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11.02.2026 10:15:49 |
Guten Morgen Kollegen, da ich seit 6 Jahren im Ruhestand bin, gehöre ich noch zu der Generation, die nach über 40 Jahren im Berufsleben zwar virtuos mit fast allem umgehen kann, das warm macht, bei Wärmepumpen sind meine Erfahrungen jedoch sehr begrenzt. Aber ich habe mich entschlossen, aus Vernunftgründen meinen beinahe 20 Jahre alten Öl- Brennwertkessel durch eine Bosch WP zu ersetzen. Nun sind der Meisterbetrieb, der mich bei dem Vorhaben unterstützt und ich, unterschiedlicher Meinung, was den BW-Speicher angeht. Die Anlage steht in einem Dreifamilienhaus, die WEG besteht jedoch nur aus 3 Personen. Der Heizungsbauer ist nun der Meinung, dass der bestehende 300 Liter WW-Speicher durch einen 400 Liter Wärmepumpen tauglichen Speicher ersetzt werden muss. Verstehe natürlich, dass ich bei geringerer Ladetemperatur eine größere Tauscheroberfäche brauche und dass u.U. eine größere Bevorratungsmenge vorteilhaft sein kann. Da es sich bei dem vorhandenen BW-Speicher jedoch um einen Solarspeicher handelt, wir auch im Winter mit dem nur im oberen Drittel konventionell erwärmten Warmwasservolumen zurecht gekommen sind, halte ich den Solarspeicher der erst seit 8 Jahren in Betrieb ist, für ausreichend. Da zudem die thermische Solaranlage demontiert wird (ist schon 25 Jahre auf dem Dach), könnte ich den unteren Solar-Wärmetauscher mit 1,8 m² Tauscherfläche und den oberen Grundlast-Wärmetauscher mit 1,0 m² Tauscherfläche in Reihe schalten, so dass ich insgesamt über 2,8 m² Gesamtfläche verfügen würde. Was haltet ihr hiervon?
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11.02.2026 10:52:56 |
Du musst davon ausgehen, daß deine bisherigen Erzeuger HT-Erzeuger sind und mit VLT von geschätzt +50° ans Werk gehen, wobei die Tauscherfläche eben ausreichend ist. Die WP sollte aber nach Möglichkeit unter oder knapp über einer VLT von 50° den Speicher laden, was zwangsläufig nach einer größeren Tauscherfläche verlangt. Dazu muss man auch bedenken, daß der Ladevorgang je nach AT eben deutlich länger und bei niedrigen AT auch deutlich energieintensiver abläuft. Wenn ich mich nicht irre, ist auch in MFH der Legionellenschutz zu gewährleisten, was weitere Probleme mit sich bringt.
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11.02.2026 11:49:18 |
Pro kW Leistung der WP bei hohen Außentemperaturen sollten 0,25 m² Wärmetauscherfläche vorhanden sein. Sonst kann es im Sommer passieren, dass der Heizstab einspringt, weil die WP ihre Wärme nicht abgeben kann. Da könnten dann auch die 2,8m² schon knapp sein. Und weil du nach eigenen Angaben von WP noch keine Ahnung hast, ein paar Fragen/Stichworte: Heizlast bei NAT Vorlauftemperatur bei NAT Hydraulischer AbgleichBisheriger Ölverbrauch
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11.02.2026 12:07:52 |
Das Material spielt auch noch eine Rolle. Ist das System sonst "rostfrei" würde ich partout eine Edelstahlspeicher empfehlen, ansonsten tut es auch ein emaillierter Speicher mit ferritischer Ladewendel. Dann natürlich auch noch einen ordentlichem Schlammabscheider (Schwerkraft + Magnet) mit einplanen, groß genug, passend zum Massenstrom der WP. Gruß Dipl.-Ing. Anlagentechnik Frank-Rolf Roth www.waermepumpendoktor.com (Planung, Baubegleitung, Anlagen-Optimierung, Betreiberschulung) Referenz-Wärmepumpenanlage der Energieagentur-NRW So wird’s gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=JqPpRR6vQl4
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11.02.2026 12:38:11 |
Was ist von der Konstruktion zu halten? Die WT sind ausreichend, das Volumen auch. Der kleine WT paßt für die erhaltenswerte Solarthermie, die im letzten Sommer hier an einem dem alten vergleichbaren 300l Boiler ausschließlich WW im ZFH für 4 Bewohner machte. Die WP muß nur bei fehlender Sonne oder in der Übergangs- und Winterzeit ran.
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11.02.2026 12:50:26 |
Wie schon erwähnt wurde, den Legionellen-Schutz beachten. Ein Brauchwasserspeicher ist da eher ungeeignet. Also FriWa oder Hygienespeicher einplanen. Ansonsten muss der BW-Speicher thermisch auf höhere Temperatur "nachbehandelt" werden.
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11.02.2026 12:51:24 |
Nach 8 Jahren kann der WW-Speicher je nach Härtegrad des Wassers schon stark verkalkt sein. V.a. die Solarwendel mit den hohen Temperaturen. Da würde ich bevor du die Förderung für den neuen Speicher verlierst zumindest mal den alten entlehren und reinigen lassen. Wenn man die Reinigung nicht selbst macht, rentiert sich oft gleich ein neuer WP-tauglicher Speicher. 300l sollten aber dicke reichen, das Wasser sollte ja täglich ausgetauscht (=verbraucht) werden.
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11.02.2026 13:04:09 |
Zitat von belzig  Nach 8 Jahren kann der WW-Speicher je nach Härtegrad des Wassers schon stark verkalkt sein. V.a. die Solarwendel mit den hohen Temperaturen. Da würde ich bevor du die Förderung für den neuen Speicher verlierst zumindest mal den alten entlehren und reinigen lassen. Wenn man[...] 300 l reicht hier für 3 Personen auch. Bei Badewannenfüllungen wird es etwas eng, evtl. muss dann händisch auf WW Vorang geschaltet werden, damit es für die Mieterin danach noch zum Duschen reicht 😉. Da mir die Legionellen-Behandlung zu aufwändig war, wurde statt dessen in den Duschen dieser Filter montiert: Filter |
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11.02.2026 13:08:06 |
Und bei einem Mieter Wechsel baust du den Speicher um?
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11.02.2026 17:31:57 |
Das ist halt das Kreuz im MFH ab 3 Parteien in Deutschland. Egal ob FriWa oder 300l WW-Speicher, an der letzten Entnahmestelle müssen mindestens 45° warmes Wasser ankommen, weil sich die Legonellen ab dieser Temperatur nicht mehr vermehren. In der Konsequenz wird man den Speicher auf mindesten 55°-60° vorheizen müssen. Dafür reicht dann auch der Speicher für bis zu 6 Personen. Für die WP ist es aber natürlich ein Effizienzkiller. Insofern wäre es vlt doch ganz interessant die bestehende Solarthermie weiterzubetreiben, wenn sie noch gut in Schuß ist. Ich hatte mir in meinem Dreifamilienhaus schon mal überlegt ob ich die WW-Versorgung im Vorderhaus mit eine BWWP mache, damit aus der 3 Wohnungen-Regel rausfalle. Aber letzten Endes zahlen es ja die Mieter und wegen der BWWP zahlt mir auch keiner mehr. Was haben denn die Trinkwasseruntersuchungen der letzten Jahre ergeben?
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11.02.2026 17:38:07 |
Nimm Dir die Förderung mit und baue einen neuen Va Kessel mit zwei Wärmeschlangen ein,wenn Du einmal auf die Solaranlage verzichtest kannst Du die Tauscherfläche dadurch erhöhen.Ich habe zusätzlich einen Kupferrohrwärmetauscher in die Reinigungsöffnung gesteckt daran meine Solaranlage angeschlossen und die beiden Schlangen verbunden um eine höhere Tauscherfläche zu bekommen.Hat sich bewährt!
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12.02.2026 01:21:18 |
Ein Solarthermiewarmwasserspeicher ist mindestens ein halbes Jahr ABSOLUT legionellenfrei. Die Mehrzahl der Viechlein haust eh im Duschkopf und Duschschlauch – und der wird vom Legionellenprogramm eh nicht erfasst. Da ist eine gelegentliche chemische Reinigung (Zitronensäure/Entkalker) viel einfacher und zielführender. Wozu also eine Heizungs WP mit einem Legionellenprogramm kaputtschinden, wenn es mit einer Brauchwasserwärmepumpe mit Solarthermie viel eleganter und ein halbes Jahr sogar nahezu stromkostenfrei geht?
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12.02.2026 07:45:56 |
Kann man machen, jedoch ist bei einem WP WW Speicher der WT ganz unten und nicht verteilt oben, unten. Ja, das macht einen Unterschied für die Beladung und die Effizienz, auch wenn die addierte Fläche auf dem Papier ähnlich scheint, so ist die stets kleiner! gegenüber vergleichbaren WP Speicher, da würd ich auch keinen Kompromiss machen.
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12.02.2026 08:06:45 |
Zitat von Effizient  Kann man machen, jedoch ist bei einem WP WW Speicher der WT ganz unten und nicht verteilt oben, unten. Ja, das macht einen Unterschied für die Beladung und die Effizienz, auch wenn die addierte Fläche auf dem Papier ähnlich scheint, so ist die stets kleiner! gegenüber vergleichbaren WP[...] Stellt sich denn beim Aufheizen eine vollständige Durchströmung ein? Bei dem BW-Speicher aus Fernwärme-Zeiten hier habe ich mit einer zusätzlichen Zirkulationspumpe nachgeholfen. Sie befördert beim Erwärmen das kühlere Wasser nach oben. Da die Tauscherfläche zu klein ist, sehr effektiv.
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12.02.2026 10:13:22 |
Man sollte sich einfach mal die gängigen Hinweise zur Brauchwassererzeugung mit Wärmepumpen anschauen: - Glattrohrwärmetauscher - (sehr) große Wärmetauscherflächen - bei gängigen Größen an Speichern 4m² oder mehr, je nach Leistung wie bereits erwähnt wurde - 2 WT in Reihe sind nicht so effizient wie ein großer von unten nach oben - Legionellenschutz ist völlig überbewertet. Bei regelmäßig großer Abnahme reichen 45 Grad völlig aus - im MFH sind aber selbstverständlich alle aktuellen Regelungen und Gesetze/ Vorschriften diesbezüglich einzuhalten. Ich empfehle daher die Vorlesungen von Prof. Dr. Schenk bei youtube. Wer diese durch hat, beherrscht das Thema im Schlaf: - Wärmepumpe Planungsleitfaden (Werner Schenk) - Trinkwarmwasser I: Wärmepumpe - Trinkwarmwasser II Speicher Insondere letzteres enthält alles, was du wissen willst. Titel einfach bei youtube eingeben. Ich weiß nicht, ob Links hier erlaubt sind... Auch ist auf dem Kanal "Aktionskreis Energie" der Vortrag von Frank-Rolf Roth zu finden. Sehr sehenswert, wie ich finde.
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