Zitat von
Bjalle 
Leider gehört die Vitovalor PT-2 zu den Geräten, die bei mir nie richtig funktioniert haben. Viessmann hat daher einem Austausch zugestimmt. Nun kann man über Viessmann ja sagen was man möchte, allerdings finde Ich das
Angebot die Vitovalor PT2 gegen eine neue Anlage aus dem Sortiment zu tauschen[...]
Hallo Bjalle,
wenn Du jetzt auf Gas gehen willst, solltest Du mehrere Punkte prüfen:
1
Wird es in 10 -15 Jahren bei Dir noch ein Gasnetz geben? Viele Kommunen planen da Abschaltungen. Manche wie
Mannheim in 2035.
2
Gas wird wegen der weiter und in Zukunft bescheunigt sinkenden Zahl an priv. Gaskunden bzgl. Netzkosten stetig teurer werden, stiegende Kosten für den Zertifikatshandel des erezugten CO2 hast Du ja sicher im Blick.
Weiter gedacht mit Blick auf die WP-Alternative:die Viessmann Vitovalor PT2 ist eine
Brennstoffzellenheizung und keine herkömmliche
Gasheizung. Sie erzeugt mit ihrer
Brennstoffzelle ca. 40 - 45% el. Strom (ca 750 W) und 55 -60 % Wärme (ca. 1 kW) bei einem elektr. Wirkungsgrad von ca. 33 %.
Und ich weiß auch nicht, ob ihr mit dem Strom Netzstromfür den Haushalt ersetzt habt oder nicht. Neben der Brennstoffzelle ist in der Anlage eine herkömmliche
Brennwertheizung installiert, die alle Wärme liefert, die die Brennstoffzelle nicht erzeugt und die das Haus aber braucht. Die hat ca. 60% Wirkungsgrad für WW-Bereitung und ca. 85 - 90% Wirkungsgrad beim heizen mit für fossile Heizungen moderaten VLT von vielleicht 50°C.
Daher ist es falsch und technischer Unfug, klassische Verbrauchsrechner zur Ermittlung der Heizlast und Auslegung einer WP aus dem Gasbedarf zu verwenden, sondern es sollte im Vorfeld eine raumw.
Heizlastberechnung erfolgen, sofern aus den Vorjahren keine Angaben zu dem in der Brennstoffe verbarcuten Gas, dem in der klass. Heizung verbauchten Gas sowie die ans Haus abgegebene Wärme aus der Brenstoffzelle und die ans Haus abgegebenen Wäme aus der Therme vorliegen.
Kurz: eine Mutmaßung 37.000 kWh Gasverbrauch = Heizlast von ca. 14,1 kW für WW und Heizen wie sie mit dem recht guten Heizlastrechner von Stiebel- Eltron mit Eingabe 37000 kWh, 8 Personen (2 EFH!), 22° Raumtemp. und Ort=Wuppertal möglich ist, ist also in jedem Fall zu hoch "geschossen".
Aber bleiben wir mal auf der "Spur" dieser überhöhten Maximalheizlastabschätzung....für eine worst case - Betrachtung der Art: in keinem Fall höher als...1.
Allein dieser "zu hoch geschossene" Wert spricht m.E. sofort sehr eindeutig dafür, dass Ihr keineswegs eine WP-Kaskade braucht, sondern es ein Einzelgerät der Bauklasse ~ 9 - 13 kW tun dürfte.
2.
Wegen der wahrscheinlich in den nächsten eher 2 bis 5 Jahren gelanten Aufdachdämmung im Zug der Erneuerung der Dachfläche würde ich hier den Effekt der besseren Dämmung rechnen (lassen) und dann eine auf das gedämmte Dach ausgelegte WP einbauen, die bis zur Dachdämmung etwas mehr an Strom über den el. Zuheizer bezieht.
Der Effekt der Dachdämmung dürfte erheblich sein, denn 1971 hatten Flachdächer einen Wärmeverlust - ausgedrückt als
U-Wert in W/m²/K - von ~0,6 und Steildächer von ~0,8. Heute sind die bei Sanierung die gesetzl. Mindestwerte von ~ 0,2 W/m²/K einzuhalten. Häuser aus 1971 verlieren im Sc nitt ca 25% der zugeführten Wärme über die Dächer.
Nach Dämmung wären es "über den Daumen" ca. 6 - 8%, womit sich Deine 37.000 kWh, davon lt. Stiebel-Eltron Rechner - s.o. - ca. 32.600 kWh fürs Heizen reduzieren
-> 32.600 kWh x 25% = 8.150 kWh über Dach --> 8.180*7% / 25% = ~ 2.300 kWh
==> Einsparung ca. 8.150 - 2.300 kWh = 5.850 kWh/a
neue Heizlast per Stiebel Eltron für 31.500 kWh/a:
~ 11,7 kW Heizlast über den Daumen,
wenn es denn eine reine Brennwerttherme gewesen wäre.
FAZIT: keine klass. Brennwerttherme!
Also liegt die Heizlast wie oben bereits erläutert nochmal niedriger Die worst-case-betrachtung hilft dabei, die aus einer raumw. Heizlastberechnung berechnete "sanierte" Heizlast zu plausibilieren, denn meist fallen die Berechnungen ca. 10 - 40% zu hoch aus.
Gruß - Eddi