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15.12.2025 11:37:05 |
Guten Tag zusammen, Kurzversion meines Anliegens: EFH Bj. 1980 (200 m², Radiatoren), Heizlast nach DIN EN 12831 bis 9,63 kW, statistisch relevanter Betrieb bis ca. −3 °C (≈ 7,1 kW). Buderus WLW-7 liefert bei W55 nur 5,7 kW (0 °C) bzw. 5,2 kW (−5 °C) → Heizstab ab ~0 °C nötig, dafür sehr gute Modulation bis 1,8 kW. WLW-10 deckt Last monovalent ab, ist im Hauptbetrieb aber deutlich überdimensioniert (Min. 2,1 kW). Kernfrage: Ist die WLW-7 trotz frühem Bivalenzpunkt die sinnvollere Auslegung für den realen Betrieb – inkl. effizienter WW-Bereitung – oder ist die WLW-10 technisch vorzuziehen? Langversion: es geht um den Ersatz einer bestehenden Gastherme in einem Einfamilienhaus (Baujahr ca. 1980) durch eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Die Gebäudehülle wurde teilweise modernisiert, das Heizsystem bleibt radiatorenbasiert. Ziel ist die Entscheidung, welche Wärmepumpenleistung für den realen, statistisch häufig auftretenden Heizbetrieb geeignet ist, d. h. für Außentemperaturen bis etwa −3 °C, nicht primär für seltene Extremtemperaturen. GebäudedatenStandort: 76227 (Raum Karlsruhe)Baujahr: ca. 1980Wohnfläche: ca. 200 m², 2 Vollgeschosse Keller: vorhanden Gebäudehülle:Dach: Zwischensparrendämmung (2022) Fenster / Haustür: 3-fach verglast / neu (2022) Fassade: ungedämmt, keine weitere Sanierung geplant Heizsystem / BestandHeizkörper (kein FBH-System) Aktuelle Wärmeerzeugung: Gastherme (BJ 1998) Wichtig:Die vorhandenen Heizkörper sind gemäß Heizlastberechnung bei 55 °C Vorlauf ausreichend dimensioniert, eine Vergrößerung oder Umrüstung ist nicht vorgesehen. Verbrauch / HeizlastJahresenergieverbrauch inkl. Raumheizung und Brauchwasserbereitung: 23.280 kWh/aHeizlastberechnung nach DIN EN 12831 liegt vorErmittelte Heizlasten:−2 °C: 6,73 kW −5 °C: 7,83 kW −7 °C: 8,57 kW −9,9 °C (Norm-AT): 9,63 kW Diskutierte Wärmepumpen – Leistungsdaten laut DatenblattBuderus Logatherm WLW-7 MB AR (Monoblock)Modulationsbereich (Heizleistung): ca. 1,8 kW bis max. ~7,5 kWLeistungspunkte W55:A +7 / W55: 7,45 kW A 0 / W55: 5,7 kW A −5 / W55: 5,2 kW → daraus ergibt sich ein rechnerischer Bivalenzpunkt bei ca. 0 °C, unterhalb davon Heizstab erforderlich. Buderus Logatherm WLW-10 MB ARModulationsbereich (Heizleistung): ca. 2,1 kW bis max. ~12 kWLeistungspunkte W55:A +7 / W55: 12 kW A 0 / W55: 11 kW A −5 / W55: 10 kW → monovalente Abdeckung der Heizlast bis unter −7 °C möglich. Leistungs-/Last-GegenüberstellungAußentemperatur | Heizlast Gebäude | WLW-7 Heizleistung | WLW-10 Heizleistung +5 °C | ~5,0 kW | ~7,0 kW | ~11–12 kW +2 °C | ~5,6 kW | ~6,2 kW | ~11 kW 0 °C | ~6,0 kW | 5,7 kW | 11 kW−2 °C | 6,73 kW | ~5,5 kW | ~10,5 kW −3 °C | 7,1 kW | ~5,4 kW | ~10,2 kW −5 °C | 7,83 kW | 5,2 kW | 10 kWKernfragen:Ist eine WLW-7 mit sehr gutem Teillast-Modulationsbereich (bis 1,8 kW) für den statistisch häufig auftretenden Temperaturbereich bis etwa −3 °C technisch sinnvoll, obwohl sie bereits ab ca. 0 °C rechnerisch Heizstabunterstützung benötigt? Wie kritisch ist der Heizstabanteil unterhalb von 0 °C zu bewerten, wenn er energetisch ungünstig ist, aber zeitlich begrenzt auftritt? Führt die WLW-10 trotz Modulation bis 2,1 kW im gleichen Temperaturbereich realistisch zu Takten bzw. Effizienzeinbußen, oder überwiegt der Vorteil der klar monovalenten Abdeckung der Heizlast? Brauchwasserbereitung: Wie sollte die Warmwasserbereitung (Speichergröße, Solltemperatur, Zeitfenster) ausgelegt werden, um einen möglichst hohen Wärmepumpenanteil zu erreichen und Heizstabeinsatz bei WW zu minimieren – insbesondere bei der kleineren WLW-7? Ziel ist eine praxisnahe, rechnerisch saubere Auslegung für den realen Betrieb – nicht die Absicherung seltener Extremtemperaturen. Vielen Dank für fundierte Einschätzungen. Moritz
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15.12.2025 12:57:56 |
Zitat von po951  Guten Tag zusammen, Kurzversion meines Anliegens: EFH Bj. 1980 (200 m², Radiatoren), Heizlast nach DIN EN 12831 bis 9,63 kW, statistisch relevanter Betrieb bis ca. −3 °C (≈ 7,1 kW). Buderus WLW-7 liefert bei W55 nur [b]5,7 kW (0[...] Kopfschüttel!! 55 °C Vorlauftemperatur und über Takten philosophieren?? Ich habe eine 7 kW WP (HB Ausschlusskriterium) bei 4,3 kW Heizlast und die Heizkörper von zuvor 52 °C auf 45 °C Vorlauftemperatur angepasst. Und ich freue mich, wenn meine WP maximal 6 mal am Tag taktet. Dann sinkt meine Stromrechnung und das über den Strommix erzeugte CO2. (315 kg seit 11.09.2025)
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15.12.2025 13:09:05 |
Wenn du die VLT nicht deutlich runter bekommst, brauchst über eine gute JAZ und die 7er nicht nachzudenken. Ich glaube auch nicht, dass du Probleme mit Takten bekommst, wenn du alles ordentlich einstellst. Mit Abtauen wird die 7er schon früh am Limit sein. Genau wirst du es nur wissen, wenn du jetzt einen ordentlichen Abgleich mit möglichst niedriger VLT machst und dir einen WMZ einbauen lässt. Die neue 75er Vaillant wäre vllt. auch noch interessant und natürlich die Heizleistungskurven aus den Planungsunterlagen bzw. Bedienungsanleitungen. Die sagen mahr als Datenblätter. Und bei hohen Temperaturen darfst du nicht auf die W55 Werte schauen sondern musst die W35er nehmen, um das Takten abschätzen zu können.
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15.12.2025 13:25:09 |
Machbarkeitsstudie: Hydraulikmatrix ermitteln: Heizlast messen: dann wird ein Schuh draus. Mit einer "gerechneten" Heizlast definitiv nicht: Gruß Dipl.-Ing. Anlagentechnik Frank-Rolf Roth www.waermepumpendoktor.com (Planung, Baubegleitung, Anlagen-Optimierung, Betreiberschulung) Referenz-Wärmepumpenanlage der Energieagentur-NRW So wird’s gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=JqPpRR6vQl4
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15.12.2025 13:36:58 |
Die 55°C VL bei Heizkörpern werden meiner Erfahrung nach selbst im Altbau oft überschätzt.
In unserem 1990er Altbau mit Jaga-Heizkörpern sind wir hier auch mit unter 40°C noch gut dabei, bei 20,5-21,5°C Raumtemperatur und Lüftern in den zwei Räumen mit zwei Außenwänden.
Bei 5°C sogar nur 33-35°C VL notwendig.
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15.12.2025 13:59:34 |
Zitat von Melvil  Die 55°C VL bei Heizkörpern werden meiner Erfahrung nach selbst im Altbau oft überschätzt.
In unserem 1990er Altbau mit Jaga-Heizkörpern sind wir hier auch mit unter 40°C noch gut dabei, bei 20,5-21,5°C Raumtemperatur und Lüftern in den zwei Räumen mit zwei[...] Danke für den Hiweis. Meinst du mit "Lüftern" spezielle Heitkörper mit intergiertem Lüfter?
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15.12.2025 14:01:55 |
Zitat von Frank_Pantry  Machbarkeitsstudie: [Bild]
Hydraulikmatrix ermitteln: [Bild]
Heizlast[...] Hallo Herr Roth, könnten Sie Ihre Antwort noch etwas erklären? Ich verstehe leidet nicht, was gemeint ist (-> wie kann ich eine Machbarkeitsstudie erstellen oder eine Hydralikmatrix ermitteln? Warum geht es nicht mit einer nach DIN gerechneten Heizlast?
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15.12.2025 14:11:18 |
Weil die dortigen Werte (Angszuschläge, pauschale Annahmen ect.) einfach nicht zutreffen...bei quasi keinem Haus. Für die Hydraulikmatrix benötigt man hochauflösende Meßtechnik. Selbst eine große Erklärung schriftlich abzugeben, ist nie vollumfänglich, das geht telefonisch besser. Bei Bedarf anrufen oder mailen. Gruß Dipl.-Ing. Anlagentechnik Frank-Rolf Roth www.waermepumpendoktor.com (Planung, Baubegleitung, Anlagen-Optimierung, Betreiberschulung) Referenz-Wärmepumpenanlage der Energieagentur-NRW So wird’s gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=JqPpRR6vQl4
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15.12.2025 14:42:21 |
Zitat von po951  Zitat von Melvil  [...] Danke für den Hiweis. Meinst du mit "Lüftern" spezielle Heitkörper mit intergiertem Lüfter? Gibt es auch, kann man sich aber sehr einfach mit PC-Lüftern selbst zusammen bauen und für 50€ die volle HK-Breite belegen. Hier im Forum gibt es einige Threads, wie man sich sowas bauen kann. Da braucht man nicht mal groß Elektronik-Kenntnisse für.
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15.12.2025 17:54:24 |
Zitat von A Min  Wenn du die VLT nicht deutlich runter bekommst, brauchst über eine gute JAZ und die 7er nicht nachzudenken. Ich glaube auch nicht, dass du Probleme mit Takten bekommst, wenn du alles ordentlich einstellst. Mit Abtauen wird die 7er schon früh am Limit sein.
Genau wirst du es nur wissen,[...] Du meinst also, dass mit der 7kW keine hohe JAZ erreicht werden kann da der Heizstab häufig einspringen muss? Bei hohen Außentemperaturen (mit W35) hat die 7er ab 11 Grad zuviel Leistung und die 10er schon ab 8,5 Grad. Also kein großer Abstand.
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15.12.2025 18:02:32 |
Zitat von WG_Jena  Zitat von po951  [...] Kopfschüttel!! 55 °C Vorlauftemperatur und über Takten philosophieren?? Ich habe eine 7 kW WP (HB Ausschlusskriterium) bei 4,3 kW Heizlast und die Heizkörper von zuvor 52 °C auf 45 °C Vorlauftemperatur angepasst. Und ich freue mich, wenn meine WP maximal 6[...] Mir ist deine Aussage nicht ganz klar. Möchtest du sagen, dass deine Anlage "überdimensioniert" ist mit einer 7kW WP bei einem Gebäudebedarf von 4,3kW? Bei hohen Temperaturen (über 8 Grad) wird dann vermutlich die WP mehr Wärme liefern als das Haus abnehmen kann (-> sie "taktet" dann). Ist das bei dir nicht so? Insgesamt habe ich auch das Gefühl, dass bei mir die 10 kW WP besser geeignet wäre (auch wenn sie in vielen Bereichen Überdimensioniert ist und der Bivalenzpunkt bei -10 Grad liegt)
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15.12.2025 19:05:36 |
55°C ist zu hoch für einen effizienten Betrieb. Ich würde die größere nehmen. Alleine in dem Temperaturen Bereich um die 0°C mit regelmäßig hoher Luftfeuchtigkeit kommt eine zu knapp bemessen Wärmepumpe deutlich an ihre Grenzen.... Eine BWWP würde ich nicht nehmen. Die 0,3 kW höhere Mindestleistung kann man in die Übergangszeit gut in den Griff bekommen. Soviel zur meiner Meinung.
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15.12.2025 20:08:02 |
Bei 55 Grad VLT wirst du generell keine gute JAZ erreichen, egal ob 7er oder 10er. Hinzu kommt, dass die 7er dann sehr schnell am Ende ist.
Ich schaffe es übrigens oft mit meiner 7er, dass die selbst bis 15 Grad noch durchläuft. Über 15 Grad wird nach Verzögerung aber auch schon ausgeschaltet (Sommerbetrieb automatisch). Den Heizstab gebe ich erst ab -9 frei (192qm aus 1997, berechnete Heizlast 8,8kW, gemessene um 6,4kW, teilweise FBH, NAT -10, Eifel, wo es auch schon mal Schnee gibt). Ich hoffe jetzt im zweiten Winter mit VLT < 40 Grad auszukommen (Lüfter unter einem kritischen Heizkörper selbst gebastelt)
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15.12.2025 21:17:27 |
Zitat von Stone82  55°C ist zu hoch für einen effizienten Betrieb. Ich würde die größere nehmen. Alleine in dem Temperaturen Bereich um die 0°C mit regelmäßig hoher Luftfeuchtigkeit kommt eine zu knapp bemessen Wärmepumpe deutlich an ihre Grenzen.... Eine BWWP würde ich nicht[...] Danke für die Einschätzung. Welchen Zusammenhang gibt es mit der hohen Luftfeuchtigkeit? Geht es hier um häufige Abtauvorgänge die dann die verfügbare Heizleistung zusätlich reduzieren? Was ist eine BWWP? Ist eine Buderus Pumpe gemeint? Falls ja, warum nicht nehmen? Zumindest bei Stiftung Warentest hat sie gut abgeschnitten.
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15.12.2025 22:12:44 |
Vergiss den Satz mit der BWWP ( Brauchwasserwärmepumpe) da habe ich mich etwas verschaut. Ja bei Temperaturen um die 0°C ist in der Regel recht hohe Luftfeuchtigkeit vorhanden und diese erreicht oft recht schnell die 100%. Das erhöht massiv die Abtaufrequenz. Je nach Gerät und Betriebsweiße kann das alle 30-45 Minuten vereisen und es muss Abtauung. Die Vereisung geht langsamer wenn erstens die Anlage nicht auf Volllast gehen muss um die VLT aufzuholen und eine stärkere Anlage kann auch schneller die VLT aufholen als eine zu knapp bemessene Anlage.
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