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Member87 
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Member87 
[...]
Noch eine Frage.
Ist die Berechnung denn grundsätzlich korrekt?
Da ich momentan nur die Daten habe die ich genannt habe, wären die "wirklichen" Kosten eher niedriger oder höher? Theoretisch müssten die realen Werte doch niedriger sein wenn die Berechnungen stimmen, oder?
Moin,
zum Warmwasser, das aus einem Speicher kommt:
Da gilt es mehrere Faktoren zu beachten:
1 Erwärmung des
Trinkwassers
2 Speicherverluste druch die Isolation hindruch
3 Zirkulationsverluste
4 Wirkungsgradverluste beim Übertrag der
Verbrennungswärme des Öls ins Heizkreiswasser
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will man die Wärmemenge in kWh errechnen und hat die
Wassermenge und das deltaT, dann lautet die Formel:
Wassermenge in m³ x deltaT * 1,1625 = Wärmemenge in kWh Jetzt hat man die Wärme, die beim tägl. Laden des Speichers reingesteckt werden muss, wenn der Speicher über 24 h hinweg keine Wärmeverluste hat.
-> Bei 11° kaltem Trinkwasser und Aufheizen auf 60° ergibt sich ein DeltaT von 49 K.
...
macht also 981 kWh/a f WW-Erwärmung 2
Nun hat aber der Speicher Wärmeverluste, die daraus resultieren, dass es um den Speicher herum ca. 15°C ist und drinnen z.B. 60°C. Auch bei Nichtentnahme kühlt der Speicher also ab. Diese Speicherverluste müssen also beim nächsten Aufheizen mit neuer Wärme kompensiert werden. Die belaufen sich bei dem ebenfalls im ANlagengehäuse befindlichen liegenden 150L WW-Speicherlein des Logano S115 in der Praxis ca. 1,5 kWh/d und fallen über 365 d an.
-> 547,5 kWh/a Du siehst, dass diese Speicherverluste, die den Keller heizen, wohl mehr als "20 €" sind.
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Gibt es eine Zirkulation, die ständig läuft?
Falls ja: dann verliert man in ienem EFH darüber mindestes dieselbe Wärmemenge wie über den Speicherverlust und heizt damit die Wände und Flure. In einem Mehrparteienhaus wie Deinem ist es ein Vielfaches. Vereinfachend gehen wird davon aus, dass pro Wohnung die Verluste eines EFH für Zirkulation anfallen.
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Zuletzt setzt der Öler ja die aus der Ölverbrennung erzeugte Wärme nicht 1:1 in Warmwasserwärme um. Erstens geht der Öler bei WW-Bereitung auf volle Leistung und sehr hohe
Vorlauftemperatur. Der Wirkungsgrad des Ölers ist dann bei ca. 50%.
Summe f. WW : Ihr seid sicher mit mehreren Parteien...sagen wir mal, Dein Anteil am WW ist 20%.
(981 kWh/a + 20% x 547,5 kWh/a + 547,5 kWh/a) x 2 =
3.276 kWh/a Wärme aus dem Verbrennen des Öls sind nötig
Nun zum Heizen: Lt WMZ hast Du 3.855 kWh/a an Wärme abgenommen.
Auch hier muss man den Wirkungsgrad des Ölers bei der Erwärmung von heizwasser zum heizen berücksichtigen, den man bei Niedertemperaturöler und HK so bei 80% ansetzen kann
Summe f. Heizen :
3.855 kWh/a / 80% =
4.818,7 kWh/a Wärme aus dem Verbrennen des Öls sind nötig.
Macht also für WW/a:
3.276 kWh / 10 kWh/L x 0,95 = 311 € o. MWSt
4.819 kWh / ..... -----------------> 458 € o. MWSt.
Du siehst, dass nur 30% der benötigten Wärme für das WW vermessen sind, der Rest ist geschätzt und mit vernünftigem Aufwand nicht einzeln messbar. Von daher können die Kosten deutlich von den hier ermittelten abweichen.
Die 2. Frage ist daher, nach welchen Verrechnungsschlüsseln der von der Eigentümergemeinschaft bestellte Abrechner die Kosten des Öls auf WW und Heizen umlegt bzw. aufteilt. Da gehen sicher die Zählerstände ein, aber das ist bei weitem nicht alles.
Du siehst ja, dass im Vergleich zum Aufwand für Heizen für WW ein Vielfaches an Verbrennungswärme erzeugt werden muss, weil die Bereitstellverluste sehr hoch sind. Und welche Nebenkosten, die mit dem Betrieb des Ölers zusammenhängen, noch enthalten sind.
Gruß - Eddi