Heizungsmodernisierung – BWWP oder gleich Wärmepumpe? (2 Wohneinheiten)
Hallo zusammen,
ich stehe aktuell vor einer grundlegenden Entscheidung zur Heizungsmodernisierung und würde gerne eure fachliche Einschätzung hören.
Ausgangslage
• Doppelhaushälfte
• Baujahr 2005
• 2 Wohneinheiten
• Gesamtwohnfläche ca. 234 m²
• 8 Personen gesamt
Warmwasser / Nutzung
• 4 Bäder
• 4 Duschen
• 2
Badewannen (selten genutzt)
• Warmwasser-Zirkulation vorhanden
• lange Leitungswege (UG bis 2. OG)
• häufige Abendnutzung (mehrere Duschen kurz hintereinander)
Bestehende Heizungsanlage
• Gas-
Brennwertgerät Viessmann Vitodens 300, Baujahr 2005
• 500-Liter Kompaktspeicher → Wärmetauscherspirale vermutlich undicht
• Heizungsanlage insgesamt >20 Jahre alt
Heizsystem:
• EG + OG: Fußbodenheizung, eigener Heizkreis
• UG + DG: Heizkörper, eigener Heizkreis
• Heizkörper-
Vorlauftemperatur aktuell 50–55 °C
Technische Kennzahlen
•
Heizlastberechnung vorhanden: 11,95 kW für das gesamte Gebäude
• Gasverbrauch bisher: ca. 25.000 - 28.000 kWh/Jahr
• PV-Anlage vorhanden: 10 kWp
Fragestellung
Da der Speicher ohnehin erneuert werden muss, stellt sich für mich die grundsätzliche Frage:
Variante 1 – kleine Lösung
• Gas-Brennwert weiter betreiben
• neuer Speicher (z. B. 400–500 l)
• alternativ:
Brauchwasser-Wärmepumpe (im
Umluftbetrieb im Sommer
Heizraum kühlen im Winter die
Abluft nach draussen führen?)
• geringe Investition
• keine Förderung
• jedoch alte Wärmeerzeugung bleibt
Variante 2 – große Lösung
• komplette Umstellung auf
Luft/
Wasser-Wärmepumpe
• Nutzung der aktuellen Förderung
• monovalenter Betrieb geplant
• Vorlauftemperaturen perspektivisch ≤ 50 °C angestrebt
• PV soll möglichst integriert werden
Offener Punkt: Warmwassersystem
Bei Wärmepumpe bin ich unschlüssig zwischen:
• klassischem
Trinkwasserspeicher (400–500 l)
oder
•
Frischwasserstation mit Heizwasserpuffer (500 l oder grösser?)
Randbedingungen:
• 7–8 Personen
• teils parallele Duschvorgänge
• Zirkulationsleitung
• hygienische Sicherheit wichtig
• möglichst wenig Takten der Wärmepumpe
• gute PV-Nutzung
Konkrete Fragen an die Community
1. Würdet ihr bei dieser Ausgangslage noch in Gas + neuen Speicher investieren
oder direkt auf Wärmepumpe umstellen?
2. Hat jemand Erfahrungen mit Brauchwasser-Wärmepumpe in Kombination mit alter Gastherme – sinnvoll oder eher Übergangslösung?
3. Welche Warmwasserlösung ist aus eurer Sicht bei 7–8 Personen + Zirkulation + PV sinnvoller:
o großer Trinkwasserspeicher
o oder Frischwasserstation?
4. Welche Speichergröße haltet ihr realistisch:
400 l oder eher 500 l?
5. Gibt es Erfahrungen mit WP-Betrieb bei 50–55 °C Vorlauf (Mischbetrieb FBH + Heizkörper)?
Ich bin dankbar für jede praxisnahe Einschätzung – gerne auch kritisch.
Ziel ist keine Minimalinvestition, sondern eine technisch saubere und langfristig sinnvolle Lösung.
Vielen Dank vorab!