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Bitte um Rat und Meinungen zu Hydraulikschema Lambda (Kombispeicher)
Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 09.12.2025 10:44:20
0
3907122
Hallo,

ich lese schon eine Weile hier mit, aber das ist mein erster Beitrag hier im Forum.

Da ich demnächst eine Lambda Wärmepumpe einbauen lasse, würde ich mich gerne im Vorfeld etwas absichern, damit bei der Installation möglichst keine Planungsfehler bei der Hydraulik eingebaut werden.

Es geht mir darum, die eher knapp als zu groß dimensionierte Wärmepumpe (im Notfall ergänze ich lieber noch eine LLWP im Wohnbereich) im vorgesehenen Hydraulikschema möglichst effektiv und effizient zu betreiben und auch die PV-Überschüsse sinnvoll einfließen zu lassen.

Ich bin technischer Laie, habe mit dem ausgewählten Heizungsbauer auch noch keine praktischen Erfahrungen gemacht und würde mich daher sehr freuen, wenn ich hier ein bißchen Hilfestellung erhalten könnte.

Damit es nicht zu unübersichtlich wird, beschränke ich mich auf das aus meiner Sicht Wesentliche, falls noch notwendige Informationen fehlen, kann ich diese natürlich noch ergänzen.

Es geht um ein größeres EFH BJ. 1993 mit einem Heizkreis und 22 Heizkörpern, teilweise mit nachgerüsteten Lüftern.

Zur Zeit ist ein nicht modulierender 28 kW Gaskessel (Buderus Logano G124X) verbaut, und ich versuche, das zukünftige Heizverhalten mit Wärmepumpe trotzdem bestmöglich zu simulieren.

Ich heize mittlerweile ohne Nachtabsenkung und habe die Thermostatventile in den Aufenthaltsräumen auf 100%. Die Heizlinie ist mit einem Fußpunkt von 25° auf 42/37/33 eingestellt (-10/0/+10). Den Wohn-/Eßbereich bekomme ich mit diesen Einstellungen auf ca. 24°.

Meine Wilo pico Stratos 1-6 läuft auf PV laut Diagramm mit ca. 1.500 l/min (ca. 30W bei Einstellung 3.0). Geräusche an den Heizkörpern kann ich dabei nicht oder kaum wahrnehmen. Der Kessel taktet damit in der Regel 3 mal pro Stunde. Die Vorlauftemperatur schwankt also ständig. Bevor ich die Pumplogik von 40° auf 20° reduziert habe, was beim Nachheizen immer zum vorübergehenden Abschalten der Pumpe geführt hat, hatte ich eher 6 Takte, weil der Kessel die Wärme nicht wegbekommen hat.

Ein hydraulischer Abgleich ist noch nicht durchgeführt. Zur Zeit sind nicht voreinstellbare Ventile mit alten Danfoss-Köpfen verbaut. Teilweise habe ich auch Homematic IP Thermostatköpfe verbaut, um die Ventilstellungen überwachen zu können. Ich würde im Zuge des hydraulischen Abgleichs gerne gleich AFC-Ventile einbauen lassen.


Gibt es da welche, die besonders empfehlenswert sind?


Auf dem Dach befindet sich eine ältere aber gut funktionierende Solarthermieanlage mit 8qm Buderus-Flachkollektoren, die an einen Hygiene-Kombispeicher vom Typ Citrin Solar SKS-R 825-1/750 premium angeschlossen ist. Die Steuerung ist von Resol (Deltasol ES mit PWM Basic, Anlagenschema 9), leider nicht smart. Die Solarthermie deckt den Brauchwasserbedarf für 3 Personen im Sommerhalbjahr über ca. 4 Monate alleine ab, ohne daß ich die Heizung einschalten muß. Der Speicher Über eine Rücklaufanhebung wird vor allem in der Übergangszeit auch die Heizung unterstützt.

Eine große PV-Anlage mit Speicher ist auch vorhanden (ca. 30 kWp/20kWh), die sicherlich einen nicht unerheblichen Teil der elektrischen Energieaufnahme der Wärmepumpe abdecken können sollte.

Es gibt eine Zirkulationsleitung, wobei ich die Laufzeiten der Pumpe mit Intervallen und Abwesenheitsschaltung schon auf das Minimum reduziert habe. Ich habe schon mit Funkschaltern und Bewegungsmeldern in Bad und Küche experimentiert, aber es dauert einfach zu lange, bis das warme Wasser an den Zapfstellen ankommt, wenn die Pumpe länger nicht gelaufen ist. Ich könnte mit den Komforteinbußen leben, aber ich muß auch auf andere Rücksicht nehmen.
Leider kühlt das Wasser oben im Speicher bei laufender Zirkulation trotz Intervallschaltung (4 Minuten ein, 20 Minuten aus) noch spürbar schneller ab. Das Wasser wird im oberen Bereich des Speichers derzeit auf ca. 52° erwärmt und kühlt bei laufender Zirkulation innerhalb von ca. 5 Stunden auf ca. 42° ab. Das Wasser im oberen Bereich muß etwa 2-3 mal pro Tag erwärmt werden. Dieser Vorgang dauert zur Zeit jeweils ca. 15 Minuten.


Ich möchte den Hygiene-Kombispeicher gerne als einzigen Speicher beibehalten und über das Lambda Schema 133_000 integrieren, das ich natürlich bestmöglich optimieren möchte.


Daß es effizientere Möglichkeiten und Speicher mit besserer Schichtungseffizienz und Wärmepumpenoptimierung geben dürfte, ist mir bewußt, aber ich möchte einfach versuchen, aus dem vorhandenen System das Beste herauszuholen, zumal der Speicher auch noch nicht lange eingebaut ist. Wenn es ganz unwirtschaflich laufen sollte, kann man den Speicher immer noch austauschen, aber der zusätzliche Invest sollte sich dann auch in überschaubarer Zeit amortisieren.

Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, umso mehr Detailfragen tauchen auf, auf die ich teilweise keine eindeutige Antwort finde.


Daher würde ich nun z. B. gerne wissen, wo überall z. B. Kugelhähne und/oder Rückschlagklappen und Umschaltventile verbaut werden sollten, damit ich z. B. versuchen kann, ob es funktioniert, den Puffer aus dem Heizkreis wegzuschalten und dann auch nur die Ladepumpe der Lambda laufen zu lassen


Mir ist auch nicht klar, ob der Heizkreisrücklauf auch eine Stichanbindung (ggfs. absperrbar) an den Speicher haben sollte oder nicht und wenn ja, an welcher Stelle.

Ich finde auch das Konzept des DDV interessant.

Wäre eine ausgeschaltete Heizkreispumpe ein großes Hindernis für den Volumenstrom und sollte man in diesem Fall besser noch eine optionale Umgehung einbauen?

Bei PV-Überschuß könnte ich dann über Modbus (Home Assistant) z. B. die Vorlauftemperatur anheben und/oder manuell eine Speicheraufladung auslösen, um die Brauchwasserbereitung zu optimieren.

Ich weiß z. B. auch nicht, ob man den Speicher trotzdem so anbinden kann/sollte (und wenn ja, wie), daß die Abtauenergie aus dem Speicher entnommen wird anstatt aus dem Heizkreis und ob man die Heizkreispumpe dann weiter bzw. zusätzlich laufen lassen kann/sollte, wenn die Ladepumpe mit dem Abtauvorgang beschäftigt ist.

Ich würde mir auch zutrauen, z. B. eingebaute Kugelhähne smart zu machen und dann situationsabhängig von einer Automation steuern zu lassen.
Den Speicher und Vor- und Rücklauf der Heizung und Solarthermie habe ich mit einigen DS18B20-Temperatursensoren ausgestattet, durch die ich das Verhalten der Anlage dann nach der Auswertung in Home Assistant viel besser nachvollziehen und optimieren konnte.

Der Text ist jetzt doch recht lang geworden. Falls trotzdem noch wesentliche Informationen fehlen, bitte einfach nachfragen.

Ich freue mich auf eure Ratschläge und Hinweise, dafür vielen Dank im Voraus.

LG Meaparvitas

Verfasser:
OliverSo
Zeit: 09.12.2025 11:00:41
1
3907126
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Meine Wilo pico Stratos 1-6 läuft auf PV laut Diagramm mit ca. 1.500 l/min


Das wäre ungefähr der Durchsatz eines Löschmonitors bei der Flughafenfeuerwehr ;)
Aber auch 1.500l/h werden es wohl nicht sein.

Ansonsten ists halt wie immer: der normale SHKler baut stur nach dem von Lambda genehmigtem Schema. Jegliche Abweichung davon würde die Werksgarantie in Frage stellen, und ist daher für den SHKler inakzeptabel.

Ergo brauchts du also einen nicht-normalen SHKler, oder Abstand von deinen smarten Ideen.

Oliver

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 09.12.2025 11:10:47
0
3907129
Danke, das war natürlich ein Schreibfehler beim Volumenstrom.

Aber der Wert von ca. 1500 l/h ist der, den ich aus dem Kennliniendiagramm bei eingestellter Förderhöhe und Leistungsaufnahme abgelesen habe.

Was für ein Volumenstrom ergibt sich denn sonst aus 3 Metern und 30 Watt? Ich kann das leider nicht messen, ich habe auch noch keinen Wärmemengenzähler.

Danke für den Hinweis mit dem SHKler und der Garantie, das würde ich dann ggfs. noch abklären, notfalls mit Lambda direkt, es geht mir hier in erster Linie um die technische Sinnhaftigkeit bzw. Umsetzbarkeit.

LG Meaparvitas

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 10.12.2025 13:03:38
0
3907571
Ich habe schon oft gelesen, daß ein Kombispeicher der Effizienz der Wärmepumpe abträglich ist.

Daher versuche ich, die Nachteile zu minimieren bzw. zu umgehen, ohne den Speicher ersetzen zu müssen, der ja durch die ST im Sommer auch die Lebensdauer der Wärmepumpe erhöht, weil sie rund 1/3 des Jahres nicht arbeiten muß.

Durch die große PV-Anlage kann man die Rücklaufanhebung durch die ST vernachlässigen, denn wenn diese aktiv werden würde, wäre auch immer genügend PV-Überschuß vorhanden, den ich mit der Gasheizung ja aber nicht nutzen konnte.

Kann man z. B. in die Stichanbindung des Heizungsvorlaufs einen Kugelhahn und an eine andere Stelle noch ein Überströmventil montieren?

Dann könnte ich den 750-Liter-Speicher wahlweise nur als Brauchwasserhygienespeicher nutzen und die Heizung als Direktkreis fahren. Und falls der Volumenstrom der Lambda nicht vom Heizkreis abgenommen wird, würde das Überströmventil ansprechen.

Daß der Speicher für die Abtauenergie genutzt wird, wäre dann aber nicht möglich, oder?

Wenn der Heizkreis direkt betrieben wird, wäre die zusätzliche HK-Pumpe ja unnötig. Kann der Strömungswiderstand der ausgeschalteten HK-Pumpe vernachlässigt werden oder ist das eine relevante Größe?

Danke und LG

Meaparvitas

Verfasser:
DMS20
Zeit: 10.12.2025 13:25:39
2
3907579
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Ich habe schon oft gelesen, daß ein Kombispeicher der Effizienz der Wärmepumpe abträglich ist.

Daher versuche ich, die Nachteile zu minimieren bzw. zu umgehen, ohne den Speicher ersetzen zu müssen, der ja durch die ST im Sommer auch die Lebensdauer der Wärmepumpe erhöht, weil sie rund[...]
Wenn der Platz vorhanden ist, würde ich den vorhandenen Speicher als reinen WW-Speicher betreiben, der intermittierend durch die WP beladen wird und die Lambda mit dem kleinstzugelassenen Rücklaufreihenspeicher versehen (wegen des relativ kleinen Wasservolumens und im Vergleich zu FBH kleinen Wärmespeichervermögens im Zusammenhang mit den Abtauvorgängen).
Dann kannst Du auch auf die zweite Pumpe verzichten und die Lambda arbeitet eindeutig und sauber auf die 22 Heizkörper.
Eine Unsicherheit besteht allerdings wegen der 1500l/h, die die Lambda -je nach Größe- auch braucht.
Es könnte sein, dass dieser hohe Volumenstrom nur deshalb zustande kommt, weil die unvoreingestellten HK-Ventile teilweise "kurzschließen", was sie später mit den AFC-Ventilen nicht mehr täten.
Da würde helfen, HK-weise die Spreizung zu messen (an den zu-/abführenden Rohren), um etwaige "Kurzschlüsse" zu entdecken und abzuschätzen, wie relevant das ist.

Ein WMZ wäre zur weitern Planung sicher hilfreich.

Verfasser:
Tobias_K
Zeit: 10.12.2025 14:28:51
2
3907600
Bin da grundsätzlich bei DMS20.
Wenn der vorhandene Hygiene-Kombispeicher mit alter Solarthermie unbedingt bleiben soll dann bitte nur für den Warmwasserteil verwenden. In diese "alte" Technik würde ich dann keine 200€ mehr reinstecken.
Dazu (falls notwendig) einen extra Speicher fürs Heizungswasser mit Stichanbindung.

Wie hoch war der jährliche Gasverbrauch bisher? wieviel m² Wohnfläche?

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 10.12.2025 16:02:07
0
3907631
Danke, Platz für einen Rücklaufreihenspreicher wäre wahrscheinlich schon noch, wenn der Gaskessel weg ist. Dann bräuchte ich aber auf jeden Fall noch ein Überströmventil zur Sicherheit, wenn eine ERR vorhanden ist, oder?

Das entsprechende Lambda-Schema wäre dann im Prinzip das 132_000, richtig? Allerdings ist in dem Schema anscheinend eine Stichanbindung im Vorlauf vorgesehen, also kein reiner Reihenpuffer, wenn ich es richtig verstehe.

Was ist jetzt besser? Stichanbindung ohne Überströmventil oder Reihenpuffer mit Überströmventil?

Da steht dann "mindestens 300l Puffervolumen für Heizung vorsehen". Gilt das dann auch für einen reinen Reihenpuffer?

Was meinst Du mit "kurzschließen". Ich kann an den Heizkörpern gerne mal messen. Reicht es, die Heizkörper zu messen, an denen die Ventile sowieso zu 100% geöffnet sind? Da ich noch keinen hydraulischen Abgleich habe, regle ich die Temperatur der abgesenkten Nebenräume über die Thermostatventile. Ich habe momentan allerdings immer eine schwankende Spreizung, weil der Gaskessel taktet und die Temperatur des Vorlaufs ständig steigt und fällt.



Vermutlich ist die effektive Vorlauftemperatur in etwa die Mitte des Schwankungsbereiches.

Es geht hier um eine EU10L. Laut Kennfeld und momentaner Einstellung meiner Wilo-Pumpe dürfte der HK den Volumenstrom aufnehmen können.

Ich habe in dem Beitrag Nr. 3903789 vom 29.11. in dem Thema "Lambda Wärmepumpe - Erfahrungen und Tipps" gelesen (ich weiß leider nicht, wie ich diesen verlinken kann), daß jemand seine AFC-Ventile wieder ausgebaut hat.
Ganz nachvollziehen kann ich die Gründe als technischer Laie leider nicht.

Daher bin ich jetzt natürlich wieder zusätzlich verunsichert, ob ich überhaupt AFC-Ventile nehmen soll.

Der jährliche Gasverbrauch liegt bei ca. 2.500 m³, NAT ist -10°. Allerdings wird der alte taktende Kessel auch nicht den besten Wirkungsgrad haben. Ich habe in der Vergangenheit bei milderen Temperaturen bis ca. 3° nicht durchgeheizt und verspreche mir durch das seit ein paar Wochen praktizierte Durchheizen auch noch eine Energieersparnis, jedenfalls wird das ja bei einer Wärmepume meistens empfohlen.

LG Meaparvitas

Verfasser:
DMS20
Zeit: 10.12.2025 16:39:27
0
3907639
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
... Platz für einen Rücklaufreihenspreicher wäre wahrscheinlich schon noch, wenn der Gaskessel weg ist. Dann bräuchte ich aber auf jeden Fall noch ein Überströmventil zur Sicherheit, wenn eine ERR vorhanden ist, oder?
Ja, das ist wohl so üblich, weil sich niemand d'rauf verlassen will, dass die ERR weitgehend offen bleiben; nur dann muss das ÜSV in Aktion treten.

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Das entsprechende Lambda-Schema wäre dann im Prinzip das 132_000, richtig?
Damit kenne ich mich nicht aus. Habe nur aus den vielen Threads mitgenommen, dass sich in und für D die WP-Hersteller mit den Reihenrücklaufpumpen schwer tun, sie hingegen in z.B. der Schweiz als gute Alternative anbieten.

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Allerdings ist in dem Schema anscheinend eine Stichanbindung im Vorlauf vorgesehen, also kein reiner Reihenpuffer, wenn ich es richtig verstehe.

Was ist jetzt besser? Stichanbindung ohne Überströmventil oder Reihenpuffer mit Überströmventil?
Letzteres

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Da steht dann "mindestens 300l Puffervolumen für Heizung vorsehen". Gilt das dann auch für einen reinen Reihenpuffer?
Keine Ahnung. Rein logisch viel zu groß.

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Was meinst Du mit "kurzschließen". Ich kann an den Heizkörpern gerne mal messen. Reicht es, die Heizkörper zu messen, an denen die Ventile sowieso zu 100% geöffnet sind? Da ich noch keinen hydraulischen Abgleich habe, regle ich die Temperatur der abgesenkten Nebenräume über die Thermostatventile. Ich habe momentan allerdings immer eine schwankende Spreizung, weil der Gaskessel taktet und die Temperatur des Vorlaufs ständig steigt und fällt.
Bei gegebener VL-T weist der einzelne Heizkörper bei geringem Volumenstrom eine sehr hohe Spreizung auf (das langsam hindurchströmende Heizungswasser kann fast bis auf Raumtemperatur abkühlen), bei steigendem Durchfluss wird die Spreizung immer kleiner, die Heizleistung steigt entsprechend. Bis ein gewisses Optimum erreicht ist, wo eine weitere Erhöhung des Volumenstroms praktisch keine zusätzliche Heizleistung mehr bringt, aber unnötig viel Pumpenleistung bindet und evtl Geräusche verursacht.
Ein "Kurzschluss" bedeutet dann, dass das Heizungswasser fast genau so heiß hinausströmt wie hinein.
Das spiegelt dann für eine WP-Planung evtl einen erreichbaren Volumenstrom vor, der aber gar nicht sinnvoll verwendbar ist.

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Vermutlich ist die effektive Vorlauftemperatur in etwa die Mitte des Schwankungsbereiches.
So ist es.
Dein Brennwertgerät Logano G124 kann eigentlich modulieren, maximale und minimale Heizleistung können eingestellt werden.
Eigentlich müsstest Du auf dem Weg eine gleichmäßigere VL-T hinbekommen.

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Es geht hier um eine EU10L. Laut Kennfeld und momentaner Einstellung meiner Wilo-Pumpe dürfte der HK den Volumenstrom aufnehmen können.
Ich habe in dem Beitrag Nr. 3903789 vom 29.11. in dem Thema "Lambda Wärmepumpe - Erfahrungen und Tipps" gelesen (ich weiß leider nicht, wie ich diesen verlinken kann), daß jemand seine AFC-Ventile wieder ausgebaut hat.
Ganz nachvollziehen kann ich die Gründe als technischer Laie leider nicht.

Daher bin ich jetzt natürlich wieder zusätzlich verunsichert, ob ich überhaupt AFC-Ventile nehmen soll.
Versuch erst'mal eine gleichmäßigere VL-T hinzubekommen, ggf. sogar durch passagere Festeinstellung und Anpassung der Leistungsgrenzen.
Dann schauen, was die Raumtemperaturen und die Heizkörper-bezogenen Spreizungen bei ganz offenen oder abgebauten Thermostatköpfen machen. Daraus ergibt sich die grundsätzliche Notwendigkeit der Abgleichbarkeit und des Abgleichens der Heizkörper-Flows. Dann weiter entscheiden.

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Der jährliche Gasverbrauch liegt bei ca. 2.500 m³, NAT ist -10°. Allerdings wird der alte taktende Kessel auch nicht den besten Wirkungsgrad haben. Ich habe in der Vergangenheit bei milderen Temperaturen bis ca. 3° nicht durchgeheizt und verspreche mir durch das seit ein paar Wochen praktizierte Durchheizen auch noch eine Energieersparnis, jedenfalls wird das ja bei einer Wärmepume meistens empfohlen.
Bei den Voraussetzungen solltest Du wirklich dringend den Einbau eines WMZ erwägen.
Für die suffiziente Planung des Umstiegs auf eine WP stocherst Du viel zu sehr im Nebel.
Der WMZ ist ja auch für die spätere Validierung der WP-Effizienz eine durchaus sinnvolle Investition.
Für die aktuelle Evalutionsphase hilft er obendrein beim Messen der Volumenströme.
Für den Gesamtvolumenstrom sowieso. Für die Heizkörper-bezogenen Volumenströme ebenfalls, wenn auch etwas mühsam, da das Heizkörper nach Heizkörper geschehen muss. 3 Minuten pro Heizkörper mit zwei Personen mit "Funkverbindung".
Du hast 22 HK, ihr solltet also zwei Stunden Aufwand mit Listenausfüllen und Ablesen usw. einplanen.

Dein jetzige Anlage ist per zweiter Heizkreispumpe über den großen Pufferspeicher angebunden - oder?
Nee - kann ja eigentlich nicht sein: stark schwankende VL-Temperatur. Das spricht für Direktanschluss.
Wie also verhält sich das?

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 10.12.2025 16:55:02
0
3907641
Hallo,

ich habe kein Brennwertgerät. Das ist ein Heizwertgerät, das nicht modulieren kann. 28kW oder nichts. Ich kann da leider keine gleichmäßige Vorlauftemperatur erreichen, der Kessel taktet auch bei -10° noch.

Ich habe eine Pumpe vom Kessel direkt in den Heizkreis und eine Pumpe vom Kessel in den Hygienespeicher für Warmwasser. Am Speicher ist noch ein Dreiwegeventil für die Rücklaufanhebung. Die HK-Pumpe ist eine Wilo Pico Stratos 1-6, die steht auf pV und Auto Adapt und braucht bei 3,0 Meter ca. 30 Watt.

Hier noch die Verläufe von Vor- und Rücklauf von Ende November, wo es so kalt war wie schon lange nicht mehr:



Da es Langzeitdaten sind, ist die Auflösung recht grob, aber der Kessel taktet immer.

In diesem Zeitraum wurden pro Stunde im Schnitt 1,125 m³ Gas verbraucht, für Heizung und Warmwasser. Ich lese automatisch alle paar Minuten den Gaszähler ab und speichere die Daten.

Wenn ich von einem Wirkungsgrad des Gaskessels von maximal 85 % ausgehe, müßte die EU10L dann ja ganz gut passen, oder?

Laut Diagramm hat sie bei -5° und 35° Vorlauf eine Leistung von 10,2 kW.

Einen WMZ habe ich schon bestellt, der ESP für die Auslesung über Home Assistant liegt schon hier. Aber da die WP auch schon bestellt ist, bringt es ja nichts, den vorher noch einzubauen. Ich gehe davon aus, daß die 10er Lambda ziemlich auf den Punkt passen sollte. Es geht mir jetzt hauptsächlich darum, die Hydraulik so aufzubauen und anzupassen, daß ich so wenig Leistung und Energie wie möglich verschenke.

LG Meaparvitas

Verfasser:
Tobias_K
Zeit: 10.12.2025 16:58:47
0
3907643
Der G124x ist ein atmo. Gaskessel. Kein Brennwert, kein modulieren, nur On 28kW / Off 0 kW. Jahres-Wirkungsgrad sub 70%. Daher die schwankenden Temperaturen.

Mit 25.000 kWh Gasverbrauch bei dem Kessel liegt man bei 7-9kW Heizlast. Die EU10 ist also eigentlich eine sichere Bank ohne viel Risko. Da bräuchte ich für mein Gewissen keinen WMZ der erstmal die nächsten Jahre Daten sammelt müsste um dann vermutlich +/- 2kW zum gleich Ergebnis zu kommen.


Klassisch wäre das Schema 132 in diesem Fall. Hygienespeicher + Puffer 300L mit Stich.

Alternative: Wer die letzten von mir aus 5% Effizienz rauskitzeln will muss schauen ob man einen HB überzeugt bekommt das ganze mit Überströmer und Reihenpuffer 100-300 Liter zu bauen.

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 10.12.2025 17:12:00
0
3907646
Danke, da fällt mir jetzt ehrlich gesagt ein Stein vom Herzen, da ich mir nie ganz sicher war, ob ich nicht doch besser die EU13 hätte nehmen sollen.

Mit Heizreport komme ich je nach Einstellungen auf eine Heizlast von 16-20 kW, wobei mir aber schon klar war, daß das nicht realistisch sein kann.

Wir haben noch einen 6kW Holzkaminofen im Wohn-/Eßbereich, dort und in der angrenzenden Küche/Speisekammer waren die Heizkörper bisher immer aus. Wir haben da im Winter vielleicht um die 5 Ster Buchenholz verheizt, evtl. auch etwas mehr.

Der Ofen war auch immer so ein Unsicherheitsfaktor bei der Heizlastberechnung. Die Solarthermie habe ich bei der Heizlast mal ausgeblendet, die bringt ja in der Zeit, wo die WP Leistung bringen muß, sowieso fast nichts.

Aber den Ofen habe ich dieses Jahr bewußt noch nicht genutzt und habe auch keinen höheren Gasverbrauch festgesellt als bisher. Ich optimiere auch schon länger die Vorlauftemperaturen, heize jetzt durch und habe die Thermostatventile in den Haupträumen voll geöffnet. Daß ich die Hauptheizkörper mit Lüftern ausgestattet habe, hat gefühlt auch eine Leistungserhöhung gebracht.

Gibt es denn eine Forumsempfehlung für einen passenden kleinen Heizungspuffer?

LG Meaparvitas

Verfasser:
DMS20
Zeit: 10.12.2025 17:17:44
0
3907649
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
... ich habe kein Brennwertgerät. Das ist ein Heizwertgerät, das nicht modulieren kann. 28kW oder nichts. Ich kann da leider keine gleichmäßige Vorlauftemperatur erreichen, der Kessel taktet auch bei -10° noch.
Oh-je. Asche auf mein Haupt. Habe das fehlende "B" zwischen "G" und "124" hineinfantasiert.
Tut mir Leid.

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Ich habe eine Pumpe vom Kessel direkt in den Heizkreis und eine Pumpe vom Kessel in den Hygienespeicher für Warmwasser. Am Speicher ist noch ein Dreiwegeventil für die Rücklaufanhebung. Die HK-Pumpe ist eine Wilo Pico Stratos 1-6, die steht auf pV und Auto Adapt und braucht bei 3,0 Meter ca. 30 Watt.
Meine Erfahrungen mit "AutoAdapt" sind nur schlecht: man weiß nie, was die Pumpe gerade ausheckt ...

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Hier noch die Verläufe von Vor- und Rücklauf von Ende November, wo es so kalt war wie schon lange nicht mehr:
...
Da es Langzeitdaten sind, ist die Auflösung recht grob, aber der Kessel taktet immer.
Ja, mit dem Takten, das ist jetzt ja sonnenklar mit 24kW <-> 0,0kW. Es wird vermutlich erst bei -30°C AT eine Dauerleistung von 24kW erfordern ...

Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
In diesem Zeitraum wurden pro Stunde im Schnitt 1,125 m³ Gas verbraucht, für Heizung und Warmwasser. Ich lese automatisch alle paar Minuten den Gaszähler ab und speichere die Daten.

Wenn ich von einem Wirkungsgrad des Gaskessels von maximal 85 % ausgehe, müßte die EU10L dann ja ganz gut passen, oder?
Ja, da hat TobiasK ja schon knackig und zutreffend Stellung genommen. Auch zum vermutlich geringen JNA um die <70%
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
...
Einen WMZ habe ich schon bestellt, der ESP für die Auslesung über Home Assistant liegt schon hier. Aber da die WP auch schon bestellt ist, bringt es ja nichts, den vorher noch einzubauen. Ich gehe davon aus, daß die 10er Lambda ziemlich auf den Punkt passen sollte. Es geht mir jetzt hauptsächlich darum, die Hydraulik so aufzubauen und anzupassen, daß ich so wenig Leistung und Energie wie möglich verschenke.
Die Gesamtspreizung von nur ca. 4K in Deiner Grafik bestärkt mich in der Ansicht, dass einige HK den vermuteten "Kurzschluss aufweisen:
Da über die von Dir erwähnten und aktiven Thermostatköpfe von einigen HK höhrere Spreizungen kommen müssten, kann die niedrige Durchschnittsspreizung eigentlich nur von unnötig niedrigen Spreizungen an anderen HK herrühren.

Was ich nicht verstehe: wie kann ein on-off-atmosphärische Brenner überhaupt so niedrige VL-T liefern, ohne dass eine Mischer vorhanden ist?

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 10.12.2025 17:31:00
0
3907652
Kein Problem, alles gut, ich bin für jeden Beitrag dankbar.

Ich bin auch froh, wie weit ich den Kessel habe drücken können und den Wohn-/Eßbereich trotzdem noch auf 24° bekomme. Er hat übrigens sogar 28kW, nicht 24. Von einem Mischer sehe ich nichts, der Kessel wird ja auch nicht viel wärmer als 40°, bis der Brenner abschaltet. Ich habe nur einen Mischer für das Brauchwasser am Speicher als Verbrühungsschutz im Sommer. Der steht auf 40°.

Die HK-Pumpe läuft eben recht stark und zieht die Wärme gleich beim Heizvorgang aus dem Kessel weg. Vorher hatte ich mich an die Bedienungsanleitung mit der Pumpenlogik 40 gehalten, was zum Schutz des Kessels vor Korrosion dienen soll. Da hat die Pumpe beim Aufheizen immer abgeschaltet bis kurz vor Ende der Heizphase, und der Brenner ist bis dahin im eigenen Saft geschmort. Da hat er ca. 6x pro Stunde getaktet.
Ich hatte immer Angst, das zu verstellen, aber jetzt habe ich mir gesagt, in den paar Monaten, bis die WP kommt, wird er schon nicht durchrosten und es einfach ausprobiert.

Das hätte ich schon längst machen sollen, es läuft jetzt viel entspannter, wenn die Pumpe durchläuft.

Das mit dem Kurzschluß kann ich mal testen, am besten im Wohnzimmer, da hängt ein 60x240 Typ 33, aber es ist halt schwer zu sagen, weil die Vorlauftemperatur sich laufend ändert.

Wenn ein Kurzschluß vorliegen sollte, müßte ich dann die Pumpe etwas drosseln? Ich möchte ja die Heizkörper in den Räumen, wo ich nur 18° haben will, nicht weiter öffnen.

LG Meaparvitas

Verfasser:
Paulie
Zeit: 11.12.2025 09:19:54
0
3907796
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
[...]Ja, da hat TobiasK ja schon knackig und zutreffend Stellung genommen. Auch zum vermutlich geringen JNA um die <70%

Da möchte ich noch mal kurz intervenieren. Ich hatte einen G134 LP mit 30 kW und einem Wirkungsgrad laut Tabelle des Bundesamtes von 74%.

Ich hatte die Anlage vor der Umstellung auf Wärmepumpe gut eingestellt, die Heizkurve aufs Minimum gesenkt und die HK thermisch so gut es geht abgeglichen. Ich hatte in den beiden Jahren vor der Umstellung 27500 kWh Gas verbraucht, mit der Wärmepumpe im ersten Jahr 23500 kWh Wärme erzeugt (beides incl. Warmwasser). Das macht einen Wirkungsgrad von etwa 85%.

Zugegeben, der letzte Winter war etwas kälter als die beiden vorherigen, meine Raumtemperaturen waren mit der WP auch vielleicht 0,5 K höher, aber ich würde nicht pauschal von < 70% ausgehen, sondern nach meinen Erfahrungen eher mit 85% rechnen, wenn man die Anlage vorher schon gut optimiert hat - was hier ja wohl gegeben ist.

Achja - falls es interessiert - interpoliert mit den Werten des letzten Jahres habe ich jetzt eine Heizlast nach Verbrauch (Tagesverbräuche auf Durchschnittstemperatur aufgetragen) von 9,5 kW bei NAT -8,6°C.

Grüße
Paulie

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 11.12.2025 09:49:24
0
3907800
Danke, zu meinem Kessel finde ich in der Tabelle leider nichts.

Dann wäre die 10er Lambda bei mir aber trotzdem noch richtig dimensioniert, selbst wenn man von 85% Wirkungsgrad ausgeht, oder?

Ich habe jetzt mal versucht, die Temperaturen an zwei Heizkörpern mit einem Infrarotthermometer zu messen.

Dabei habe ich versucht, in meinem Auf und Ab der VL-Temperatur den höchsten und niedrigsten Punkt zu treffen. Je nachdem, an welcher Stelle der Rohre man mißt, weichen die Werte doch schon deutlich ab, weil die Temperatur ständig schwankt und sich manche Teile schneller erwärmen und abkühlen als andere.

Im Wohnzimmer sind es 24° im Raum, das Ventil steht auf 100 %.
Die Temperaturen am Heizkörper waren:
VL 27,1 zu RL 23,9 (kurz vor dem Nachheizen)
VL 32,3 zu RL 26 bzw. 30,2 je nach Meßpunkt (kurz nach dem Nachheizen)

Im Treppenhaus sind es 19° im Raum, das Ventil steht auf 9%
Die Temperaturen am Heizkörper waren:
VL 21,4 zu RL 19 (kurz vor dem Nachheizen)
VL 24,7 zu RL 17,7 (kurz nach dem Nachheizen, hier hatte ich beim Rücklauf wohl eine ungünstige Stelle gemessen)

Ich habe zum Speicher noch zwei "dumme" Verständnisfragen:

Wenn ich einen Rücklaufreihenspeicher mit Überströmventil einbauen lasse, wird das Überströmventil ausgangsseitig dann auch am Eingang des Rücklaufspeichers angeschlossen oder erst dahinter?

Und wenn die Lambda abtaut, läuft dann das Wasser aus der Vorlaufseite des Heizkreises in die Wärmepumpe oder wird der Kreislauf nur innerhalb der Wärmepume umgekehrt?
Im ersten Fall würde ja ein Speicher im Rücklauf für die Abtauenergie und zur Volumenerhöhung nichts bringen, oder? Ein Überströmventil funktioniert auch nur in eine Richtung, oder?

Was würde denn dann passieren, wenn theoretisch zu viele Ventile der ERR geschlossen wären und der Volumenstrom für das Abtauen nicht ausreicht?

LG Meaparvitas

Verfasser:
belzig
Zeit: 11.12.2025 10:54:19
0
3907829
Zitat von Meaparvitas Beitrag anzeigen
Wenn ich einen Rücklaufreihenspeicher mit Überströmventil einbauen lasse, wird das Überströmventil ausgangsseitig dann auch am Eingang des Rücklaufspeichers angeschlossen oder erst dahinter?

Und wenn die Lambda abtaut, läuft dann das Wasser aus der Vorlaufseite des Heizkreises in die Wärmepumpe oder wird der Kreislauf nur innerhalb der Wärmepume umgekehrt?
Im ersten Fall würde ja ein Speicher im Rücklauf für die Abtauenergie und zur Volumenerhöhung nichts bringen, oder? Ein Überströmventil funktioniert auch nur in eine Richtung, oder?[...]



Das ÜSV ist eine Art Kurzschluß, der Volumenstrom vom Heizkreis in den "Eingang" vom Reihenrücklaufspeicher ableitet, wenn der Durchsatz im Heizkreis nicht ausreicht.

Wenn dein HK bspw. 1500l/h bereistellt, die WP aber zum Abtauen 1800l/h braucht gehen die fehlenden 300l/h zur den RRS.

DIe Fließrichtung des Heizungswassers von und zur WP ist immer die selbe, es wird nur der Kältekreis von "Heizen" auf "Kühlen" umgestellt, d.h. dem Wärmetauscher im Außengerarät wird nicht mehr Wärme entzogen sondern zugeführt, damit er abtaut.

Laut dem Heizlastrechner von bwp (10,3 kW Heizlast) wird die 10er Lambda gut reichen.

Verfasser:
belzig
Zeit: 11.12.2025 11:04:01
0
3907831
Zum ÜSV siehe Schema 2

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 11.12.2025 11:29:04
0
3907839
Danke.

Ich habe leider keine Daten zum Rohrnetz, weiß also gar nicht, welches Wasservolumen mein Heizkreis beinhaltet und wie das Netz aussieht.

Der Heizreport hat mir für ein System mit 45° Vorlauftemperatur anhand der eingegebenen Heizkörper einen Durchfluß von 1.500 l/h berechnet. Allerdings wurden dabei auch einige Heizkörper virtuell vergrößert, weil sie dafür angeblich zu klein sind (was in der Praxis schon widerlegt ist).

Erst bei 70° Vorlauf seien alle Heizkörper ausreichend. Dann wird ein Durchfluß von 531 l/h berechnet.

Wir kann man das Überströmventil dann überhaupt richtig einstellen, daß es nicht zu früh und nicht zu spät anspricht?

Und wie kann ich einschätzen, ob der RRS für die 10er Lambda eher 100 oder 300 Liter Inhalt haben sollte?

Danke und LG

Meaparvitas

Verfasser:
belzig
Zeit: 11.12.2025 11:51:49
0
3907847
Hat deine Heizkreispumpe vlt. ein Display wo die Liter pro Minute angezeigt werden (z.B: Grundfos Alpha2).
Näherungsweise kannst du auch die HKP soweit aufdrehen bis du an den HKs Strömungsgeräusche feststellst und anschließend im Datenblatt/Handbuch im Leistungsdiagramm den Entsprechenen Volumenstrom ablesen.

Zum Thema RRS. Ich würde bei Heizkörpern mittlerweile immer den größeren Puffer nehmen.
Die Mehrkosten sind überschaubar und in der Übergangszeit hast du einfach längere Takte. Anderes als im Schema 2 würde ich aber den RL vom Heizkreis unten in den Puffer anschließen und oben aus dem Puffer zur WP zurückgehen.

Damit bleibt die WP länger aus,

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 11.12.2025 12:04:34
0
3907852
Nein, leider nicht, es ist eine Wilo Stratos Pico 1-6. Diese habe ich auf pV und 3 Meter eingestellt. Dabei braucht sie ca. 30 W. Laut der etwas schwer ablesbaren Kennlinie im Datenblatt müßte das einem Volumenstrom von ca. 1,5 m³/h entsprechen, eher noch etwas mehr. Geräusche habe ich damit keine, jedenfalls nicht so, daß ich nicht damit leben könnte. Man hört, daß Wasser durch den Heizkörper fließt, aber sehr leise.

Die 10er Lambda hat laut Datenblatt einen Mindestvolumenstrom von 1,3 m³/h.

Wie hoch der beim Abtauen ist, weiß ich leider nicht.

Sollte ich beim hydraulischen Abgleich lieber AFC-Ventile verbauen lassen oder normale voreinstellbare Ventile?

LG Meaparvitas

Verfasser:
richard10
Zeit: 15.12.2025 15:38:08
0
3909002
Hallo Meaparvitas,

Bei Wärmepumpen gilt fast immer: **so einfach wie möglich, so konstant wie nötig** (Durchfluss, niedrige Vorlauftemperaturen, wenig „Sonderlogik“).

Ich versuche dir das in ein paar klare Prioritäten zu sortieren – ohne Anspruch auf „die eine Wahrheit“, aber so, dass du mit deinem HB auf Augenhöhe Fragen stellen kannst.

---

1) Der wichtigste Hebel: Heizkörper/Volumenstrom „WP-tauglich“ machen

Du bist mit 42/37/33 bei -10/0/+10schon in einem Bereich, der grundsätzlich WP-freundlich ist – das ist ein gutes Zeichen. Für die Planung ist entscheidend:

* **Schaffst du die Solltemperaturen auch bei einer konstanten, niedrigen VL** (statt Gas-Kessel-Takten)?
* Haben die Heizkörper **genug Fläche**, oder brauchst du an einzelnen Räumen mehr Leistung (Lüfter helfen da)?

**Hydraulischer Abgleich + moderne Ventile** ist Pflicht, sonst wird’s mit WP schnell zäh (zu wenig Durchfluss → hohe VL → schlechter COP).

### AFC-Ventile (Auto-Durchflussbegrenzung)

Für Radiatoren sind in der Praxis oft diese Ansätze gut:

* **IMI Heimeier Eclipse** (Durchfluss direkt am Ventil begrenzen)
* **Danfoss RA-DV** (ähnliches Prinzip)
* je nach Bestand auch Oventrop/Herz-Alternativen

Wichtig ist weniger „die Marke“, sondern: **passt es zu deinen Ventilunterteilen**, und der HB stellt die Durchflüsse **konsequent nach Berechnung** ein.

---

2) Pufferspeicher: bei 22 Heizkörpern meist nur „wenn nötig“

Viele Wärmepumpen laufen am effizientesten **ohne großen Puffer** direkt auf den Heizkreis – solange:

* genug **Wasserinhalt / Trägheit** im System ist (bei 22 Heizkörpern meist gegeben),
* nicht ständig viele Thermostatventile komplett zumachen,
* Mindest-Volumenstrom der WP im Abtau-/Betrieb sicher erreicht wird.

**Große Puffer** (mehrere 100 Liter) lösen zwar „Hydraulikprobleme“, kosten aber häufig Effizienz (Zusatzverluste, Durchmischung, höhere Temperaturen).

Wenn ein Puffer nötig ist, dann bei vielen Anlagen eher:

* **kleiner Volumenvergrößerer / kleiner Trennpuffer** (z. B. 50–150 L)
statt „ein halber Öltank“.

---

3) Dein Kombispeicher + Solarthermie: machbar, aber sauber abgrenzen

Dein Citrin SKS (Hygiene-Kombispeicher) ist **groß** und für Solar super – für WP kann er funktionieren, wenn man ihn **nicht komplett auf Warmwasser-Temperaturen hochzieht**.

Ein sinnvolles Zielbild wäre:

* **Warmwasser nur im oberen Bereich** (52°C o. ä., ggf. per Fühlerlogik)
* **Heizungsbereich unten/mittig** so niedrig wie möglich (Heizkurve, z. B. 28–40°C)
* Solarthermie darf weiterhin den Speicher „von unten“ beladen, aber ohne die WP in unnötig hohe Temperaturen zu treiben.

Wenn das Schema 133_000 genau das abbildet: gut. Wenn es aber dazu führt, dass für Heizen immer „über den großen Speicher“ gefahren wird und der dauerhaft warm ist, wird’s tendenziell ineffizient.

**Mein Rat:** Bitte den HB, dir das Schema als Hydraulikplan zu erklären mit der Frage:

> „Welche Speicherzone wird für Heizen wirklich genutzt – und wie verhindern wir, dass die WP den ganzen Speicher auf WW-Niveau bringt?“

---

4) Zirkulation: das ist aktuell dein größter WW-Effizienz-Killer

Dass du bei laufender Zirkulation von **52°C auf 42°C in ~5 Stunden** fällst, ist ein deutliches Zeichen: da geht richtig Energie weg (Leitungslängen, Dämmung, Rückschlag/Schwerkraftzirkulation, Pumpentaktung).

Typische Maßnahmen (nach Wirksamkeit geordnet):

1. **Thermosiphon/Schwerkraft verhindern** (Rückschlagklappe / Schwerkraftbremse an der richtigen Stelle)
2. **Dämmung** der Zirkulationsleitung / Warmwasserleitung prüfen (auch Armaturen!)
3. **Zirkulationszeiten weiter reduzieren** oder „echte Bedarfsschaltung“ (Taster + Nachlauf, Funk, Präsenz)
4. **Zirkulations-Rücklauftemperatur begrenzen** (thermostatisches Zirkulationsventil)
5. ggf. Komfort/Verlust bewusst abwägen (du hast es ja schon gut beschrieben)

Das lohnt sich bei WP doppelt, weil WW höhere Temperaturen braucht und damit den COP drückt.

---

5) Kugelhähne, Rückschlagklappen, Umschaltventile – was ist sinnvoll?

Hier ist weniger „alles Mögliche“ besser, sondern **gezielt wartbar und strömungsgünstig**:

**Kugelhähne** (Absperrungen) sind sinnvoll:

* vor/nach Wärmepumpe (Service)
* vor/nach wichtigen Pumpengruppen
* vor/nach Speicheranschlüssen (damit man testen/isolieren kann)
* vor Schmutzfänger/Magnetitabscheider

**Rückschlagklappen** braucht man typischerweise:

* in Parallelzweigen, damit keine „Geisterströmung“ entsteht (z. B. wenn eine Pumpe aus ist)
* im Solar-Kreis (meist ohnehin in der Pumpengruppe)
* ggf. gegen Schwerkraftzirkulation (WW/Heizung – aber gezielt!)

**Umschaltventile**: nur, wenn du wirklich zwischen Betriebsarten sauber trennen willst (z. B. Speicher „raus“ und „rein“). Das kann man planen – aber ich würde am Anfang **nicht** zu viel „Smart-Hydraulik“ bauen, bevor die Anlage stabil läuft.

---

6) DDV (Differenzdruckventil) und „Heizkreispumpe aus“

* Ein **DDV** kann als „Sicherheitsnetz“ sinnvoll sein, wenn viele Ventile schließen und die WP sonst Durchfluss-Probleme bekommt.
* Nachteil: es erzeugt einen **Kurzschluss Vorlauf→Rücklauf**, macht Delta-T kleiner und kann Effizienz kosten.

Besser ist meist:

* Thermostate in den Hauptzonen eher offen lassen / nur moderat regeln
* Abgleich + Durchflussbegrenzung (AFC)
* und wenn nötig ein DDV **sehr konservativ** einstellen (nur als Notpfad).

**Heizkreispumpe komplett aus** kann je nach Hydraulik tatsächlich ein Hindernis sein (je nachdem, wie die Pumpen/Weichen angeordnet sind). Wenn du so etwas planst, dann bitte sauber als Betriebsfall im Schema berücksichtigen – nicht „nachträglich“, sonst entstehen genau die Planungsfehler, die du vermeiden willst.

---

7) Abtauenergie aus Speicher vs. Heizkreis

Bei Luft/Wasser-WP kommt die Abtauenergie **aus dem Heizwasser**. Ob das praktisch aus dem Speicher oder aus dem Heizkreis kommt, hängt von der Hydraulik ab. Entscheidend ist:

* **genug Volumen + Durchfluss** während Abtauung
* keine Situation, in der Ventile/pumpenbedingt „zu“ ist

Mit 22 Heizkörpern ist die Chance gut, dass der Heizkreis allein genug hergibt – sofern nicht viele Köpfe schließen.

---

8) PV-Überschuss: Vorsicht mit „Vorlauf hoch“

PV-Überschuss nutzen ist super, aber bei WP gilt:

* **Vorlauftemperatur hochziehen** kostet schnell COP → nicht übertreiben.
Bessere PV-Use-Cases:
* Warmwasser zeitlich nach PV legen (wenn Solarthermie nicht ohnehin alles übernimmt)
* minimale Komfortanhebung (z. B. Raum-Soll +0,5…1K) statt große Temp-Sprünge
* Speicher nur so weit „vorladen“, wie es nicht die Rücklauftemperaturen dauerhaft hochzieht

Modbus/Home Assistant: super zum **beobachten und fein steuern**, aber ich würde die Hydraulik nicht davon abhängig machen, dass Automationen “immer richtig” schalten.

---

## 3 konkrete To-Dos für dein Gespräch mit dem Heizungsbauer

1. **Hydraulikplan + Betriebsfälle** schriftlich: Heizen, WW, Abtauen, Solar lädt, PV-Boost.
2. **Konzept „Heizen möglichst direkt“**: Warum braucht ihr ggf. einen Puffer – und wie groß?
3. **Abgleich/ Ventiltausch**: Ventiltyp, Berechnung, Dokumentation (Durchflüsse je HK).

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 15.12.2025 17:22:28
0
3909026
Hallo richard10,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag.

Ich versuche mal, zu den einzelnen Punkten relativ kurz zu antworten, damit es nicht so unübersichtlich wird:

Zu 1:

Ich gehe davon aus, daß ich bei einer gleichmäßigen VLT sogar noch weiter mit der VLT runtergehen kann. Simulieren kann ich durch die Taktung leider nicht.

Laut Heizreport müßte ich bei diesen VLT einige HK austauschen, aber in der Praxis ist das nicht der Fall, auch dank der montierten Lüfter. In den Räumen, die nicht auf 24 Grad gebracht werden sollen, muß ich die Heizkörper stark begrenzen. Voreinstellbare Ventile habe ich leider noch nicht. Momentan geht das nur über die Thermostatventile.

Ich habe zur Zeit noch diese Danfoss-Ventile aus den 90ern hier:



An der Hälfte der HK habe ich Homematic IP Thermostatköpfe, bei diesen kann ich beobachten, wie sich der Öffnungsgrad der Ventile verändert.

Hier mal als Beispiel:
Wohnzimmer 24° Soll (rot)
Kinderzimmer 21° Soll (grün) zeitweise Abregelung wegen PC-Abwärme
Schlafzimmer 20° Soll (blau) die vielen Schwankungen kommen wahrscheinlich daher, daß der Heizkörper in einer Nische sitzt, die mit Alukaschierung gedämmt ist und sich der Bereich um den Thermostatkopf schnell erwärmt.
Treppenhaus 18° Soll (gelb)



Bei den AFC-Ventilen bin ich wie gesagt unsicher, ob diese in meinem Fall besser sind als statisch voreinstellbare Ventile. Es gibt ja im Forum einen Beitrag von @AndreiLux, der seine Eclipse wieder gegen V-Exact II getauscht hat.

Zu 2:

Wie oben zu sehen, können zwar alle HK mitspielen aber nach dem hydraulischen Abgleich teilweise wahrscheinlich nur stark gedrosselt.
Ich denke, daß ich mit einem separaten Reihenrücklaufpuffer für den Heizkreis von 200-300 l mit Überströmventil vom Vorlauf unten in den Rücklaufpuffer (Ausgang zur WP dann oben am Puffer) auf der sicheren Seite bin.

Zu 3:

Zuerst wollte ich ja den Hygiene-Kombispeicher als einzigen Speicher verwenden.
Das hat bisher mit dem Gasbrenner auch gut funktioniert.
Ich habe mal ausgerechnet, daß der 28 kW Brenner, wenn er 10 Minuten läuft, um das Wasser von ca. 40 auf ca. 50° zu erwärmen, dann eine Wassermenge von ca. 400 Litern erwärmt haben müßte.
Also etwa die Hälfte des Pufferinhalts. Das paßt auch ungefähr zur Position der Anschlüsse für VL und RL vom WW.
Da der Speicher kein Trennblech hat und ich nicht einschätzen kann, mit welchem Volumenstrom die WP im Heizbetrieb evtl. in den Speicher drückt, wenn er im Stich angebunden ist oder bei der WW-Bereitung, habe ich die Befürchtung, daß sich das Wasser im Puffer dann zu stark vermischt.
Ich weiß nicht, ob man die Ladepume der Lambda bei der WW-Bereitung drosseln kann, sonst hätte ich bei der WW-Bereitung evtl. das gleiche Problem.
Wenn die Schichtung durch eine zu starke Einströmung komplett zerstört wird, müßte die WP ja den ganzen Pufferinhalt auf die WW-Solltemperatur anheben.
Da das WW bei mir nach dem Speicher sowieso auf 40° heruntergemischt wird, wäre das u. U. aber auch kein Nachteil, denn es ist ja ein Hygienespeicher. Man könnte die WW-Solltemperatur dann z. B. einfach auf 45° statt auf 52° einstellen.

Hier mal der heutige Verlauf mit Solarthermie:



Die Linie ganz unten ist die Außentemperatur. Die Temperaturdaten sind von 17:20 Uhr, also nach Sonnenuntergang.

Zu 4:

Ich gehe davon aus, daß die Zirkulationsverluste durch andere Laufzeiten leider kaum noch reduziert werden können. Gedämmt ist da auch schon alles. Es sind halt wahrscheinlich lange Leitungen, z. B. ist das Bad im 1. OG und der WW-Speicher im Keller. Ich hatte mir nur schon Gedanken gemacht, ob man die Temperatur des Wassers in der Zirkulation nicht auch auf 40° heruntermischen könnte/sollte.

Man sieht an diesem Verlauf schön, wann die Zirkulation aktiv ist und wann nur der Speicher Energie verliert:



Die Sache mit der evtl. thermischen Zirkulation werde ich im Zuge des Einbaus der WP ansprechen.

Zu 5:

Ich werde mir lieber einen Kugelhahn zuviel als zuwenig einbauen lassen, falls man später nochmal was an der Hydraulik ändern will.

Zu 6:

Ich denke, um ein Überströmventil werde ich bei der Lambda nicht herumkommen, wenn ich keine Stichanbindung des Vorlaufs an den Speicher wähle, sonden einen Reihenrücklaufpuffer. Das hat ja aber aus meiner Sicht auch keine Nachteile.

Der Vorteil ist, daß ich dann primär einen Direktkreis habe und auf die zusätzliche Heizkreispumpe, die die Lambda sowieso nicht regeln kann, komplett verzichten könnte.

Zu 7:

Vermutlich bin ich mit einem mittelgroßen Reihenrücklaufpuffer mit 200-300 l auf der sicheren Seite ohne nennenswerte Nachteile und Mehrkosten.
Kann man da ein bestimmtes Modell ("gut und preiswert") empfehlen?

Zu 8:

Darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn die Hydraulik vernünftig geplant und installiert ist. Das kann man ja dann anpassen, wie man will und ausprobieren, wie es am besten läuft.

Ich habe ja auch einen großen PV-Speicher, der in der Übergangszeit über Nacht vermutlich auch für die WP reicht, daher kann ich mit dem PV-Überschuß primär den Speicher aufladen und die WP normal durchlaufen lassen.

Über weitere Tips und Anregungen freue ich mich natürlich.

LG Meaparvitas

Verfasser:
richard10
Zeit: 16.12.2025 14:08:43
0
3909301
Hallo Meaparvitas,

danke für die Rückmeldung + die Diagramme – damit kann man wirklich sinnvoll diskutieren. Ich gehe deine Punkte mal der Reihe nach durch und versuche, dir ein „robustes“ Vorgehen zu geben, das in der Praxis gut funktioniert (ohne gleich die Hydraulik zu überkomplex zu machen).


Zu 1) Heizkörper / Ventile / „alle HK können mitspielen, aber viele müssen gedrosselt werden“

Das ist bei Radiatoren völlig normal: einige Räume brauchen weniger, andere mehr. Mit WP ist das Ziel aber nicht „viel drosseln“, sondern:

*Heizkurve so tief wie möglich
*möglichst viele Ventile eher offen (damit der Volumenstrom stabil bleibt)
*Raumfeinheit eher über Abgleich + Ventilvoreinstellung als über hektisches Auf/Zu der Thermostatköpfe

Deine Homematic-Öffnungsgradkurven zeigen genau das typische Verhalten von TRVs: sie „regeln“ – und bei ungünstiger Fühlerposition (Nische/Alukaschierung) kommt Jagen dazu. Lösungsideen:

* Im Schlafzimmer (Nische): **Remote-Fühler / Wandthermostat als Führungsgröße** oder Kopf so positionieren/abschirmen, dass er weniger vom Heizkörper „angeblasen“ wird (klassischer Fehler bei Nischen).
* Generell: Wenn du WP-freundlich willst, nimm 1–2 Räume als „Referenzräume“ (Wohnbereich) mit weit offen, und die anderen Räume über Voreinstellung/Abgleich in den Griff bekommen.

AFC (Eclipse etc.) vs. statisch (V-exact II etc.)

Beides kann funktionieren – der entscheidende Punkt ist dein Betriebsprofil:

*Viele smarte Köpfe / viel Stellbewegung ⇒ Differenzdruck schwankt ⇒ AFC kann Vorteile bringen, weil es den Maximaldurchfluss je HK begrenzt, egal was die anderen Ventile machen.
* Wenig Stellbewegung / „durchheizen“ + Pumpe konstant (Δp konstant) ⇒ statisch voreinstellbar ist simpel, robust und sehr gut.

Wenn du ohnehin viele Homematic-Köpfe nutzt und Räume wirklich unterschiedlich fährst, tendiere ich eher zu AFC, weil es den hydraulischen „Zoff“ reduziert. Wenn du mittelfristig eher auf „thermostate weit offen + Abgleich“ gehst, ist statisch genauso ok.

---

Zu 2) / 6) / 7) Rücklaufpuffer 200–300 l + Überströmventil + keine zusätzliche HK-Pumpe

Das ist der Punkt, wo ich vorsichtig widersprechen würde: 200–300 l sind sehr oft mehr als nötig und können – je nach Einbindung – auch Nachteile bringen (zusätzliche Stillstandsverluste, ggf. kleineres ΔT, höheres Temperaturniveau im System).

Bei 22 Heizkörpern + Rohrnetz hast du meist sowieso schon ordentlich Anlagenvolumen. Viele Anlagen laufen damit ohne großen Puffer stabil, wenn:

* genügend Heizkörperventile offen bleiben (oder
* ein Überströmventil nur als „Notpfad“ dient)

--> Mein Praxis-Vorschlag (risikoarm, aber nicht überdimensioniert)

1. Primär: Direktkreis (WP direkt auf Heizkreis), keine große hydraulische Entkopplung.
2. Überströmventil (DDV) als Sicherheitsnetz, aber so hoch einstellen, dass es wirklich nur öffnet, wenn’s nötig ist (sonst Kurzschluss).
3. Wenn sich trotzdem Takten/Abtauprobleme zeigen: kleiner Volumenvergrößerer (typ. 50–100 l) als „Puffer light“ im Rücklauf oder als hydraulisch sauberer Baustein.

200–300 l würde ich erst dann ziehen, wenn du nach Inbetriebnahme sauber belegt hast, dass du es brauchst (z. B. Mindestvolumenstrom/Abtauung wird sonst nicht stabil).

> Nebenbei: Du schreibst „1.500 l/min“ – ich vermute sehr stark, du meinst 1.500 l/h (= 25 l/min). 1.500 l/min wären 90 m³/h, das passt nicht zu 30 W Pumpenaufnahme. Das ist wichtig, weil die Durchflussgrößenordnung bei WP-Planung zentral ist.


Zu 3) Kombispeicher / Vermischung / WW-Bereitung

Deine Rechnung mit Gas ist von der Größenordnung her plausibel: 28 kW × 10 min ≈ 4,7 kWh → das entspricht grob ~400 l um 10 K. Passt.

Deine Sorge ist berechtigt: ohne Trennblech / ohne echte Schichtführung kann eine WP bei falscher Einströmung/zu hohem Volumenstrom den Speicher „durchkneten“. Was ich mit deinem Bestandsspeicher anstreben würde:

*WW nur oben (gezielt laden, Fühlerposition/Anschluss oben nutzen)
*Heizungsbetrieb möglichst nicht permanent „durch den ganzen Speicher“ (sonst wird der Speicher zur warmen Badewanne)
*Wenn möglich: Einströmung beruhigen (Schichtlanze/Einströmrohr, passende Anschluss-Höhen) (z.B: Link3)

Und ja: Wenn du WW sowieso auf 40 °C mischst, kann ein Konzept „oben moderat“ sinnvoll sein (z. B. 45–48 °C statt 52 °C), aber: Legionellen-/Hygienekonzept mit dem HB abstimmen (viele fahren dann 1×/Woche hoch oder nutzen andere Strategien).


Zu 4) Zirkulation / Verluste

Deine Kurven zeigen sehr deutlich: Zirkulation zieht den oberen Speicherbereich runter – das ist bei langen Leitungen leider typisch.

„Zirkulation auf 40 °C heruntermischen“ kann funktionieren (thermostatisches Zirkulationsventil / Rücklauftemperaturbegrenzung), aber beachte:

* Komfort: 40 °C am Rücklauf heißt nicht automatisch schneller warm am Zapfpunkt.
* Hygiene: Temperaturführung sauber planen.

Was du auf jeden Fall prüfen solltest (du hast es selbst schon auf dem Schirm):

* Schwerkraftzirkulation (thermische Zirkulation) → Rückschlag/Schwerkraftbremse/Siphon richtig setzen.
*Dämmung ist gut, aber oft sind Armaturen, Pumpengruppe, Abzweige die „Wärme-Lecks“.

Zu 5) „lieber Kugelhahn zuviel“

Grundsätzlich ja (Servicefreundlichkeit). Zwei Hinweise aus der Praxis:

* Nimm voll durchgängige Kugelhähne (keine Engpass-Teile), sonst fängst du dir unnötig Druckverlust ein.
* Lass dir eine saubere Beschriftung / Schema machen (sonst weiß in 2 Jahren keiner mehr, welcher Hahn was macht).


Zu 8) PV / Automationen

Sehr guter Ansatz: Erstmal Hydraulik stabil bekommen, dann PV-Optimierung. Und ich würde PV primär so nutzen:

* Warmwasser zeitlich verschieben (wenn Solarthermie nicht ohnehin alles erschlägt)
* ggf. Raumtemperatur minimal anheben (0,5–1 K) statt Heizkurve brutal hochdrehen



Konkreter nächster Schritt (damit du Planungssicherheit bekommst)

Bitte deinen Heizungsbauer um zwei Varianten als Hydraulik-Skizze mit kurzer Begründung:

1. Direktkreis + DDV** (ohne großen Puffer)
2. Direktkreis + kleiner Volumenvergrößerer (50–100 l) als „Plan B“

Und dazu drei harte Zahlen:

* geforderter Mindestvolumenstrom der Lambda (Heizen + Abtau)
* geplanter Volumenstrom im Heizkreis (bei NAT und im Teillastbereich)
* erwartetes ΔT (z. B. 5–8 K) im Betrieb

Wenn diese drei Punkte passen, brauchst du in sehr vielen Fällen keinen 300-l-Puffer.

Wenn du magst: poste noch kurz (1) die geplante Lambda-Größe, (2) NAT bei dir und (3) deinen gemessenen Durchfluss (vermutlich l/h) – dann kann man sehr konkret sagen, ob 200–300 l wirklich sinnvoll sind oder eher „Beruhigungspuffer“.

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 16.12.2025 15:10:38
0
3909318
Hallo richard10,

vielen lieben Dank.

Die Angaben waren natürlich Liter pro Stunde.

Es ist eine Lamba EU10L geplant, die NAT ist -10°, und der momentane Durchfluß an der HK-Pumpe müßte laut Diagramm ca. 1-500-18-00 l/h betragen.

Ich habe im Grunde die 3 33er Heizkörper im offenen Wohn-/Eßbereich als Referenz.

Dort sind die Thermostatköpfe auf 24 Grad gestellt, das entpricht einem Öffnungsgrad von 100%, wenn nicht gerade die Sonne stundenlang durch die Fenster scheint.

Hier habe ich dann ausprobiert, wie tief ich mit der Heizkurve nach unten gehen kann, bis die Zieltemperatur im Raum nicht mehr gehalten werden kann.

Das habe ich jetzt weitgegehend ausgereizt. Die 24 Grad werden im Raum bei 100 % Ventilöffnung gehalten. Das Ventil im Kinderzimmer ist auch meistens bei 100 %, wenn kein zusätzlicher Wärmeeintrag vorliegt. Da dort nur ein 22er Heizkörper ist, werden nur ca. 21-22 ° erreicht, was aber ok ist.

Da ich im Schlafzimmer z. B. nur 20° halten möchte, muß ich das (noch) über das Thermostatventil regeln. Wenn ich dort ein voreinstellbares Ventil habe, kann ich dort das Thermostatventil auch weiter öffnen lassen, dann kommt es nicht mehr zu diesen Sprüngen. Das Ventil schließt dann nur noch, solange das Fenster geöffnet ist.

Bei den anderen Räumen, die momentan bei 100 % viel zu warm werden würden, würde ich das dann entsprechend machen.

Ich kann leider jetzt noch nicht gut einschätzen, ob ich mit oder ohne AFC-Ventile besser fahren würde. Bei 22 Ventilen wäre es mir aber schon recht, wenn ich gleich am Anfang die richtige Wahl treffen würde.

Es sind zwar 22 Heizkörper, aber gut die Hälfte davon sind in eher gering beheizten Räumen und werden daher wohl nur mit einem relativ geringen Durchfluß laufen, damit es nicht zu warm in dem entsprechenden Raum wird. Und noch viel weiter runter werde ich mit dem VL nicht gehen können, sonst werden die Referenzräume nicht mehr warm genug.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß ich unter dem Strich Energie sparen kann, wenn ich z. B. das an den Wohnbereich angrenzende und über drei Etagen offene Treppenhaus mit offenen Ventilen beheize und dafür vielleicht etwas Wärmeübertragung vom Wohnbereich ins Treppenhaus verhindern und dann vielleicht die Vorlauftemperatur noch 1° senken kann. Im Treppenhaus sind große Fensterflächen mit normaler Doppelverglasung und die verglaste Haustür, wo sicherlich auch eine Menge Energie nach außen abgeleitet werden würde, wenn ich das Treppenhaus statt auf 18° z. B. auf 22° aufheize.


In der Rechnung vom Kombispeicher steht auch eine Solar-Zirkulationslanze. Ich weiß aber nicht genau, welchen Zweck diese hat.
Laut den Fühlern am Speicher habe ich wohl eine relativ gute Schichtung, aber es findet ja auch nur bei der WW-Bereitung eine Einströmung oben statt, die evtl. auch geringer ist als bei einer Wärmepumpe.
Dann habe ich noch einen Ausgang zu einem Mehrwegeventil für die Rücklaufanhebung der Heizung im unteren Bereich.

Der Kombispeicher hat wohl laut Datenblatt nur Einströmbremsen aber sonst keinerlei Möglichkeit, die Schichtungseffizienz zu verbessern. Das ist auch kein spezielles für Wärmepumpen optimiertes Modell.

Ursprünglich hatte ich ja geplant, den Kombispeicher nach dem Lambda--Schema 133 einzubinden, also mit Stichanbindung für die Heizung und für Warmwasser.
Der Heizungsbauer hätte das auch so umgesetzt, aber hier im Forum wurde mir davon abgeraten, den Speicher für Heizung und Warmwasser zu nutzen.

Ich möchte lieber gleich die richtige Hydraulik aufbauen lassen und nicht später noch Änderungen vornehmen müssen. Das sind ja auch alles Mehraufwände, die man sich sparen kann. Wenn ich nur den Kombispeicher verwenden würde, könnte ich ja auch nicht beurteilen, wieviel besser die JAZ mit einem Rücklaufreihenpuffer mit DDV wäre, bevor ich es nicht ausprobiert hätte.

LG Meaparvitas

Verfasser:
Meaparvitas
Zeit: 16.12.2025 19:02:49
0
3909373
Was ich noch ergänzen wollte:

Der Heizungsraum, in dem auch der Kombispeicher steht, ist nicht nur nicht beheizt, sondern hat auch zwei kindskopfgroße Löcher in der Außenwand zur Belüftung der Gasheizung. Das Haus steht am Hang, eine Außenwand des Heizungsraums ist komplett im Erdreich, eine andere zur Hälfte. Die anderen beiden Wände sind Innenwände.

Der Raum wird zwar durch die angrenzenden Räume und das bis knapp unter die Decke geführte Abgasrohr des Gasbrenners beheizt, der allerdings auch nur 15 Minuten pro Stunde läuft, aber ich gehe davon aus, daß sich die Gebäudeheizlast nochmal deutlich reduziert, wenn diese Löcher beim Einbau der Wärmepumpe verschlossen werden können, und auch die Wärmeverluste des Speichers sollten sich dann etwas reduzieren.

Das sind die nicht einstellbaren Danfoss-Ventile, die an allen Heizkörpern verbaut sind.





Dafür gibt es wohl keine voreinstellbaren Einsätze zum Tauschen, und die alten aber tadellos funktionierenden Thermostatköpfe passen auf die neuen RA-N oder RA-DV Ventile wahrscheinlich auch nicht, oder?

LG Meaparvitas

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