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08.03.2026 19:44:14 |
Zitat von Raubfisch 
... Währenddessen koppelt China den CO2 Ausstoß ans Wirtschaftswachstum, i.e. wenn mehr produziert wird darf mehr ausgestoßen werden.[...]
Und wie würde man dann erklären, dass der CO2 Austoss in China die letzten paar Jahre als rückläufig publiziert wird ?
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
08.03.2026 20:15:50 |
Zitat von sonne  Zitat von Raubfisch  [...] Und wie würde man dann erklären, dass der CO2 Austoss in China die letzten paar Jahre als rückläufig publiziert wird ? 2025 ist es gestiegen. https://www.scinexx.de/news/geowissen/fossile-co2-emissionen-rekordhoch-auch-2025/ Die Entkopplung co2, Wirtschaftswachstum ist in China nicht vollzogen! https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/china-krise-auf-immobilienmarkt-schlaegt-staerker-auf-konjunktur-durch/100183948.html https://taz.de/Chinas-neues-Klimaziel/!6160484/ Wenn die Bauwirtschaft sich erholt, dann steigt es nochmals deutlich!
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08.03.2026 20:27:27 |
Weiß nicht ob in der Bauwirtschaft noch viel sinnvolles passieren kann. Die großen Dinge sind ja jetzt durch.
Und mehr Blasen will man nicht
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09.03.2026 07:28:04 |
Woolworths Group is now 100% powered by nuclear electricity across Australia and New Zealand. Oder so ähnlich. |
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 11:46:54 |
Zitat von HenningReich  Woolworths Group is now 100% powered by nuclear electricity across Australia and New Zealand. Oder so ähnlich.Die 100%-Meldung von Woolworths ist reine PR-Buchhaltung. Rechnerisch kaufen sie sich zwar grün, aber physikalisch hängen sie weiter am Tropf des fossilen Netzes. Echte Dekarbonisierung bräuchte massive Speicher (Batterien/Pumpspeicher), nicht nur neue Zertifikate. Solange diese Projekte keine Kohlekraftwerke vom Netz nehmen, laufen die Supermärkte nachts ganz real weiter mit Kohle.
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 13:20:30 |
Zitat von delta97  Zur Windkraft in D: Das kann ich nicht beurteilen. Nur hätte ich eigentlich mehr kWh Ertrag erwartet:
Der Verweis auf Schweizer 20 ct/kWh geht an der Realität deutscher Onshore-Windkraft völlig vorbei, denn laut der aktuellen WindGuard-Analyse für 2025 produzieren Anlagen hierzulande an Standard-Standorten (100 % Standortgüte) Strom für günstige 6,1 ct/kWh. Um das direkt auf das Potenzial in Baden-Württemberg zu übertragen: Der Energieatlas BW definiert Flächen bereits ab einer mittleren gekappten Windleistungsdichte von 215 W/m² (in 160 m Höhe) als Standorte mit „besonders guten Bedingungen“, was im EEG-Modell grob der wirtschaftlichen Basis-Schwelle von 60 % bis 75 % Standortgüte (mit Erzeugungskosten von ca. 8,2 bis 9,4 ct/kWh, also unterhalb der DachPV-Subventionierung) entspricht.
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| | Zeit:
09.03.2026 13:52:48 |
In welchen Bundesländern wird denn Dach-pv noch subventioniert? Hier was das eher mal ne kurze kommunale Ausnahme in sehr geringem Umfang
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09.03.2026 15:17:46 |
Zitat von Paul84  In welchen Bundesländern wird denn Dach-pv noch subventioniert? Hier was das eher mal ne kurze kommunale Ausnahme in sehr geringem Umfang Also, ohne zu recherchieren würd eich mal sagen: an erster Stelle BERLIN.... Im Süden der Republik gibt es das zB auch in Stuttgart, und in einigen Kommunen, also wie Du schreibst: Kommunale Projekte. Unsere Nachbargemeinde gibt/gab zB 250€/kWp dazu (bis eben Budget xxx€/Jahr verbraucht ist/war), in unserer Gemeinde meint der zuständige Rat: Ja, neee, können wir nicht tun, wäre ja Doppelförderung, und das ist ja verboten. Auf die Gegenfrage, weshalb es dann bei den Nachbarn, oder im Landeshauptstädtle funtktioniert, oder gar im dauerbankrotten Berlin kam schlicht: Keine Ahnung, wie und warum die das machen...
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 16:39:34 |
Zitat von Paul84  In welchen Bundesländern wird denn Dach-pv noch subventioniert? Hier was das eher mal ne kurze kommunale Ausnahme in sehr geringem Umfang Das hat nichts mit Bundesländern zu tun, es geht um die Redispatch Milliarden, die durch Windausbau im Süden eingespart werden könnten. Artikel dazu ist weiter oben verlinkt. Wenn wir also statt der Einspeisevergütung für PV, lieber das Geld für südliche Windkraftwerke ausgeben würden, dann sparen wir effektiv Geld. Akutelle Subventionen für kleine Dach PV anlagen: Die aktuelle Einspeisevergütung beträgt bis zu 7,78 Cent pro Kilowattstunde, wenn Du einen Teil des PV-Stroms selbst verbrauchst. Bei Volleinspeisung sind es bis zu 12,34 Cent pro Kilowattstunde. Zudem kann man, da die Netzumlage über den Verbrauch erfolgt, durch Eigenverbauch eine Menge Netzentgelte einsparen, obwohl man natürlich die ganzen Backupnetzleistung an dunklen Wintertagen voll nutzen wird. Bei Windkraftanlagen an guten Standorten, werden die EEG-Umlagen kaum anfallen und wir können effektiv viel mehr Windanlagenstrom produzieren für dasselbe Geld, das für teure DachPV zugeschossen werden müsste, und sparen gleich noch Gas. Wenn da noch Kommunen extra DachPV fördern, könnte man nochmals mehr Windkraft mit dem Geld bauen und massiv Redispatchkosten senken.
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09.03.2026 17:14:41 |
Stand heute geht es darum, den irren PV Überschuss im Sommer in die Nacht zu retten. Und das schafft man nur mit Batterien. Die Panels sind nun mal verbaut & Gruss delta97 HTD/3940504/ |
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 17:20:04 |
Schon klar, aber es geht ja genau darum, dass der Wahnsinn von 12 Cent + Subventionierung von neuen Anlagen aufhört und stattdessen das Geld besser in EEG-Umlage senkende Projekte wie Batterien oder eben südliche Windkraftanlagen investiert wird.
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09.03.2026 20:16:21 |
Subvention bedingt, dass der Staat dafür keine Gegenleistung bekommt, und das ist nicht so. Der Staat garantiert einfach einen Festpreis den er dem PV-Besitzer abnimmt, wie es die Briten bei Atom auch machen, oder die Franzosen. Also eher eine Grauzone was Subventionierung angeht.
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 20:42:07 |
Zitat von Paul84  Subvention bedingt, dass der Staat dafür keine Gegenleistung bekommt, und das ist nicht so. Der Staat garantiert einfach einen Festpreis den er dem PV-Besitzer abnimmt, wie es die Briten bei Atom auch machen, oder die Franzosen. Also eher eine Grauzone was Subventionierung angeht. Der Eigenverbrauch kostet die Solidargemeinschaft (Steuerzahler und Stromkunden ohne PV) indirekt ca. 16,4 Cent pro selbst genutzter Kilowattstunde. Diese Summe setzt sich aus drei konkreten Posten zusammen: Erstens entgehen dem System ca. 10,5 Cent an Netzentgelten, deren immense Fixkosten nun auf die verbleibenden Netzkunden – oft Mieter – umverteilt werden müssen. Zweitens verliert der Staat ca. 4,8 Cent an entgangenen Steuern und Abgaben (wie Stromsteuer und Konzessionsabgabe). Drittens schlägt die geschenkte Mehrwertsteuer (0 % beim Anlagenkauf) als direkte Subvention umgerechnet mit ca. 1,1 Cent pro erzeugter Kilowattstunde zu Buche. Die Überschusseinspeisung hingegen ist eine direkte, milliardenschwere Subvention. Hier kostet jede ins Netz gedrückte Kilowattstunde den Steuerzahler nicht nur die staatlich garantierten ca. 8 Cent Einspeisevergütung über das EEG-Konto, sondern auch hier fällt zusätzlich die umgelegte Subvention von ca. 1,1 Cent aus der geschenkten Mehrwertsteuer an. Da private PV-Anlagen ihren Überschuss meist genau dann ins Netz drücken (mittags), wenn der Strommarkt ohnehin völlig übersättigt ist, fällt der reale Börsenwert dieses Stroms oft auf null oder tief in den negativen Bereich, ist also deutlich weniger Wert als der aktuelle Durchschnittspreis für PV Strom von 5 Cent pro kWh. Bzgl. AKW Neubau haben wir hier schon genug diskutiert, sinnvoll ist Konvoibau mit z.B. koreanischen Reaktoren oder in ein paar Jahren dann SMRs. Wobei natürlich die subventionierte Eigenverbrauchskilowattstunde genau soviel kostet wie die eines schlecht gemanagten EPR First of Kind Einzelmanufakturbaus. Für letzteres braucht es aber immerhin kein Gasbackup und Batteriespeicher.
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| | Zeit:
09.03.2026 20:52:33 |
also sammeln wir dann von allen Fußgängern und Radfahren demnächst die Steuern für Benzin ein? Die Entgehen uns ja schließlich auch. Kosten zur Erneuerung der Straßen ebenso....
Tabaksteuer von Nichtrauchern? KFZ-Steuer von allen - nutzt ja jeder Straßen und Wege..
Sorry, aber die Argumentation ist auf ganz dünnem Eis...
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 21:04:57 |
Hallo Paul84,
der Vergleich hinkt leider nicht nur, er sitzt im Rollstuhl. Du verwechselst hier den Verzicht auf ein Konsumgut mit der Nutzung einer Standby-Infrastruktur.
Ein Nichtraucher verursacht keine Lungenkrebs-Kosten im Gesundheitssystem. Ein Fußgänger verursacht keinen Verschleiß auf der Autobahn. Deshalb zahlen sie dafür auch keine Steuern. Völlig logisch.
Ein PV-Anlagenbesitzer ist aber kein „Nicht-Netznutzer“. Er kappt ja nicht seinen Hausanschluss. Er nutzt das Stromnetz jeden Abend, den ganzen Winter über als 100%iges Backup und mittags als Abnehmer für seinen Überschuss. Er verlangt also, dass die Gesellschaft das Trafogebäude und die Kabel in seiner Straße in voller Kapazität für ihn instand hält.
Weil er durch den Eigenverbrauch aber weniger kWh aus dem Netz zieht, zahlt er nicht mehr seinen fairen Anteil an den Fixkosten dieses Netzes (da diese leider pro kWh abgerechnet werden). Die Kosten für das Kabel, das SEIN Haus im Winter absichert, zahlen dann zu einem größeren Teil die Mieter zwei Straßen weiter über steigende Netzentgelte.
Wenn dein Fußgänger-Vergleich passen würde, hieße das: Der Fußgänger fährt zwar kein Auto, verlangt aber, dass ihm der Staat jeden Tag einen vollgetankten Mietwagen vor die Tür stellt, falls es mal regnet – weigert sich aber, die Bereitstellungskosten dafür zu zahlen, weil er ja meistens zu Fuß geht.
Genau deshalb diskutiert die Bundesnetzagentur ja aktuell Grundgebühren bzw. Leistungspreise fürs Netz. Wer das Netz als Batterie und Backup nutzt, muss sich an den Fixkosten beteiligen.
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09.03.2026 21:13:36 |
die Diskussion kann ich ja vom Sinn her noch für das Einspeisen verstehen. Und das hier irgendwann Ende ist mit der Einspeisevergütung, und da ja auch schon Maßnahmen beschlossen wurden, sollte jedem klar sein. Bei den verpassten Steuereinnahmen jedoch nicht. Wie du schon sagst nutzt er das Netz nicht, genauso wenig wie der Fußgänger auf Autobahnen wie du richtig beschrieben hast. Und fiktiv verpasste Steuereinnahmen für den Staat - naja da müsste der Staat halt wirklich an vielen Punkten ansetzen....
daher wie gesagt, bei der Netznutzung beim Einspeisen kann ich deinen Punkt verstehen aber bin anderer Meinung über die Sinnhaftigkeit. Der Rest ist meiner Meinung nach fiktives Wunschdenken als nah an der Realität..
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09.03.2026 21:16:13 |
Zitat von Raubfisch  Die PV Förderung sollte in die süddeutsche Windkraft umgeschichtet werden. In Baden-Württemberg und Bayern liegen unzählige fertig geplante und genehmigte Windpark-Projekte in der Schublade, die schlichtweg am fehlerhaften Auktionsdesign des Bundes (dem Referenzertragsmodell) scheitern. Würden wir[...] In BW braucht man demnächst keine Strom mehr für die Industrie. Die Bevölkerung hat sich für blühende Wiesen entschieden, die wachsen ohne Strom.
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 21:33:58 |
Zitat von Paul84  die Diskussion kann ich ja vom Sinn her noch für das Einspeisen verstehen. Und das hier irgendwann Ende ist mit der Einspeisevergütung, und da ja auch schon Maßnahmen beschlossen wurden, sollte jedem klar sein. Bei den verpassten Steuereinnahmen jedoch nicht. Wie du schon sagst nutzt er das[...] @Paul84, deine Argumentation stützt sich auf einen klassischen logischen Fehlschluss: die falsche Analogie. Du setzt den kompletten Verzicht auf ein Konsumgut mit der teilweisen, aber zwingend notwendigen Nutzung einer Backup-Infrastruktur gleich. Der Großteil der Infrastruktur sind Fixkosten, egal ob du jetzt 10.000 kWh durch das Kabel vom Netzbetreiber jagst oder nur 500 kWh durch PV, das muss nicht mehr repariert werden. Genau aus diesem Grund raten Experten (wie Agora Energiewende) ja dringend dazu, die Netzentgelte weg von der kWh hin zu einem festen Leistungspreis (einer Grundgebühr basierend auf der Anschlussleistung des Hauses) umzubauen. Dann zahlt jeder seinen fairen Anteil für das Kabel, das im Boden liegt. Und was die von dir als "fiktiv" bezeichneten Steuerausfälle betrifft: Wegfallende Einnahmen wie die Konzessionsabgabe reißen ganz reale Löcher in kommunale Budgets, die am Ende zwangsläufig durch Steuererhöhungen an anderer Stelle von der Allgemeinheit gestopft werden müssen.
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| | Zeit:
09.03.2026 21:41:20 |
ja wegfallende Steuereinnahmen reißen ein Loch beim Staat, definitiv und wird sich der Staat auch irgendwo holen (müssen) - aber warum sollte das dann hier der nicht mehr Inanspruchnehmende sein....wie lang soll ich denn dann noch Tabak Steuer zahlen wenn ich mit Rauchen aufhöre etc...da ist es zu einfach das ganze auf die Netznutzung zu schieben die ja bleibe...
ich will bei der Diskussion um das Netz gar nicht infrage stellen, dass man mit EE hier vielleicht umstellen muss, ich gehe nur nicht soweit, das hier als massiv negativen Punkt aus zu legen. Da bin ich eher der Meinung man sollte auf flexible Netzentgelte umschwenken...das wäre fair, als es auf "den bösen PV-Besitzer" zu schieben.
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 21:55:15 |
@Paul84, um bei deinem Tabak-Vergleich zu bleiben, machen wir es ganz simpel: Du bist beim Stromnetz absolut kein "Nichtraucher". Du bist jemand, der seinen Tabak einfach selbst anbaut. Wer normalen Tabak kauft, zahlt Tabaksteuer – und gleicht damit zumindest zum Teil die Gesundheits- und Folgekosten aus, die er im Schnitt der Allgemeinheit aufbürdet. Wer seinen Tabak aber selbst anbaut, wird genauso krank und verursacht im Gesundheitssystem exakt dieselben immensen Kosten – er drückt sich aber komplett um die Steuer. Die Zeche zahlen dann die anderen. Genau das Gleiche passiert beim PV-Eigenverbrauch: Du nutzt das Netz weiterhin voll als Backup für die Nacht und den Winter. Du verursachst also weiterhin 100 % der Fixkosten für Trafo, Erdkabel und Instandhaltung. Indem du aber deinen "selbstangebauten" Strom nutzt, drückst du dich davor, deinen fairen Anteil an den Netzentgelten und Abgaben zu zahlen, die diese Infrastruktur finanzieren. Die Fixkosten des Netzes verschwinden dadurch nicht. Das Loch, das du in der Finanzierung hinterlässt, wird einfach zwingend auf die verbleibenden Netzkunden (z. B. Mieter ohne PV) umgelegt. Da wir beide aber der Meinung sind, dass flexible Netzentgelte oder Leistungspreise hier die fairste Lösung wären, sind wir uns beim eigentlichen Ziel ja ohnehin einig! Ob sich dann aber noch einer PV aufs Dach baut, wenn die ganzen Subventionen wegfallen, bleibt abzuwarten.
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| | Zeit:
09.03.2026 22:51:06 |
Zitat von Raubfisch  ... Du bist beim Stromnetz absolut kein "Nichtraucher". Du bist jemand, der seinen Tabak einfach selbst anbaut. Wenn er Nichtraucher ist und Tabak anbaut und diesen legal verkauft, zahlt der Käufer alle Abgaben. Wie bei allen anderen legalen Produzenten und Händlern auch. So ist es beim Strom eben auch. Da zahlen auch nicht die Produzenten -ob groß oder klein- die Abgaben. Das wird seit Jahr und Tag nur bei den Kleinstproduzenten hochgejazzt, denen die armen Mieter, Tante Erna und Opa Willi ihre unverschämten Gewinne finanzieren müssen. Recht durchsichtige Propaganda eigentlich. So bleiben die alteingesessenen Profiteure fein im Hintergrund. Zitat von Raubfisch  Genau das Gleiche passiert beim PV-Eigenverbrauch: Du nutzt das Netz weiterhin voll als Backup für die Nacht und den Winter. Du verursachst also weiterhin 100 % der Fixkosten für Trafo, Erdkabel und Instandhaltung. Indem du aber deinen "selbstangebauten" Strom nutzt, drückst du dich davor, deinen fairen Anteil an den Netzentgelten und Abgaben zu zahlen, die diese Infrastruktur finanzieren. Nach der Logik müsste man jeden, der sich bemüht, sparsam mit dem Stromverbrauch zu sein und nicht der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur entsprechend Strom abnimmt, mit einer Minderverbrauchsabgabe belasten. Es gibt eine Anschlussgebühr beim Erst- oder Wiederanschluss, es gibt eine Grundgebühr, die unabhängig ist vom Verbrauch, für den in's Netz eingespeisten Strom werden von den Käufern dieses Stroms die entsprechenden Abgaben bezahlt. Selbst verbrauchten Strom von der selbst finanzierten PV-Anlage mit etwaigem Akku kann man dann sehen wie eingesparten Strom. Oder bezahlen Großbetriebe mit eigenem Kraftwerk seit Jahr und Tag auch angemessene allgemeine Abgaben für den nichtbezogenen Strom aus dem öffentlichen Netz? Die nutzen nämlich auch das öffentliche Netz als Backup. Zitat von Raubfisch  Die Fixkosten des Netzes verschwinden dadurch nicht. Das Loch, das du in der Finanzierung hinterlässt, wird einfach zwingend auf die verbleibenden Netzkunden (z. B. Mieter ohne PV) umgelegt. Da sind wir wieder bei den bedauernswerten Nichtproduzenten, die immer dann herhalten müssen, wenn gegen Kleinst-PV-Anlagen agitiert werden muss. Will man aber diesen Mangel durch einfache Lösungen für Mieter-PV beheben, finden sich auch wieder zahlreiche Argumente und Hürden, um das zu verhindern. Diese dezentralen Kleinstproduzenten sind eben einfach nur lästig, werden als Konkurrenten im Subventionsdschungel empfunden und sind obendrein relativ einfach zu verunglimpfen und zu diffamieren. Genau dieses Geschäft betreibt Herr/Frau Raubfisch in diesem Forum.
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
09.03.2026 23:09:20 |
Zitat von DMS20  Zitat von Raubfisch  [...] Wenn er Nichtraucher ist und Tabak anbaut und diesen legal verkauft, zahlt der Käufer alle Abgaben. Wie bei allen anderen legalen Produzenten und Händlern auch. So ist es beim Strom eben auch. Da zahlen auch nicht die Produzenten -ob groß oder klein- die Abgaben. Das wird[...] Zitat von Raubfisch  [...] Nach der Logik müsste man jeden, der sich bemüht, sparsam mit dem Stromverbrauch zu sein und nicht der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur entsprechend Strom abnimmt, mit einer Minderverbrauchsabgabe belasten. Es gibt eine Anschlussgebühr beim Erst- oder Wiederanschluss, es gibt eine[...] Zitat von Raubfisch  [...] Da sind wir wieder bei den bedauernswerten Nichtproduzenten, die immer dann herhalten müssen, wenn gegen Kleinst-PV-Anlagen agitiert werden muss. Will man aber diesen Mangel durch einfache Lösungen für Mieter-PV beheben, finden sich auch wieder zahlreiche Argumente und Hürden, um das zu[...] Deine Argumentation weicht leider mit gleich mehreren Denkfehlern von den physikalischen und mathematischen Realitäten der Netzfinanzierung ab, denn wer dauerhaft Strom spart, senkt die benötigte Maximallast des Netzes und könnte zusammen mit einem Akku eine sehr kleine Anschlussleistung wählen. Während ein PV-Besitzer mit Eigenverbrauch im dunklen Winter weiterhin die volle Anschlussleistung als Backup beansprucht, ohne sich über seinen reduzierten Sommer-Netzbezug adäquat an den hohen Fixkosten dieser zwingend vorzuhaltenden Infrastruktur zu beteiligen. Auch deine Tabak-Analogie greift völlig ins Leere, da beim reinen Eigenverbrauch eben gerade kein Verkauf stattfindet und somit auch kein Käufer irgendwelche Netzentgelte übernimmt, während die aktuelle Grundgebühr die wahren Bereitstellungskosten als Ausfall-Backup bei Weitem nicht abdeckt. Der Verweis auf Großbetriebe ist reiner Whataboutism, denn ob die Industrie durch politische Ausnahmen fair zahlt oder nicht, ändert absolut nichts an der simplen Tatsache, dass die realen Fixkosten im lokalen Niederspannungsnetz durch den PV-Eigenverbrauch auf immer weniger zahlende Schultern – wie beispielsweise Mieter ohne eigene PV-Möglichkeit – abgewälzt werden. Mir hier "Propaganda" vorzuwerfen, ersetzt kein sachliches Argument, sondern lenkt nur davon ab, dass das System der rein verbrauchsabhängigen Netzfinanzierung schlichtweg kollabiert, wenn man das Netz wie eine Batterie für die sonnenlose Zeit nutzt, deren Bereitstellungskosten man aber anderen überlässt.
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| | Zeit:
10.03.2026 07:15:02 |
Zitat von DMS20 
Da bin ich bei DMS: es müssen nicht die unredlichen Kleinst-PV-Subventionssünder weg, sondern Speicher her. Vorallem im Süden
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Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 07:34:36 |
Zitat von Reenergy_66  Zitat von DMS20 
Da bin ich bei DMS: es müssen nicht die unredlichen Kleinst-PV-Subventionssünder weg, sondern Speicher her. Vorallem im Süden Speicher überbrücken nur den sommerlichen Tag-Nacht-Zyklus, während das Stromnetz im dunklen Winter weiterhin als teures Voll-Backup für die maximale Anschlussleistung herhalten muss. Wer sich im Sommer durch Eigenverbrauch vor diesen Fixkosten drückt, wälzt die Finanzierung der zwingend nötigen Infrastruktur unsolidarisch auf die Allgemeinheit ab. Zudem fehlt das viele Geld, das aktuell in ineffiziente und teure Dach-PV-Kleinstanlagen gepumpt wird, an anderer Stelle für weitaus systemdienlichere Großprojekte mit mehr Leistung für weniger Geld wie süddeutsche Windkraft oder in Zukunft bei der Rückkehr zu einer vernüftigen Energiepolitik wie Kernenergie.
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| | Zeit:
10.03.2026 09:04:10 |
Für die Energiewende ist wichtig ob wir es schaffen uns von dem aktuellen Versorgungs/ Geschäftsmodell verabschieden zu können. Wenige Anbieter teilen den Strommarkt und den Markt der Netze unter sich auf und bestimmen, was ein Kunde darf und was nicht. Netzanschlusszwang, Anmeldung von Verbrauchsgeräten, PV WP Genehmigung,- einfach übergriffig. Das Geschäftsmodell ist das einzige was ich kenne bei dem die Fixkosten ( Netzkosten/ kWh) steigen, wenn die Absatzmenge (kWh) zunimmt ( all Electric). Und dann wird ernsthaft kritisiert, dass Strom zeitweise nicht abgenommen wird? Hallo? Marktwirtschaft kennt Kunden mit Bedürfnissen und Anbieter die sich darauf einstellen! Ein Normalhaushalt kommt technisch im Prinzip mit einem 11kW Anschluss aus über den er in einer Dunkelflaute bei 50% ED 100 kWh am Tag beziehen könnte. Und ein Anbieter kann die Versorgung zentral sicherstellen oder der Haushalt kümmert sich selbst um diesen Bedarf ( Öltank/ Generator,) Ein EFH Haushalt könnte mit PV und Speicher von März - Oktober autark sein. Ein Privathaushalt kann eher keine Windenergieanlage betreiben, aber er kann Kunde eines Betreibers sein. Daher macht es Sinn wenn sich ein Privathaushalt über das Stromnetz bei Bedarf versorgt. Das ist gut für den EE Anteil zur Deckung des Nutznergiebedarfs. Technisch funktioniert es ohne Frage auch den Haushalt das ganze Jahr über als Insel zu betreiben. Es gibt auch Haushalte, die einen Ganzjahres Fullservice wünschen. Man muss dem Markt eine wirkliche Chance geben und das Versorgungskonzept nicht auskungeln und dem Kunden zum Fraß vorwerfen . Das Bashing von Haushalten mit PV und ihren "asozialen" Verhalten hat Methode. Es soll davon ablenken, dass der Wettbewerb nicht gern gesehen wird. Übrigens - die Errichtung der PV erfolgt mit einem sehr großen ( einmaligen) Wertschöpfungsanteil in DE! Das aktuelle Geschäftsmodell ist für Stromanbieter und Netzbetreiber attraktiv - wie das Modell eines Drogendealers Beste Grüße MIKA
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