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03.12.2025 19:44:45 |
Hallo zusammen, ich hab Probleme mit meiner Heizung (ist eigentlich nicht meine, aber immer wenn es Probleme gibt bin ich zuständig). Der Typ ist Viessmann Vitola 100, ca 25 Jahre alt. Verbrauch ca. 1000l im Jahr. Wartungszustand würde ich mal als "minimalistisch bis garnicht" einschätzen. Der Schornsteinfeger hatte bisher noch nie was zu bemängeln (wurde mir gesagt). Heizung hat bisher immer ohne Probleme funktioniert, vor kurzem trat folgendes auf. Die Bude wurde etwas kalt, bei der Ursachenforschung kam raus dass der FI im Keller ausgelöst hatte. OK. FI wieder reingedrückt, die Heizung startete wieder, alles Gut. Ca. 1 Stunde später bei einer Nachkontrolle war wieder der FI gefallen und lies sich diesmal aber auch nicht mehr einschalten. Den Heizungseigentümer informierte mit "scheint wohl ein elektrisches Problem zu sein" den Elektriker seines Vertrausen. Die Fachkraft kam am nächsten Tag, hat "alles" durchgemessen (was auch immer "alles" ist) und konnte kein Problem feststellen. Der FI liess sich wiedereinschalten und die Heizung lief, alle waren glücklich. (War ca. Vormittag/Mittag) Gegen abend kam ich vorbei und stellte fest dass der FI wieder ausgelöst hatte. Kein Fehlerspeicher vorhanden (ausser "0F"). Diesmal habe ich alle Sicherungen im Keller ausser der für die Heizung und das Licht im Gang ausgeschaltet. FI rein, die Heizung startete und läuft jetzt seit 2 Tagen. Was mir aufgefallen ist: Der Brenner startet (erkennbar am lauten Geräusch), läuft ca. 20 Sekunden und geht dann aus. Nach ca. 3 Sekunden Pause geht er wieder an und bleibt dann auch an, bis die Kesseltemperatur die Ausschaltschwelle erreicht hat. Dieses Verhalten (an aus an) ist definitiv neu. Ich weiss, niemand hat eine Glaskugel, aber evtl. hat ja jemand schon ein ähnliches Problem gehabt. Wie kann man versuchen die Ursache einzugrenzen? Bin für jeden Tip dankbar.
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04.12.2025 13:00:53 |
Das sieht ja nach zwei unterschiedlichen Fehlern aus. Der schlechte Brennerstart könnte an der nicht vorhandenen Wartung liegen, z.B. verschlissene Düse, nicht mehr passende Einstellung ÖL/Luft und anderes. Hierbei hilft wohl zunächst eine Wartung der Heizung. Die Auslösung des FIs kann natürlich viele Ursachen haben. Wenn die Auslösung gelegentlich vorkommt, liegt es möglicherweise an Geräten, die sich gelegentlich einschalten, z.B. eine Kühltruhe. Ich würde in einem zeitlichen Abstand von etwa einem Tag je einen ausgeschalteten Sicherungsautomaten einzeln einschalten und beobachten, ob nach einer Einschaltung der FI wieder fällt. Dann könnte das Problem in dem Stromkreis zu finden sein.
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04.12.2025 20:27:40 |
Zitat von Anton35  Das sieht ja nach zwei unterschiedlichen Fehlern aus.
Grundätzlich würde ich dir da recht geben, aber dass beide zur gleichen Zeit auftreten ist schon etwas seltsam. Vermutlich gibt es da irgendeinen Zusammenhang. Zitat von Anton35  Der schlechte Brennerstart könnte an der nicht vorhandenen Wartung liegen, z.B. verschlissene Düse, nicht mehr passende Einstellung ÖL/Luft und anderes. Hierbei hilft wohl zunächst eine Wartung der Heizung. Wenn die Einstellungen nicht passen würden, würde sich das nicht bei der Abgasmessung vom Schornsteinfeger bemerkbar machen? Zitat von Anton35  Ich würde in einem zeitlichen Abstand von etwa einem Tag je einen ausgeschalteten Sicherungsautomaten einzeln einschalten und beobachten, ob nach einer Einschaltung der FI wieder fällt. Dann könnte das Problem in dem Stromkreis zu finden sein.
Das ist eine sehr gut Idee! Werde ich genau so machen.
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04.12.2025 21:00:54 |
Zitat von ak_75  Wenn die Einstellungen nicht passen würden, würde sich das nicht bei der Abgasmessung vom Schornsteinfeger bemerkbar machen? Den "Schwatten" interessieren meist nur die gesetzlichen Vorgaben. Erst wenn die überschritten werden, fängt der an zu Mecker, dann ist es aber meistens zu spät! Oft ist Feuchtigkeit in einer Umwälz- oder Zirkulationspumpe der Auslöser für den Fi. Da die Pumpen aber sehr oft an der Heizungsregelung angeschlossen sind, kann man das nur herausfinden, indem man die Pumpen elektrisch abklemmt und danach wenigstens die, in alten Pumpen noch vorhandenen Anschlußkästen kontrolliert. Auch Wasserlaufspuren an Pumpengehäusen können auf einen Fehler hinweisen. Wenn man nichts findet, einfach die Heizungsanlage vom Elektriker umklemmen und ohne Fi arbeiten lassen. Peter
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04.12.2025 22:03:46 |
Moin, welcher Wert steht an dem FI? 10, 30, 300, 500 mA als Auslöser? Wie alt ist das Haus in dem der Fiesemann wohnt? ggf. vor 1970 eine Zeit als es noch die schöne klassische Nullung gab? dann kann es auch in einer Lampe sein, weil jemand die dritte Ader zum Schalten benötigte. War ein geiler Fehler.... Wenn im Keller der Herd zum "Einkochen" benutzt wurde und der Herr des Hauses seine 230mm Flex nutzen wollte flog der FI ..... Alles im Keller weggeklemmt ... Fehler lies sich immer reproduzieren. Im Dachboden hatte jemand einen Bewegungsmelder an der Hausecke in eine dreiadrige Leitung für die Außenlampe verklemmt. hat nnur eineinhalb Wochen bei guter Verpflegung dedauert. Es kann auch noch mehr als 2 Fehlerquellen geben. Wenn in jedem Sicherungskreis jeweils nur wenige mA Fehlerstrom abfließen, summieren sich dann alle am FI und überschreiten dessen Abschaltschwelle. Fehlerstrom an einer Heizung mit den vielen geerdeten Rohrleitungen kann auch richtig für Arbeit sorgen. Wie Peter bereits schrieb, Pumpen, Mischer, ggf am Brenner Ölvorwärmung sehr selten Steuerung. Grüßle PS viel Spass beim suchen lassen.
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05.12.2025 09:56:25 |
Zitat von JoergW  Moin, welcher Wert steht an dem FI? 10, 30, 300, 500 mA als Auslöser?
40A 30mA Zitat von JoergW  Moin, Wie alt ist das Haus in dem der Fiesemann wohnt?
Auch ca. 25 Jahre Zitat von JoergW  Moin, Wenn in jedem Sicherungskreis jeweils nur wenige mA Fehlerstrom abfließen, summieren sich dann alle am FI und überschreiten dessen Abschaltschwelle.
Verstehe ich. D.h. wenn ich jetzt nach und nach die Sicherungen wieder einschalte und der FI auslöst, heisst es nicht unbedingt dass der zuletzt wieder zugeschaltete Kreis das Problem verursacht, sondern es könnte auch eine Kombination mit den anderen sein. Das macht die Fehlersuche aber nicht einfacher :)
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05.12.2025 10:09:40 |
Zitat von epicuro  Oft ist Feuchtigkeit in einer Umwälz- oder Zirkulationspumpe der Auslöser für den Fi. Da die Pumpen aber sehr oft an der Heizungsregelung angeschlossen sind, kann man das nur herausfinden, indem man die Pumpen elektrisch abklemmt und danach wenigstens die, in alten Pumpen noch vorhandenen Anschlußkästen kontrolliert. Auch Wasserlaufspuren an Pumpengehäusen können auf einen Fehler hinweisen. Die Pumpen sind zusammen mit der Heizung auf einer SIcherung. Die Umwälzpumpen sind alle mit Stecker, die kann man ganz einfach trennen. Nur die Zirkulationspumpe ist fest verkabelt. Zitat von epicuro  Wenn man nichts findet, einfach die Heizungsanlage vom Elektriker umklemmen und ohne Fi arbeiten lassen.
Was sagt da der VDE? :)
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05.12.2025 12:23:31 |
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05.12.2025 12:43:03 |
Zitat von Sockenralf  Dass das i. O. ist Nur, wenns kein TT Netz ist, da geht nichts ohne FI. Und am Ende des Tages verdeckt es nur den Fehler. Ich würde eher zunächst die Heizung auf einen eigenen 2pol FI legen, dann ist klar ob die FI Auslösung wirklich von der Heizung kommt.
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05.12.2025 12:44:03 |
Zitat von ak_75  Zitat von Anton35  [...] Grundätzlich würde ich dir da recht geben, aber dass beide zur gleichen Zeit auftreten ist schon etwas seltsam. Wer sagt denn, dass das "Brennerstart auf den 2. Anlauf" nicht schon länger so ist, nur niemandem aufgefallen?
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05.12.2025 14:12:16 |
Verstehe ich. D.h. wenn ich jetzt nach und nach die Sicherungen wieder einschalte und der FI auslöst, heißt es nicht unbedingt dass der zuletzt wieder zugeschaltete Kreis das Problem verursacht, sondern es könnte auch eine Kombination mit den anderen sein.
Das macht die Fehlersuche aber nicht einfacher :)
Wahrscheinlicher ist ein Fehler in nur einem Stromkreis. Es kann aber auch eine Überlagerung von mehreren Ableitströmen mehrerer Stromkreise sein.
Besonders unangenehm sind Verbindungen zwischen dem Nullleiter und dem Erdleiter. Dabei löst der FI erst bei einem höheren Stromverbrauch irgendwo im Haus und insbesondere hinter dem betroffenen FI aus.
Wenn man mit einer Suche durch gezielte Abschaltungen von Stromkreisen oder einzelnen Verbrauchern nicht weiter kommt, können Elektrofachkräfte mit einer Leckstromzange den Fehler aufspüren.
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06.12.2025 13:12:30 |
Zitat von ak_75  Was sagt da der VDE? :) Hat den VDE für Fehlersuche nicht zu interessieren. Was bringt es, wenn dauernd der FI fällt und man den Fehler nicht lokalisieren kann. Willst Du alle Abzweigdosen, Schalter o.Ä. öffnen um den Fehler zu suchen? Dann doch lieber für ein paar Tage ohne FI,den ich persönlich an einer Heizungsanlage quatsch finde, außer es ist ein seperater FI für die Heizungsanlage! Ich hab letztens an einer Kundenanlage das Kabel einer Umwälzpumpe angeschlossen: Erst den Schutzleiter, schon fiel der FI fürs ganze Haus(L1 und N waren noch nicht angeschlossen!). Absoluter Nonsens. Wenn so etwas nach langer Zeit passiert sucht man sich einen Wolf. Glücklicherweise war das die letzte Arbeit nach der Hausrenovierung und der Elektriker durfte nochmal antanzen Fehler suchen. Peter
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06.12.2025 13:41:30 |
Moin Peter,
dann wird die Heizung vorschriftsmäßig gerdet gewesen zu sein un ein anderer hatte eine klassiche Nulung eingebaut....
Aber gab / gibt es nicht die Ausnahme das Fest verbaute Verbraucher nicht über den FI laufen müssen? Hier bin ich aber überhaupt nicht Sattelfest.
Grüßle
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06.12.2025 14:14:51 |
Zitat von JoergW  Aber gab / gibt es nicht die Ausnahme das Fest verbaute Verbraucher nicht über den FI laufen müssen? Hier bin ich aber überhaupt nicht[...] Wie gesagt. Solange es ein TN Netz ist. Im TT Netz geht ohne FI nix.
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06.12.2025 14:21:41 |
Zitat von JoergW  Aber gab / gibt es nicht die Ausnahme das Fest verbaute Verbraucher nicht über den FI laufen müssen? Hier bin ich aber überhaupt nicht Sattelfest Geht mir genauso. Ich hab zwar irgendwann mal Elektriker gelernt, bin aber 1988 auf die Öl- und Gasbrennerseite gewechselt. Seit dem bin ich aus den Vorschriften und was sich da so alles geändert hat raus. Zu meiner Zeit war gerade mal bei Renovierungsarbeiten ein FI fürs Badezimmer Vorschrift. Peter
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06.12.2025 14:35:30 |
Moin,
ich glaube Du bist auch nur wenige Jahre älter....
Mein Elektroschein ( kleiner Almosenschein der BP) ist von 1983
Danach noch einen bis 30 kV und dann nur noch 48 / 60 V ..... heute eher 5-12V ggf 19V
Grüßle
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06.12.2025 20:23:04 |
Welche geerdeten Bauteile gibt es an einem Ölbrenner die den FI auslösen können? Brennermotor Ölvorwärmung Feuerungsautomat (evtl.) Umwälzpumpen Speicherladepumpe Z- PumpeDa die Baiteile über ein Relais getrennt sind kann der Elektriker diese natürlich auch nur messen indem er die Stecker abmacht und eine Isolationmessung der einzelnen Geräte macht. Hat er das gemacht? Wahrscheinlich nicht. Aus Erfahrung ist es meistens die Ölvorwärmung oder die Speicherladepumpe. Allerdings spricht deine Fehlermeldung eher für eine Pumpe. Grüße
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07.12.2025 08:07:34 |
Zitat von Ruediger1931  Welche geerdeten Bauteile gibt es an einem Ölbrenner die den FI auslösen können? Brennermotor Ölvorwärmung Feuerungsautomat (evtl.) Umwälzpumpen Speicherladepumpe Z- PumpeMV Spule Zündtrafo Mischermotoren(z.B. Zentra VMM haben einen Erdungsanschluß)Ich hab die Liste mal verlängert. Der Feuerungsautomat eher seltener, da der keinen Anschluß auf Erde hat. Die Erde wird zwar im Steuergerätesockel durchverdrahtet, aber nicht in den Feuerungsautomat. Peter
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07.12.2025 09:01:08 |
Zitat von epicuro  Zitat von Ruediger1931  [...] Ich hab die Liste mal verlängert. Der Feuerungsautomat eher seltener, da der keinen Anschluß auf Erde hat. Die Erde wird zwar im Steuergerätesockel durchverdrahtet, aber nicht in den Feuerungsautomat. Peter Neue Zündtrafos haben keine Erde. Aber es gibt welche. Alte Weishaupt zB. Magnetventil hat Erde. Aber sei es mal dahingestellt das es hier sicher Abweichungen gibt. Es kann natürlich auch ein nicht geerdetes Bauteil sein welches aus anderen Gründen einen Massefehler herstellt. Ich habe jedoch in über 20 Jahren Kundendienst nur Pumpen und Ölvorwärmungen gehabt die einen Fi Fehler ausgelöst haben. Grüße
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07.12.2025 09:30:01 |
Ich baue nur Danfoss EBI Zündgeräte ein und die haben alle einen Erdungsanschluß. Entweder über das Netzanschlußkabel(3 pol.) oder über die Kupferfahne an der Breitseite des Geräts. Bei Servicetrafos ist sogar ein seperates Erdungskabel für die Erdungsfahne dabei. Peter
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