| | | | Zeit:
16.11.2025 20:01:12 |
Moin Moin, Hallo zusammen, ich stehe aktuell kurz vor der finalen Auslegung meiner Wärmepumpe und bin unsicher, ob die vorgeschlagene Gerätegröße wirklich optimal ist. Vielleicht könnt ihr mir bei der Einordnung helfen. Gebäude / Daten:Standort: Norddeutschland (Normaußentemperatur –11,1 °C) Baujahr Haus: 1960er Gesamtfläche: ca. 195 m² Nettogrundfläche laut DIN-Heizlastbericht: 170 m² komplette Sanierung (wird ein Haus nach KfW 70 EE): Fassade: 16 cm Dämmung WLG035 Dach: U-Wert ca. 0,14 Kellerdecke 8 cm Dämmung neue Fenster (U ca. 0,95) das gesamte Haus hat eine eingefräste Fußbodenheizung (EG + OG) Heizlast laut DIN/TS 12831:Norm-Heizlast gesamt: 6,2 kW spezifisch: 36,4 W/m² Transmissionsverluste u. a.: Außenwände: 1845 W Fenster: 1173 W Dach: 338 W Boden/Keller: 577 W Lüftungsverluste: 2170 W Die "alten" Werte kenne ich nicht, da die Vorbesitzerin schon vor 3 Jahres ausgezogen ist. Nutzung:Alle Räume FBH, normale Temperaturbereiche. Schlafzimmer soll etwas kühler bleiben, aber nicht unbeheizt. Geplantes Wärmepumpenmodell: Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 A inkl. VRC 720/3, Hydraulikstation VWZ MEH 97, 100-L-Puffer VP RW 100/3 B, 200-L-WW-Speicher. Mein „Dilemma“ bzw. die widersprüchlichen Aussagen: Die Sanitärfirma empfiehlt klar die aroTHERM plus 75/6 und sagt, monovalent sei damit problemlos möglich. Der Energieberater meint dagegen, eine kleinere WP würde besser passen und effizienter laufen (Stichwort weniger Takten). Ich habe aber das Gefühl, dass unser Energieberater eher ein Schreibtischler ist und kein Praktiker. Bekannte (teilweise Neubau!) haben bei ähnlicher Fläche eher 8–10 kW Geräte – was mich zusätzlich verunsichert. Mir ist bewusst, dass die Norm-Heizlast nicht identisch mit der realen Wohnfläche ist (170 m² berechnet vs. 195 m² „gefühlt“). Dennoch frage ich mich, ob die 75/6 sauber dimensioniert ist oder ob eine kleinere WP tatsächlich sinnvoller wäre, auch wenn dann in sehr kalten Stunden der Heizstab kurz mithilft. Meine konkreten Fragen an euch:Ist die Heizlastberechnung mit 6,2 kW für die genannten U-Werte und das Haus plausibel? Ist die aroTHERM plus 75/6 eurer Meinung nach passend dimensioniert – insbesondere monovalent bei –11 °C? Würdet ihr eher eine Stufe kleiner gehen und einen gelegentlichen Heizstabeinsatz akzeptieren? Wie seht ihr das Taktrisiko bei komplett eingefräster FBH? Ist der 100-L-Puffer in dieser Konfiguration sinnvoll oder eher kritisch? Ich freue mich, über eure Erfahrungen.
|
| | Zeit:
16.11.2025 20:14:59 |
Die 75/8.1 ist die richtige wenn saniert ist. Die kann bis 2kw jetzt runtee bei 10 Grad. Nicht die 75/6. Das ist das Vorgängermodell.
|
| | Zeit:
16.11.2025 20:37:13 |
Ja, das Modell wurde uns auch angeboten. Ich habe es oben falsch geschrieben: Vaillant arotherm plus VWL 75/8.1.
Ist es in deinen Augen "die richtige" WP?
LG, Bene
|
| | Zeit:
16.11.2025 20:51:00 |
Was bekannte haben sollte nicht Referenz sein Da wurde in der Vergangenheit viel falsch gemacht. Motto: Hauptsache warm - egal wie. Die heizlastberechnung besagt, dass bei Auslegungstemperatur diese Heizleistung benötigt wird. Und auch nur, wenn das mehrere Tage der Fall ist. Bedeutet... Tagsüber hat's sicher 5-10 Grad mehr AT. Das heißt im Zweifelsfall kann man tagsüber auch ein, zwei Grad höher heizen. Bei der heizlastberechnung fehlen zudem interne + externe Wärmegewinne. (Elektrogeräte, Bewohner, kochen, backen, baden, Sonnenschein....) Man sagt in der Praxis kann man 10-20% von der HL abziehen. Von daher. Nehm die 75/8.1 fertig. Bei einer eingefrässten FBH, sollte ne passende/kleine WP meist besser sein, aufgrund der damit oft geringeren mindest Durchfluss Menge die die WP erwartet.
|
| | Zeit:
16.11.2025 20:52:24 |
Bei Transmissionsverlusten von 3933 W würden m.E: die 55/8.1 auch reichen. Die Lüftungsverluste von 2170 Watt nach DIN sind in den meisten Fällen viel zu hoch angesetzt. Nach Norm musst du alle 2 Stunden stoßlüften, und das tags und nachts, auch wenn es friert. Gibt es KWL mit WRG? Dann fallen die Lüftungsverluste größtenteils weg. Und wahrscheinlich sind Wärmebrückenverluste angesetzt, die nach Sanierung so nicht auftreten.
|
| | Zeit:
16.11.2025 21:00:49 |
Nimm die 75/8.1. Damit machst du nichts falsch. Der untere Modulationsbereich ist ausreichend tief und bis zur NAT wirst du vermutlich keinen Heizstabeinsatz brauchen. Wenn hier Forum ab Dezember die ersten Klagelieder wegen des häufigen Abtauens von WP gesungen werden, kannst du dich mit dem größeren Verdampfer der 75/8.1 (gegenüber der kleineren 55/8.1) entspannt zurücklehnen.
|
| | Zeit:
16.11.2025 21:03:27 |
Danke dir für die Einschätzung, das hilft mir schon mal weiter. Ich bin ehrlich: Ich bin kompletter Laie bei dem Thema und versuche mir das alles gerade irgendwie zusammenzureimen. Mein Energieberater hat mir geschrieben, dass wir Fensterfalzlüfter einbauen müssen, weil das Haus durch die Dämmung + neue Fenster sonst zu dicht wäre. Eine richtige Lüftungsanlage mit WRG ist aber nicht geplant. Soweit ich es verstanden habe, ändern diese Falzlüfter aber nichts an den hohen Lüftungsverlusten, die die DIN in der Heizlastberechnung ansetzt (da stehen ja 2.170 W drin). Die sorgen halt für eine Mindestlüftung, aber eben nicht dafür, dass dieser Wert plötzlich viel kleiner wird. Real wird man wahrscheinlich sowieso nicht so lüften, wie die DIN das fordert. Deshalb denke ich inzwischen auch, dass die echte Heizlast eher irgendwo bei 5 bis vielleicht 5,5 kW liegen dürfte und nicht bei den 6,2 kW aus der Berechnung. Und genau deswegen hänge ich jetzt zwischen den zwei Varianten: – kleinere WP (55/8.1) → würde in der Praxis wahrscheinlich reichen, Heizstab springt nur an sehr kalten Tagen mal kurz ein – 75/8.1 → ist halt monovalent auf der sicheren Seite, aber vielleicht schon „zu viel des Guten“ Mir fällt es als Laie wirklich schwer einzuschätzen, was am Ende die bessere Lösung ist. Ich will halt nicht zu knapp planen, aber auch nicht unnötig überdimensionieren. Was würdet ihr persönlich machen, wenn es euer Haus wäre?
|
| | Zeit:
16.11.2025 21:15:14 |
Zitat von Mastermind1  Was bekannte haben sollte nicht Referenz sein Da wurde in der Vergangenheit viel falsch gemacht. Motto: Hauptsache warm - egal wie. Die heizlastberechnung besagt, dass bei Auslegungstemperatur diese Heizleistung benötigt wird. Und auch nur, wenn das mehrere[...] Dass die Heizlastberechnung sehr konservativ ist und die ganzen Alltagswärmequellen nicht berücksichtigt, macht das Ganze für mich auch verständlicher. Wenn man da wirklich 10–20 % abziehen kann, liege ich ja eher bei 5 bis 5,5 kW. Das passt auch zu dem, was hier andere schon geschrieben haben. Was mich beruhigt: Du sagst am Ende ganz klar, dass die 75/8.1 eine sinnvolle Wahl ist. Genau das ist ja mein Dilemma...ich will ja nicht zu knapp planen, aber auch nicht unnötig überdimensionieren. Wenn die reale Heizlast niedriger ist und die 75er trotzdem „nicht zu groß“ ist, dann klingt das für mich nach einem guten Mittelweg. Der Punkt mit der eingefrästen FBH war für mich neu. Ich dachte eigentlich, dass das grundsätzlich super zur WP passt. Laut Heizlastbericht liege ich bei knapp 1000 l/h Durchfluss (bei 5 K Spreizung). Wenn das aus deiner Sicht ausreichend ist, dann nehme ich das Thema Mindestdurchfluss schon mal von der Sorgenliste runter. Danke dir jedenfalls – deine Erklärung hat das Ganze für mich etwas klarer gemacht. Ich tendiere mittlerweile wirklich zur 75er.
|
| | Zeit:
16.11.2025 21:29:12 |
Wenn das mein Haus wäre, würde ich auf die Fensterfalzlüftung verzichten. Mit diesem Mist kam mein Energieberater auch ums Eck. Ich konnte es ihm aber ausreden. Das ist halt ne Lösung für lüftungsfaule Menschen. Wozu soll ich mir energetisch hocheffiziente Fenster einbauen, um sie dann undicht zu machen? Dann lieber Hygrometer im Haus verteilen und ein bis zweimal am Tag stoßlüften. Zur Dimensionierung der WP: Bedenke, dass die NAT, wenn überhaupt, nur an sehr wenigen (!) Tagen im Jahr erreicht wird. Zur Not kann eben der Heizstab unterstützen. Beispiel: —> 3 Tage x 24 h x 3 kW x 0,3 €/kWh = 65,- € Stromkosten für den Heizstab. In der Praxis wird das aber kaum eintreffen. Eher würd ich die WP so auswählen, dass sie bei den Temperaturen effizient läuft, die am meisten vorherrschen. Das sollte so zwischen 5 °C und 10 °C sein.
|
| | Zeit:
16.11.2025 21:55:20 |
Warum keine richtige Lüftung? Fensterfalz ist Murks.
|
| | Zeit:
16.11.2025 22:08:16 |
Ich glaube, dass ist bei KfW 70 EE, was wir erreichen müssen vorgeschrieben. Wie gesagt er kam da jetzt recht spontan um die Ecke.Wir sind Menschen die lüften grds. sehr viel und gut. Mit einem echten Lüftungssystem haben wir uns nicht beschäfitgt, da uns das vorher keiner gesagt hat. Das würde auch noch teuer werden oder? Wer baut das ein?
|
| | Zeit:
17.11.2025 07:23:50 |
Zitat von Hausbauer9093  Ich glaube, dass ist bei KfW 70 EE, was wir erreichen müssen vorgeschrieben. Wie gesagt er kam da jetzt recht spontan um die Ecke.Wir sind Menschen die lüften grds. sehr viel und gut. Mit einem echten Lüftungssystem haben wir uns nicht beschäfitgt, da uns das vorher keiner gesagt hat. Das würde auch noch teuer werden oder? Wer baut das ein?
Günstigstenfalls ein Sanitär-Heizungs-Klima-Lüftungsbetrieb. Wenn man zehntausende Euro für die Dämmung ausgibt, ist es widersinnig, sich mit der Lüftung die kalte Luft ins Haus zu holen, und ungefiltert nach draußen zu blasen. Deshalb ist WRG in dem Kontext der einzig sinnvolle Weg, und geht im Gesamtinvest eher unter. Die Lüftungsanlage will natürlich auch sorgfältig geplant werden.
|
| | Zeit:
17.11.2025 08:52:29 |
Zitat von ajokr  Zitat von Hausbauer9093  [...] Günstigstenfalls ein Sanitär-Heizungs-Klima-Lüftungsbetrieb. Wenn man zehntausende Euro für die Dämmung ausgibt, ist es widersinnig, sich mit der Lüftung die kalte Luft ins Haus zu holen, und ungefiltert nach draußen zu blasen. Deshalb ist WRG in dem Kontext der einzig[...] Die Frage ist nur: wann amortisiert sich eine dezentrale Lüftungsanlage mit WRG? Bei einem Invest von ca. 5-10k in einem normalen EFH wird man das wohl eher nicht erleben… Dazu noch die Wände aufreißen zur Elektroinstallation… Bei DIY schaut das natürlich anders aus
|
| | Zeit:
17.11.2025 09:11:06 |
Zitat von Infernorider  Zitat von ajokr  [...] Die Frage ist nur: wann amortisiert sich eine dezentrale Lüftungsanlage mit WRG? Bei einem Invest von ca. 5-10k in einem normalen EFH wird man das wohl eher nicht erleben… Dazu noch die Wände aufreißen zur Elektroinstallation… Bei DIY schaut das natürlich anders aus Falsch gerechnet: 1) Dämmung auf KfW70-Niveau für 100k (oder mehr) 2) Lüftungsanlage 5-10k Alternativ weder 1) noch 2). Denn ohne die Dämmung braucht man auch die Zwangslüftung nicht. Und wenn man es doch macht, bringt die WRG dann auch nicht den finanziellen Unterschied. In der Energiebilanz aber sehr wohl. Ob zentral oder dezentral, kommt auf die individuellen Änderungswünsche am Haus an.
|
| | Zeit:
17.11.2025 09:37:11 |
Auch wenn es wichtig ist die passende WP zur Heizlast der Hütte auszuwählen, gibt es inzwischen viele wissenschaftlich gestützte Aussagen, im Zweifelsfall die größere WP zu wählen, da größere WP oft größerer WT= weniger Abtauungen bedeutet. Daher würde ich auf jeden Fall zur 75er greifen. Aus eigener Erfahrung einer deutlich überdimensionierten WP kann ich das auch durchaus bestätigen. Wichtig ist dabei den Umgang mit einer WP, wie auch das völlig andere Heizverhalten zu erlernen.
|
| | Zeit:
17.11.2025 10:01:11 |
Zitat von cmuesei  Auch wenn es wichtig ist die passende WP zur Heizlast der Hütte auszuwählen, gibt es inzwischen viele wissenschaftlich gestützte Aussagen, im Zweifelsfall die größere WP zu wählen, da größere WP oft größerer WT= weniger Abtauungen bedeutet. Daher würde ich auf jeden Fall zur 75er greifen. Aus[...] Hast du eine Quelle für die Aussage mit der Auslegung der WP? Bislang wird ja meist eher die Meinung vertreten, dass eine WP eher knapp dimensioniert werden sollte.
|
| | Zeit:
17.11.2025 10:40:54 |
Zitat von BusDriver  Zitat von cmuesei  [...] Hast du eine Quelle für die Aussage mit der Auslegung der WP? Bislang wird ja meist eher die Meinung vertreten, dass eine WP eher knapp dimensioniert werden sollte. Das "Dogma", eine WP möglichst knapp auszulegen, stammt vermutlich von Sole-WP, bei denen es das Problem der Vereisung nicht gibt. Wenn LWWP (zu) knapp ausgelegt werden, kann es in der Tat dazu führen, dass die WP im Vereisungs-Bereich, d. h. bei Außentemperaturen zwischen ungefähr -3 °C bis +3 °C, schon an der Leistungsgrenze arbeitet, obwohl der Bivalenz-Punkt erst unter -3 °C liegt. Ich habe selbst so eine (zu) knapp ausgelegte LWWP mit einen Bivalenzpunkt von (rechnerisch) -4 °C. Bei feucht-kaltem Wetter im Vereisungsbereich führt das zu einem kleinen Teufelskreis: Enteisungen reduzieren die Heizleistung der WP. Die muss daher stärker arbeiten, was wiederum die Anzahl der Enteisungen erhöht, was wiederum die Heizleistung weiter reduziert etc. Meine Erkenntnis aus Theorie und eigener Praxis: Der rechnerische Bivalenzpunkt darf nicht zu dicht am am unteren Ende des Vereisungsbereichs liegen. Die -4 °C meiner WP liegen zu dicht an den -3 °C. Durch energetische Maßnahmen konnte ich die Heizlast meines Hauses jetzt um ca. 15% reduzieren, was dazu führt, dass die Bivalenztemperatur meiner WP von -4 °C auf ca. -7 °C sinkt. Es gab jetzt die ersten Vereisungen, und ich konnte schon beobachten, dass die WP deutlich "gelassener" damit umgegangen ist, wie letzten Winter. Aber was auch klar ist: Deutlich überdimensioniert sollte die WP auch nicht sein. Dann gibt es zwar keine Probleme im Vereisungsbereich, aber die untere Modulationsgrenzen liegt so hoch, das die WP sehr häufig taktet, was wiederum schlecht für Lebensdauer des Verdichters sein kann.
|
| | Zeit:
17.11.2025 11:08:46 |
Zitat von ajokr  Zitat von Infernorider  [...] Falsch gerechnet: 1) Dämmung auf KfW70-Niveau für 100k (oder mehr) 2) Lüftungsanlage 5-10k Alternativ weder 1) noch 2). Denn ohne die Dämmung braucht man auch die Zwangslüftung nicht. [...] Wichtig ist, wenn man neue Fenster egal ob 3Fach oder 2 Fach mit Gummidichtung hat, findet keine Spaltlüftung mehr statt und man muß aktiv lüften. Entweder mit Stoßlüftung oder mit einem Lüftungssystem. Aber Dämmung hat mit Lüftung nichts zu tun. Da geht es im wesentlich darum, daß die Wände nicht mehr so stark auskühlen. D.h. wenn man ein gutes WDVS und neue Fenster hat, kann man auch weiterhin Stoßlüften und braucht nicht unbedingt eine Lüftungsanlage, weil sich die Luft im Haus nach dem Stoßlüften, aufgrund der warmen Wände gleich wieder erwärmen wird.
|
| | Zeit:
17.11.2025 11:15:50 |
Aber Dämmung hat mit Lüftung nichts zu tun. Da geht es im wesentlich darum, daß die Wände nicht mehr so stark auskühlen.Wenn das Gebäude nach der Dämmung luftdicht ist, schon. Gerade bei unsanierten Altbauten ist das nicht der Fall, und die Feuchtigkeit und Luft kann relativ ungehindert raus.
|
| | Zeit:
17.11.2025 11:37:55 |
Wo eine Dämmung einen Unterschied machen kann ist, im Dachbereich, wenn eine neue Dampfbremse eingezogen wird und diese luftdicht an die Wand angearbeitet wird. Eine normale gemauerte Wand auch wenn sie nicht gedämmt ist, ist luftdicht. Das einzige was sich beim WDVS ändern kann sind die Einbausituationen von Fenstern und Türen, aber eigentlich auch nur wenn beim Einbau der alten Fenster extrem geschlampt wurde.
|
| | Zeit:
17.11.2025 12:10:41 |
Rolladenkästen sind auch gute Kandidaten für Luft/Feuchteverluste. Die würde ich nicht als "geschlampt" bezeichnen.
|
| | Zeit:
17.11.2025 16:29:17 |
Danke euch allen für die ganzen Rückmeldungen. Das hat mir wirklich geholfen, die ganzen Punkte etwas besser einzuordnen. Zum Thema Lüftung:Ich sehe jetzt klarer, dass die dichten neuen Fenster eigentlich der Auslöser dafür sind, dass ich die Fensterfalzlüfter brauche und nicht die Dämmung an sich. Eine zentrale oder dezentrale KWL ist bei mir aktuell nicht geplant, und nach Rücksprache mit meinem Energieberater brauche ich keine offizielle Lüftung, sondern kann es auch in Eigenregie mit Lüften regeln. Ich werde mir ein Feuchtigkeitsmesser holen und es in die eigene Hand nehmen. Falls es nicht klappt, kann ich Falzlüfter nachrüsten. Zum Thema Heizlast:Dass die 6,2 kW sehr konservativ gerechnet sind und in der Praxis eher 10–20 % runtergehen, haben ja mehrere von euch geschrieben. Mit den ganzen internen Wärmegewinnen usw. klingt das für mich inzwischen logisch. Beim Thema Wärmepumpe tendiere ich jetzt tatsächlich zur 75/8.1. Eure Argumente mit dem größeren Verdampfer und den Abtauvorgängen im Winter waren für mich neu, aber das scheint ja wirklich ein realer Vorteil zu sein – gerade hier im Norden, wo es im Winter oft feuchtkalt ist. Dass die 75er trotzdem weit genug runtermodulieren kann und ich keinen ständigen Heizstabeinsatz befürchten muss, beruhigt mich auch. Ich denke, für mich ist die 75er am Ende einfach die stressfreiere Variante.
|
| | Zeit:
17.11.2025 18:21:00 |
Zitat von Hausbauer9093  Zitat von Mastermind1  [...] Dass die Heizlastberechnung sehr konservativ ist und die ganzen Alltagswärmequellen nicht berücksichtigt, macht das Ganze für mich auch verständlicher. Wenn man da wirklich 10–20 % abziehen kann, liege ich ja eher bei 5 bis 5,5 kW. Das passt auch zu dem, was hier andere schon[...] Hallo Hausbauer9093, zu Deiner Frage, welche WP denn wohl die "richtige" sei: berechnete Transmissionsheizlast: 4,0 kW. zum Thema Lüftungsheizlast und WL wurde hitzig diskutiert....praxisnah zeigen sich ca. 20% des berechneten Werts und man ist auf der "sicherenSeite". Bei 2,2 kW = 0,45 kW dazu addieren- so ist jedenfalls meine Erfahrung... ich vergleiche mal meine Hütte mit Deiner nach Sanierung:170 m² beheizt, Dachdeckung saniert U-Wert 0,13, Fassade 0,14 (ebenfalls 16 cm WLG032 drauf, Preisunterschied zu WLG035 ist geradezu lächerlich; Kosten liegen in der Montage!!!), keine Kellerdeckendämmung, Fenster ebenfalls 0,95, teilbeheizter Keller ohne Perimeterdämmung. seit 2a werkelt eine WP. Wir haben einen WMZ installiert zum Messen der Heizlast: Ergebnis ist 4,1 kW bei -8°C NAT (bei -11°C sind das 4,6 kW wegen der Proportionalität der Heizlastlinie zur AT. Zum vergleich: die Heizlastberechnung ergab knapp 4 kW Transmissionsheizlast. Wir lüften klassisch mit Fensterlüftung morgens und ggf. abends kurz vor dem Schlafengehen. KWL kam für uns bei nachträglichen Einbau in die vorh. Bausubstanz wegen der vielen mit Rigips verkleideten Kanäle und manch einer abzuhängenden Decke nicht infrage. Wenn das für Dich ebenfalls ein Thema sein sollte und Du KfW70 auch so erreichst: lass es - meine Meinung. Die Lüftungsheizlast wird bei NAT errechnet - bei Dir -11°C. Rein rechnersich wird wie schon beschrieben rund um die Uhr alle 4 h bei dieser Temp. in allen Raäumenso lange gelüftet, bis das gesamte Raumvolumen ausgetauscht ist. Macht keiner - schon gar nicht in deinem Haus mit Bombendämmung = warmen Wand- und Deckenoberflächen, wo die Kondensationschance sehr gering ist und Du gerade im Winter draußen schon staubtrockende Luft hast (ich meine die absolute Luftfeuchte!!!). Für die Übergangszeit habe ich Raumtemüperaturstationen aufgestellt. Über 50% war ich bei 15°C und höchster Luftfeuchte im EG und OG nie. Nun zur Frage: welche Modellgröße empfehle ich?In der Übergangszeit taktet auch meine WP, die bis 1,4 kW thermisch bei 10°C AT runtermodulieren kann. In wärmegenügsamen Häusern wie Deinem und auch meinem ist die Frage der unteren Modulationsgrenze aber eine zentrale Frage: meine Heizlast ist bei 95°C ca. 1,1 kW und das ist die untere Modulationsgrenze der WP. Darüber taktet sie, weil das Haus weniger Heizwärme braucht als die WP liefern kann. Und weil die nicht den Wärmetod sterben will, geht sie halt an und aus. Also taktet auch meine WP bei AT > 9,5°C. Da kann man mit Heizzeitprogrammen tricksen, aber auch die Trickserei hat Grenzen. Umgekehrt sollte es für NAT "reichen" und bei -2°C ...5°C AT sollte die WP ca. 25% Heizleistungsreserve ggü. dem Heizbedarf des Hauses haben (hängt mit dem Abtauen bei Wetterinversionslagen mit z.B. Nebel zusammen - erkär ich auf Wunsch gern näher). So, nun zur WP: technische Daten der Vaillantkandidaten findest Du hier - ich schreibs mal kurz zusammen: 1 Wie ist die maximale Heizleistung bei -7°C AT und 35° VLT (S. 48)? 35/8.1 - 5,01 kW 55/8.1 - 5,88 kW 75/8.1 - 7,25 kW Fazit1: auch bei -11°C wird die 55er noch allein über den Verdichter Deine Heizlast von 4,0 (Transmiss.) + 0,45 (Lüftung) = 4,5 kW verlässlich decken. 2 Wie ist die untere Modulationsgrenze bei 7°C AT und 35° VLT (S. 48)? 35/8.1 - 1,39 kW 55/8.1 - 1,39 kW 75/8.1 - 1,93 kW (kein Tippfehler!!) Fazit2: die kleinen Anlagen 35 und 55 modulieren erheblich weiter runter - ideal für Dein Haus und gravierender Nachteil der 75er, die selbst bei unter 5°C AT noch takten würde! 3 Wieviel Reservekapazität hat die WP bei -2°C ... 5°C (Heizlast ca. 3 kW ...1,7 kW)? max. Heizleistung bei -7°C AT[/b/35° VLT / [b]5°C AT/35°VLT ist 35/8.1 - 5,01 kW / 7,23 kW 55/8.1 - 5,88 kW / 8,23 kW 75/8.1 - 7,25 kW / 8,94 kW Fazit3: alle 3 Anlagen bieten mit über 5 kW Heizleistung mehr als 40% Reservekapazität im leistungszehrenden Betriebsbereich bei Abtauwetter - was etwa an 10 bis 30 Tagen der Heizsaison vorkommt. Gesamtfazit: von der Datenlage her ist die 55/8.1 die ideale Anlage, die ich desegen auch klar empfehle. -> niedrigste untere Modulationsgrenze, wie die 35er = weniger Takten ggü. der 75/8.1 -> ausreichend Heizleistung zur Normheizlast Deines Hauses selbst bei 5,5 kW (!!) -> mehr als ausreichend Reservekapazität im Abtauwetterbereich Der als Bauteil bei allen WP serienmäßig oder optional zusätzlich vorhandene el. Zuheizer, bei Vaillant modulierend mit bis zu 5,5 kW steht für den Fall der Fälle zusätzlich zur Verfügung. Bei Vaillant heißt dieses otionale Bauteil VWZ MEH 97/6. Den würde ich dazubuchen - in meiner WP ist auch so eine Zusatzheizung verbaut: - gut fürs beruhigte "Sorgegewissen" oder bei Ausfall des Verdichters draussen (so einen 2. zusätzlichen Wärmeerzeuger hat keine fossile Heizung!!). Dann musst Du bis zur Reparatur nicht frieren - auch das ist bei foss. Heizungen leider anders.... Gruß - Eddi
|
| | Zeit:
17.11.2025 19:38:01 |
Zitat von Eddi Lang  Bei Vaillant heißt dieses otionale Bauteil VWZ MEH 97/6. Den würde ich dazubuchen - in meiner WP ist auch so eine Zusatzheizung verbaut:
Mittlerweile schon MEH 97 /7. Den gibt es auch als 230V-Variante. Dann hast du nicht gleich 9kW mit COP=1, sondern nur 6kW. Deinen Netzbetreiber wird es freuen, und deine Heizlast braucht eh keine 9 KW Zuheizung. Softwaremäßig lässt sich das noch in 500W-Schritten eindrosseln. Die Außeneinheit läuft auch nur auf 230V.
|
| | Zeit:
21.11.2025 08:19:06 |
Hallo zusammen, da wir einen sehr ähnlich gelagerten Fall bei gleicher Wärmepumpe haben, würde ich die Diskussion gerne kurz ergänzen: Wie steht es denn um die Wahl der Wärmepumpe, wenn wir bei -12 NAT Transmissionsverluste von 5,3 kW haben?Neubau nach KfW40 mit KWL: Maßgebenden Außentemperatur -12,0 °C Innenraumtemperatur +20,0 °C spezifischer Transmissionswärmeverlust HT´ 0,276 W/(m²K) wärmeübertragende Fläche A 609,7 m² Gebäudeluftwechsel bei Normaußentemperatur nGeb 0,25 h-1 (Gebäudedichtheit Kategorie 1) Luftvolumen V 835,5 m³ Gebäudeheizlast gemäß DIN EN 12831-1:2017-09 Abs. 8 7,7 kWUnser Heizungsbauer hat für das Trinkwasser einen Vaillant uniSTOR plus VIH RW 400/3 BR angeboten und meint, dass die 75/8.1 die bessere Wahl ist aufgrund der Trinkwasserbereitung.
|