Hallo, wir überlegen uns gerade von der aktuellen Ölbrennwertheizung auf eine Wärmepumpe umzusteigen und ich brauche Hilfe bei der Entscheidung über die Art der WP. Hier sind die Daten, die ich habe (wir wohnen erst seit ca. 3,5 Jahren hier, der Vorbesitzer ist verstorben):
- Einfamilienhaus mit
Einliegerwohnung, BJ 1981
- 220m² Gesamtwohnfläche, offene Bauweise
- Aus der
Baubeschreibung: "Maßnahmen, die dem Wärme-,
Schall- und Erschütterungsschutz dienen: WÄRMESCHUTZ ENTSPR.
DIN4108 + ERG. BEST. U. WÄRMESCHUTZVERORDNUNG..."
- Mauerwerk geschätzt 28cm oder 30cm Hochlochziegeln mit 3cm Styropordämmung von außen. Dachgeschoss ausgebaut und gedämmt (nach damaligem Standart).
- Energetische Sanierung wurde nicht durchgeführt und ist nicht geplant, bis auf ein paar Kleinigkeiten (einige der
Fenster, Zugluft reduzieren, fehlende Dämmung an recht wenigen Stellen anbringen).
- Fußbodenheizung im gesamten Haus
- Ölbrennwertheizung von 2013, Viessmann Vitoladens 300C, 15/22kW
- 8kW
Kaminofen im EG (Wohnbereich ist aber im 1.OG)
- Heizöllieferungen: Erste Lieferung am 06.10.2022, vorletzte Lieferung am 28.11.2024, Gesamtmenge bis hierhin 9100 Liter. Letzte Lieferung am 22.09.2025 => ziemlich genau 9100 Liter für 3 Jahre/
Heizperioden => ca. 3000 Liter pro Jahr Ölverbrauch
- Holzverbrauch für die 3 Jahre geschätzt 8 Ster.
- Geschätzte Heizlast knapp 15kW, NAT -13
- 6 kWp PV von 2015 ist vorhanden, nutzt den Platz aber nicht effizient aus und wird in den nächsten Jahren ersetzt. Mindestens 10 kWp sind möglich, vielleicht auch bis zu 13-14.
Nun zu den Möglichkeiten eine Wärmepumpe zu installieren:
- Erdsonden sind hier wohl bis 50m erlaubt, benötigte Gesamtlänge der Sonden ca. 250m
-
Grundwasser nach Einzelfallprüfung möglich
- RGK vermutlich nicht möglich - großes Grundstück, aber sehr gewachsen, besonders an den Grundstücksgrenzen
-
Luft ist problemlos möglich
- Förderung in unserem Fall bis zu 55% möglich, dank der Einliegerwohnung bis zu einer Grenze von ca. 40.000 (?).
Ich würde am liebsten auf Erdsonden setzen - ich verspreche mir weniger
Wartung, höhere Lebensdauer der WP, höhere Effizienz, keine störende Außeneinheit wie bei Luft (optisch und geräuschtechnisch). Gerade der letzte Punkt ist mir allein ein paar Tausend Euro wert.
Die Kosten:
- 250m Sonden würden wohl ca. 35.000 kosten (geschätzt durch 2 Bohrunternehmer)
- Grundwasserbohrungen ca. 17.000 (ich möchte aber einen
Brunnen für die Gartenbewässerung => Kostensynergien?)
- Die Wärmepumpen selber dürften mehr oder weniger gleich viel kosten, oder? Ich würde sie auch selber einbauen mithilfe von Anbietern wie 1klima o.ä., um auch die Förderung mitnehmen zu können.
Nach https://www.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/ gehe ich von einer JAZ von ca. 4 bei Luft, 4.8 bei Erdsonden und 4 bei Grundwasser (wegen der
Pumpe? Ich dachte GWWP sind effizienter?). Bei 24ct/kWh macht das eine Ersparnis von ca. 300 Euro pro Jahr mit Erdsonden, ohne Berücksichtigung der eigenen PV.
Erdwärme lohnt sich also wohl nicht bzw. erst in 50-60 Jahren? Hier wird aber die längere Lebensdauer der WP nicht berücksichtigt (wie viel macht was wirklich aus?) - nach 15-25 Jahren wird es eventuell keine Förderung mehr geben und ob ich in 15 Jahren oder erst in 20 oder 25 Jahren 10.000+ für eine neue WP ausgeben muss macht auch einen Unterschied. Und auch bei einer Sondenbohrung könnte ich mir eventuell gleich einen Brunnen bohren lassen und dabei vielleicht 1-2k sparen.
Ich habe mir aber noch etwas überlegt. Kann ich die Heizlast für die Berechnungen nicht einfach reduzieren, also Sonden und WP deutlich unterdimensionieren? Wenn ich anstatt 15kW nur noch 9 oder 10 annehme, dann bräuchte ich nur noch etwas über 150m Sonden, also nur noch 3 anstatt 5 Bohrungen. Das dürfte für 90-95% der Zeit auch ausreichen und für den Rest haben wir ja noch den Kaminofen. So würde auch die WP selbst in der Übergangszeit weniger takten. Die Kosten würden von 35.000 auf etwas über 25.000 fallen. Und wie oben geschrieben werden einige energetische Kleinigkeiten gemacht, wodurch vielleicht auch 1-2kW von der tatsächlichen Heizlast wegfallen würden.
Was sagen die erfahrenen Forumsmitglieder zu dem ganzen? Gehe ich mit meinen vielen Annahmen zumindest in die richtige Richtung oder liege ich komplett falsch? Habt ihr irgendwelche Ideen oder Ratschläge?