@Aslan
Danke für die Diagnoseabfrage. Diese hast du offenbar gemacht, während gerade eine Speicheraufheizung am Laufen war; dabei steigt die Kesseltemperatur bis zu 20 Grad über die eingestellte Soll-WW-
Temperatur, zumindest in Werkseinstellung (Codieradresse 60:20 - ggf. so sein lassen).
Zitat von
Aslan 
Letzte F Adresse F6 30
Sehr schön. Das scheinbare F6 ist effektiv Fb (kommt hexadezimal nach FA), und das heisst, dass du eine neuere
Regelung hast und für die vollständige Beschreibung in der passenden Serviceanleitung von 2005 nachlesen kannst:
https://www.manualslib.de/manual/87911/Viessmann-Vitotronic-200.htmlDie Bedienungsanleitung hast du hoffentlich, sonst hier herunterladen:
https://static.viessmann-climatesolutions.com/resources/technical_documents/DE/de/VBA/5581478VBA00001_1.pdf?download=1Zur WW-Bereitung: Während der eingestellten Zeiten schaut die Regelung, dass der Speicher bei Bedarf wieder aufgeheizt wird; eine einmal begonnene Speicheraufheizung wird zuende geführt, auch wenn die eingestellte Zeit abgelaufen ist. Ausserhalb der programmierten WW-Zeiten ist nicht gar kein warmes
Wasser vorhanden, sondern "es hat so lange es hat" - bei jedem WW-Bezug sinkt die Speichertemperatur etwas mehr. Speicheraufheizung benötigt hohe Kesseltemperaturen, sollte also im Prinzip so wenig oft wie möglich erfolgen. Je nach WW-Verbrauch reicht es vielleicht, den Speicher nur vor der Haupt-Verbrauchszeit (z.B. Duschen/Baden) aufzuheizen, und fürs Händewaschen zwischendurch reicht die vorhandene Speicherwärme - ausprobieren.
Vermutlich habt ihr doch eine Zirkupumpe, und diese ist je nach Laufzeit ein grosser
Energiefresser, weil die Speichertemperatur laufend abgekühlt wird und somit der Speicher häufiger aufgeheizt werden muss.
Kläre erst mal ab, erstens welche
Pumpe wofür ist (Umwälzpumpe für Heizbetrieb; Speicherladepumpe zwischen Kessel und Speicher, Speichervorlauf wird nur während Speicheraufheizung heiss; Zirkupumpe an Zirkulationsleitung für warmes
Brauchwasser), und zweitens, wie die Zirkupumpe geregelt ist - ob via Vitotronic (Taste Uhr und Pumpe, max. 4 Zeitphasen/Tag), oder ob es eine Zeitschaltuhr für die Zirkupumpe gibt, oder ob sie einfach am Netzstecker hängt und 24 Stunden durchläuft - oder ob sie gar nicht eingeschaltet ist. Deine Beobachtung, dass man an der letzten WW-Zapfstelle sehr lange auf warmes Wasser warten muss, ist bei vorhandener Zirkupumpe zumindest merkwürdig.
Zum Heizbetrieb:
Thermostatventile auf 4 ist für den Moment OK (wobei ich nicht verstehe, wieso sie auf Stellung 5 mehr rauschen als auf Stellung 4).
Wie vermutet ist es bei dir aktuell frühlingshaft. Falls es mit den aktuellen Einstellungen zu warm wird, ist ausnahmsweise nicht die
Heizkurve schuld, sondern dein Kesselcodierstecker oder vielmehr der Kessel: Kesselcodierstecker E1 heisst, die Kesseltemperatur darf zwar beliebig weit abfallen, aber wenn der Brenner einschaltet, wird der Kessel mindestens auf 42 Grad aufgeheizt - auch wenn laut Heizkurve eine niedrigere Kesseltemperatur genügen würde. Das dient dem Eigenschutz des Kessels vor
Rost, damit das Kondensat durch die erzwungene "höhere" Kesseltemperatur abtrocknen kann. Das heisst in der Regel, dass bei höheren Aussentemperaturen "zu viel" geheizt wird - zum Abregeln sind die Thermostatventile nötig. Das ist nun mal so, Kesseleigenschutz kommt vor Energiesparen, dein Vitola ist kein
Brennwertkessel - und damit entfällt für höhere Aussentemperaturen die Optimierung der Heizkurve, resp. die Heizkurve wird übersteuert durch den Kesselcodierstecker.
Zum weiteren Optimieren und Testen der Heizkurve musst du also auf tiefe Aussentemperaturen warten - je nachdem nochmals diesen Frühling, sonst in der nächsten Heizsaison.
Optimieren des Heizbetriebs in der wärmeren Übergangszeit: ausserhalb der Heizzeiten nicht nur absenken, sondern ganz abschalten (Soll-Raumtemperatur für den red.Betrieb auf 3 Grad). Das erspart dem Gerät die Takterei nachts; ab welchen Aussentemperaturen Nachtabschaltung bezüglich Komfort ausreicht, musst du ausprobieren - je wärmer es draussen wird, desto weniger muss geheizt werden, desto länger darf auch die Abschaltung sein. Damit es am Morgen beim Aufstehen schon warm genug ist, Heizbeginn ausreichend früh legen (ca. 1 Stunde bevor es warm sein soll). Zum Aufheizen wird beim Beginn jeder neuen Heizphase mit erhöhter Kesseltemperatur geheizt - siehe dazu Codieradressen FA und Fb.
Schönen Abend + Gruss
Kathrin