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18.02.2026 07:16:39 |
Hallo zusammen, wir wollen ein akustisches Klavier anschaffen und der Verkäufer möchte uns unbedingt einen sogenannten "Piano-Carpet" verkaufen. Das ist ein spezieller Teppich, der unter das Klavier kommt und die aufsteigende Fußboden-Wärme abhalten soll, damit das Instrument sich nicht so schnell verstimmt. https://www.pianocarpet.de/collection/ Kostenpunkt für so einen Teppich: ca 180 Euro. So ein Teppich soll einen speziellen Aufbau haben, aber ganz ehrlich, was kann schon ein dünner Teppich abhalten? Im Grunde gibts doch eine Stauwärme, die irgendwann durch das Material kommt. Was meinen die Energie-Experten hier, kann sowas wirkungsvoll funktionieren? Oder gibts vielleicht einen Aufbau, der die FBH-Strahlungswärme an der Stelle wirkungsvoll verhindern könnte und ein Bruchteil kostet? Spontan würd ich einfach ne metallkaschierte Trittschalldämmung unter den Klavierkorpus legen. Danke schonmal für die Tipps!
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18.02.2026 08:11:21 |
Hallo, bei uns steht das Klavier keinen Meter vom Heizkörper entfernt, der früher teils mit 60°C Vorlauf versorgt wurde und im Sommer kommt auch mal die Sonne rum. Ist nicht optimal, aber wer kann sein Haus um das Klavier bauen? Wir haben das Klavier recht aufwändig aufarbeiten lassen und genießen den schönen Klang, aber um das Stimmen 1 oder 2x im Jahr kommt man kaum herum. Bei einer Fussbodenheizung sollte die Temperatur deutlich niedriger sein und unter dem Klavier ist ohnehin Luft. Daher würde ich den Temperatureintrag nicht überbewerten. Einfach mal messen welche Oberflächentemperaturen am Klavier im unteren Bereich auftreten.
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18.02.2026 08:28:53 |
Hallo unter dem - ich nenns mal Teppich - steigt die Temperatur des Estrichs an. Wenn die Dämmwirkung des Teppichs unendlich groß sein sollte, würde der Estrich nur noch Wärme nach unten verlieren und annähernd das Temperaturniveau des Heizmediums annehmen. Ansonsten ergibt sich ein Gleichgewicht aus zugeführter Energie zu abgeführter Energie im Estrich. Es wird mehr Wärme durch die Dämmung nach unten abgegeben und weniger Wärme nach oben. Aber es wird durch die Dämmschicht auch Wärme nach oben abgegeben. Und Du hast einen "Punkt" in Deiner Estrichfläche der einiges wärmer ist als die restliche Estrichfläche. Und Jeder Estrich dehnt sich beim Aufwärmen aus. Je höher die Temperatur, desto größer die Ausdehnung bezogen auf die Ursprungstemperatur. Du hast also einen "Punkt" in Deinem Estrich, der größere Spannungen hat wie der Rest - der Estrich um den Punkt muss ja die Dehnungskraft des Punktes aufnehmen. ciao Peter
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18.02.2026 08:31:24 |
Kauft euch einen kurzfloor oder Hochflorteppich mit "dicker" gummierung an der Unterseite - fertig. Das ist zudem angenehm an den Füssen. Da würde ich kein Vermögen ausgeben. Bei üblichen Vorlauftemperaturen einer FBH sollte das mehr als ausreichend sein.
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18.02.2026 09:34:06 |
Wir haben unser Klavier an einer Innenwand im schlechtest gedämmten Raum (weil nur teilsaniert). Die FBH wurde vor 20 Jahren zusätzlich zum Radiator an dessen Rücklauf angeschlossen, die VLT liegt deshalb unter der sonst üblichen VLT der FBH (33 Grad bei AT -9).
Der Klavierstimmer neulich war sehr zufrieden mit der Aufstellung und dem Zustand.
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18.02.2026 09:46:59 |
Zitat von Mastermind1  Kauft euch einen kurzfloor oder Hochflorteppich mit "dicker" gummierung an der Unterseite - fertig. Das ist zudem angenehm an den Füssen. Da würde ich kein Vermögen ausgeben. Bei üblichen Vorlauftemperaturen einer FBH sollte das mehr als ausreichend sein. ich hab mal geschaut. Die Stelle, wo es hinkommt, ist neben einer großen Schiebetür, und da verlaufen wohl die Rohre etwas enger. Ich habe im Raum derzeit eine Oberflächentemperatur von 23°, dort an der Wand aber 25°. Leider ist die Stelle alternativlos. Im Raum selber haben wir recht konstante Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 55%, ich habe auch einen extra Luftbefeuchter der läuft wenn es draußen kalt und trocken ist.
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18.02.2026 10:32:18 |
Damit sich das Klavier nicht so schnell verstimmt, gibt es einen sehr guten Profi-Tipp (von unserem Klavierstimmer). Man stellt ein großes Glas mit Wasser und großer Öffnung auf den Boden innerhalb des Klaviers. Ich verwende hierfür ein 500 Gramm Honigglas. Das Wasser füllte ich etwa alle zwei bis drei Monate wieder auf. Durch die höhere und konstantere Luftfeuchtigkeit im Klavier hält die Stimmung nun deutlich länger als früher ohne das Wasserglas. Damit das Klavier gut und "raumfüllend" klingt, sollte das Klavier einen Mindestabstand vom 10 cm von einer Wand haben.
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18.02.2026 12:05:01 |
Zitat von Anton35  Damit sich das Klavier nicht so schnell verstimmt, gibt es einen sehr guten Profi-Tipp (von unserem Klavierstimmer). Man stellt ein großes Glas mit Wasser und großer Öffnung auf den Boden innerhalb des Klaviers. Ich verwende hierfür ein 500 Gramm Honigglas. Das Wasser[...] Danke für den Tipp mit dem Glas. Ich werde auch ein Funk- Hygrometer reinstellen und überwachen. das mit dem Abstand ist so, dass der Resonanzboden den Abstand haben sollte. Der ist ja meist innen an den dicken Streben, also kann der Korpus schon näher an die Wand hin als 10cm. Mittlerweile gibts ja auch tolle Apps, mit denen man die Verstimmung des Klaviers überwachen kann und Abweichungen frühzeitig erkennt.
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18.02.2026 13:23:39 |
Auch der Wandabstand ist wichtig, zumindest bei meinem großen, alten Instrument. Früher hatte ich das Klavier mit 5 cm Wandabstand aufgestellt. Mit 10 cm Wandabstand ist der Klang deutlich hörbar fülliger und komplexer geworden. Aber das kann man ja leicht ausprobieren und den jeweils optimalen Abstand heraus finden. Ohne Wasserglas habe ich früher nach einem halben Jahr den leichten Beginn der Verstimmung gemerkt und nach einem Jahr das Klavier neu stimmen lassen. Mit Wasserglas beginnt die (für mich) hörbare Verstimmung nach einem Jahr.
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18.02.2026 18:31:49 |
Zitat von Chri Stian  aber ganz ehrlich, was kann schon ein dünner Teppich abhalten? kannst ja mal versuche, in der jetzigen kalten Zeit nackig, mit T-Shirt, mit Pulli rauszugehen Sind auch nur paar mm Dämmung - aber Du wirst den Unterschied deutlich merken
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18.02.2026 19:41:49 |
Solange die Fußbodenheizung nicht mit extremer Vorlauftemperatur betrieben wird, reicht ein ganz normaler Teppich drunter. Die technische Beschreibung des Pianocarpet ist etwas… unphysikalisch und speziell, da wird man ein wenig für dumm verkauft. Wenn du für konstante Luftfeuchtigkeit sorgst, ist das schon mal eine super Voraussetzung. Viel Freude mit deinem Klavier.
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19.02.2026 05:16:12 |
Guten Morgen, da ich seit über 40 Jahren Klaviere stimme, habe ich auch schon viel gesehen. Das Extremste war ein mehr als 100jähriges Klavier in einem Wintergarten mit FBH. Von oben von der Sonne gedörrt, von unten von der FBH gegart, das war nahezu aussichtslos und der Zustand nach dem Stimmen nur eine kurze Momentaufnahme. Oma kommt, will nur einmal kurz Stosslüften und schon war die Stimmung ruiniert. Zur Sache: Der Tip mit Wasserglas unten innen im Klavier ist gut. Das hilft. Noch mehr hilt eine alte 1 Kilo-Speise-Eis-Schale, weil die Verdunstungsoberfläche grösser ist. Man sollte dann aber nicht vergessen, regelmässig nachzuschauen, ob noch Wasser drin ist. Von irgendwelchen dämmenden Teppichen unter dem Klavier habe ich noch nie was gehört. Aus selbst genannten Gründen dürfte das wohl ungefähr so unwirksam sein wie 1mm Styropor mit Alufolie drauf zum Dämmen von Heizkörpernischen.
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19.02.2026 08:29:54 |
Moin. Unser Klavierstimmer weißt regelmäßig auf möglichst geringe Temperaturunterschiede hin und- wenn man was besonders Gutes tun möchte - höhere Luftfeuchtigkeit als bei normaler Heizungsluft. Schönen Tag noch allerseits Piet
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19.02.2026 09:59:26 |
FBH mit 23 °C Oberflächentemperatur - wie kalt ist es denn bei Euch im Sommer? Der Unterschied ist doch nicht die Temperatur (außer neben einem Heizkörper) sondern die winterlich niedrige Luftfeuchte - also Glas Wasser...
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19.02.2026 12:24:52 |
Zitat von stefha  Zur Sache: Der Tip mit Wasserglas unten innen im Klavier ist gut. Das hilft. Noch mehr hilt eine alte 1 Kilo-Speise-Eis-Schale, weil die Verdunstungsoberfläche grösser ist. Man sollte dann aber nicht vergessen, regelmässig nachzuschauen, ob noch Wasser drin ist.[...] Vielen Dank für den Verbesserungsvorschlag. Ich werde jetzt auf eine große, hohe Frischhaltedose umsteigen. Unser Klavier ist auch über 100 Jahre alt. Vor 30 Jahren wurde es beim Hersteller (da gab es ihn noch) generalüberholt. Erneuerung Resonanzboden, Saiten, Filzbelag an Hammerköpfen und Dämpfern, Überholung der Mechanik, Polyesteroberfläche schwarz. Die Polyesteroberfläche sieht nun so edel aus wie bei einem Steinway Konzertflügel. Vorher war es Schellack.
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20.02.2026 09:44:47 |
Zitat von PKLueftung  FBH mit 23 °C Oberflächentemperatur - wie kalt ist es denn bei Euch im Sommer? Der Unterschied ist doch nicht die Temperatur (außer neben einem Heizkörper) sondern die winterlich niedrige Luftfeuchte - also Glas Wasser... Versteh die Frage jetzt nicht. Die FBH hat eine Heizkurve von 0.45, das ergibt aktuell zwischen 23 und 25° Oberflächentemperatur des Bodens. In den Räumen haben wir Mineralputz, der gleicht die Luftfeuchtigkeit ganz gut aus, wir haben das Jahr über zwischen 45 und 55% r.F., ich habe im Raum auch einen Verdunstungs- Luftbefeuchter. Auf Lüftungsorgien im Winter verzichten wir, sind auch nicht notwendig. Im Hochsommer geht es selten über 25° Innenraum-Lufttemperatur da wir sehr viel Speichermasse in der Wand haben (Hinterlüfteter Vollklinker + 36cm Ziegel).
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21.02.2026 18:08:14 |
Ich habe das Honigglas durch die große Emsa Optima Trockenvorratsdose (4,4 Liter) ersetzt. Die relative Luftfeuchtigkeit im Klavier ist von 42 % auf 48 % gestiegen.
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26.02.2026 20:49:21 |
Hmm, ich habe unten aufgemacht. Weit und breit kein Platz, ein Glas oder sowas reinzustellen. Überall Elektronik wegen der Silent- Steuerung. Blöd.
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27.02.2026 10:11:54 |
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