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11.01.2026 12:51:15 |
Vielen Dank, da schaue ich mal rein! Tja, ich bin ganz am Anfang. Viel gelesen habe ich. Bin gerade dabei, DanBasic 7.0 auszufüllen. Da ich Baupläne habe (Haus aus 2007), kann ich viele Daten ablesen. 12 beheizbare Räume, 15 Heizkörper (Oventrop, einstellbar, eins habe ich schon mal ausgebaut). Die VL- Temperatur habe ich an der Gastherme auf 45 Grad runter gedreht und gucke mal, ob es bei -8 Grad noch warm wird (wird es, die Kinder heizen ihre Zimmer aber mit der Grafikkarte und im Wohnzimmer habe ich einen Kaminofen). Ansonsten: Porotonziegel, 30cm mit 3cm Wärmedämmputz; schlecht eingestellte Fenster und Haustür -> Ist das kompliziert? Eine Bestätigung könnte ich bekommen, denke ich. Jedoch brauche ich keine Gefälligkeitsbestätigung, es muss am Ende ja auch funktionieren. Viele Grüße Ingo
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14.01.2026 15:42:21 |
Meine Heizlastberechnung steht auf vier Füßen: 1. Grundlage Wärmebedarfsberechnung des Architekten. EFH, Bj. 2003, 127 qm, 6.164 kWh Wärmebedarf ohne Warmwasser, Überleitung zur Heizlast aufgrund einer Formel in drei Schritten von SHK info. Ergebnis: 4,5 kW Heizlast 2. Reale Heizlast aufgrund Messung des Ölbrennwertbrenners am kältesten Tag im kompletten Zeitraum seit Einzug: Der Öldurchsatz pro Betriebsstunde war langjährig ausgemittelt. Bei -15 Grad Durchschnittstemperatur kam heraus: Brennerleistung 13,5 kW, pro Stunde lief der Brenner 20 Minuten und war 40 Minuten aus. D.h. 13,5/3= 4,5 kW. Natürlich alles im stationären Betrieb ohne Nachholheizen o.ä. 3. Überleitung des Jahresverbrauchs von 950 - 1100 Liter pro Jahr. Die Wärmebedarfsberechnung von Punkt 1. hatte natürlich auch einen Anlagenfaktor oder so berücksichtigt, der die Brücke von 6.164 kWh zu 1100 Litern Heizöl zog. Angenommen wurde ein Heizwertkessel, in Wahrheit wurde es ein Brennwertkessel. Es passte also. Die Formel von Jahreswärmebedarf zu Heizlast ist die gleiche wie bei Punkt 1. Die spare ich mir hier, da sonst wieder die Bedenkenträger und Zweifler mit der dritten Nachkommastelle ankommen, die anders sein müsste. 4. Jetzt mit der WP am bisher kältesten Tag (11.01.) gemessen: 102,5 kWh Wärmeproduktion. Geteilt durch 24 Stunden = 4,3 kW. Es waren ja auch nur zwischen -6 und -11 Grad Außentemperatur. Aber man sieht: Es ist eine ganz runde Sache geworden. Theorie stimmt mit Praxis überein.
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20.01.2026 00:44:38 |
Zitat von braunbaer  Ich bin Betroffener! Meine Gasheizung ist defekt, reparieren geht, doch da setze ich lieber auf eine Wärmepumpe. Mein Problem mit diesem Thema: - ich habe verstanden, dass ich bestimmte gesetzliche Bedingungen erfüllen muss, um eine Förderung für eine Wärmepumpe zu[...] Hallo Ingo, ja, eine Heizlastberechnung ist aus meiner Sicht eine ausgezeichnete Grundlage, um die Planung von Anfang an sauber aufzusetzen – und sie lohnt sich wirklich. Wichtig sind dabei zwei Punkte: 1. Qualität der Heizlast Sie sollte raumweise (nicht nur „Haus gesamt“) gemacht werden, damit du später auch siehst, welcher Raum welche Leistung braucht und ob Heizkörper/FBH das bei niedrigen Vorlauftemperaturen schaffen. Und sie steht und fällt mit den richtigen Eingabedaten ( U-Werte, Flächen, Lüftungsannahmen, Innentemperaturen, ggf. Infiltration) . Bei mir lag die reale Heizlast später ziemlich nah an der Berechnung (Größenordnung ±5 %). Entscheidend ist aber: Die Annahmen musst du in der Praxis auch so leben – und genau da entstehen oft Abweichungen, weil Nutzerverhalten (Türen auf/zu, Lüften, Raumtemperaturen, Nutzung) eben variabel ist. 2. „Förderkonform“ vs. „realistisch“ Ich würde das nicht als Widerspruch sehen, sondern als zwei Ebenen: Für eine gute Planung willst du ein realistisches Bild und Reserven dort, wo es Sinn ergibt. Für Förderung/Unterlagen braucht man oft eine nachvollziehbare, normnahe Vorgehensweise. Was viele unterschätzen: Wenn man in der Praxis Räume „kalt“ lässt, verschiebt man Wärmeflüsse – das wirkt sich auf die Heizkurve und den Betrieb aus. Deshalb habe ich bei meiner Planung bewusst einen Worst-Case angesetzt und alle Räume auf 20 °C (BZ: 24°C) geplant. Ergebnis: rechnerisch höhere Heizlast, in der Realität: deutlich mehr Komfort (gleichmäßigere Temperaturen, weniger „kalte Zonen“), etwas höhere Heizenergie – aber gleichzeitig konnte ich die Vorlauftemperaturen senken (Heizkurve runter), was den COP verbessert. Unterm Strich ist das oft ein gutes Gesamtpaket: minimal mehr Bedarf, aber effizienterer Betrieb und höherer Komfort. Weniger Takten in der Übergangszeit
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20.01.2026 09:49:08 |
Zitat von richard10  Deshalb habe ich bei meiner Planung bewusst einen Worst-Case angesetzt und alle Räume auf 20 °C (BZ: 24°C) geplant.[...] ???Das ist doch der Standard???
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20.01.2026 11:30:46 |
Zitat von Chaot  Zitat von richard10  [...] ???Das ist doch der Standard??? Ja, für Wohnzimmer und andere Wohnräume gibt es der Standard. Für Keller gibt es kein Standard, aber ich rechne mit 20°C. Ich vermeide dadurch dass ich eine zu kleine WP auswählen. Da ich der Keller isoliert habe war der Unterschied in Heizlast 15°C versus 20°C etwa 600 Watt.
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20.01.2026 11:37:57 |
Zitat von Loxodan  "Schwierigstes" ist es meist den fachgerechten Einbau von jemand bestätigen zu lassen
Dazu bietet SHK Info neben dem Heizreport mittlerweile auch einen Fördermittelservice an. Die machen dann nach der Montage ein Telecoaching, um die BnD zu erstellen. Man ist als nicht mehr auf einen einzige Onlineshop für japanische Geräte angewiesen.
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21.01.2026 00:49:54 |
Zitat von richard10  Zitat von braunbaer  [...] 1. Qualität der Heizlast Sie sollte raumweise (nicht nur „Haus gesamt“) gemacht werden, damit du später auch siehst, welcher Raum welche Leistung braucht und ob Heizkörper/FBH das bei niedrigen Vorlauftemperaturen schaffen. Nein! Die sollte eben nicht raumweise gemacht werden, sondern zuallererst für das gesamte Gebäude! Die einzelnen Räume können nie mehr Heizlast in Summe ergeben als das gesamte Haus, aber de facto kommt genau das immer dabei raus, weil die ganzen Angstzuschläge in den einzelnen Räumen zusammenkommen, und in Summe eine viel zu hohe Heizlast vorgaukeln, die es in der Realität nicht gibt! Wie oft muss man das eigentlich noch wiederholen? Mir scheint, dass viele Techniker große Probleme mit Mengenlehre haben oder gar nicht wissen, was das sein soll. Bei mir stand immer die Wärmebedarfsberechnung des Architekten an erster Stelle. Hätte ich auf die Einzelraumberechnung des Installateurs gehört, wäre meine Wärmepumpe statt 7 kW doppelt so leistungsstark gewesen, was eine Katastrophe geworden wäre. So hat der Installateur wenigstens hoffentlich was dazugelernt.
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21.01.2026 01:58:29 |
Zitat von Komfortzone  Zitat von richard10  [...] Nein! Die sollte eben nicht raumweise gemacht werden, sondern zuallererst für das gesamte Gebäude! Die einzelnen Räume können nie mehr Heizlast in Summe ergeben als das gesamte Haus, aber de facto kommt genau das immer dabei raus, weil die ganzen Angstzuschläge in den einzelnen Räumen[...] Man braucht Beides (so steht es dort ja auch) - die Reihenfolge ist egal. Die Berechnung unterscheidet sich im Wesentlichen bei der Lüftungsheizlast. Für das Gesamtgebäude setzt man weniger an - in der Regel die Hälfte. Das macht Sinn, weil man kaum in allen Räumen gleichzeitig lüftet.
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23.01.2026 15:46:29 |
In meinen Augen ist das so: Raumweise Heizleistung: Um die Heizkörper und/oder Fußbodenheizkreise zu prüfen, ob die passen mit geplantem Vorlauf. Hydraulik (danach): Prüfen ob die geplante Hydraulik der jeweiligen Heizkörper auch durchs System geht (was der Wärmepumpendoktor zurecht immer erwähnt). Riesenheizkörper an Strohhalm funktioniert nicht. Man weiß dann auch, welchen Wasserdurchfluß man insgesamt haben wird und welche Vorlauftemperatur und welche Spreizung. Gebäudeheizlast: Das legt letztlich die Größe des Wärmeerzeugers fest. Bei velen wie schon erwähnt ist der Unterschied "nur die Lüftung". Ich würde in komplexeren Gebäudegeometrien und mit nicht immer voll beheizten Abschnitten aber auch noch größere Abweichungen erwarten. Während Du raumweise eigentlich nur rechnen/raten^^ kannst, kann man den Gebäudebedarf bei Vorhandensein eines Wärmemengenzählers idealerweise sogar direkt messen.
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23.01.2026 17:27:43 |
Hallo zusammen, eine Frage zum Thema "Heizlast messen" und der nachfolgenden Dimensionierung der WP, da ich diesen Winter genau das mache: Messen und planen. Sagen wir, meine Messungen laufen (hochgerechnet) auf eine Leistung von 7kW bei NAT (bzw. Bivalenzpunkt) hinaus. Komme ich dann tatsächlich mit einer WP aus, die 7kW bei -7 liefert (nehmen wir an, -7 sei NAT bzw. Bivalenzpunkt), oder muss ich noch Abschläge einrechnen für: - Abtauen - Nacht- bzw. Flüsterbetrieb WW läuft bei mir über BWWP. Sperrzeiten sind mir bewusst, kann ich einberechnen. Aber wieviel muss ich für die o.g. Punkte abziehen? Zum Flüsterbetrieb finde ich in den Datenblättern i.d.R. keine Angaben der resultierenden Leistung, oder? VG Till
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25.01.2026 11:38:03 |
Noch eine praktische Heizlastermittlung mit einer Ölheizung bei -10°C Außen- und 20°C Innen- Temperatur: - Ölbrenner-Düse: 1,9 Kg/h = 2,3 L/h = 23 kWh/h = 23 kW - Wirkungsgrad 46 Jahre alter Ölkessel: 70 % ------> Heizleistung = 16 kW - Ölbrenner-Laufzeiten in 2 h: 30 min ------> 25 % -----> Heizleistung = 4 KW - Heizlastermittlung des HB: 4 kW - Also wird’s eine 4 kW-Wärmepumpe.
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25.01.2026 12:03:38 |
Zitat von Gizmo47  Noch eine praktische Heizlastermittlung mit einer Ölheizung bei -10°C Außen- und 20°C Innen-Temperatur: - Ölbrenner-Düse: 1,9 Kg/h = 2,3 L/h = 23 kWh/h = 23 kW - Wirkungsgrad 46 Jahre alter Ölkessel: 70 % ------> Heizleistung = 16 kW - Ölbrenner-Laufzeiten in 2 h: 30 min[...] Das wird eng sage ich. Soll Warmwasser mit erzeugt werden? Abtauvorhalt einkalkuliert? Wirklich 20 Grad Als Maximum? Aufheizvorgänge nach Lüften berücksichtig? Welche VL Temp benötigst du bei -10 Grad gemittelt aus den Taktungen des Ölis? Ich würde hier aus meinen bisherigen Praxiserfahrungen nicht unter 6kW installieren, bzw. so hoch das ich eventuell noch das Modell mit grösserem Tauscher erwische, moderne Anlagen sollten da schon auf 2kW runtermodulieren.
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25.01.2026 12:14:09 |
Zitat von kklammer  Aber wieviel muss ich für die o.g. Punkte abziehen? Zum Flüsterbetrieb finde ich in den Datenblättern i.d.R. keine Angaben der resultierenden Leistung, oder?
Der Flüsterbetrieb ist keine Pflicht. Fürs Abtauen ist der Flüsterbetrieb ohnehin kontraproduktiv, und wenn die Vereisung im Maschinenraum der WP überhand nimmt, wird sie noch lauter, was aber in den Laborprüfungen so nicht nachgestellt wird.
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25.01.2026 14:16:37 |
@ Loxodan
Soll Warmwasser mit erzeugt werden? Ja Abtauvorhalt einkalkuliert? Nein Wirklich 20 Grad als Maximum? 22 Grad Aufheizvorgänge nach Lüften berücksichtig? Nein
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25.01.2026 15:26:10 |
Noch @ Loxodan
"Angedacht" ist die 4kW-Daikin, die bei -10°C bis zu 5kW leistet.
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25.01.2026 16:55:38 |
Danke. Bleibe aber bei meiner Einschätzung das du damit nicht glücklich wirst. Wenn mal 1 Stunde WW gemacht wird und dann noch abgetaut läuft das Ding in die Todesspirale und kommt nicht mehr in einen stabilen Zustand. Reines Gefühl :-)
P.S. Wieso heißt eine Daikin 4kW dann nicht Daikin 5kW wenn die soweit runter die Leistung bringt?
ich habe die Altherma 3M 14 und die kann "nur" 12kW, da wundert es mich gerade nur über Umkehr in den Bezeichnungslogiken?
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25.01.2026 18:23:02 |
Heizleistungs-Diagramm Altherma 3 R siehe:
https://www.google.com/search?q=daikin+altherma+3+leistungskurve&sca_esv=db73391f060a8875&source=hp&ei=alB2aY2pI5CjkdUPuuqWqAk&iflsig=AFdpzrgAAAAAaXZeerQyt1rELh6vMZjXuEtmzqaWK6wI&oq=daikin+altherma+3+leistungskurve&gs_lp=Egdnd3Mtd2l6IiBkYWlraW4gYWx0aGVybWEgMyBsZWlzdHVuZ3NrdXJ2ZSoCCAAyBRAAGIAEMgYQABgWGB4yBhAAGBYYHjIGEAAYFhgeMggQABiABBiiBDIFEAAY7wUyBRAAGO8FMgUQABjvBUidFVAAWABwAHgAkAEAmAFCoAFCqgEBMbgBAcgBAPgBAvgBAZgCAaACS5gDAJIHATGgB_IEsgcBMbgHS8IHAzItMcgHB4AIAQ&sclient=gws-wiz
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25.01.2026 18:33:01 |
Das Heizleistungs-Diagramm der Altherma 3 R 4kW erhält man auch mit Googeln: "daikin altherma 3 leistungskurve"
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26.01.2026 00:35:43 |
Zitat von Gizmo47  Noch eine praktische Heizlastermittlung mit einer Ölheizung bei -10°C Außen- und 20°C Innen-Temperatur: - Ölbrenner-Düse: 1,9 Kg/h = 2,3 L/h = 23 kWh/h = 23 kW - Wirkungsgrad 46 Jahre alter Ölkessel: 70 % ------> Heizleistung = 16 kW - Ölbrenner-Laufzeiten in 2 h: 30 min[...] Das habe ich auch so gemacht, und bei mir kam 4,5 kW als Heizlast bei raus. Ich habe aber trotzdem eine 7 kW WP genommen, und bin froh, dass ich nicht die 5 kW Variante genommen habe. Du begehst nämlich den Fehler, anzunehmen, dass eine WP bei -10° 4 kW leistet, aber du solltest erstmal klarstellen, bei welcher AT diese Leistung erbracht werden kann. Außerdem ist das Wiederaufheizen nach WW-Bereitung und Abtauen nicht zu unterschätzen. Da läuft meine schon mal 30 Minuten lang unter Volllast, bis das Vorlauf-Soll wieder erreicht ist. Die Auszeit durch die WW-Bereitung macht sich deutlich bemerkbar, und es dauert ein paar Stunden, bis die Raumsolltemperatur wieder erreicht ist. Bei knapper Auslegung kann man das dann vergessen.
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26.01.2026 14:45:48 |
@ Loxodan und Komfortzone: Danke für die überzeugenden Argumente; werde die 6 kW Altherma nehmen.
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26.01.2026 15:21:37 |
Nochmal @ Loxodan und Komfortzone: Wie groß sollte der Pufferspeicher sein?
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26.01.2026 15:32:35 |
Zitat von Gizmo47  Nochmal @ Loxodan und Komfortzone: Wie groß sollte der Pufferspeicher sein? Davon habe ich keine Ahnung denn ich habe erst gar keinen :-)
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27.01.2026 16:28:31 |
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27.01.2026 17:27:24 |
Man könnte sich auch mal Kriterien überlegen, inwieweit man überhaupt eine genaue Messung braucht. Dünne Röhrchen, Einrohrsystem und kleine Heizkörper mit hoher Heizkurve ohne guten Abgleich und aktiven Thermostaten sind kritischer, als eine FBH 17mm in 10cm Estrich ohne Thermostate. Bei der 2. kann man sicher auch ohne Angst auf die Schweizer Formel zurückgreifen.
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