| | | | Zeit:
02.02.2026 22:32:48 |
Guten Abend, Wir würden gerne die oberste Geschossdecke unserer DHH aus 1966 angehen. Der aktuelle deckenaufbau ist Putz auf Stroh ähnlichen matten. In den gefachen ist ein wenig Dämmung und darauf Holzdielen. Das ist zumindest das was ich sehen kann. Zum aufblasen sei der Hohlraum zu gering sagte der Fachmann. Aber die Gauben könne er mir bis oben hin ausblasen. (Ist das eurer Meinung nach auch ohne weiteres möglich?) Jetzt hatte ich mir ursprünglich gedacht, dass ich ohne Dampfbremse einfach Holzfaserdämmplatten z.b steicoflex 120mm(soll nicht begehbar sein) zweilagig versetzt auf die Dielen lege. Unterlüftung wollte sich verhindern indem ich Dämmstoff in die Seiten stopfe. Meine Schwägerin welche Zimmerin ist sagte mir jetzt das würde alles nichts bringen und man müsste das anders machen. Balken auf die Dielen die neu entstanden gefache dämmen Folie drüber und OSB drauf und irgendwie dachte ich mir, ich frage hier mal nach Feedback.. Liebe Grüße
|
| | Zeit:
03.02.2026 08:52:18 |
Hallo sagt Deiner Schwägerin sie soll ihren Gesellbrief zurückgeben oder nochmals die Schulbank drücken. Die einfachste Regel ist, dass auf der kalten Seite mehr Feuchtigkeit wegtrocknen können muss wie von der warmen Seite nachkommt.Deshalb wird auf der warmen Seite meist eine Dampfbremse oder Dampfsperre gesetzt. Und eine zweite Dämmregel besagt: Dämmung immer auf der kalten Seite. Gilt auch im Kühlraumbau.Hat den riesen Vorteil im Hausbau, das Mauerwerk bleibt warm weil es innerhalb der thermischen Hülle liegt. Man kann auch von innen dämmen, aber muss höllisch aufpassen, dass man keine Dampfdiffusionoffenen Verbindungen zur Aussenhaut hat. Folie und OSB sind diffusionsdicht und bei OSB auf den Balken staut sich die Feuchtigkeit unter der OSB/Folie kondensiert dort und durchfeuchtet Dir alles. Wenn die Folie oder das OSB unter die zusätzliche Balkenschicht kommt kann das funktionieren, sollte aber nachgerechnet werden. Und der Luftraum unter dem Dielenboden muss überall abgedichtet werden. Mit dem programm UBAKUS kann man Taupunkt und Feuchteberechnungen durchführen. "Problematisch" sehe ich den Luftrraum unter dem Dieleboden. Am besten Dielenboden raus, vorhandene Schüttung raus, Folie oder Dampfbremse rein, nach oben hin dämmen. Am besten mit Abstandshalter wie querliegenden KVH Hölzern und darauf wieder eine Luftdurchlässige begehbare Ebene also z.B. Dielenboden mit Abstand zwischen den Dielen. Auf keinen Fall Kunststoffböden oder ähnliches oben drauf. ciao Peter ciao Peter
|
| | Zeit:
03.02.2026 11:06:32 |
OSB oben drauf geht nicht, ESB sollte gehen.
|
| | Zeit:
03.02.2026 14:56:58 |
Danke für das Feedback. Ähnliche Bedenken hatte ich auch. Da ich den Aufwand aber minimal halten wollte wollte ich auf die dielen ohne Dampfbremse und ohne die gefache zu leerendie Holzfaserplatten drauflegen. Wir haben ein kaltdach. Daher dachte ich, dass Feuchtigkeit zwar reinkommen kann aber nach oben hin wieder gut abtrocknen kann..
|
| | Zeit:
03.02.2026 17:46:37 |
Zitat von Christian Hase  Am besten Dielenboden raus, vorhandene Schüttung raus, Folie oder Dampfbremse rein, nach oben hin dämmen. Am Besten die Grundkonstruktion so belassen wie sie ist. Fehlboden mit Schüttung bietet Schall und Brandschutz. (Hier gibt es für alte Decken sogar Zulassungen nach DIN 4102-4. Bei vorhandener Rohrputzdecke von oben eine Dampfsperre aufzubringen ist nicht zielführend. Da müssten ja alle Anschlüsse nach unten absolut dicht hergestellt werden. Eine Lösung ist tatsächlich ausblasen mit Zellulose. Das ein oder andere Brett lösen und dann flächendeckend ausblasen...und eben eine Schicht zusätzlich über den Gesamten Boden Durchgängig oben drauf. Um die Begehbarkeit wieder herzustellen kann ein Steg aus OSB drüber. Im Traufbereich muss man besonders sorgfältig arbeiten. Hier ist das Problem der Sparrenköpfe die wahrscheinlich auf den Balken enden... hier gut ausflocken. Alternative... wenn kein Geld vorhanden... Traufbereich mit Schüttung...hier auch schauen das die Randbereiche der Fehlbodenkonstruktion gefüllt sind... und in der Fläche einfach kaschierte Mineralwolle. Unbedingt nach oben sehr diffusionsoffen wenn du unten nicht perfekt dicht machen kannst. LG
|
| | Zeit:
03.02.2026 19:56:04 |
Hallo und vielen lieben Dank für die ausführlichen Antworten. Ich hatte tatsächlich schon einigen steico flex 120mm gekauft um es doppelt zu verlegen weil man mir das empfahl. Also wenn dielen vorher ab und ausblasen dann ganz voll oder ein wenig Luft lassen? Begehbar muss es nicht sein wollte nur einen kleinen weg aus esb zum Kamin für den Schornsteinfeger..
|
| | Zeit:
03.02.2026 21:20:57 |
Du kannst die Balken ggfs. aufdoppeln oder auch mit Querlattungen die Dämmstärke erhöhen (so lange die Statik mitmacht). Dann kannst du unten eine Lage Steicoflex legen und oben drüber Zelluloseschüttung. Zellulose ist einigermaßen pflegeleicht bezüglich Feuchte und passt in jede Ritze. Obenauf zB Schalbretter mit Lüftungsspalten dazwischen. Dann bleibt es diffusionsoffen. Zellulose als Schüttung ist ein bisschen Arbeit und macht Dreck, du kannst es dann natürlich auch ein- bzw. aufblasen lassen.
|
| | Zeit:
04.02.2026 09:18:46 |
Die alten Zimmerleute waren meist nicht so dumm wie wir heute denken. Am besten du nimmtst einen Dosenbohrer und bohrst mal von oben nach unten durch. Dann siehst du sehr genau wie der Fehlboden aufgebaut ist. Und oft ist auf der warmen Seite eine Lage Dachpappe verbaut. D.h. du hast eigentich schon eine Dampfbremse zum Dachboden hin und kannst einfach deine Dämmung drauflegen. Wenn Dachpappe verbaut ist geht auch OSB oben drauf, ist aber nicht so empfehlenswert wie einfache zöllige Bretter. An einer schrägen Seite mit Dämmstoff beginnen, dann eine Bohle mit 20cm Breite hochkant hinstellen, ggf. mit einem Stuhlwinkel am Boden fixieren. Nachste Bahn Dämmstoff, wieder eine Bohle. eine Bahn Dämmstoff usf. Dann oben quer drauf die zölligen Bretter. Saubere Sache, diffusionsoffen und begehbar.
|
| | Zeit:
04.02.2026 19:20:13 |
Zitat von Aki131  Guten Abend, Wir würden gerne die oberste Geschossdecke unserer DHH aus 1966 angehen. Der aktuelle deckenaufbau ist Putz auf Stroh ähnlichen matten. In den gefachen ist ein wenig Dämmung und darauf Holzdielen. Das ist zumindest das was ich sehen kann. Zum aufblasen sei der Hohlraum zu gering[...] Wichtigste Regel bei der Dämmung: Der Dampfdiffusionswiderstand muß von innen nach außen abnehmen! Die Dimensionierung der Dampfbremse auf der Innenseite hängt von den Trocknungsmöglichkeiten auf der Aussenseite ab. Besonderheit Flachdächer oder gleichwertiges hier muß auf der Innenseite immer eine Dampf SPERRE eingebaut werden.
|
| | Zeit:
18.04.2026 18:51:23 |
Zu dem Thema Einblasdämmung oder sonstige nachträgliche Dämmung empfehle ich zwei Quellen zum Selbststudium. https://www.einblasdaemmung.de/ Homepage der Firma „schöne alte Häuser“ aus Rostock. Auf der Homepage sind viele verschiedene Deckenaufbauten und wie diese gedämmt werden können geschildert. Die Firma führt die Arbeit auch deutschlandweit aus. Hab ich in Süddeutschland von ihnen machen lassen. Planung, Angebote, Ausführung, Preis war für mich top. Gibt dann auch einen entsprechenden Nachweis um 20% „Förderung“ auf den Gesamtbetrag zu erhalten in Form von Erstattung bei der Einkommenssteuer. https://youtu.be/qqOh_D-FrHU Klaus Michael vom Niedrig- Energie-Institut in Detmold und sein Kanal bei Youtube. Erklärt mit Schnittzeichnungen und realen Bildern verschiedene typische Deckenaufbauten aus den Bauperioden ab 1900 bis heute. Gibt Überblick zu verschiedenen Möglichkeiten diese zu dämmen.
|
| | Zeit:
18.04.2026 19:03:25 |
Noch eine Ergänzung. Du schreibst von Gauben, meinst wahrscheinlich die Dachschrägen im OG unterhalb der obersten Geschossdecke? Du schreibst von einem bestehenden Hohlraum in der Decke. Das deutet sehr stark darauf hin, dass die Decke in der Balkenlage mit kalter Aussenluft durchströmt wird. In diesem Fall bringt eine zusätzliche Dämmung aus z.B. Holzfaserplatten oder sonstigem Material oben auf der Decke gar nichts. Weil die Wärme bereits vor der Dämmlage durch die kalte Luftströmung verloren geht. Genau dort hat die Einblasdämmung in den Hohlraum und in die Dachschrägen den Pluspunkt, dass diese Durchströmung mit Aussenluft unterbunden wird.
|