Hallo in die Runde,
Unser Problem habe ich bereits in Teilen in anderen Threads geschildert; auf Anregung aus dem Forum fasse ich die Problematik nun gebündelt im eigenen Thread zusammen. Ich freue mich über fachliche Anregungen und konkrete Hinweise zur Problemlösung. Wichtig: Ich bin nicht vom Fach, stelle mir die Informationen selbst zusammen (auch dank dieses sehr hilfreichen Forums) und bin daher für sachliche Korrekturen offen.
Ausgangssituation:
Neubau EFH (bereits 65 %-GEG-
Regelung), knapp 170 qm, ausschließlich FBH, zwei Stockwerke, Heizlast ca. 5,5 kW. Vom HB installierte WP: Buderus WLW 186i-7 MB AR mit T180-WW-Speicher. Installation im EG im Technikraum, da kein Keller vorhanden.
Estrich schwimmend verlegt, Hausbauweise: Porenbeton. In der Inneneinheit sind zwei Grundfos-UWPs verbaut: die Primärpumpe ist leistungsgeregelt und moduliert kontinuierlich stark von 25 bis 100 %, die Heizkreispumpe ist differenzdruckgeregelt.
Problem:
Eine permanente Geräuschbelastung im gesamten Haus, eine Art „Bienensummen“, in allen Räumen gleich wahrnehmbar, auch bei geschlossenen Türen und auch auf den Mindesteinstellungen der
Pumpen. Tonal, schmalbandig, technisch, vibrierend und eher hochfrequent. Wenn WP aus, Summen sofort weg.
Hydraulik:
Die Außeneinheit steht ca. 5 m vom Haus entfernt auf einem ca. 70 cm in die Erde gehenden
Betonsockel mit Bigfoots. Vor- und Rücklauf laufen zunächst ca. einen halben Meter als Flexschläuche, danach als Fernwärmeleitung mit PEX-
Rohren bis unter die Bodenplatte. Von dort durch Boden/Estrich in den Technikraum. Kurz über dem Bodenausgang Übergang von PEX auf
Kupfer; die Kupferleitungen verlaufen im Technikraum wandnah bis zur Inneneinheit.
Aus der Inneneinheit gehen Vor- und Rücklauf zunächst als Kupfer, dann als PEX hinter der Einheit in den Estrich. Von dort verlaufen sie als PEX im Estrich und als Steigleitung zu den
Verteilerkästen (wandintegriert) im EG und OG.
Hier zwei Bilder; zurzeit ist dort noch eine Abkofferung angebracht (kommt wieder weg), daher kann ich die Dämmung aktuell noch nicht entfernen:
https://ibb.co/ZzX9H1WB
https://ibb.co/6cXY5ZYf
Bisherige Maßnahmen (ohne Erfolg): • Öffnung aller Ventile, alle
Stellantriebe offen → gleiches Summen. Probeweise Stellantriebe/Ventile geschlossen → Summen unverändert.
• Abkofferung der gesamten Inneneinheit inklusive Rohrleitungen. Die lokalen Strömungsgeräusche im Technikraum (bei höherer Last deutlich hörbar, aber lokal) wurden reduziert (
Luftschall); auf das Summen (Körperschall) keinerlei Einfluss.
• Testweise (!) mechanische Unterbrechung des Kreislaufs im OG: Im Verteilerkasten wurde die Verbindung von Zu- und Rücklauf getrennt, die Rohre verschlossen und leicht voneinander gebogen. damit kein Kontakt weiterbesteht. De facto bestand im OG kein Kontakt mehr zur Heizungsinstallation. Das Summen im OG blieb unverändert (spricht gegen Strömungsgeräusche und für Körperschallübertragung aus dem EG).
• Teilweise Rohrschellen im Technikraum gelockert bzw. schallentkoppelt. Zwei Rohrschellen hinter der Inneneinheit sind mir noch nicht zugänglich.
• Zwei unabhängige Installateure haben die Hydraulik geprüft und keine offensichtlichen Installationsfehler festgestellt (Ventile geprüft; keine sichtbaren (!) Verengungen; keine unnötigen Winkel).
Bauakustische Messungen:Ein Bauakustiker hat
Luftschall- und Beschleunigungsaufnehmer-Messungen durchgeführt. In allen Räumen, auch bei geschlossenen Türen, zeigten sich klar ausgeprägte Peaks bei ca. 320 Hz und 650 Hz (650 Hz offenbar die 2. Harmonische). In dB zwar leise (damit kein Ansatz für Regressfragen), messtechnisch jedoch eindeutig.
Die Beschleunigungsaufnehmer zeigten deutliche Vibrationen, in abnehmender Stärke/Reihenfolge: an den Umwälzpumpen im Gerät (erwartbar), im primären Vor- und Rücklauf, im sekundären Vor- und Rücklauf, im HKV im EG (Vorlauf stärker als Rücklauf, plausibel aufgrund Pumpennähe), in der PEX-Steigleitung. Und selbst im HKV im OG waren Vibrationen am Vorlauf noch messbar.
Dasselbe Bild zeigte sich auch bei abgeschalteter Außeneinheit, wenn lediglich die Pumpen liefen (Testmodus).
Was es wohl nicht ist: • Der Boden unter der Inneneinheit zeigt – wenn überhaupt – nur sehr geringe Vibrationen. Im Technikraum besteht auch keine Kopplung des schwimmenden Estrichs an die Wände (bauakustisch geprüft).
• Keine lokale Zunahme von Luftschall oder Vibrationen entlang einzelner Rohrabschnitte → spricht für mich gegen klassisches Strömungsrauschen an Ventilen oder Engstellen?
Schlussfolgerung:
Die UWPs koppeln ihre Vibrationen über das Rohrsystem in das Bauwerk ein; das Gebäude wirkt als Resonanzkörper. Der exakte Einkopplungspunkt ist derzeit nicht eindeutig lokalisierbar.
Geplante Maßnahmen (Im Grunde Try-and-error-Strategie):
• längere 90-Grad-Gummikompensatoren (FunkFlex von Torgen) möglichst pumpennah in Vor- und Rücklauf
• eventuell zusätzlich Flexschläuche im Rohrverlauf (die Meinungen, ob Gummikompensatoren oder Flexschläuche besser entkoppeln, teilen sich im
Internet. Daher die Idee, zur Sicherheit beides zu kombinieren)
• Austausch sämtlicher Kupferleitungen im Technikraum gegen PEX (um Materialresonanzen auszuschließen)
• Entkopplung der Inneneinheit vom Estrich mittels Sylomer (aktuell Blechkonsole mit PU-Kern, die zusätzlich an die Wand koppelt). Ist zwar vermutlich nicht die Hauptursache, eher nach dem "Wenn schon denn schon"-Prinzip.
Das permanente Summen, tags wie nachts, belastet uns stark. Meine Frau übernachtet teilweise bereits in der alten Wohnung. "Sich daran gewöhnen" funktioniert leider nicht.
Sollten die Entkopplungsmaßnahmen keine deutliche
Verbesserung bringen, müssen wir einen WP-Wechsel in Betracht ziehen, idealerweise mit nur einer Pumpe (ohne Puffer) und diese möglichst ohne PWM für bessere Kontrollierbarkeit. Eine Gastherme (mit leiserer Pumpe) scheidet aufgrund der 65-%-Regelung leider komplett aus.
Danke fürs Durchhalten bis hierher. Ich freue mich über fachlichen Input und eine Einschätzung der geplanten Vorgehensweise.