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10.12.2025 11:49:06 |
Liebes Forum, ich bin langsam etwas ratlos. Zur generellen Situation: Wir haben unseren Neubau Ende 2023 bezogen. Leider sind sowohl der Heizungsbauer, als auch der Generalunternehmer während der Bauphase insolvent gegangen (einer davon sogar per Haftbefehl gesucht). Sprich: Ich habe leider 0 Dokumentation für die Wärmepumpe, außer ein Strangschema. Ich kenne leider keine Dimensionierungen, weiß aus der eigenen Fotodoku, dass die Fußbodenheizrohre in einem Abstand von ca. 10cm gelegt wurden. Hier noch ein paar Kenndaten: - USV steht auf 250mbar -179qm Wohnfläche, verteilt auf EG + OG, oberste Geschossdecke gedämmt -KFW 40 Standard, allerdings ohne Perimeterdämmung -Vaillant 75/5 AS Split mit Vaillant 77/5 IS -300l Warmwassertank und soweit ich das erkennen kann einen Pufferspeicher-Wir haben in Summe 16 Kreise verteilt auf EG + OG, der große Wohn- und Essbereich wird dabei über zwei Kreise geheizt, ansonsten hat jeder Raum seinen eigenen. -Heizkurzve auf 0,2, min. Vorlauf auf 20°C, AT Abschaltung bei 18°C - Wasserdruck bei ca. 1,35bar, Anzeige im grünen Bereich Die Gebäudeheizkreispumpe läuft laut Fachhandwerkereben auf 50% (etwa 1100 L/h), die max. Restförderhöhe steht auf dem Maximum von 900 (ich glaube es waren mbar?). Eine manuelle Erhöhung ist bei den Split-Geräten ja angeblich nicht möglich. Nun zum Problem: Unsere WP läuft im Sommer super und kühlt auch fleißíg. Im Winter haben wir jetzt erneut das Problem, dass einzelne Räume einfach nicht warm werden (natürlich vorwiegend die, die entsprechende Außenwände haben). Ein thermischer und hydraulischer Abgleich wurde dank des Forums und im Rahmen meiner Möglichkeiten gemacht. Schlicht und ergreifend reicht die zur Verfügung stehende Durchflussmenge aber nicht aus, um alle Räume auf das gewünschte Temperaturniveau zu heben. Wir haben einen Wartungsvertrag mit Vaillant, die uns die grundlegende Leistungsfähigkeit der WP attestieren. So langsam beschleicht mich aber das Gefühl, dass unsere Durchflussmengen in den verschiedensten Heizkreisen einfach zu gering sind. Da wir bis auf den HWR keinen Raum haben, wo wir wirklich keinen Heizbedarf haben, liegen alle Räume zwischen 0,25 und 1,5l/min, abgelesen an den Topmetern. Die Heizkreise sind entlüftet, gespült und per Wärmebildkamera auch auf Funktion geprüft. Aktuell fahren wir alle Heizkreise ohne Stellantriebe, damit wir das System erst mal vereinfachen für alle Einstellungen. Wir haben jedoch einige Räume, die deutlich zu kalt sind, jedoch die Topmeter keinen weiteren Zufluss zulassen. Gerne würde ich zudem Räume mit höherem Heizbedarf (großes Badezimmer) entsprechend mit mehr Durchfluss versorgen (1,5l reichen hier nicht aus), was aber aufgrund der generellen Knappheit nicht funktioniert :) Was mich etwas irritiert. Ich habe im OG (wo das große Badezimmer liegt) testweise alle Kreise zugedreht und lediglich den für das Badezimmer geöffnet gelassen. Selbst dann ergibt sich gerade so eine maximale Durchflussmenge von 2,0l/min. Kann das sein? Ist der einzige Weg hier wirklich die Heizkurve anzuheben, oder habe ich irgendwas ganz grundsätzliches nicht bedacht? Ich bin für jeden Tipp dankbar
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10.12.2025 12:42:10 |
Wie ist denn der Puffer angeschlossen? Die 75er sollte ein Haus deiner Klasse locker abdecken, das Problem steckt irgendwo in der Hydraulik oder den Einstellungen. Abschaltgrenze bei 18° AT? Das ist man ja aktuell schon knapp dran. Du wirst ja vermutlich einen VRC 720 als Regler haben, schau Mal was da an min. Und max. VLT eingestellt ist. Den Volumenstrom kannst du bei der Split ja nur über die Förderhöhe beeinflussen. 1100L/h klingt auch normal für diese WP. Wo liest du die 50% ab? Vielleicht kannst du Fotos vom Puffer einstellen, welcher die Anschlüsse zeigt.
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10.12.2025 12:49:33 |
Bin auch bei der Hydraulik. Und den 50%. Kann man da wo man das ablesen kann auch was einstellen?
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10.12.2025 12:57:53 |
Warum auch immer, kann ich unter meinem registrieren Account nicht antworten. Daher so: Also die Fotos habe ich hier vorbereitet: https://ibb.co/album/Mc7HSs Die min Vorlauf liegt bei 20°, max bei 35°. Wir haben hier aktuell 12° AT, gem. Heizkurve also irgendwas bei 23°C. Ich habe per Wärmebildkamera und IR Thermometer 22,7 an den Vorlaufschläuchen gemessen. Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass die Spreizung mit 1,0K - 1,5K zwischen Vor- und Rücklauf sehr gering ist. Liegt es einfach daran, dass am doch ZU VIEL und zu schnell durchfließt? Die 50% habe ich im Sensor-/Aktortest abgelesen. Dort kann ich zwar auf 100% stellen, die Änderung wirkt sich nicht aus und wird auch nicht gespeichert. Danke euch!
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10.12.2025 13:06:11 |
OK, das ist ja nur der Istwert des Durchflusses und wenn du gute Querschnitte zw. wP und Puffer hast dann braucht die Pumpe halt nur diese Leistung für den Volumenstrom. Mal sehen, ob sich die Fotos öffnen lassen?
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10.12.2025 13:16:07 |
Kann es sein, daß das ÜSV zu viel durc hlässt? Und du deshalb keinen Volumenstrom in die HZ bekommst? Mein ÜSV müsste ich wegen schwieriger Hydraulik komplett schließen und wenn die HZ ordentlich abgeglichen ist und keine Stellantriebe oder andere Regler verbaut sind halte ich es auch bei dir für unnötig. Es lässt sich halt nicht wirklich erkennen, welche Leitung wohin geht.
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10.12.2025 14:08:59 |
Wenn du den VolStrom nicht erhöhen kannst, weil VL und RL der jeweiligen Kreise wirklich ganz auf sind (schick mal ein deutliches Foto der HKV), dann bleibt leider nur, die VLT zu erhöhen, so dass deine bislang zu kalten Räume warm werden, und die dann zu warmen Räume zu drosseln.
Die Perimeterdämmung fehlt „by design“ oder wegen der Pleite des Unternehmers? Falls ersteres, muss der zusätzliche Wärmeverlust im Keller ja bereits in der HzLastBerechnung berücksichtigt sein.
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10.12.2025 14:21:17 |
Ich sehe es, wie Joe! In meinem Neubau (2018), der sich gut beheizen lässt, geht kein Heizkreis über ca. 1,5l/min. Bei mildem Wetter liegt die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf bei <2K. Das ist alles völlig normal! Auch in meinem Haus erhöht das Zudrehen einzelner Kreise den Volumenstrom anderer Kreise nicht merklich. Das dürfte an der Regelcharakteristik der Umwälzpumpe liegen (konstanter Druck). Auch in Deinem Fall hilft m. E. nur das Anheben der VL- Temperatur, bis die kritischen, voll aufgedrehten Räume warm genug sind. Danach musst Du die zu warmen Räume eindrosseln. Gruß Karl
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10.12.2025 14:59:19 |
Danke für eure Antworten. hier noch das Foto des HKV beispielhaft aus dem EG. OG ist identisch: https://ibb.co/ynMZMzsY Ist denn die Einstellung mit dem ÜSV auf 250mbar irgendwie zu verifizieren? Oder ist der Einfluss davon eher marginal? Aktuell sind wie gesagt eh alle HK komplett geöffnet, da ich schauen will, wann die betreffende Räume warm genug sind. Perimeterdämmung wurde damals aus dem Konzept gestrichen, da die KFW Förderungen eingestellt wurden und unsere Energieberater gesagt hat, dass man darauf verzichten kann (Wirksamkeit einer Dämmung unter Last von mehreren 100t darf in Frage gestellt werden). Keller ist nicht existent. Unter dem Estrich gab es eine große Dämmschicht. Wie finde ich denn die richtige Durchflussmenge je Raum heraus? Bzw. wie ist das konkrete Vorgehen, damit ich die Abgleiche alle hinbekomme? Alle Stellantriebe ablassen, alle Ventile aufdrehen, bis die "kritischen" Räume warm genug sind? Dann die anderen Räume über Reduktion des Durchflusses "runterregeln"? Danke und VG
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10.12.2025 15:01:56 |
Und noch ein kleines Rechenbeispiel zur Wirksamkeit der Durchflussmenge bei FBH mit 2K Spreizung, 25°C Vorlauftemperatur und 1,5l/min pro Raum: Die mittlere, für die Wärmeabgabe entscheidende Temperatur im Heizkreis ist (Tv-Tr)/2=24°C. Angenommen, ich könnte den Volumenstrom in einem unterheizten Raum auf 3l/min verdoppeln. Dann würde die Spreizung von 2K auf 1K abfallen, und die mittlere Temperatur im Heizkreis dieses Raumes wäre 24,5°C, also gerade mal 0,5K höher als vorher. Man sieht, dass bei einer FBH mit Wärmepumpe aufgrund der systembedingt geringen Spreizung das Drosseln oder Entdrosseln einzelner Kreise wenig Auswirkung hat. Hinzu kommt, dass insbesondere eine Erhöhung des Durchflusses einzelner Kreise durch Drosselung der anderen Heizkreise aufgrund der typischen Charakteristik geregelter Heizkreispumpen nur bedingt bzw. in sehr geringem Umfang möglich ist. Deshalb ist eine bauseitige Fehlauslegung der raumspezifischen Heizflächen der FBH allein durch hydraulischen Abgleich kaum noch zu heilen. Man muss an die Vorlauftemperatur ran, was zu Lasten der Effizienz geht. Das sind zumindest meine persönlichen „Lessons learned“. Gruß Karl
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10.12.2025 15:38:19 |
"ist denn die Einstellung mit dem ÜSV auf 250mbar irgendwie zu verifizieren? Oder ist der Einfluss davon eher marginal? Aktuell sind wie gesagt eh alle HK komplett geöffnet, da ich schauen will, wann die betreffende Räume warm genug sind." Das ÜSV soll nur den etwas höheren Volumenstrom im Abtauprozess freigeben, im Heitbetrieb sollte es geschlossen sein. Wenn deine HKP bei 900 mbar Förderhöhe 1100L/h bei 50% Pumpenleistung schafft, dann geht irgendwo zu viel Wasser durch. Meine läuft zumindest bei 900 mbar auf 100% um den nötigen Druck passend zum Abgleich zu erzeugen. Das muss man auch beim Abgleich beachten, dabei sollte das ÜSV geschlossen sein.
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10.12.2025 17:31:13 |
Trägt zwar nichts zum Thema bei, aber trotzdem die Frage weil erwähnt: Hat der hydraulische Abgleich irgendeine messbare Verbesserung gebracht? wenn ja, wieviel Prozent gemessen?
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10.12.2025 18:10:22 |
Na, ich will dem TE ja nichts aber wer nach der Funktion des ÜSV fragt kann auch keinen hydraulischen Abgleich. Ist aber nicht schlimm, das wird schon. Welche Temperaturen sind denn in den Räumen gewünscht? Wenn du bei den Vaillant eine Wunschtemp von 20°C vorgibst, wirst du kaum auf 23°C Raumtemp kommen. Da kann der Hydraulische Abgleich noch so gut sein. Eine Spreizung von 2-3 Grad finde ich für angebracht. Wird sie zu kein steigt die RLT zu schnell und das Energieintegral wird schneller abgebaut und die Wp schaltet schneller ab. Wird sie zu groß muss die VLT hoch. Grüße
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10.12.2025 19:35:12 |
Zitat von Berufsskeptiker  Trägt zwar nichts zum Thema bei, aber trotzdem die Frage weil erwähnt: Hat der hydraulische Abgleich irgendeine messbare Verbesserung gebracht? wenn ja, wieviel Prozent gemessen? Da der hydraulisch-thermische Abgleich ja verschiedene Komponenten und Einstellungen einer WP- Anlage betrifft lässt sich das relativ schwer in Prozent ausdrücken. Bei unserer Anlage würde ich in Summe aller zugehörigen Maßnahmen von 30-40% ausgehen.
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11.12.2025 07:57:36 |
Wäre es nicht ein einfacher Test, mal das ÜSV einfach zu schließen ? Es dürfte auch eine Wärmebildkamera zur Verfügung stehen. Damit müsste erkennbar sein, ob das Ventil offen ist ..
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11.12.2025 08:07:19 |
Das sollte kein Test sein ,sondern IMMER so. Im Zweifelsfall in den Strang des Überströmers noch einen Kugelhahn einbauen, denn Überströmer bleiben innen nicht dicht durch Korrosion der Buntmetalloberflächen, auch wenn man sie ganz zudreht! :-) Gruß Dipl.-Ing. Anlagentechnik Frank-Rolf Roth www.waermepumpendoktor.com (Planung, Baubegleitung, Anlagen-Optimierung, Betreiberschulung) Referenz-Wärmepumpenanlage der Energieagentur-NRW So wird’s gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=JqPpRR6vQl4
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11.12.2025 10:41:30 |
Danke euch noch einmal. Ich gehe mal der Reihe nach durch. Vielleicht vorab: Ich habe die VLT etwas erhöht und den Fußpunkt auf 23°C gesetzt. Einfach um zu sehen, ob damit mehr Wärme in die Räume kommt. Unsere Anforderung ist im Bad 24° und in den Wohnräumen etwa 22-22,5°. Schlafzimmer sind davon ausgenommen, die sind kälter. Wir haben noch ein Kinderspielzimmer, wo wir auch gerne 22-23° hätten. zum ÜSV: Ich habe lediglich die Möglichkeit von 50mbar bis 300mbar alles einzustellen. (Ich habe soetwas hier, falls das überhaupt das ÜSV ist: https://encrypted-tbn0.gstatic.com/shopping?q=tbn:ANd9GcSMGEv4VqhwMXVzH5HOiUtpqNTx8TVcWAcgnzBvCv-k6JPsC_uTNOD9WPfSLeM2VmoH_yNkhYIK2B2maQhDP13RfD8HyMbXyaiCtW7K--9FodT17YQiwzOM ) Aktuell steht es bei 250mbar. Da nie ein wirklicher Abgleich stattgefunden hat, habe ich überhaupt keine Ahnung, ob das Ventil richtig eingestellt ist. Zum Thema Wärmebildkamer: Ja, liegt vor. Was müsste ich denn sehen, wenn das Ventil geschlossen ist? Einfach keinen Durchsatz? Eine Frage noch: Der VR720 hängt in einem tendenziell eher warmen Raum (durch die viele Technik), dem HWR. Kann es auch sein, dass das VR720 mitgibt, der Raum ist warm genug, damit wird die Heizlast reduziert, oder ist das tatsächlich vollkommen egal? Wir haben im HWR zw. 23-5- 24°C. Eingestellt am VR720 sind aktuell 23,0°. Ich bin, wie ihr offensichtlich erkennt, kein Profi. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass mehr Durchfluss = mehr Wärme im Raum bedeutet. Stand heute haben wir in einem der betreffenen "kalten" Räume etwa 20°C, AT liegt bei 8°C, Vorlauf Heizkreis 27°C (bei Soll 27,5 - vor kurzem wurde Warmwasser gemacht, Heizkreis heizt also gerade auf). Wenn ich nun die Spreizung am HKV messe, habe ich bei den Kreisen mit weniger Durchlauf etwa 3-4k, bei den mit größerem Durchlauf etwa 2-3K. Noch einmal zum Thema Abgleich. Was wäre denn ein Vorgehen, um den Abgleich zumindest ein bisschen zu optimieren. Dass ich das nicht schaffe, wie ein Profi, ist klar. Aber der Weg wäre: Alles aufdrehen (idealerweise bei unter 0 Grad), schauen, bis der kälteste Raum die notwendige Temp hat und dann die Kreise zudrehen und mit weniger Durchfluss versorgen? danke!!
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11.12.2025 11:16:52 |
Raumaufschaltung und adaptive Heizkurve deaktivieren wenn der Systemregler in einem ungünstigen Raum installiert ist. Wenn alle ERR deaktiviert sind kannst du das ÜSV auf max stellen. Ich denke die Heizkreispumpe wird das ÜSV auch noch aufdrücken können, wenn es auf max eingestellt ist (es hat ja nur 300 mbar). Mit der WB Kamera sollte die Verbindung zwischen VL -> RL über das ÜSV höchstens so warm sein wie der RL. Fürs "messen" solltest du die entsprechenden Rohre mal von der Dämmung befreien. Auf deinen Bildern kann man einige Rohrverläufe nur sehr schlecht erkennen. Grüße
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11.12.2025 14:59:32 |
Zitat von Hugo 123  Raumaufschaltung und adaptive Heizkurve deaktivieren wenn der Systemregler in einem ungünstigen Raum installiert ist. [...] Moin RaffTi Du hast viel Willen und hohe Energie, abgleichen zu wollen. Das ist im Prinzip ja prima, aber dafür müssen erstmal die Voraussetzungen stimmen. Und dazu gehört: 1 Außentemperatur (AT) zwischen 0 und 5°C (weißt Du ja schon und ist Dir klar) 2 Klarheit über die "Durchlässigkeit" des Überströmers (ÜSV) im Normalbetrieb bei 0 - 5°C AT, der bei demontierten Stellventilen aber bei 16x2m FBH-Schlauch und KfW40er Standard mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit absolut fehl am Platz ist. Ich befürchte wie einige hier, dass der von Dir unbemerkt VL direkt über den im Rücklauf eingebauten Speicher unter dem Innengerät wieder in die Maschine schiebt. Das muss herausgefunden UND BESEITIGT für den Nomalbetrieb werden vor jeglicher Abgleicherei (Beseitigen: Kugelhahn oder Ausbau - ich empfehle Kugelhahn). Hugo123 hat geschrieben, wie das geht. Es ist nicht nur energetischer Unfug, sondern raubt Dir auch Heizkreisdurchfluss. (Es ist schon ein Jammer, dass ein Heizungsbauer ein ÜSV in seinem Stellbereich nicht nach der Leistung der Heizkreispumpe auslegt). Hier kann man auch jetzt mal messen, entscheidend wird aber die Messung bei AT 0 - 5°C sein, weil dann mehr Wasser im heizkreis unterwegs ist = höherer dynamischer (Gegen)druck des Systems, den die Pumpe überwinden muss. 3 Reglerstrategie: adaptive Kurve + Raumaufschaltung oder "nur" witterungsgeführte Kurve mit allen Nachteilen? Variante 1 verschafft Dir Vorteile (einen hab ich weiter unten aufgeschrieben), sodfass Du dauerhaft ohne die allermeisten dieser stümperhaft regelnden Auf/Zu-Stellmotoren fahren und m.E. auch auf das ÜSV verzichten kannst. Wenn Du adaptive Kurve und Raumaufschaltung fahren willst, gibt es viele Vorteile, aber die VR720 muss dann umgehängt werden: z.B. in die zum Wohnzimmer hin offene Diele oder noch besser in den Wohnbereich - so kann sie optimal auf die Heizkurve adaptiv wirken und z.B. die VLT etwas runternehmen, wenn im März die Sonne durch die Fenster ballert. Angeschlossen ist sie wahrscheinlich mit einem 2-adrigen Kabel. Auch hier hätte der Heizungsbauer m.E. mitdenken müssen. -> Was ist denn auf der anderen Seite der Wand des Heizraums, wo das Ding heute dranhängt (Du hast ja keinen Keller...)? Erst wenn hier die Zielzustand erreicht ist, kann man ans Abgleichen denken... Gruß - Eddi PS: ein ÜSV ist ausschließlich eingebaut, wenn: der maximale Druckverlust im Heizkreis bei voller Pumpenleistung unbekannt ist, denn einziger Zweck des ÜSV: -> fürs Abtauen und auch Kühlen braucht die WP eine Mindestdurchflussmenge, die in den techn. Unterlagen angegeben ist. Ist die maximal mögliche Durchflussmenge Deines Heizkreises höher als diese Mindestdurchflussmenge, brauchen die WP und Du das Ding nicht. Es ist recht wahrscheinlich, dass dem so ist, wenn nur sehr wenige Stellmotoren dazwischenfunken (wohl gemerkt: die Dinger kennen nur 100% auf und "voll zu"!). Man muss das aber sauber ermitteln, was ziemlich einfach ist. Ich habe z.B. nur 2 meiner Wärmeübertrager mit solchen Dingern ausgerüstet: im Gaästeübernachtungsbereich, bestehend aus BAD und Schlafraum im Keller. Ist es dort "leer" habe ich 18°. Sind Gäste da: höher. letzte Frage: für ein KfW40-Haus muss schon bei der Planung eine raumw. Heizlast berechnet werden, die u.a. Bestandteil der Nachweisunterlagen des Bauantrags und bei der evtl. Förderung ist. Wie ist denn die Normheizlast bzw. die kWh/m²a und wieviele m² Nutzfläche lt. Berechnung gibt es?
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11.12.2025 17:43:32 |
Danke für die ausführliche Antwort. Ich verstehe mehr und mehr wo das Problem ist! Raumaufschaltung war tatsächlich aktiv, das habe ich nun einmal deaktiviert. Vielleicht für euch zur besseren Einordnung noch einmal die einzelnen Stränge aus der Hydraulikstation im Detail: Rohr mit HV (Heizung Vorlauf) geht auf die linke Seite vom Pufferspeicher. An dem Rohr liegt noch ein Vaillant VRC 9642 (ohne erkennbaren Anschluss) an dem blanken Rohr. Das Rohr geht dann in das ÜSV. Hinter dem ÜSV gibt es eine Abzweigung, eine geht in den oberen linken Anschluss des Pufferspeicher, die andere verschwindet in einem "VL" bezeichneten Rohr im Fußboden (Vermutlich mal der Vorlauf der FBH, oder?). Das Rohr "RL" kommt ebenfalls aus dem Fußboden wieder hoch und schließt an dem HV-Rohr zwischen VRC und ÜSV an. Zusätzlich gibt es eine Verbindung aus dem unteren rechten Anschluss des Pufferspeichers an in die Hydraulikstation, die mit HR bezeichnet ist (Heizung Rücklauf?) Das ist auf Fotos leider wirklich bescheiden zu erkennen. Das tut mir Leid. Ich habe noch das Foto vom Strangschema: https://ibb.co/BKGkPjK0 Ich habe das ÜSV einmal auf maximal mbar gedreht und man hört, wie der Durchfluss verschwindet / weniger wird. Drehe ich es zurück auf 250mbar hört man, dass definitiv Durchfluss da ist. Bezüglich Raumaufschaltung: Hinter der Wand ist die Außenwand, der HWR grenzt an mein Büro, was leider nicht wirklich von der Sonne profitiert. Das Wohnzimmer ist schon ein gutes Stückchen weg, da wäre der Sensor natürlich bestens aufgehoben. Spannend auch: Auf dem Strangschema ist sogar der Hinweis, dass das Teil eigentlich in ein Referenzraum gehört, wenn man die Kühlung nutzt (nutzen wir). Bezüglich deiner Strategien bin ich offen. Adaptiv klingt gut, aber dafür muss das VR720 versetzt werden. Das kriege ich zu hause hier nicht durch. Zweiadriges Kabel stimmt...Die Lösung mit Stellantrieben geht für mich auch. Ich wäre schon froh, wenn überhaupt jeder Raum sein Temperatur-Soll erreichen kann :) Es ist zwar ein KfW 40 Haus, allerdings wurde die Förderung in der Planungsphase eingestellt, sodass wir eben auf die Untersohlendämmung verzichtet haben. Ich habe im Bauantrag aber mal nachgesehen. Wir haben damals im Zuge der Planungen eine Berechnung vom Energieberater erhalten (allerdings mit Untersohlen-Dämmung). Die Norm-Heizlast lag da bei 9,3 KW, Gebäudeheizlast im vereinfachten Verfahren bei 5,7 KW. Nutzfläche 209qm (wobei ich nicht weiß, woher die kommen. So groß ist es hier nicht ;) ) Danke für den Input!!
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11.12.2025 18:00:16 |
Zitat von rafftineu 
Die 50% habe ich im Sensor-/Aktortest abgelesen. Dort kann ich zwar auf 100% stellen, die Änderung wirkt sich nicht aus und wird auch nicht gespeichert.
Soweit richtig, ist ja nur der Sensor/aktor test. Änderbar ist es an der Hydraulikstation unter Fachhandwerkerebene → Konfiguration → Konf. Gebäudep. Heiz. Einstellbar zwischen 50% und 100%. Die Restförderhöhe einzustelllen bringt dagegen keinen Mehrwert an Durchfluß. Es hilft eventuell gegen pfeifende Ventile. Zitat: Rohr mit HV (Heizung Vorlauf) geht auf die linke Seite vom Pufferspeicher. An dem Rohr liegt noch ein Vaillant VRC 9642 (ohne erkennbaren Anschluss) an dem blanken Rohr. Das sollte der Sicherheitstemperaturbegrenzer sein. Zumindest bei der Estrichtrocknung war der notwendig, um ein Verbrennen des Estrichs zu verhindern.
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| | Zeit:
11.12.2025 19:21:34 |
Hallo Raffti, mir kommen die Druckverhältnisse irgendwie komisch vor - zumal Du am ÜSV ja anscheinend Strömungsgeräusche hörst. Wenn das ÜSV im Normalbetrieb öffnet, dann pumpst Du die warme Brühe praktisch sinnlos im Kreis herum. Demzufolge erzeugt entweder die Pumpe einen zu hohen Druck oder die Druckverluste in den Heizkreisen sind zu hoch (im Verhältnis zum Öffnungsdruck des ÜSV). Vermutlich wird letzteres zutreffen, da es ja nicht richtig warm wird. Andererseits schreibst Du, dass Du an den Topmetern die passenden Durchflüsse eingstellen konntest. Da sehe ich einen Widerspruch! Ich würde demzufolge empfehlen, mal ganz vorne nochmals anzufangen ... Zuerst sollte man abschätzen, ob die Hydraulik überhaupt passt und vernünftig einstellbar ist / eingestellt worden ist. Also welchen Durchfluss Du brauchst und welcher Druck dafür erforderlich ist. In Abhängigkeit davon dann die erforderliche Spreizung festzulegen. 1) Welches Zimmer ist am kritischsten? - vermutlich das Bad, da dort hohe Temperatur sein soll und diverse Einbauten die Heizfläche begrenzen - oder ist dort eine zusätzliche Heizung (Wand, Decke, ...) installiert? - wenn nicht klar ist, welches das kritischste Zimmer ist: einfach mal für alle Zimmer durchspielen 2) erforderliche Heizleistung für diesen Raum lt. Wärmebedarfsberechnung --> daraus den notwendigen Durchfluss bei Spreizung von z.B. 3K 5K 7,5K 10K 3) Welche Rohrleitungslänge liegt da? - da Du keine Daten hast: Abschätzung: Rohrabstand 10cm (oder wie ist der im Bad?) auf xx Quadratmeter 1? Heizkreis --> Rohrlänge je Heizkreis 4) Abmessungen des Rohres bestimmen 16x2 ?? oder noch was dünneres 5) Druckverlust über dem Rohr bei den nach 2) bestimmten Durchflüssen berechnen - dazu gibt es diverse Online-Tools Und dann mal schauen, wo man da so rauskommt. Idealerweise bastelst Du mal ein xls mit den Raumheizlasten, den Rohrleitungslängen usw. Viel Erfolg!
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11.12.2025 19:59:25 |
Wir haben es ja hier mit der 75/5 als Split-Version zu tun. Ich habe mir gestern Abend mal die Anleitung der IS angesehen und den Datenpunkt Konfig Gebäudep. Heiz eben nicht gefunden. Hier kann man nur über die Restförderhöhe auf die Pumpe Einfluss nehmen. Das mit dem Rauschen am ÜSV ist doch ein eindeutiges Zeichen für VL direkt Richtung Rücklauf. Wenn du den Widerstand deiner Heizkreise nicht reduzieren kannst, dass heißt Kreise möglichst weit auf (ausser kurze Kreise), muss das ÜSV auf max. oder 1. durch ein 500 mbar ersetzt werden oder 2. absperrbar gemacht werden. Stimmt, du kühlst ja auch, dann muss der Systemregler in einen Führungsraum und adaptive wieder an. Für die Raumtemp kann man aber zum Abgleichen mit einem Raumthermometer noch ein Offset eingeben, wenn die Werte abweichen. Stellantriebe sind die schlechteste Option (können die überhaupt kühlen?). Grüße
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11.12.2025 20:49:16 |
Wir betreiben eine 125er Split und ja, der Volumenstrom lässt sich nur über die Förderhöhe beeinflussen, soweit das nötig und möglich ist. Der Abgleich ist bei einer WP-Anlage zwingend erforderlich, was ja auch die richtige Einstellung des ÜSV einschließt. Wie auch Frank Roth schreibt, befindet sich vor unserem ÜSV ein Absperrhahn, welcher auf Grund unserer schlechten Hydraulik geschlossen ist. Die WP nimmt sich ihr Abtauvolumen aus dem System. Ist der Abgleich richtig gemacht und der VRC 720 in einem Führungsraum montiert, sind weder Raumaufschaltung noch adaptive Heizkurve ein Problem. Bei uns befindet sich dieser im WZ, hier wird die Wunschtemperatur gemessen und an die WP gesendet. Die Temperaturdifferen im WZ liegt daher bei ca.+/- 0,5°. Alle anderen Räume des Hauses sind über den Abgleich mit der jeweiligen Wunschtemperatur eingestellt. Das Bad befindet sich direkt in Südseite, wobei sich auch hier im Normalfall die Wunschtemperatur von 23° einstellt. Nur bei hoher Sonneneinstrahlung steigt die Temperatur darüber.
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11.12.2025 21:31:08 |
Zitat von Hugo 123  Wir haben es ja hier mit der 75/5 als Split-Version zu tun.
Ich habe mir gestern Abend mal die Anleitung der IS angesehen und den Datenpunkt Konfig Gebäudep. Heiz eben nicht gefunden.
Noch mal nachgeschaut: VWL 57/5, Seite 49 im PDF, letzte Zeile. Konf. Gebäudep. Heiz.
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