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07.03.2026 08:55:38 |
Hallo, vor Jahren hatten wir eine "kreative Idee" die uns nicht los lässt und unter Umständen möchten wir diese auch umsetzten als kleines Projekt. Ich benötige auf meinem Grundstück einen ca. 25m langen Sichtschutz. Aktuell befindet sich ein Sichtschutz aus unschönen und langsam zerbrechenden Sichtschutzwänden. Diese Wand wird nun neu gebaut mit massiven Stahlpfosten. Der Zaun läuft genau auf einer Nord Süd Achse und wird nicht verschattet. Der Gedanke ist auf diesen Pfosten eine "schwenkbare Solaranlage" zu bauen. Dies wäre dann eine Ost- West Anlage und soll sich den ganzen Tag mit der Sonne mitdrehen. Konstruktiv als gelernter Metallbauer und Maschinenbauer alles kein Problem. Für die Elektrik und Elektronik wären Laute im näheren Umfeld vorhanden. Die diese Idee gut finden. Nun suchen wir fachliche Meinungen dazu: - Lohnt sich sowas überhaupt???? - Steigert sich der Ertrag dadurch deutlich? - Was wäre eine sinnvollere Regelung? Nach Astronomischer Uhr oder nach Lichtsensor? - Gibt es zuverlässige Regelungen??? Wir haben bereits das Internet durchlesen. Es gibt dazu Berichte, aber oft von Herstellern. Je nach Hersteller wird auch immer das inden Vordergrund gestellt, das derjenige verkaufen will. Deshalb einmal direkt allgemein gefragt. Ich hoffe ihr versteht dies. Achso, Baurechtlich gibt es keine Einschränkungen zum Thema Sichtschutz. Der Zaun befindet sich innerhalb auf einem größeren Grundstück. Vielen Dank an alle in der Community Grüße Sven
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07.03.2026 09:21:07 |
1-achsig oder 2-achsig nachgeführt? Bei 2-achsig hast du ja ganz schnell ein Verschattungsproblem, gegen das du entsprechend große Abstände halten musst, und somit das ganze als Sichtschutz eigentlich überhaupt nicht taugt. Lohnen? Ein 2-achsiger Tracker hat wohl schon deutlichen Mehrertrag übers Jahr, Wieviel kannst du dir ja über PVGIS selbst berechnen. Und da der Sonnenstand klar ist sollte eine reine Führung anhand Berechnung ausreichen und für die Mechanik auch das schonendere sein, denn ansonsten musst du alle paar Minuten den kompletten Bereich abfahren, was gerade bei 2-achsigem Tracking dann auch noch ewig dauert und du am Ende doch keine Ahnung hast ob die Leistung jetzt runter ging weil zwischendrin eine Wolke kam, oder wegen der Ausrichtung.
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07.03.2026 09:22:06 |
Mittags, wenn die Paneele nach Süden gerichtet sind, gibt es dann aber keinen Sichtschutz, oder? ;-)
Ich glaub, bei den günstigen PV-Preisen lohnt sich der Aufwand nicht.
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07.03.2026 09:30:16 |
Hallo,
ob die Bestrahlung nun unter 90 100 oder 80 Grad erfolgt, verändert die Aperturfläche nur unwesentlich. Da würde einen Nachführung zeitgesteuert sicher hinreichend genau sein.
Die Frage ob es wirtschaftlich sinnvoll ist beantworte bisher der Markt. Nein
Wenn man das Projekt jedoch unter dem Gesichtspunkt Freizeitgestallung, Hobby oder so betrachte, kann man machen. Vieleicht besser als Modelleisenbahn.
MfG uwe
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07.03.2026 09:50:26 |
Wie muss ich mir das vorstellen? Du schreibt, dass der Zaun, und damit die (bi-fazialen) Panels, so ausgerichtet ist, dass die Sonne im Osten und Westen direkt drauf scheint (die Panels also senkrecht stehen) während über Mittag die schmale Rahmenseite beschienen würde. Und kippen willst du vermutlich einachsig, so dass Mittags die Panels waagrecht stehen. Richtig? Wie schon bemerkt: über Mittag dann kein Sichtschutz. Zusätzlicher Ertrag kann mit PVGIS simuliert werden. Bauchgefühl und Erfahrung sagen: lohnt sich finanziell nicht, witterungsausgesetzte Mechanik zu teuer und fehleranfällig. Aber als Hobby in Eigenleistung? Schönes Projekt. Verlink dann mal paar Fotos, wenn fertig.
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07.03.2026 10:07:48 |
Im letzten Jahrtausend, als PV-Module in Gold aufgewogen wurden und den Wirkungsgrad von Holzbrettern hatten, gabs das Thema Nachführung mal für eine begrenzte Zeit. Das ist lange vorbei. Aber wie bei allem gilt: des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Wer das als Metallbauer mit günstigem Material und als Hobby basteln will, warum nicht? Die Frage wie „Zaun“ und drehbare Elemente funktionell zusammenpassen, wurde ja schon gestellt. Oliver
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07.03.2026 13:10:38 |
Hallo,
so was habe ich vor Jahren mal für eine Solarthermie gemacht. Winkel der Paneele ca. 60° (?) und drei Stellungen, die per Motor angefahren wurden. Für die Drehmechanik einen Drehschemel eines LKW-Anhängers. So zeitgesteuert, daß gegen 9 Uhr genau senkrecht, dann etwas nach Mittag und nochmal gegen 3 Uhr.
Hat sicher einiges gebracht, konnte das aber nicht messen. War eine schöne Beschäftigung und steht jetzt still, da die Anlage stillgelegt wurde. WW macht jetzt die WP mit PV.
Gruß Heinz
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07.03.2026 13:28:20 |
Ich denke gemeint war: Die PV-Anlage on Top auf den Sichtschutz. Steuerungstechnik kein Problem die Panels im 90° zur Sonne auszurichten. Wenn du den Strom einspeisen willst, wird sich das vielleicht für deine Urenkel rechnen, wenn du ihn komplett selbst nutzt wirst du es vielleicht selbst erleben. Aber ein interessantes Projekt ist es schon.
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07.03.2026 14:41:24 |
Ich habs auch so verstanden, Zaun bauen, und eine nachgeführte PV-Anlage obendrauf. Die einfachere Variante wäre, statt eines Zauns aus was auch immer, senkrecht bifaziale PV-Module hinstellen. Spart das Zaunmaterial (bis auf die Pfosten natürlich), spart jegliche Mechanik und Steuerung, spart Wartung. Dürfte finanziell das wirtschaftlichste sein. Ich hab inzwischen schon auch ein PV-Feld genau so gebaut gesehen.
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07.03.2026 16:08:39 |
- Lohnt sich sowas überhaupt???? Was ist lohnen? - Steigert sich der Ertrag dadurch deutlich? Ja, was immer auch deutlich ist - Was wäre eine sinnvollere Regelung? Nach Astronomischer Uhr oder nach Lichtsensor? Lichtsensor - Gibt es zuverlässige Regelungen??? ja, selbstgebaut natürlich das ist halt ein Bastelprojekt. Wenn es dir Spass macht ist das doch ein schönes Hobby. Was ist den mit "Solaranlage" gemeint? Thermische oder Photovoltaik. Selbst so grundsätzliche Sachen finde ich im Eingangsthread nicht. Ich denke deshalb, das Ganze verläuft im Sande :-)
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07.03.2026 20:07:54 |
Ist ganz interessant wenn man es selbst basteln kann, würde ich auf jeden Fall bauen. Eine dicke Achse durchgehend über die ganze Länge und am Anfang einen fetten Motor mit Getriebe. An der Achse klemmen dann die einzelnen Tische, fertig.
Ertragsmäßig ist es nach meiner schnellen Berechnung mit PVGIS besser als eine feste Südanlage mit optimalem Winkel, noch dazu kannst du im Winter bei Schneefall die Module senkrecht stellen weiter ernten.
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07.03.2026 21:46:48 |
Also Regelungsfuzzi hat es richitg erkannt. Über die Pfosten eine Welle mit den Modulen montiert. Unten ein üblicher Sichtschutzzaun. An die Welle einen Motor mit Kette und Übersetzung und den Motor passend ansteuern und nachregeln. Ob es Sinn macht, mmmhhh???? Da habt ihr schon recht alle. Sonst hätten es andere schon vermarktet. Materialaufwand naja, es wäre ja nur das zusätzliche Material für das schwenken. Würde ich Module fest montieren wären es ja auch Kosten. Das Problem wäre sicherlich eine Regelung zu erstellen die selbst nachregelt.
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07.03.2026 22:20:43 |
Zitat von Svenfon  Also Regelungsfuzzi hat es richitg erkannt. Über die Pfosten eine Welle mit den Modulen montiert. Ja, genau. Zitat von Svenfon  Das Problem wäre sicherlich eine Regelung zu erstellen die selbst nachregelt. Man nehme eine UVR610. Da sind die Funktionen für den Sonnenstand vorhanden und es gibt genügend Eingänge, um aktuelle Neigung, Außentemperatur, Windgeschwindigkeit ... zu erfassen und zu berücksichtigen. Ein Industriegehäuse um das Teil Outoor tauglich zu machen, müsste man spendieren. Zitat von Svenfon  An die Welle einen Motor mit Kette und Übersetzung und den Motor passend ansteuern und nachregeln. Ich sehe das Problem mehr bei der Mechanik; nämlich die Kräfte / Drehmomente, die bei Windlast bzw. Schneelast auf den Antrieb wirken. Daher werden an solchen Stellen in der Regel Schneckenzahnräder verwendet.
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07.03.2026 22:56:20 |
Das braucht aber ne ganz ordentliche Welle, damit die Windlast aufgefangen wird. Nach jedem Modul lagern. Jeweils Wellenkupplungen, sonst klemmt das alles bei kleinsten Setzungen. Die Kupplungen mit sehr wenig Spiel sonst hast zwischen vorne und hinten 20 Grad unterschied. Und das ganze soll 20Jahre funktionieren. Also ganz einfach wirds net … Die Steuerung nach Sonnenstand ist da das einfachste. Besonders genau muss es auch nicht sein. 15 Grad vom Lot sind immer noch 96% Ertrag. Ertrag könnten so 13MWh/Jahr bei 10kWp werden. Also deutlich mehr als fix Ost oder West und senkrecht. Da wären es nur gut 5MWh. Hängt natürlich vom Standort ab.
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08.03.2026 06:54:40 |
Frage auch: was machst du dann mit dem ganzen Strom?
Fürs Einspeisen gibt es zwar noch etwas, aber als Neuanlage muss es heute auf 60% Leistung begrenzt und irgendwann steuerbar werden. Das Letztere wird genau dann stattfinden, wenn alle Südanlagen einspeisen wie blöd, also über Mittag. Da nützt das schönste Nachführen nix. Den Ertrag morgens und Abends bekommt man auch mit fixen bifazialen Modulen.
Selber verbrauchen: im Sommer-HJ nur mit einer Armada von eigenen eAutos. Klimaanlage zieht bei weitem nicht genug. Leider darf man in D den gerade günstig produzierten Strom nicht seinen Nachbarn für kleines Geld und deren BEV verkaufen: da sind Mess- und Eichgesetze vor, deren Erfüllung umfangreiche Pflichten und Kosten nach sich ziehen.
Für Winterertrag über Mittag stehen die Panels zu flach; im Rhein-Main-Gebiet zB steht da die Sonne 17grad überm Horizont - ohne Neigung Richtung Süden dreht sich nicht viel. Bleibt noch der Diffus-Ertrag, der bei waagrecht montierten Panels am besten ist. Der ist jedoch in absoluten Zahlen eher zu gering, als dass sich dafür die aufwändige Mechanik lohnt.
Kann man drehen und wenden (pun intended) wie man will, es bleibt ein Hobby.
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08.03.2026 09:30:56 |
Ist ganz interessant . ..dicke Achse durchgehend über die ganze Länge und am Anfang einen fetten Motor mit Getriebe. .. .[...] Fette muss der Motor nicht sein. Entsprechendes Getriebe und alles ist gut. Mal über das Gestänge eines Scheibenwischers gepaart mit einem Uhrwerk nachdenken. Tagsüber hin und nachts zurück. Da braucht es noch nicht einmal eine Drehrichtungsumkehr des Motors. Ok, Ok, Ok, ist old school Maschinenbau. MfG uwe
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08.03.2026 09:47:54 |
Der Wunsch ist immer der Vater der Gedanken, ist sicherlich eine schöne und sehr anspruchsvolle Bastelaufgabe wenn man eine gut ausgestattete mechanische Werkstätte hat. Aber bringen tut es unterm Strich nicht besonders viel, auch wenns theoretisch so ausschaut (ohne die Kosten dieser Konstruktion in die Rechnung mit einzubeziehen)!
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08.03.2026 10:11:21 |
Zitat von Svenfon  Also Regelungsfuzzi hat es richitg erkannt. Über die Pfosten eine Welle mit den Modulen montiert. Unten ein üblicher Sichtschutzzaun. An die Welle einen Motor mit Kette und Übersetzung und den Motor passend ansteuern und nachregeln. Ob es Sinn macht, mmmhhh???? Da habt ihr schon recht[...] Spar' Dir den Sichtschutzzaun und stell' ein umgekehrtes "V" aus PV-Modulen auf. Neigung optimieren mit Hilfe eines der gängigen Ertragsberechungstools. Der "Zaun" steht dadurch sehr stabil ohne tiefe Gründung, je nach Größe und Ausführung des "Daches" entsteht viel (Stau-)Raum für z.B. Kinderspielzeug, Gerätschaften, Mülleimer. Oder bei Verwendung von bifaszialen Modulen und Belassen eines gewissen Abstands der beiden Paneele könntest du Experimente mit "Agri-PV" anstellen. ;-)
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08.03.2026 11:41:20 |
Zitat von Svenfon  Unten ein üblicher Sichtschutzzaun. Nee, unten einfach feste PV-Module. Ist inzwischen billiger als Sichtschutzelemente ...
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08.03.2026 11:54:35 |
Zitat von kreitmayr  Mal über das Gestänge eines Scheibenwischers gepaart mit einem Uhrwerk nachdenken. Dafür gibt es HIER eine Simulation, mit der man sich die notwendigen Maße einfach raustüfteln kann. (Ist bei mir gescheitert, weil Getriebe nicht selbsthemmend war) Stattdessen gibt es unzähliche Beispiele die mit Linearmotoren arbeiten. Gugel nach "Solar Tracker"
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