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06.02.2026 10:30:51 |
Du kannst ja mal versuchsweise ein Drittel der Heizkörper für eine Stunde ausschalten (auf Null stellen). Dann wirst Du sehen, dass die WP die 59 Grad für die anderen Heizkörper schafft, aber eben nicht für alle gleichzeitig, da sie zu leistungsschwach für dein Haus ist.
Um mal das Beispiel mit dem Auto aufzugreifen: Deine WP bräuchte „100 PS“, um alle Heizkörper auf die gewünschte VLT zu bringen. Da sie aber nur „60 PS“ hat, reicht es nicht.
Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Du musst den Heizwärmebedarf deines Hauses durch Dämmmaßnahmen soweit senken, dass deine bisherige WP ausreicht, oder du musst eine größere WP einbauen lassen. Das ist Physik, egal wie man es dreht oder wendet.
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06.02.2026 10:56:00 |
Zitat von proper  Vielen Dank für alle eure Antworten.
Aber, hat jemand eine Idee, wieso die WP die eingestellte VLT nicht erreicht? Laut Hersteller sollen VLT von 70 Grad kein Problem sein. Eingestellt sind 59 Grad und es werden maximal 50 Grad.
Das ist doch das eigentliche[...] Dein Hausverbrauch ist ein Punkt. Wo die Energie herkommt ist erstmal egal. Jetzt hast du eine WP, und da gibt es den Unterschied WIE sie das hinbekommt. Eine WP kann VIEL Wasser gut WENIG WARM machen. --->Also viel Volumenstrom (HK sind da eher im Nachteil) mit geringer Temperatur (du willst 50-60 Grad). Deine benötigten Temperaturen stellen den SuperGau für die WP dar. Das ist ihr maximaler Betriebspunkt. Und du willst das auch noch zur tiefsten Quelltemperatur haben. Jetzt hast du das nächste Problem, eine noch größere WP bringt wieder einen höheren Volumenstrom als Forderung mit! Du solltest also mal durchrechnen lassen, inwieweit die HK auf 33er mit möglichst max 40 Grad VLT ersetzt werden können. --> Wandheizung ausweiten auf mehr Räume wäre sehr von Vorteil... Dazu natürlich was sich anbietet um die Heizlast zu reduzieren... Alternativ bzw on Top noch eine Klimaanlage einbauen. Das wäre eine zusätzliche Wärmequelle.
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06.02.2026 11:14:28 |
Zitat von SebDob  Zitat von proper  [...] Jetzt hast du das nächste Problem, eine noch größere WP bringt wieder einen höheren Volumenstrom als Forderung mit! Du solltest also mal durchrechnen lassen, inwieweit die HK auf 33er mit möglichst max 40 Grad VLT ersetzt werden können. --> Wandheizung ausweiten auf mehr Räume wäre sehr von Vorteil...[...] Das Problem des TE ist doch nicht wirklich der Volumenstrom oder die VLT. Das verschärft die Situation natürlich, ist doch aber nicht das Hauptproblem. Bei einer Heizlast von 20kW eine 12kW WP zu verbauen, das endet schlicht in einer für die Heizlast zu kleinen WP. Da nützt auch eine niedrigere VLT und ein erhöhter Volumestrom nichts oder maximal nur bedingt.
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06.02.2026 11:35:42 |
12kW sind knapp und die Pumpe hat nur ein eta von 136% bei 55°C System, dass sind nach Norm mit 7130kWh/a ohne Warmwasser. Für mich eindeutig die falsche WP für diese Anwendung. Lösung wurde hier schon genannt, Heizlast nach unten bringen, Heizflächen/Vorlauf optimieren und hydraulisch optimieren so dass Vorlauf WP = Vorlauf System.
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06.02.2026 12:36:28 |
Wenn man die Heizlastkurve "20 kW @ -8,2 °C" und die Heizleistungskurve der 12 kW-Buderus übereinander legt, ergibt das eine Bivalenz-Temperatur von ca. +2,5 °C. Und das ganze Thema "starke Vereisungsneigung einer unterdimensionierten Luft-WP" kommt on Top noch dazu. Das ist wieder so ein Fall, wo ein offensichtlich inkompetenter Energieberater und/oder HB auf einen offensichtlich völlig ahnungslosen Kunden trifft. Und den ahnungslosen Kunden trifft dabei die geringere Schuld.
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06.02.2026 15:36:57 |
Zitat von Pete1208  Wenn man die Heizlastkurve "20 kW @ -8,2 °C" und die Heizleistungskurve der 12 kW-Buderus übereinander legt, ergibt das eine Bivalenz-Temperatur von ca. +2,5 °C. Und das ganze Thema "starke Vereisungsneigung einer unterdimensionierten Luft-WP" kommt on Top noch dazu. Das ist wieder so[...] Ist aber tatsächlich noch zulässig obwohl er nur einen Leistungsanteil der WP mit ca. 56% erreicht ist trotz des hohen Bivalenzpunktes die WP mit 97% Deckungsanteil dabei.
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16.02.2026 21:48:00 |
Hallo zusammen, ich habe seit 5 Monaten ebenfalls eine Wärmepumpe mit ähnlichen Problemen. Bei Außentemperaturen unter -4 Grad über mehrere Tage reichte die Vorlauftemperatur nicht aus. Der Installateur war ratlos. Die WP war richtig dimensioniert. Alles war richtig eingestellt. Der Kundendienst hat dann festgestellt, dass die Rohre zwischen Außengerät und Inneneinheit (10m, einige Knicke) mit einem Innendurchmesser von 25 mm zu klein dimensioniert sind. Ich warte auf wärmere Tage, damit die Rohre getauscht werden. Könnte das auch hier die Ursache sein? Das wurde hier noch nicht angesprochen.
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16.02.2026 22:39:24 |
Zitat von code  Hallo zusammen, ich habe seit 5 Monaten ebenfalls eine Wärmepumpe mit ähnlichen Problemen. Bei Außentemperaturen unter -4 Grad über mehrere Tage reichte die Vorlauftemperatur nicht aus. Der Installateur war ratlos. Die WP war richtig dimensioniert. Alles war richtig eingestellt. Der[...] Normalerweise sind bei einem Rohr mit 25mm Innendurchmesser 1,8 m³ Volumen pro Stunde machbar, bei einer Spreizung von 5-7k (laut TO) - ich verwende einfach mal 6k - macht das eine übertragbare Wärmemenge von 12,5 kW aus, mehr schafft seine Wärmepumpe nicht, das Rohr sollte also nicht der begrenzende Faktor sein.
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17.02.2026 08:30:30 |
Die theoretische Betrachtung des innendurchmesser reicht scheinbar nicht, wenn vor dir schon der Hinweis auf Bögen etc. kam.
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17.02.2026 08:32:55 |
Zurück zum TO: Wenn er wirklich 20 KW Heizlast hat, dann liegen wir bei fast 85 W/m2 spezifischer Flächenleistung. (Horrormärchen) Das ergibt fast zwangsläufig > 150 KWH/m2a, wo selbst der Bundesverband Wärmepumpe die Grenze für einen effizienten Betrieb setzt. Dieses Haus hätte also erst noch einmal deutlich besser gedämmt werden müssen bzw. in der thermischen Hülle eingeschränkt. Eien oberste Geschossdeckendämmung und Kellerdeckendämmung sind die low-hanging fruits. Hier haben der Energieberater und Heizungsbauer mal in der anderen Richtung daneben gelegen (hätte man ganz simpel per WMZ messen können und auf einer passenden WP bestehen) in 90% der Fälle ist die WP (deutlich) zu groß. Gruß Dipl.-Ing. Anlagentechnik Frank-Rolf Roth www.waermepumpendoktor.com (Planung, Baubegleitung, Anlagen-Optimierung, Betreiberschulung) Referenz-Wärmepumpenanlage der Energieagentur-NRW So wird’s gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=JqPpRR6vQl4
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17.02.2026 17:27:54 |
Ich habe mal die Fakten zusammengesucht: Zitat von proper  2 Familienhaus, insgesamt 240 qm Wohnfläche. Bj 1956 Dach ungedämmt (wird gerade gedämmt) Im Jahr vor der WP hatten wir einen Gasverbrauch von 39.400 kWh Wenn ich das richtig verstehe, hat der Energieberater eine Heizlast von 20 KW ausgewiesen. Bis 24.12.2025 war alles super. Am 25.12. war auf einmal die Heizleistung weg. Mit Schweizer Formel gäbe der Verbrauch in einem Altbau etwa eine Heizlast von 13 kW. Mit dieser Einschätzung wäre die Pumpe schon passend, zumal das Dach zur Zeit noch gedämmt wird, dadurch sollte die Heizlast noch mal etwas abnehmen. Die 20 kW vom Energieberater - nunja, Papier ist geduldig und die Berechnungen im Bestand von viel Schätzungen abhängig, entspricht somit vielleicht nicht ganz der Praxis. Ist auch die Frage, ob das gedämmte Dach da berücksichtigt wurde. Vielleicht war das DG vor Aktion "wird gerade gedämmt" nicht ganz so zugig war wie "jetzt", während der Baustellenphase? Außerdem stellt sich ja die Frage, ob am 24./25. es einfach nur viel kälter geworden ist (Abtau-Problematik), oder ob da nicht doch irgendwas anderes im Argen ist. Proper (der TE) hat sich auch seit 10 Tagen nicht mehr gemeldet - vielleicht gibt es ein Update? Vielleicht kann er auch ungefähr sagen, wo das Häusle steht, damit man die Außentemperaturen nachschauen kann? Hat er selbst vielleicht schon mal die erreichten kWh pro Tag gegen das Außenmittel aufgetragen (als es im Haus warm genug war) und so die wirkliche Heizlast interpolieren können? Im Moment sind da noch viele Unbekannte. Grüße Paulie
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17.02.2026 22:05:59 |
Zitat von Paulie  Mit Schweizer Formel gäbe der Verbrauch in einem Altbau etwa eine Heizlast von 13 kW. ,[...] Nein. NAT ist -8°C, also mildes Klima. Da kommt mit der Schweizer Formel eine deutlich höhere Heizlast raus, irgendwas zwischen 17 und 19 kW. Für genauere Angaben fehlen Informationen wie Nutzungsgrad der alten Gas-Heizung und ob Warmwasser in den 39.400 kWh enthalten sind. Jedenfalls zu viel für eine 12 kW-WP.
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18.02.2026 01:50:03 |
Zitat von Paulie  Ich habe mal die Fakten zusammengesucht: Zitat von proper  [...] Mit Schweizer Formel gäbe der Verbrauch in einem Altbau etwa eine Heizlast von 13 kW. Mit dieser Einschätzung wäre die Pumpe schon passend, zumal das Dach zur Zeit noch gedämmt wird, dadurch sollte die Heizlast noch mal etwas abnehmen. Die 20 kW vom Energieberater - nunja,[...] Zugig? Das Haus ist also nicht winddicht? Es könnte der Hauptgrund sein.
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18.02.2026 08:12:21 |
Zitat von Pete1208  Zitat von Paulie  [...] Nein. NAT ist -8°C, also mildes Klima. Da kommt mit der Schweizer Formel eine deutlich höhere Heizlast raus, irgendwas zwischen 17 und 19 kW. Für genauere Angaben fehlen Informationen wie Nutzungsgrad der alten Gas-Heizung und ob Warmwasser in den 39.400 kWh enthalten[...] Und eben den kann kein Laie beurteilen, schätzen oder sonstwas. Nicht mal ich liege immer richtig mit einer ersten Einschätzung. Nur das Meßgerät (WMZ) kann qualifiziert sagen, wie groß der Jahresnutzungsgrad ist. Mein eigener Gaskessel (50 KW, 50.000 KWh/a) hatte einen Jahresnutzungsgrad von 23 %) Die Bullshit-Bingo- Online-Rechner gehen aber grundsätzlich von 85 % aus, was natürlich völliger Quark ist. Die Tendenz sagt, je größer und älter ein Brenner ist und je kleiner die reale Heizlast des Hauses, desto geringer ist der Jahresnutzungsgrad. Darum ist die Messung der Heizlast genau so wichtig! Gruß Dipl.-Ing. Anlagentechnik Frank-Rolf Roth www.waermepumpendoktor.com (Planung, Baubegleitung, Anlagen-Optimierung, Betreiberschulung) Referenz-Wärmepumpenanlage der Energieagentur-NRW So wird’s gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=JqPpRR6vQl4
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18.02.2026 10:36:49 |
Und die Buderus/Bosch bieten doch eine Möglichkwit, die Daten der letzten drei Monate je Tag auswerten zu können (Download mit Hilfe der App). Ich behaupte mal genauer als jeder Berechnung / Schätzung. Bei meiner Buderus liegen die Werte nicht weit von den extern gemessenen weg. Es kam ja schon der Hinweis, mal den täglichen Wärmeeintrag/24h auf die ebenfalls von der WP zur Verfügung gestellten Außentemperatur in ein Diagramm einzutragen. Dann Trendlinie rein über die Punkte, wo es noch warm genug war bzw. die, wo der Heizstab mitgeholfen hat und man kann schon sehr viel erkennen. Aber ja, manchmal hat man den Eindruck, dass sich die Leute nach den ersten Rückmeldungen hier erhängt oder aufgegeben haben. Es gibt da aktuell ein paar Kandidaten.
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