Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen und Ideen!
Ich habe nun eine viel bessere Einschätzung der Situation und es scheint mir naheligend welche Maßnahmen kurzfristig angegangen werden sollten.
Ich habe nun folgende
Parameter an der Anlage geändert und beobachte seit 48 Stunden wie sich die Performance und der Wärmeeintrag damit im Haus verändern.
Als erstes habe ich die schwarze Kappe des
Überströmventils rechts herum bis zum Anschlag gedreht. Es stand auf 6, ich habe es dann über 7 gedreht so weit bis keine Bewegung mehr möglich ist. ich gehe davon aus, dass das Ventil damit entweder zu ist, oder aber der zum Öffnen nötige Druck auf das Maximum eingestellt ist. Somit ist meine These dass hier ein Kurzschluss weitestgehend ausgeschlossen werden kann.
Erstaunlicherweise haben sich nach dieser Maßnahme die Messwerte des externen Wärmemengenzählers, welcher im Rücklauf - und zwar unmittelbar nach dem
USV - verbaut wurde den Sensorwerten der Aquarea sehr gut angeglichen. (Es gab zuvor immer ein Delta von +2 bei der Messung der RL
Temperatur druch den WMZ.) Offensichtlich ist da wirklich Wärmeleistung durch ungewollten Kurzschluss verloren gegangen. (Das Verbindungsstück zwischen VL und RL ist noch immer handwarm, aber das kann ja darin begründet sein, dass das Bauteil nach wie vor hydraulisch umflossen wird und die Thermik des umgebenden
Wassers aufnimmt. Ausbauen kann ich selbst leide r nicht)
Als nächstes habe ich den
Heizstab ab 0°C freigegeben, damit dieser beim Abtauen genutzt wird und die Wärmepumpe zyklisch unterstützt bis die VL Temperatur wieder erreicht ist. Tatsächlich scheint dies ein guter Kompromiss zu sein. Der Heizstab wird immer nur kurz zugeschaltet, läuft also nicht permanent mit. Die Wärmepumpe ist selbstredend nicht stark genug, um das Haus monovalent warm zu halten.
Da ich die Heishamon Platine verbaut habe, kann ich ganz genau sagen wie lange ein Abtauvorgang bei uns im Schnitt braucht. Das sind aktuell 8:25 Minuten. (Seit Einbau der WP hatte ich eigentlich immer grob 10 Minuten beobachtet und dies als normal empfunden? @pB: ist das wirklich optimierungsbedürftig?)
Nach einigen Versuchen mit den passenden Einstellungen für die
Hydraulik des Hauses habe ich mich entschieden zunächst einmal - entgegen einiger Empfehlungen - den Delta T Wert auf 7K zu erhöhen (und nicht zu verringern). (Vormals 5K, einige hatten ja 3K empfohlen). Mit der etwas höheren Spreizung ist es mir möglich die maximale
Pumpenfließrate auf 20 l/min zu begrenzen. (Entspricht bei uns 0x7A)
Das ist hinsichtlich der Effizienz und
COP der Anlage vielleicht nicht ganz optimal, aber ich glaube damit einen Kompromiss gefunden zu haben, damit die Fließgeräusche in unseren Rohrleitungen auf einem eträglichen Niveau bleiben und dennoch die volle Wärmeleistung in das Haus übetragen werden kann. Weil sich durch die Änderung die mittlere TEmperatur an den Heizflächen minimal verschlechtert habe ich die
Heizkurve parallel um 1K nach oben verschoben. Die Einstellungen lauten nun:
-10 AT / 45 VL
15 AT / 30 VL
Ergebnis nach 48 Stunden:Bei Außentemperaturen zwischen -4 (Nachts) und 1°C (Mittags) ist es nun gelungen (fast) alle Räume angenehm zu temperieren.
Die
Vorlauftemperatur (aktuell 39°C) wird erreicht. Der Verdichter arbeitet sehr konstant bei 71 Hz. Derzeit Im Wohnzimmer sind es konstant 20-21°C, zwei der drei Schlafzimmer sind bei 18-19 °C, Büro konstant 20°C - lediglich eines der Badezimmer und ein drittes Schlafzimmer erreichen keine angenehmen Temperaturen (17°C)
Die Tagesarbeitszahlen für gestern und heute liegen bei etwa 2,7 - dabei sind die vielen Abtauvoränge in der Nacht berücksichtigt, wo auch der Heizstab mithilft (und dann den COP natürlich drückt).
Die Laustärke der Außeneinheit ist noch immer sehr störend, doch immerhin sind die meisten Räume nun ausreichend warm.
Flüstermodus ist übrigens immer aus. Wir müssen den Eintrag von Wärme priorisieren, eine Minderung der
Heizleistung und damit ein Auskühlen des Hauses können wir wegen der Unterdimensionierung nicht in Kauf nehmen.
Freudensprünge sind angesichts dieser Arbeitszahl wohl nicht angebracht, aber zum ersten Mal nach nun annähernd 2 Wintern erfüllt das Gerät seinen Zweck. Es würden dann wohl teure Wintermonate wegen des erhöhten Stromverbauchs, doch scheint mir die Zahl für einen Altbau mit Hiezköpern nicht ganz unplausibel. Wir müssen dann in der Übergangszeit aufholen, wenn die Anlage effizienter läuft.
Aus euren vielen Rückmeldungen leite ich folgene Projekte und Maßnahmen ab, die wir in der kommenden Zeit abarbeiten wollen.
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Austausch der Heizkörper in Schlafzimmer 3 und im Badezimmer (gegen Typ 33)
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Dämmung der obersten Geschossdecke im Zwischenraum zwischen
Flachdach und Walmdach. Leider ist hier bei einer Begehung vor ein paar Tagen aufgefallen, dass in dem Zwischenraum Feuchtigkeit eindringen kann. Die Folie unter den Ziegeln ist teilweise beschädigt. Es hatte Schnee gegeben und taute gerade. Bei diesen Umständen waren einige Sparren erkennbar feucht geworden. Die Ambitionen zum Dämmen sind daher etwas ausgebremst worden, da wir wohl erst sicherstellen müssen, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann. Außerdem hat das ehemalig abschließende Flachdach ein Oberlicht um das Treppenhaus auszuleuchten. Wenn wir Einblasdämmung einbringen müssten wir dafür Sorge tragen dieses Oberlicht auszusparen und anderweitig zu Umkleiden.
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Dämmung der Außenleitungen verbessern
- Maßnahmen zur Minderung der
Schallemission: Auskleiden des Außengerätes mit Dämmatten, eventuell Verdichter/Vergaser besser einkleiden? Es wäre ein großer Erfolg, wenn wir das deutliche Brummen reduzieren könnten. Ich finde es auch sehr interessant das Gerät auf
Federn auzustellen. Noch habe ich keine klare Vorstellung wie ich das realisieren kann, aber ich halte das für vielversprechend. Mir dämmert auch, dass wir bezüglich der Außenleitungen noch enormes
Verbesserungspotential haben. Aktuell liegen starre
Rohre auf dem Gartenboden auf, sind mit einfacher
Isolierung (unvollständig) ummantelt und dann mit Steinen verdeckt. Ich habe den Eindruck das ist so in dieser Form überhaupt nicht okay. (Sowohl für Akustik als auch für Effizeinz und Heizleistung). Gerne würde ich das Gerät mit flexiblen Panzerschläuchen anbinden und dann in einer Art Fernwärmeleitung ins Haus einführen.
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Rolladenkästen mit Wärmebildkamera überprüfen. Wenn unzurecihend gedämmt, dann großzügig dämmen
- Austausch der Glasflächen im Eingangsbreich des Hauses. Über den großen Flur und die großen Glasflächen im Eingangsbreich vermute ich viel Wärmeverlust
Es gibt übrigens bereits zwei Klimaanlagen im Haus, die sich auch zum Heizen nutzen lassen. (Nach Umnutzung der Räume sind das inzwischen 1 x Kinderzimmer, 1 x Büro).
Mit dem auf diese Weise erzeugten Raumklima waren jedoch alle betroffenen Familienmitglieder unzufrieden. (Trockende
Luft, "anstregend zu atmen", kalte Möbelflächen)
In der Theorie war dieser Gedanke sehr ansprechend - ich hatte auch bereits Automationen in Home Assistant zur
Regelung der ACs in einem Hybridkontext vorbereitet. Doch wenn es den vorrangig nutzenden Familienmitgliedern nicht zusagt, ist das wohl Optimierung am falschen Ort.
Im aktuellen Zsutand scheint mir die Situation nun fürs erste entschärft. Allerdings erkauft mit hoher Stromrechnung und weiterhin unbefriedigener Akustik. Wir müssen also dran bleiben.
Abgesehen von wirtsachftlichen Faktoren, würde ein Tausch gegen T-CAP 9 oder 12 Kw angesichts eines auf 20 l/min zu beschränkenden Volumenstroms (Fließgeräusche) überhaupt eine bessere Situation schaffen? Bei NAT -9 hat die aktuelle Anlage ja weiterhin wohl zu wenig Luft. Der Bivaenzpunkt ist mit 0°C ja auch ziemlich früh und damit sehr teuer. Ich hoffe, dass ich Nachbesserung durch den Fachbetrieb erzielen kann - auch angesichts der weiteren bestehenden Mängel bei den Außenrohren.
Anbei eine Grafik zur aktuellen Performance aus der Aquarea Service
Cloud und ein Foto des Oberlichts, welches umbaut oder getauscht werden muss, bevor gedämmt werden kann.