiner[...]


Und je nachdem wie fähig der Betrieb ist der dann kommt landet dann eine 16kw Wärmepumpe im Haus die das ganze Jahr taktet bis sie dann nach vielleicht 5 Jahren den Geist aufgegeben hat. Dann war die Kohle für die WP für den Gulli und das Dach ist auch alt.
Erst das Dach, dann die Heizung insbesondere wenn diese erst von 2017 ist.

Verfasser:
ttline
Zeit: 16.11.2025 19:10:42
0
3897946
Zitat von ilchbart99 Beitrag anzeigen
Wie groß ist denn eure Dachfläche?

220qm

Verfasser:
ilchbart99
Zeit: 17.11.2025 23:23:33
0
3898476
Ok. Aber Flachdach sollte doch vom Aufwand her überschaubar sein?!
Wir haben hier 230qm Fläche und wollen mit 30cm Holzfaser dämmen + neue Ziegel + haben ein nicht ganz einfaches Dach. Hatten Angebote zwischen 120000 und 140000 Euro.
Einen Ausreißer gabs jetzt allerdings, der will „nur“ knapp 90000.
Ich würde weitersuchen…

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