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05.03.2026 22:08:31 |
Guten Tag an alle.. Ich hab ein großes Problem vor mir und vor Ort so viele Unterschiedliche Lösungen bekommen, daß ich hier nachfragen möchte. Folgendes Szenario: Sägewerk im Außenbereich. Ein neu errichtetes Betriebsgebäude. Darin 1xWC, 1x Dusche, 1x Wasserhahn Dusche, 1x Wasserhahn Küche, 1x Waschmaschine. Das Haus wird an einer überregionalen Fernwasserleitung angeschlossen. Dort stehen 17bar zur Verfügung. Entfernung zu. Anschlußpunkt: 350m Kein Höhenunterschied, jedoch ein Tal - Hügel mit 6m Höhe dazwischen. Geplante Leitung PE 100RC Das Haus ist nicht bewohnt. Daher sollte die Leitung lt. Gesundheitsamt so klein wie möglich sein. Ich hab jetzt von 25mm - 60mm Außendurchmesser -je nachdem, wen man fragt- alles gehört... letztlich sagt aber jeder: "Aber entscheiden müssen Sie das, da übernehmen wir keine Verantwortung.." Was sagen die hier anwesenden Fachleute dazu. Mir würde wegen dem kleinen Volumen das 25mm AD Rohr gefallen. Ich danke für die Ideen.
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05.03.2026 23:51:22 |
Also den Durchmesser müsste man gerade mal durchrechnen.... Aber wie sieht es eigentlich mit einem Feuerlösch- Hydranten aus?
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06.03.2026 07:15:46 |
Ein Hydrant ist nicht vorgesehen oder nötig. Das Haus liegt direkt an einem Bach, da ist genügend Wasser da. Die Feuerwehr hat das auch schon mal geübt bei mir Das einzige Problem ist der niedrige Wasserverbrauch im Verhältnis zur Länge der Leitung. Daher sollte das Wasser nicht stagnieren und ist ein kleinerer Durchmesser besser. Aber was geht? Reicht tatsächlich ein Rohr mit AD25 ( also Innen ~20mm)?
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06.03.2026 08:02:02 |
Zitat von Sägewerk  Aber was geht? Reicht tatsächlich ein Rohr mit AD25 ( also Innen ~20mm)?
Die Bestimmung des Durchmessers erfogt mit Hilfe der Berechnung nach: DIN EN 806-3, DIN 1988-200 und DIN 1988-300.FG. Schmitt
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06.03.2026 08:25:33 |
Also bei einem Druck von 17 bar liegt man deutlich über dem Normalbereich von max. 10 bar. Diesen sollte man am Anschlußpunkt schon reduzieren.
Und bei einem erwartbar geringen Verbrauch wird man eine so lange Leitung kaum richtig durchgespült bekommen.
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06.03.2026 09:09:48 |
Hallo, ich denke die 350m machen bei allen Durchmessern ein Problem. ich würde da einen Durchmesser einbauen der für ein Einfamilienhaus normal ist um eventuell später noch einige Möglichkeiten zu haben. Bei meinem Bruder liegt eine 80er Stichleitung die ca 500m lang ist da wurde am Grundstück ein Spülhydrant eingebaut da kommt ab und an jemand vom Versorger und läst laufen, das ganze liegt vor dem Zähler. Da würde ich mal ran gehen mit dem Versorger.
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06.03.2026 11:35:58 |
Die 17 Bar werden natürlich reduziert. Dien Angabe diente dazu, das der Druck beliebig bis 17 bar zur Verfügung steht, und nicht, wie wohl bei vielen Geneinden auf nur 5-6bar beschränkt ist.
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06.03.2026 11:41:18 |
Eine externe Spülung mit Hydranten fällt aus. Ich muß das wenn dann selber Spülen. Es ist meine Privatleitung, Zähler ist im Schacht des Fernwasserbetreibers. Auch ein Ausbau ist nicht vorgesehen, die Kläranlage ist ja auch entsprechend klein. Die DiNs sind nicht frei zugänglich und die Fachleute kamen offenbar zu verschiedenen Ergebnissen 60mm <> 25mm Fakt ist, das Stagnation vermieden werden muß.
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06.03.2026 12:55:51 |
Mal ne andere Überlegung: Wenn ein Bach da ist, wäre doch wahrscheinlich auch eine Quelle oder Brunnen möglich. Für Trinkwasser muss dann natürlich regelmässig beprobt werden, für Toilette und Wassermaschine sicher nicht. Dusche weiß ich nicht. Wäre es da nicht günstiger auf Eigenwasser zu gehen und die Beprobung in Kauf zu nehmen (oder Trinkwasser von daheim mitzubringen). So ne 350m Wasserleitung kostet ja auch einiges und dann das Stagnation Problem. (Ich hatte das Mal dienstlich bei einem abgelegenen Bauernhof, ist schon sehr lange her und mein Wissen ist sicherlich veraltet)
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06.03.2026 16:01:18 |
Deine Versicherung wird sicher eine Feuerlöschanlage / Sprinkleranlage fordern! Oder du gehst im Ernstfall leer aus. Allein deshalb würde ich ja schon eine 120er Leitung legen und einen Hydranten setzen. Was macht denn eure Feuerwehr wennder Bach im Sommer fast trocken fällt? Eimerkette bis zum nächsten Hydrant?
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06.03.2026 16:04:59 |
Eigenwasserversorgung bedeutet Quellfassung, wahrscheinlich Aufbereitung, Pflege und Wasserprobe. Die Aufbereitung findet meist mit einer Feinfiltration und nachgeschalteter UV-Anlage statt. Die Feinfilter sind teuer, die Ersatzteile der UV-Anlage ebenfalls und die Wasserprobe braucht auch Geld. Auf lange Sicht ist die komunale Versorgung besser und günstiger.
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07.03.2026 02:10:49 |
Wie leben in Deutschland... Was hier für Vorschläge kommen, hatte ich auch mit dem LRA besprochen... Wasser im IBC Container undenkbar. Da als Betriebsgebäude, noch höhere Vorgaben mit Hygiene, da dritte das Wasser nutzen können. Brunnen mit Aufbereitung und regelmäßige bmBeprobung... permanente Kosten/Vorgaben/Pflichten - da kann ich noch 5km mehr graben und das Wasser von morgens bis abends durchlaufen lassen Aber warum dannso was? Sprinkleranlage, Versicherung, trockener Bach 120er Leitung - wer kommt auf so eine Idee?? Ich hatte eigentlich eine exakte Frage gestellt, leider driftet es auch hier im Fachforum wie in den meisten anderen Foren ruckzuck ab. SCHADE
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07.03.2026 05:30:16 |
Hallo, aber fakt ist das du spülen mußt , wie offt das kann ich nicht sagen. Ich habe das bisher halt bei meinem Bruder mitbekommen. Dann halt zu deinen kosten vielleicht kannst du das Wasser ja im IBC auffangen und weiter verwenden , ansonsten werden halt im Jahr paar m³ den Bach runter gehen . Leitungsquerschnitt würde ich aber trozdem nicht zu klein wählen.
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07.03.2026 05:41:42 |
250er Leerrohr und flex. Leitung einziehen?
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07.03.2026 05:45:17 |
Der entscheidende Hinweis war trotzdem dabei. Bei dir ist es eben nicht Standart. Die Berechnungen erfolgt nach der genannten Din. Bei 17 Bar muss man rechnen. Man muss auf die Druckstufe achten, PN 16 reicht nicht. - Leitung auslegen. Wahrscheinlich wird rechnerisch eine DN 15 oder DN20 Leitung reichen aber dazu kommen noch... - Benötigter Volumenstrom bestimmen. - Wasservolumen bestimmen und Stagnation zu beurteilen. - Verlegeart bestimmen. Wie tief kann die Leitung eingegraben werden. - Leitungsweg raussuchen - Ggf eine automatische Spüleinrichtung verbauen je nach Benutzerprofil - Druckmindereranlage verbauen. All das ist in den Regelwerken geregelt. Wenn mann die Druckverlusttabelle bei 350 Meter DN20 PE nimmt kommt man auf ca. 10,5 Bar Druckverlust bei 1,6m3 Volumenstrom. Ohne Höhenverluste. Je nach benötigten Volumenstrom würde eine DN 15 (Pe20x2) Leitung auch noch reichen. Bei max 1000 l/h wäre der Druclverlust bei ca 8 Bar. Du siehst man muss rechnen. Alles ist möglich um eine Hygienisch gute Fliesgeschwindigkeit zu erreichen. Grüße ⁵
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07.03.2026 07:45:03 |
Hallo auf der Internetseite von Egplast findest Du eine Tabelle in der die Druckstufen und Dimensionen von PE 100 dokumentiert sind. Dort sind auch die zulässigen Drücke aufgeführt. So wie ich die Tabelle interpretiere benötigst Du eine Leitung PE100 SDR 11 oder SDR 7,4 SDR 11 hat einen SF von 1,25 (PE 100 16 bar) SDR 7,4 hat einen SF von 1,6 (PE100 bei 19,2 bar) allerdings haben diese Rohrleitungen ganz andere Wandstärken als bisher genannt. Bei Druckverlust-online kannst Du Dir mit den Innenmaßen, Zapfmengen und Rohrleitungslängen ausrechenen welchen Druckverlust Du hast. Rohrdimension so klein wie möglich und so groß wie nötig. Berechnung wie nach Schmitt vorgeschlagen ggf. eine geringe Reserve für Erweiterungen mit einplanen. Nichtsdestotrotz benötigst Du einen Druckminderer am Ende der Leitung um den Ruhedruck (wenn kein Wasser strömt und somit kein Druckverlust entsteht) auf Haustechnikniveau zu senken. Und das ganz mit einem Sicherheitsventil z.B. 10 bar absichern. Wenn der Druckminderer nicht mehr richtig funktioniert, sollte auf dem Hausnetz keine 17 bar anliegen. Und ich würde gleich ein oder 2 Leerrohre mit reinlegen. Kosten nur etwas mehr als den Materialpreis und etwas Arbeitszeit. Aber ein zweites mal aufbuddeln ist richtig teuer im Vergleich. ciao Peter
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07.03.2026 08:03:01 |
Zitat von Sägewerk  Ich hatte eigentlich eine exakte Frage gestellt, leider driftet es auch hier im Fachforum wie in den meisten anderen Foren ruckzuck ab. SCHADE Die Vorgehensweise einer Berechnung hatte ich doch hier schon gegeben. Zitat von Schmitt  Die Bestimmung des Durchmessers erfogt mit Hilfe der Berechnung nach: DIN EN 806-3, DIN 1988-200 und DIN 1988-300. Zu meiner Ausbildungszeit wurde der Druckverlust nach der Formel: (Und das ist auch heute noch die Grundlage der Rohrnetzberechnung, der einzige Unterschied ist die Vorgabe nach DIN Angaben.)Druckverlust = L x R + Z L = Rohrleitungslönge R = Rohrreibungsbeiwert Z = Enzelwiderstand Weitere erforderliche Werte = der Anfangsdruck = der notwendige Enddruck = Bedarfswassermenge aller Verbraucher Beispiel = Anfangsdruck = 17 bar = benötigter Enddruck z. B. 4 bar = Bedarfswassermenge = 500 L/h Demzufolge stehen 13 bar /(Druckverlust) zur Verfügung um die erforderliche Wassermenge aller Verbrauchsstellen sicherzustellen. Der R-Wert sowie die Zeta Werte richten sich nach der Wahl des Rohrsystems. FG. Schmitt
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07.03.2026 08:12:58 |
Ist das Problem mit Stagnation wirklich ein Problem? In welchem Zeitfenster wird der Inhalt der Leitung verbraucht? Bei saisonal genutzten Ferienobjekten würde ich mir mehr Sorgen machen. Mit welchen Zeiträumen rechnen eigentlich die Fernwasserversorger? Wenn da groß dimensionierte Leitungen km-weit in der Landschaft liegen, dauert das bestimmt auch Tage, bis das Füllvolumen ausgetauscht ist. Wie tief soll die Leitung verlegt werden? Bei einer Erdtemperatur von 10-12 Grad dürfte die Veränderung der Wasserqualität kaum messbar sein. Aus dem Bauch raus würde ich starkwandiges Rohr DN25 empfehlen. Da sind dann vielleicht 100 Liter? Wasser drin. Druckminderung erst am Hausanschluss, also eine kleine Fernleitung ... Hatte kürzlich einen HA mit nur 20m PE. Da waren die Hauptventile kaputt. Kaum noch genügend Fließgeschwindigkeit. Nach Austausch der Ventile kam lange jede Menge Rost u.a. Der Versorger hat sich da keinen Kopp gemacht von wegen Qualitätssicherung der Trinkwasserbereitstellung. Bei uns liegen noch viele km rostverkrustete Gussrohrleitungen im Boden.
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07.03.2026 08:30:07 |
Bei PE 20x2,5? wird die Fließgeschwindigkeit vielleicht schon zu groß. So groß, dass da Abrieb/Verschleiß entsteht?
DN20 PE 25x3,5? Ich kenn mich bei den Drücken über 16bar nicht so aus. Würde vielleicht auch schon ausreichen.
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07.03.2026 10:35:39 |
Hallo, vermutlich macht man sich hier wirklich zuviel Gedanken. Ich denke wenn der Querschnitt zu klein gewählt wird werden vermutlich mehr Schwebstoffe mitgerissen als wenn auch eine gewisse beruhigung stattfindet. Man macht sich hier auf den letzten Metern verrückt , und der Versorger pumpt sein Wasser Kilometerweit durch 50 Jahr alte Leitungen dessen Zustand niemand kennt. Ok man soll schon versuchen hier ordendlich vorzugehen , aber wird hier auch wirklich alles chemisch rein gefordert bzw möglich sein. Vermutlich wird bei 50% der Entnahmestellen ein Problem auftreten wenn man hier mal Proben nimmt ,will niemand wisen und vermutlich auch besser so.
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07.03.2026 13:17:33 |
Zum Thema Brand und Sägewerk sieh dir mal das an ab 20:50 Sägewerk BrandDann weißt du warum ich das erwähnt habe.
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07.03.2026 19:33:17 |
Zitat von Sägewerk  Ein neu errichtetes Betriebsgebäude. Darin 1xWC, 1x Dusche, 1x Wasserhahn Dusche, 1x Wasserhahn Küche, 1x Waschmaschine. Bei unserer Dienststelle (2 Personen) gabs ein ähnliches Problem. Nur ohne Waschmaschine. Und in der Nachbardienststelle dito. Entfernung zur nächsten Wasserleitung: ca 800m, Höhendifferenz ca 50m. Gebaut wurde schliesslich eine 40mm Kunststoffleitung (AD, ID nicht bekannt) mit zusätzlicher Pumpenstation auf halber Strecke. Als die tatsächlichen Kosten bekannt wurden ist die Nachbastation abgesprungen. Und so wird die Leitung nur minimal genutzt. Aus der Erinnerung jetzt etwa 30 Jahre. Bisher hats keine Probleme gegeben. Das Gesundheitsamt war übrigens involviert. Nur deswegen wurde die Leitung überhaupt gebaut. Ach ja, zum Löschen eines Feuers gibt an beiden Stationen ausreichend große Zysternen.
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