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27.01.2026 13:03:14 |
Das einzige was die Bauwirtschaft in DE noch retten kann ist der Gebäudetyp E mit niedrigeren Standard und weniger Materialeinsatz.
Kombiniert mit seriellem Bauen, für das in Summe weniger Fachleute notwendig sind, könnte das eine Wende bringen.
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
27.01.2026 13:11:09 |
Jupp allein schon, dass man den Leuten KfW55 vorschreibt und gleichzeitig noch Pauschal ERR auch bei FBH fordert ist schon absurd.
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27.01.2026 13:27:59 |
Die Kosten für Wohnraum setzen sich aus Kosten für den Baugrund und Kosten für das Bauwerk zusammen. Die Kosten für das Bauwerk wiederum setzen sich aus Lohnkosten und Materialkosten zusammen. Die Materialkosten sind hoch, aber nicht das Zünglein an der Waage. Baumaterial war nie so günstig und idiotensicher zu verbauen wie heute. Alles industriell vorgefertigte Systeme, BG-konform zu verarbeiten, steck-, press-, kleb- und nachträglich justierbar. Die Personalkosten sind überproportional viel höher als früher. IMHO, weil unsere Volkswirtschaft unter einer sehr hohen Abgabenlast und überbordendem Bürokratismus leidet, nicht zuletzt dank der gekippten Bevölkerungspyramide. Vor 40 Jahren hat man Nägel gerade geklopft und wiederverwendet, heute schmeißt man Hunderte Meter Verbundrohr weg, weil das Abdrücken einer Muffe zu lange dauert. Ob die Stahlbetondecke nun 15 oder 18 cm dick ist, fällt kaum auf. Die 2k€ Ersparnisse gehen für die matte Küchenfront mit lasergeschweißten Kanten wieder drauf. In den Lohnkosten findet sich das nicht wieder. Was aber regional richtig reinhaut, ist der Preis für Baugrund. Im Dunstkreis von Ballungsräumen kosten Grundstücke ab 400 €/m², in den Metropolregionen bis zu 3000 €/m².
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27.01.2026 13:43:46 |
Und wie kriegt man den Fachkräftemangel und die deswegen gestiegenen Lohnkosten in Griff.
- Serielles Bauen für das weniger Fachkräfte pro Einheit notwendig sind und - Zuwanderung von Menschen die Arbeiten wollen und können.
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27.01.2026 13:54:31 |
Wenn man den Kipppunkt von Deutschland sucht sollte man sich noch einmal die Werbung "Ich will auch ein Spießer werden" anschauen.
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27.01.2026 14:01:16 |
<Zuwanderung von Menschen die Arbeiten wollen> das Stadtbild zeigt aber Andere.
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
27.01.2026 14:09:40 |
Zitat von hanssanitaer  Die Kosten für Wohnraum setzen sich aus Kosten für den Baugrund und Kosten für das Bauwerk zusammen.
Die Kosten für das Bauwerk wiederum setzen sich aus Lohnkosten und Materialkosten zusammen.
Die Materialkosten sind hoch, aber nicht das Zünglein an der Waage. Baumaterial[...] Und jetzt? Mit entsprechender serieller Blockrandbebauung bekommt man locker Geschossflächenzahlen von 4 hin. Heißt auch bei 3000€ pro qm, kostet der Grund pro qm gerade mal 750€. Problem ist eher, dass solche Geschossflächenzahlen nicht erlaubt sind und selbst bei solchen Bauten der ganze Schwachsinn zu GEG greift und man die Außenwand auf GEG Wert dämmen muss, obwohl im Verhältnis zu Geschossfläche so gering ist. Weiter kann man nicht einfach pauschal das Gebäude an die Nuklearefernwärme anschließen, Betonkernaktivierung ohne EER nutzen und ne Warmmiete verlangen. Einfach E Boiler oder Brauchwasserwärmepumpen je nach Wohnungsgröße können den Bau weiter verbilligen.
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27.01.2026 14:32:09 |
Für deine Nukleare Fernwärme mußt du schon nach Udomlja oder Bilibino in Russland ziehen. Die haben andere Probleme als die Deutsche Bauwirtschaft.
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27.01.2026 14:40:44 |
Zitat von wpibex  <Zuwanderung von Menschen die Arbeiten wollen> das Stadtbild zeigt aber Andere. Ohne zugewanderte Arbeitskräfte, hätte ich keinen Estrich, keine Trockenbauwände, keinen Vollwärmeschutz. Alles gemacht von Leuten aus Polen und Bosnien. Streng genommen hätte ich auch keine PV, weil einer der Dachdecker aus Ungarn war. Und wenn mans Ganz genau nimmt auch keine Wasserinstallation, weil der Installateur aus Plauen kam ;) Nur mit bayerischen Fachkräften, stünde bei uns kein einziges Haus, das nach 1980 gebaut wurde. BTW: Zu meiner Mutter würde keine einzige Pfegekraft kommen, weil das auch alles Ausländerinnen sind.
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
27.01.2026 14:50:46 |
Zitat von belzig  Für deine Nukleare Fernwärme mußt du schon nach Udomlja oder Bilibino in Russland ziehen. Die haben andere Probleme als die Deutsche Bauwirtschaft. Da reicht ein Nachbarland für nukleare Fernwärme
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27.01.2026 15:06:37 |
In Beznau wird gerade auf ein Holzheizwerk umgestellt. Spätestens 2033 ist die nukleare Fernwärme in der Schweiz Geschichte
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
27.01.2026 15:09:06 |
Ne da gibt es auch ein Bier in America mit selben Namen.
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27.01.2026 15:33:51 |
Zitat von belzig  Und wie kriegt man den Fachkräftemangel und die deswegen gestiegenen Lohnkosten in Griff.
- Serielles Bauen für das weniger Fachkräfte pro Einheit notwendig sind und - Zuwanderung von Menschen die Arbeiten wollen und können. Ja, allerdings ist hier noch nicht berücksichtigt, dass unsere Volkswirtschaft die horrenden Kosten für Rente, Pflege und Liquidität weiterhin auf irgendwen abwälzen muss. Beim Wohnen fällt die Umlage ins Gewicht, weil es mit 20-50% Monatsbudget bei vielen Menschen der größte Posten ist. Aber auch bei Currywurst, Busfahrt und Friseur zahle ich mit immer höherem Anteil die Rente der Oma nebenan mit. Wenn wir in allen Belangen am Bau produktiver würden, müsste die Abgabenlast zusätzlich steigen oder sie verschiebt sich in andere Lebensbereiche. Solange, bis Humanressourcen und Leistungsbezieher wieder in auskömmlichem Verhältnis zueinander stehen.
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| | Zeit:
27.01.2026 16:40:38 |
Oder man stellt ein paar Steuerfahnder ein, die die 100 Mrd Steuerhinterziehung pro Jahr ein bisschen einbremsen. Und da ist noch gar nicht von den legalen sogenannten Gestaltungen die Rede. Omas Rente und Pflege kriegen wir auf Lange sicht nur geregelt, wenn genug Leute arbeiten. Nachdem die Deutschen immer weniger Kinder haben, geht auch das nur per Zuwanderung. Aber wir kommen vom Thema ab. Baukrise Gründe: Matierial und Bodenpreise, keine Fachkräfte, hohe Lohne, zu ausufernde Standards, zuviele Vorschriften und Normen
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Verfasser: bricolaje | Zeit:
28.01.2026 00:21:19 |
Zitat von belzig  [...] Gründe: Matierial und Bodenpreise, keine Fachkräfte, hohe Lohne, zu ausufernde Standards, zuviele Vorschriften und Normen Paar hast du ausgelassen: generelle Zurückhaltung bei Investitionen wegen der politischen Entwicklung und Kapitalflucht. Viele schaffen ihr Geld ins Ausland, was auch verständlich ist, wo der Lastenausgleich doch immer marktfähiger wird. Die Baubranche boomt, nur nicht mehr in Deutschland. Wie hieß es so schön: alle schauen auf das brennende Haus, nur nicht Deutschland, das schaut raus. 😁
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| | Zeit:
28.01.2026 08:30:12 |
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28.01.2026 09:41:50 |
Zitat von Fertig  In meinen Augen ist vieles falsch gelaufen. Insbesondere seit 2022, als die Ampel an der Regierung war. Auch wenn ich zugeben muss, dass die aktuelle Koalition höchstwahrscheinlich kaum anders gehandelt hätte. Aus meiner Sicht erleben wir aktuell vor allem die Folgen der falschen[...] WIr haben seit den 1990ern von der Friedensdividende gelebt. Bundeswehr hat keiner mehr gewollt, weil wir ja die Amis hatten, die uns beschützt haben,Gas kam billig von den Russen, unseren Luxuskrempel konnten wir nach China verscherbeln. Und die superschlauen Neoliberalen haben alles was dem Staat gehört hat versucht zu privatisieren. Die Bahn, die Sozialwohnungen, nur von der heiligen Kuh Autobahn konnte man sie gerade noch fernhalten. So jetzt sind die Mieten so hoch, daß sich ein Normaler Mensch nichts mehr auf die Seite legen kann, damit er mal was eigenes hat. Der Staat hat keine Kohle mehr um geförderte Wohnungen zu bauen, weil er die kaputt gesparte Bahn und Autobahn incl Brücken sanieren muß und dann kommt auch noch der Ami und sagt, kümmert Euch selbst um Europas Verteidigung, der Russe steht schon an der Ostfront der Ukraine. Klassischer Fall von Gier frist Hirn und ohne Hirn keine strategische Planung. Wir sind nicht die einzigen in Deutschland wo das falsch gelaufen ist. Noch krasser ist es in UK, die zu allem Überfluss noch aus der EU ausgetreten sind.
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| | Zeit:
30.01.2026 15:00:52 |
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| | Zeit:
30.01.2026 19:29:38 |
Selbst KfW40 ist für den bekannten Ort. Von weitergehenden Baustandards ganz zu schweigen. Das haben wir auch vor 8 Jahren schon gesagt. Es werden Ressourcen aufgewendet, noch mehr Geld verbrannt, um später 250kWh weniger Strom zum Heizen zu benötigen.
Grüße
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