Hallo zusammen,
wir planen nächstes Jahr unsere dann 25 Jahre alte
Gasheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen. Aktuell sammle ich dafür Einiges an Vorabinformationen und habe auch bereits mittels heiz.report und den vorhandenen Bauplänen eine
Heizlastberechnung durchgeführt. Unser Haus ist ein klassisches Reihenhaus BJ 2001, recht gut gedämmt und obwohl wir nur Heizkörper und keine FBH haben, besagen die Ergebnisse der Berechnung, dass wir lediglich vier Heizkörper austauschen müssen um eine
Vorlauftemperatur von 45°C bei unserer Normaußentemp. von -8°C zu erreichen. Das sieht also alles eigentlich erst mal ziemlich unkritisch für eine Umrüstung auf Wärempumpe aus.
Allerdings befindet sich unsere aktuelle Gastherme mit einem 150l WW-Speicher im Dachgeschoss und damit scheinen einige zusätzliche Herausforderungen verbunden zu sein, zu denen ich mir von den Experten hier ein paar Ratschläge erhoffe.
Option 1, die Gastherme an gleicher Stelle im Dachboden durch eine Wärmepumpe zu ersetzen hätte den Vorteil, die komplette Verrohrung für Heizung und WW unverändert weiter nutzen zu können. Großer Nachteil scheint aber zu sein, dass wir dann eine sehr lange Leitung außen am Haus bis hinunter zur Außeneinheit ziehen müssen, da wir diese ja wegen Lärm und Vibrationen nicht direkt auf das Dach setzen können, richtig? Bei dieser Variante wäre auch vermutlich eine Split-Wärmepumpe angeraten, richtig? D.h. die Leitungen außen am Haus wären dann lediglich für das Kältemittel.
Option 2 wäre daher die Wärmepumpe in den Keller zu verlegen. Dort ist ein Heizkörper im Flur vorhanden und dessen Vor- und Rücklauf mit 22mm
Rohren (außen gemessen) im Waschraum könnten wir dann evtl. nutzen um die WP dort in den Heizkreislauf zu setzen. Allerdings ist die Warmwasserleitung heute nur vom DG bis in das Obergeschoß verlegt, sodass uns eine WW-Leitung bis in den Keller erst mal fehlt. Heute verläuft aber natürlich noch eine Gasleitung vom Keller bis in das DG zur Gastherme, die dann ja nicht mehr notwendig wäre. Könnte man diese evtl. für WW nutzen indem man diese dann im OG mit der WW-Leitung verbindet? Kleiner zusätzlicher Nachteil dieser Variante wäre auch, dass das Warmwasser dann bis zu unseren Bädern im 1. OG und DG einen längeren Weg zurücklegen muss. Wir haben aktuell keine Zirkulationsleitung und warten schon mal 30s bis das warme
Wasser kommt. Das würde dann also noch mal deutlich länger dauern, richtig?
Option 3: Eine reine
Brauchwasser-Wärmepumpe würde an die heutige Stelle der Gastherme im Dach gesetzt und nutzt dort die vorhandene WW-Verrohrung. Der Heizkreislauf im Dach wird kurzgeschlossen und im Keller wird eine reine Heizungswärmepumpe installiert und dort an den Heizkreislauf angeschlossen. Nachteil dieser Variante wären natürlich erst mal höhere Kosten für die zusätzliche BW-WP, allerdings vermute ich entsprechende Kosteneinsparungen im Gesamtprojekt, weil wir die existierenden Rohre nahezu unverändert nutzen können.
Gäbe es noch weitere Vor- und Nachteile der beschriebenen Optionen, die ich noch gar nicht auf dem Schirm habe? Gäbe es noch Alternativen? Was übersehe ich noch an grundsätzlichen Schwierigkeiten? Falls noch relevante Informationen fehlen, die euch eine Einschätzung erleichtert liefere ich die gerne nach. Bevor ich im Frühjahr die Heizungsbauer kontaktiere wollte ich mich aber gerne jetzt schon so weit wie möglich schlau machen um deren Lösungsvorschläge dann besser einschätzen zu können.
Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!