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Dario3004 
1. "Vendor Lock-in" & Insolvenz-Szenario Du fragst: "Steht der Kunde mit Schrott da, wenn du den Laden aufgibst?" Antwort: Nein. Genau aus diesem Grund habe ich heute die Firmware als Open Source (Community Edition) auf GitHub veröffentlicht. Jeder Nutzer kann den Code selbst kompilieren, den API-Key ändern oder sogar einen völlig anderen Wetter-Dienst hinterlegen. Es gibt keinen "Black Box"-Zwang. Das Gerät gehört dem Kunden, inklusive der Software-Hoheit.
Nein, eben nicht. Dafür muss der User programmieren können. Damit ist er aber nicht mehr deine Zielgruppe, wer das kann machts einfach gleich selbst oder nutzt von Anfang an deinen Code als Basis. Du willst dich ja gezielt an diejenigen richten, die es simpel wollen. Also solltest du denen min. mal die Möglichkeit geben den Key im WebUI auszutauschen oder auf die freie, non-kommerzielle Variante zu wechseln. Einfach, simpel und klar im Handbuch & UI beschrieben in welchen Fällen das passieren sollte.
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Dario3004 
2. Sicherheit bei Ausfall (Fallback) "Ohne
WLAN komplett aufgeschmissen?" Nein. Die Firmware hat eine integrierte Fail-Safe-Logik. Wenn länger als 4 Stunden keine API-Daten empfangen werden (WLAN weg,
Internet weg, Server down), geht das Gerät automatisch in einen sicheren Standard-Modus (simuliert fix ca. 5°C). Damit läuft die Heizung frostfrei und sicher weiter, bis der Fehler behoben ist.
Das ist eben nicht failsafe. Failsafe wäre ein Fallback auf den physischen NTC vor Ort. Deine Lösung hingegen führt ggf. zu Problemen mit der Abtauung, führt ggf. zu kalter Bude wegen zu niedriger
Vorlauftemperatur, und führt sicher zu Effizienzverlusten ggü. einem Einsatz ohne dein Tool. Führt auch dazu das plötzlich im Hochsommer die Heizung das Heizen anfängt.
Und wie bekommt der Nutzer das alles am Ende mit? Eben, nur durch Zufall weil er merkt das die Heizung kompletten Bockmist macht und er sich mal auf das Portal einlogged. Und der Hinweis da ist auch überschaubar, nichts zur Ursache oder möglichen Fehlerbehebung nur "Sicherheits-Modus, keine Daten, simuliere 5°C". Hilft das Opi weiter bei der Problemlösung? Da sollte min. unterschieden werden ob das Teil gar nicht ins Internet kommt (z.B. Referenzcheck gegen den verwendeten NTP-Server), oder die API keine, oder falsche Rückmeldungen gibt. Schön wäre es natürlich wenn Fehler mit dem API-Key gleich erkannt würden.
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Dario3004 
Deshalb liegt jedem Gerät der Pilot-Serie ein USB-Isolator bei, der für die galvanische Trennung zwischen Netzteil und Steuereinheit sorgt
ich hoffe halt für dich, dass die User wirklich alle stumpf das Netzteil verwenden, den Isolator nicht übersehen, etc. Ein USB-C-Stecker verleitet ja wie schon weiter vorne geschrieben auch schnell dazu sich die Spannung wo anders her zu holen, erstrecht wenn gerade keine Steckdose da ist, die Anlage aber so einen schönen USB-A-ähnlichen Port bietet. Was passiert denn wenn deine Schaltung da dann mit 12 oder 24V versorgt wird, vor allem mit dem Widerstandsausgang, an dem die Anlage hängt?
Hier also auch min. fette Warnung vor sowas anbringen, besser: festes Netzteil oder zumindest kein Standard-Stecker, und den Isolator direkt onboard
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Dario3004 
4. Code & Interpolation Warum Stützpunkte statt Live-Berechnung? Weil sie für diesen Einsatzzweck (Außentemperatur -20 bis +35 Grad) absolut hinreichend sind. Bei der Auflösung eines digitalen Potis bringt eine komplexe Steinhart-Hart-Gleichung zur Laufzeit keinen nennenswerten Praxisvorteil gegenüber einer sauberen Lookup-Table. Keep it simple and robust.
was ist denn simpel und robust, wenn du die Gleichung dann eh implementieren musst, somit Hard- und Software also damit klarkommen müssen? Jetzt hast du 2 parallele Implementierungen, die du beide testen und pflegen musst. Erhöht die Fehlerquellen und den Pflegeaufwand. Entweder keine freie Eingabe von NTC-Werten zulassen, und nur die Tabellenwerte verwenden, oder lediglich die Kennwerte für die Gleichung ablegen und immer berechnen.
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Melvil 
Würde ein einfacher DHT22 nicht helfen, um die lokale
Temperatur und vor allem
Luftfeuchte gegenüber den Wetterdaten der API zu plausibilisieren? Wie hier schon geschrieben wurde, die Wetterdaten können lokal vor Ort teils erheblich von den extrapolierten der
Wetterstationen abweichen.
nur wenn er sich auch an einem geeigneten Ort befindet. Caldio1 soll ja innen montiert werden, er müsste also per Kabel abgesetzt werden, bräuchte dann ein eigenes Gehäuse, aber wieder mit genug
Luftwechsel. Und auch in er Außeneinheit wäre der Ort wohl nicht gut, da dort die Werte zu leicht von der Anlage beeinflusst werden. Das ganze muss dann natürlich auch noch den ganzen EMV- und CE-Richtlinien entsprechen, trotz der langen Leitung gegen alle möglichen Fremdeinstrahlungen resistent sein etc. Wird die Kosten für ihn also schon ggf. deutlich erhöhen, und den Aufwand für den Kunden.
Den vorhandenen NTC auslesen wäre da schon einfacher, liefert aber natürlich keine Feuchte-Infos. Und ist schwerer an verschiedene NTC-Werte anzupassen, kombiniert mit dem wahrscheinlich nicht so prickelnden AD-Wandler von den ESPs... auch nix dolles. Dazu muss es natürlich auch erstmal einen vorhandenen NTC geben. Die LG Therma nutzt in der Billigvariante einen Fühler im Außengerät, den man auch besser nicht verändern sollte, da er für mehr als die
Heizkurve da ist. Es gibt einen Anschluss für einen Außentempfühler im Innengerät, der ist aber eben optional, und wenn sich der Heizungsbauer
Kohle sparen will... bleibt der offen. Der Kunde müsste also neben Caldio1 noch den Außentempfühler kaufen und montieren. Nochmal: Zielgruppe = ich will mich nicht um die Heizung kümmern und es muss alles popeleinfach sein
Zur Abtauproblematik an sich: hängt ja leider auch extrem von der Anlage, und ihren Einstellungen ab. Die Therma z.B. hat teils auch bei 0-1°C noch wenig mit Abtauung zu tun, auch bei höherer Luftfeuchte, solange man nicht auf den Trichter kommt sie auf Silent zu stellen. Da gehts dann hingegen schon bei 4°C unter ansonsten identischen Bedingungen mit dem Abtauen los. Nur Caldio weiß halt von all dem nix. Wieviel Ärger das in der Praxis machen wird, wird Dario ggf. dann erfahren, hoffentlich nicht all zu schmerzlich. Bei der besagten Therma ist es vermutlich nicht das Problem, solange man eben nicht auf den Trichter kommt den Temperatursensor der Außeneinheit zu ersetzen. Wenn doch dürfte es aber auch abseits Abtauwetter ggf. zu diversen Problemen kommen.