Aus meiner Sicht sind zwischen den Zeilen der Kommentare die Lösungen für diese Frage im Grundsatz versteckt.
Hier mal meine Interpretation als Diskussionsgrundlage:
Das Problem ist ein Unverständnis zur Hydraulik einer Wärmepumpeanlage beim WP Hersteller, beim Installateur und beim Anwender zu Hause.
Der Wärmepumpenhersteller verkauft eine gute WP und eine Vielzahl von Anschlussvorschlägen, die im speziellen Einzelfall aber nicht funktionieren.
Der Installateur baut diese Vorschläge ein und wundert sich, dass es Probleme gibt.
Der Anwender zuhause hat nicht verstanden, wie er seine WP Heizung betreiben muss, damit sie richtig laufen kann.
Wann läuft eine Wärmepumpe richtig?
1. Die WP liefert das Heizwasser an die FBH, die Heizkörper und sonstige Einrichtungen und steuert über die
Temperatur des VL-Heizwassers die Wärmeabgabe. Entgegen der Annahmen vieler Installateure sind
Einzelraumregelungen (obwohl sie eigentlich vorgeschrieben sind) ziemlich ungeeignet. Auch im vorliegenden Fall ist das die erste Maßnahme, die Regelventile an den Heizkörpern entfernen und den eingestellten
Wasserfluss immer konstant zulassen. Wie gesagt, die
Heizleistung im Raum ergibt sich aus der Spreizung im Heizelement und seine Größe/Oberfläche/Beschaffenheit (Eingangstemperatur - Ausgangstemperatur), die ihrerseits durch den Durchfluss bestimmt wird - der Durchfluss (und damit die Spreizung) wird beim hydraulischen
Abgleich festgelegt. Die Heizleistung wird bei niedrigeren
Vorlauftemperaturen auch niedriger (die Spreizung nimmt ab). Damit steuert die Vorlauftemperatur bei konstantem Durchfluss die Heizleistung proportional - nicht die Einzelraumregelung!.
2. Hydraulische Schaltbilder der Hersteller sind häufig unbrauchbar, weil sie alternative Anschlussarten beschreiben, die in der Realität kaum funktionieren können. Die Planung einer Anlage muss sich an der einfachst möglichen Hydraulikstruktur orientieren. Zunächst ist immer die Frage zu beantworten, ob und wie es möglich ist, einen Betrieb ohne Einbindung eines
Pufferspeichers zu wählen - effizienteste Betriebsweise. Solange die WP nicht taktet ist diese Betriebsart immer sinnvoll. Das geht aber nur, wenn die Heizreinrichtungen (HK, FBH) voll durchströmt werden und der minimale WP-Durchfluss erhalten bleibt, d.h. ungedrosselt durch Ventile und Einzelraumsteuerungen.
3. Installateure bauen gern alles mögliche unreflektiert in die Hydraulik ein (macht ja alles schön teuer). Mischer, Zusatzpumpen für einzelne Heizkreisläufe, Einzelraumsteuerungen, Regelventile etc. scheinen auf dem Papier sinnvoll - in der Praxis aber unbeherrschbar weil kollidierende Regelkreise entstehen. Also Mischer raus, nur eine
Pumpe und in der Gesamtheit hydraulisch abgleichen. Tipp: alles raus, was den Durchfluss behindern könnte (Rückflussverhinderer, auch die Eclipse Ventile sind da m.E. nicht wirklich hilfreich, da sie einen zusätzlichen Druckabfall im System bewirken - kann man hier aber vielleicht drin lassen, kostet eben Pumpenenergie).
4. Einstellung der Wärmepumpe erfordert einen erfahrenen Techniker/Ingenieur, der umfassenden Zugang zur
Steuerung und Verständnis der Hydraulik hat und sich mit dem Typ der WP auskennt. Das kann von einem Installateur nicht erwartet werden.
Im vorliegenden Fall wurde vermutlich. nachdem am Anfang eine instabile
Regelung beobachtet wurde die Leisung der WP in der Steuerung eingedrosselt. Das führt jetzt dazu, dass der Aufwärmprozess sehr langsam erfolgt, weil die volle Leistung nicht erlaubt wird. Dafür muss die Steuerung richtig eingestellt werden.
Fazit und Vorschläge: Betrieb immer/weitgehend ohne Einzelraumregelung, offnen des Mischers (ggf. entfernen), Entfernung der Pumpen bis auf eine, die alle Heizkreisläufe bedient. Puffer im VL wenn und soweit mgl. abtrennen - bis die WP anfängt zu takten. Hydraulisch richtig abgleichen. WP entdrosseln.
Dann läuft alles super. Sie haben nämlich eine wirklich gute Wärmepumpe gekauft.
Randbedingungen prüfen für die Abtauung im Winterbetrieb: Reicht das Umlaufwasservolumen im Heizsystem ohne Pufferspeicher (bei der Größe des Hauses und vielen HK gehe ich davon aus - Voraussetzung sind geöffnete Regelventile !)?