Hallo in die Runde,
zur technischen Umsetzung der Anfang 2024 eingeführten Leistungsdrosselung (netzorientierte
Steuerung) nach § 14a EnWG bei Wärmepumpenheizungen von Stiebel Eltron bzw. Tecalor habe ich von fachkundiger Seite teils vage und teils widersprüchliche Auskünfte erhalten. Falls jemand damit schon konkrete Erfahrungen hat, würde ich mich über die Beantwortung einiger recht detaillierter Fragen freuen.
Es geht um eine Anlage mit zwei modulierbaren
Luft-
Wasser-Wärmepumpen WPL 25 A und einem ISG Connect (ohne PV). Bei mehreren Wärmepumpen können die integrierten Heizstäbe nicht genutzt werden, daher gibt es externe Heizstäbe in den beiden vorhandenen Speichern. Der Wärmepumpenmanager steuert über die Klemme X.2.11 ein Schütz, durch den ein externer Heizstab zur Warmwasserbereitung an- und ausgeschaltet werden kann. Analog gilt dies für Klemme X.2.12 für zwei Heizstäbe im Heizungspufferspeicher. In der Steuerung der Anlage ist hinterlegt, dass derartige Heizstäbe vorhanden sind, allerdings kann dort nicht deren Leistung angegeben werden.
Bei einem Drosselungsbefehl soll eine Komplettabschaltung vermieden werden, vielmehr soll die Leistung auf die garantierte Mindestleistung gedrosselt werden, die hier etwas geringer als die Verdichterleistung beider Wärmepumpen zusammen ist. Im Steuerungsfall müssen also alle Heizstäbe abgeschaltet und die Verdichterleistung etwas gedrosselt werden.
Nach der Bedienungsanleitung für das ISG Connect kann der sog. Eingabemodus "
SG Ready" nur eine Komplettabschaltung und kommt daher nicht in Frage. Die Eingabemodi "Power Limitation / Load Up" und "Power Limitation / Full Shed" sollen jedoch eine Leistungsreduzierung auf einen vorgegebenen Wert ermöglichen. Im Vorspann dazu steht: "Einzelne Modi können je nach Wärmepumpenmodell nicht verfügbar sein."
In der Anleitung habe ich keine Angabe dazu finden können, ob und wie Heizstäbe im Fall eines Drosselungsbefehls gesteuert werden; auch im Steuerungsmenu habe ich hierzu keine Einstellung finden können. Eigentlich würde ich erwarten, dass die Heizstäbe bei einem Drosselungsbefehl über die Klemmen X.2.11 und X.2.12 des Wärmepumpenmanagers abgeschaltet werden können. Dagegen spricht allerdings, dass nach dem Elektro-Schema des Herstellers für die Anlage, das offenbar noch für die bis Ende 2023 geltende zeitweise Komplettabschaltung erstellt wurde, zusätzliche Schütze zur Abschaltung von Verdichtern und Heizstäben vorgesehen sind.
Nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur muss die Umsetzung jedes einzelnen Drosselungsbefehls dokumentiert werden; diese Dokumentation muss zwei Jahre lang zu Prüfzwecken aufbewahrt werden. Sofern die Anlage ständig mit dem
Internet und den Servern des Herstellers verbunden ist, werden dort in kleiner zeitlicher Auflösung die Leistungsdaten der Verdichter gespeichert und zwei Jahre vorgehalten. Allerdings habe ich dort keine Angaben zur Leistung der Heizstäbe finden können (dies dürfte auch kaum möglich sein, weil bereits die Steuerung der Anlage die Leistung der Heizstäbe nicht kennt).
Hierzu nun meine Fragen zur netzorientierten Steuerung über "Power Limitation / Load Up" bzw. "Power Limitation / Full Shed":
1. Kann bei einem Drosselungsbefehl dadurch die Verdichterleistung der Wärmepumpe WPL 25 A gedrosselt werden?
2. Werden bei einem Drosselungsbefehl generell alle Heizstäbe abgeschaltet? Oder lässt sich dies irgendwo einstellen? Erfolgt die Abschaltung über die Klemmen X.2.11 und X.2.12 oder wie sonst?
3. Wie erfolgt die Dokumentation der Umsetzung der einzelnen Drosselungsbefehle? Ist sie ohne Internetverbindung der Anlage möglich?
Vielen Dank für jede Unterstützung!