| | | | Zeit:
10.03.2026 13:03:40 |
Das Grundproblem illustriert doch schon die Tatsache, dass das Stromnetz so gut wie keine variablen Kosten produziert, sondern fast ausschließlich Fixkosten. Kurz: Der Leitung ist es egal, ob Strom fließt - der (Nicht)Verschleiß ist identisch.
Gleichzeitig wird bei der Finanzierung so getan als seien die Netzkosten variable Kosten, nämlich indem man es auf den Verbrauch umlegt. Würde man es rein auf den Anschluss umlegen, hätten wir die Debatte nicht in dem Maße. Und es wäre sogar fairer. Nur werden dann die Linken zetern, wenn der arme Mieter mit dem DLE die gleichen Zählergrundgebühren hat wie der Villenbesitzer mit der PV auf dem Dach...
Aber Strom (Arbeitspreis) wäre schlagartig günstiger, die WP würde sich ggü. der Gastherme schlagartig besser rechnen, genauso wie das BEV.
|
| | Zeit:
10.03.2026 13:11:04 |
Zitat von Raubfisch  Jemand, der als Mieter ohnehin schon sparsam lebt und vielleicht nur 1500 kWh im Jahr verbraucht, zahlt durch die fällige Grundgebühr schon heute einen deutlich höheren effektiven Preis pro Kilowattstunde. Zitat von Raubfisch  Die aktuelle Subventions- und Netzfinanzierungspolitik ist zutiefst unsolidarisch und geht voll zulasten der Mieter. Ja, was denn nun? - Entweder die Mieter verbrauchen wenig und zahlen deshalb wenig für Netzentgelte, da die Kosten momentan hauptsächlich auf die kWh umgelegt werden - Oder die Mieter verbrauchen viel und subventionieren damit über die Netzentgelte die weniger verbrauchenden PV-Betreiber. Du musst Dich schon entscheiden. In der Sache bin ich bei Dir: Die Netzentgelte sollten weniger auf die kWh und mehr auf die Anschlüsse, am besten gestaffelt nach maximalem Bezug/Einspeisung, umgelegt werden. Viele Grüße crink
|
| | Zeit:
10.03.2026 13:19:16 |
Zitat von Raubfisch  Zitat von belzig  [...] Weiter oben hast du noch behauptet, der Trafo wäre eh für hohe Spitzenlasten ausgelegt. Dann sollte es doch egal sein (modulo Netzverluste), ob jetzt der Bauer über die Mittelspannungsebene liefert oder es direkt im Ortsnetz erzeugt wird. Die nötige Leistungskapazität muss man eh für[...] Das hab ich so nie behauptet. Mein Argument war immer, daß in einer normalen EFH Siedlung der Trafo immer auf die "Gänsebratenspitze" ausgelegt ist, so daß die PV-Einspeisung in diesen Bereichen nie ein Problem darstellt, zumal es dort auch meist auch MFHs und Gewerbebetriebe in der Nähe gibt. Im ländlichen Außenbereich, wo teilweise 3 Bauernhöfe mit vollbelegter Dachfäche an einem Trafo hängen, kann es durchaus zu Überlasten kommen, weswegen diese auch noch nie einen Anspruch auf Anschluß von PV Anlagen über 10kWp hatten.
|
| | Zeit:
10.03.2026 13:19:19 |
Wir sind mitten in der Transformation hinzu 9x % EE. Natürlich müssen die Netzkosten neu & gerecht verteilt werden. Aktuell kann man eine Tendenz in Richtung Umverteilung von unten zu oben kaum wegdiskutieren. Also Kosten für den Stromanschluss rauf, dann werden MFH mit Mietern im Vergleich zu EFH wieder besser dastehen.
Aber deswegen machen wir keinen Stress, wir haben noch ein paar Jahre Zeit für die Transformation & Gruss delta97
|
| | Zeit:
10.03.2026 13:21:23 |
Zitat von Raubfisch  ... und geht voll zulasten der Mieter ... Genau das ist eben deine Interpretation. Keine Ahnung, warum du so auf die Mieter fixiert bist. Die angeblich Leidtragenden sind z.B. gar nicht alle Mieter! Zitat von Raubfisch  Wer selbst diese erdrückende Faktenlage der eigenen Befürworter ausblendet, hat die physikalische und ökonomische Realität aus den Augen verloren .... Diese deine Textbaustein-Leier über deine überlegene Realitätseinsicht physikalischer und ökonomischer Zusammenhänge haben jetzt vermutlich alle Foristen mehrfach gelesen und verstanden. Mich zumindest hast du trotz dieser deiner Eigenschaften noch nicht überzeugen können. Aus meiner Sicht bist du zu schmalspurig und lobbyistisch unterwegs.
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 13:28:32 |
Zitat von crink  Zitat von Raubfisch  [...] Zitat von Raubfisch  [...] Ja, was denn nun? - Entweder die Mieter verbrauchen wenig und zahlen deshalb wenig für Netzentgelte, da die Kosten momentan hauptsächlich auf die kWh umgelegt werden - Oder die Mieter verbrauchen viel und subventionieren damit über die Netzentgelte die weniger verbrauchenden[...] Da widerspricht sich absolut gar nichts, wenn man den Unterschied zwischen benötigter Netzkapazität und reinem Stromverbrauch versteht. Ein Mieter im Mehrfamilienhaus teilt sich erstens den Netzanschluss mit vielen anderen, was die realen Infrastrukturkosten pro Kopf massiv senkt. Zweitens hat er eine viel geringere Maximallast, weil er eben keine private Wärmepumpe und kein E-Auto mit 11 kW in der Garage laden muss. Er verursacht also real die geringsten Netzkosten. Der Eigenheimbesitzer hingegen benötigt für WP und E-Auto in der winterlichen Dunkelflaute ein gigantisches, teures Netz-Backup – drückt sich aber im Sommer durch seinen PV-Eigenverbrauch vor genau dieser Finanzierung, wodurch die Kosten pro kWh für den ohnehin kapazitätsarmen Mieter steigen
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 13:37:01 |
Zitat von belzig ...daß in einer normalen EFH Siedlung der Trafo immer auf die "Gänsebratenspitze" ausgelegt ist, so daß die PV-Einspeisung in diesen Bereichen nie ein Problem darstellt... Das ist physikalisch nicht ganz richtig. Genau weil alte Trafos für diese winterliche "Gänsebratenspitze" fest auf eine hohe Leerlaufspannung (z. B. 245 V) eingestellt sind damit auch dann das Netz über 207V bleibt, treibt die massenhafte PV-Einspeisung bei niedriger Last im Sommer die Spannung extrem schnell über das erlaubte Limit (253 V) – und die Wechselrichter schalten ab. Dass das in der Praxis längst ein massives Problem ist, zeigt aktuell das Netzgebiet Reutlingen (FairNetz), wo wegen exakt solcher Spannungsbandprobleme durch PV bereits Nulleinspeisung verhängt werden musste.
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 13:40:36 |
Zitat von DMS20  Zitat von Raubfisch  [...] Genau das ist eben deine Interpretation. Keine Ahnung, warum du so auf die Mieter fixiert bist. Die angeblich Leidtragenden sind z.B. gar nicht alle Mieter! Zitat von Raubfisch  [...] Diese deine Textbaustein-Leier über deine überlegene Realitätseinsicht physikalischer und ökonomischer Zusammenhänge haben jetzt vermutlich alle Foristen mehrfach gelesen und verstanden. Mich zumindest hast du trotz dieser deiner Eigenschaften noch nicht überzeugen können. Aus[...] Wenn die sachlichen Argumente ausgehen, bleibt offenbar nur noch der fluchtartige Wechsel auf die persönliche Ebene samt Lobbyismus-Vorwurf und Strohleuten. Das ändert an der nachrechenbaren Realität aber exakt gar nichts: Wer sich durch PV-Eigenverbrauch vor den fixen Netzkosten drückt, wälzt diese zwingend auf die verbleibenden reinen Netzkunden ab. Dass du nackte Mathematik und offizielle Papiere der Bundesnetzagentur zur sozialen Schieflage als bloße "Interpretation" abtust, beendet unsere Diskussion auf der Sachebene eigentlich von ganz allein.
|
| | Zeit:
10.03.2026 13:51:30 |
Herr/Frau/Familie Raubfisch:
Alles Gezeter deinerseits nützt da nichts. Deine Fixierung auf Mieter und Kleinst-PV-Betreiber springt gerade in Bezug auf die Literaturverweise einfach zu kurz - trotz deiner (nackten) Mathematikfähigkeiten.
Soziale Schieflage bestreitet doch niemand. Wer da (und wie stark) schief liegt, wer da Hilfe braucht und aus welchen Taschen diese Hilfe kommen soll - das ist der eigentliche Punkt. Da gibt u.a. auch die von dir angeführte Literatur eben mehr her als das (erneute) Abwürgen einer mehr dezentralisierten und auf EE gestützten Stromversorgungsstruktur und das Umwälzen von Stromnetzumbaukosten zuungunsten der Kleinst-PV-Betreiber.
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 14:23:27 |
Zitat von DMS20  Herr/Frau/Familie Raubfisch:
Alles Gezeter deinerseits nützt da nichts. Deine Fixierung auf Mieter und Kleinst-PV-Betreiber springt gerade in Bezug auf die Literaturverweise einfach zu kurz - trotz deiner (nackten) Mathematikfähigkeiten.
Soziale Schieflage bestreitet[...] Dass beim Thema soziale Schieflage Konsens besteht, ist ein guter Ausgangspunkt. Kernproblem: Es fehlt die Kostenwahrheit: Großanlagen liefern Strom für 3–5 Ct/kWh, komplexe Dach‑PV oft für 12–18 Ct/kWh. Der Vorteil der Dach‑PV beruht weitgehend auf Befreiungen von Netzentgelten und Steuern — eine Quersubvention zulasten derer ohne adäquate Dachfläche. Für eine faire und effiziente Energiewende sollten Investitionen dort gebündelt werden, wo der CO₂‑Nutzen pro Euro am höchsten ist. Unabhängige Gutachten (Monopolkommission, RWI/Frondel) kommen zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Monopolkommission Sondergutachten EnergieRWI Essen (Frondel) Material |
| | Zeit:
10.03.2026 14:50:00 |
Aktuelle Vergütungssätze Volleinspeisung Bis 10 kWp 12,60 Cent pro kWh Bis 100 kWp 10,56 Cent pro kWh
Diese Sätze halte ich personlich mittlerweile für zu hoch.
Die Teileinspeisungsätze sind für alle Beteiligten aber tragbar
Bis 10 kWp 7,94 Cent pro kWh Bis 40 kWp 6,88 Cent pro kWh Bis 100 kWp 5,62 Cent pro kWh
|
| | Zeit:
10.03.2026 15:02:12 |
Zitat von Raubfisch  Das ist physikalisch nicht ganz richtig. Genau weil alte Trafos für diese winterliche "Gänsebratenspitze" fest auf eine hohe Leerlaufspannung (z. B. 245 V) eingestellt sind damit auch dann das Netz über 207V bleibt, treibt die massenhafte PV-Einspeisung bei niedriger Last im Sommer die[...] Die Problematik mit der hohen Leerlaufspannung alter Trafo kann man nicht wegdiskutieren, allerdings ist sie mit der 60% Kappung in Griff zu bekommen Die 60%-Kappung eine technisch sinnvolle Übergangslösung. Sie senkt die Spannungsüberhöhung proportional, kostet im Schnitt nur 3-5% Jahresertrag und verhindert genau die Probleme, die FairNetz aktuell hat. Sobald Smart Meter flächendeckend da sind, kann dynamisch gesteuert werden – dann entfällt die starre Kappung. Bis dahin ist sie der effizienteste Kompromiss zwischen Netzsicherheit und Ausbaugeschwindigkeit.
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 15:08:09 |
Zitat von belzig  Aktuelle Vergütungssätze Volleinspeisung Bis 10 kWp 12,60 Cent pro kWh Bis 100 kWp 10,56 Cent pro kWh
Diese Sätze halte ich personlich mittlerweile für zu hoch.
Die Teileinspeisungsätze sind für alle Beteiligten aber tragbar
Bis 10 kWp 7,94 Cent[...] Auch die Teileinspeisungsätze sind viel zu hoch. 1. Die teuren Stunden werden selbst verbraucht (Monatswerte im Winter viel höher als im Sommer!), und 2. selbst wenn alles eingespeist werden würde, war der Wert im Schnitt gerade mal 4,508 Cent pro kWh im Jahr 2025. https://www.netztransparenz.de/de-de/Erneuerbare- Energien-und-Umlagen/EEG/Transparenzanforderungen/Marktpr%C3%A4mie/Marktwert%C3%BCbersicht
|
| | Zeit:
10.03.2026 15:22:08 |
Zitat von Raubfisch  Zitat von belzig  [...] Auch die Teileinspeisungsätze sind viel zu hoch. 1. Die teuren Stunden werden selbst verbraucht (Monatswerte im Winter viel höher als im Sommer!), und 2. selbst wenn alles eingespeist werden würde, war der Wert im Schnitt gerade mal 4,508 Cent pro kWh im Jahr 2025.[...] Na dann sollte man sie halt auf den Durchschnittspreis des Vorjahres abzüglich 10% Vermarktungspauschale absenken. Was die Reiche jetzt machen will mit den < 10kWp Anlagen ist aber einfach Unsinn.
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 15:34:36 |
Zitat von belzig  Zitat von Raubfisch  [...] Na dann sollte man sie halt auf den Durchschnittspreis des Vorjahres abzüglich 10% Vermarktungspauschale absenken. Was die Reiche jetzt machen will mit den < 10kWp Anlagen ist aber einfach Unsinn. Auch 10 % unter Vorjahreswert ist das noch eine riesige Subvention für die Teileinspeisung, da die Vergütung weit über dem echten Marktwert liegt. Obendrauf kommt ja noch der massive Gewinn durch umgangene Netzentgelte und Steuern beim Eigenverbrauch. Wie schon geschrieben: Dach-PV ist volkswirtschaftlich einfach zu teuer. Wenn es uns mit der CO2-Reduktion wirklich ernst ist, sollte dieses ineffiziente Kleinklein vollständig durch Freiflächen-PV ersetzt werden – dort bekommen wir für jeden investierten Euro die dreifache Menge an sauberem Strom.
|
| | Zeit:
10.03.2026 15:59:17 |
Zitat von Anbau78  Gleichzeitig wird bei der Finanzierung so getan als seien die Netzkosten variable Kosten, nämlich indem man es auf den Verbrauch umlegt. Würde man es rein auf den Anschluss umlegen, hätten wir die Debatte nicht in dem Maße. Dann wäre der Strom so billig dass wir keine Wärmepumpen mehr bräuchten sondern elektrisch Heizen würden :D Ach ne, geht ja nicht, so viel Strom ist ja gar nicht da. Der größte Teil vom Strompreis sind Netzkosten. Der Strom selbst macht nur einen Bruchteil aus. Die grüne Idee das der Strom billig wird, wenn er von Wind und Sonne kommt, wird schon alleine aus dem Grund nicht klappen, weil die Netzkosten trotzdem bleiben. Und dazu kommt auch, dass eine PV Anlage nicht umsonst läuft. Die muss gewartet werden und die muss auch Turnusmäßig erneuert werden, die hält ja nicht ewig. Freiflächenanlagen, da müssen Zäune repariert werden, Teilweise gibt es Diebstahl und Vandalismus, die Fläche muss auch bezahlt werden, und seihen es nur Grundbesitzabgaben für die Fläche... Ist ja nicht so, dass man ne PV Anlage egal ob auf ne Wiese oder n Dach baut und dann damit fertig ist. Auch Windkraftanlagen brauchen eine regelmäßige Wartung und haben eine begrenzte Lebensdauer. Und wenn wir Kraftwerke vorhalten, um diese im Winter bei zu wenig PV und Windflaute anwerfen, ja, wenn wir PV ordentlich ausgebaut haben und Windkraft, dann sparen die natürlich " Brennstoff". Aber halt auch nur den Brennstoff. Die Bewachung, die Wartung, das Personal, regelmäßige Erneuerungen, das braucht man ja trotzdem, ob die Strom machen oder nicht...
|
| | Zeit:
10.03.2026 16:08:53 |
Zitat von Raubfisch  Zitat von belzig  [...] Obendrauf kommt ja noch der massive Gewinn durch umgangene Netzentgelte und Steuern beim Eigenverbrauch. [...] Gasturbinen und BHKW in Industrieanlagen sind dann auch volkswirtschaftlich zu teuer, weil ja auch die Netzentgelte und die Steuern vermieden werden? Komisch den Kleinen will man die Möglichkeit zum selbsterzeugten Strom wieder nehmen, die großen PV ab 25kWp lässt man ungeschoren. Wahrscheinlich werden die Balkonkraftwerke dann gleich mit verboten, damit die EONs wieder richtig zulangen können.
|
| | Zeit:
10.03.2026 16:21:09 |
Zitat von Raubfisch  Dach-PV ist volkswirtschaftlich einfach zu teuer. Tja, das ist nicht so einfach zu beziffern: - Dach-PV sorgt dafür, dass unter dem Dach die Sektorenkopplung schneller voran getrieben wird - Dach-PV sorgt für angebotsorientierten Stromverbrauch unter dem Dach - Dach-PV sorgt für Akzeptanz der Energiewende unter dem Dach - Dach-PV inkl. Speicher entlastet die Spitzenverbrauchszeit abends - Strom aus PV wird systematisch benachteiligt, da der im Gesetz festgelegte Einspeisevorrang in der Praxis (beispielsweise wegen wärmegeführter BHKW) nicht eingehalten wird - dadurch wird der erzielbare Preis gedrückt - Strom aus PV wird systematisch benachteiligt, da der CO2-Preis für fossile Stromerzeuger nicht die zu erwartenden Folgekosten abbildet - Eine Dach-PV wird länger als 20 Jahre betrieben - und wie sich der Marktwert Solar innerhalb dieser Zeit entwickelt, lässt sich nicht am heutigen Wert ablesen. Einerseits gibt es die zunehmende gegenseitige Kannibalisierung der PV-Anlagen, andererseits sind große Leitungs- und Speichervorhaben in Planung und Umsetzung. Im Zusammenspiel mit Sektorenkopplung und H2-Erzeugung ist völlig unklar, wie sich der Marktwert Solar zukünftig entwickeln wird. Der Blick ausschließlich auf den aktuellen Marktpreis Solar ist für eine volkswirtschaftliche Betrachtung zu kurz gesprungen. Viele Grüße crink
|
| | Zeit:
10.03.2026 16:26:02 |
| |
| | Zeit:
10.03.2026 16:31:00 |
Überschrift der Schmierenpresse, im Artikel selbst stehen ganz andere Preise. Darüber zu berichten das Windkraft und Sonne billiger sind, ist nett, bringt aber nix denn es weht nicht immer Wind und im Winter scheint auch eher wenig Sonne...
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 16:33:49 |
Zitat von belzig  Zitat von Raubfisch  [...] Gasturbinen und BHKW in Industrieanlagen sind dann auch volkswirtschaftlich zu teuer, weil ja auch die Netzentgelte und die Steuern vermieden werden? Komisch den Kleinen will man die Möglichkeit zum selbsterzeugten Strom wieder nehmen, die großen PV ab 25kWp lässt[...] Industrie-BHKWs und Dach-PV haben ganz unterschiedliche Rollen für unser Stromnetz. Ein BHKW ist steuerbar und liefert verlässlich Strom auf Abruf. PV ist wetterabhängig und braucht gerade im Winter das Stromnetz als ständiges Backup, an dessen Fixkosten sich der reine Eigenverbrauch bedauerlicherweise nicht ausreichend beteiligt. Der Unterschied zwischen großen und kleinen Solaranlagen liegt in der Marktintegration: Große PV-Anlagen und Solarparks müssen in die Direktvermarktung und regeln bei Stromüberangebot (negativen Preisen) automatisch ab. Kleine Heimanlagen sind von dieser Pflicht befreit und speisen dank der garantierten Vergütung unabhängig vom tatsächlichen Netzbedarf ein. Die Sorge um zu hohe Konzernprofite ist absolut verständlich, aber Netzentgelte sind staatlich streng reguliert und ein reiner Durchlaufposten für den Erhalt unserer Infrastruktur. Wer sich durch Eigenverbrauch von diesen Fixkosten befreit, trifft damit nicht RWE oder E.ON, sondern verschiebt die Kosten für das gemeinsame Netz leider direkt auf die restlichen Kunden.
|
| | Zeit:
10.03.2026 16:42:25 |
Zitat von Raubfisch  Der Unterschied zwischen großen und kleinen Solaranlagen liegt in der Marktintegration: Große PV-Anlagen und Solarparks müssen in die Direktvermarktung und regeln bei Stromüberangebot (negativen Preisen) automatisch ab. Kleine Heimanlagen sind von dieser Pflicht befreit und speisen dank der garantierten Vergütung unabhängig vom tatsächlichen Netzbedarf ein. Nein, das stimmt so nicht. Kurzfassung: Seit dem 1. März 2025 bringt das „Solarspitzengesetz“ (EnWG-Novelle) wesentliche Änderungen für PV-Anlagen: Keine Einspeisevergütung bei negativen Börsenstrompreisen, Pflicht für Smart Meter & Steuerboxen zur ferngesteuerten Abregelung ab 7 kWp sowie die Rückkehr der 60%-Regelung. Viele Grüße crink
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 16:51:09 |
Zitat von crink  Zitat von Raubfisch  [...] Tja, das ist nicht so einfach zu beziffern: - Dach-PV sorgt dafür, dass unter dem Dach die Sektorenkopplung schneller voran getrieben wird - Dach-PV sorgt für angebotsorientierten Stromverbrauch unter dem Dach - Dach-PV sorgt für Akzeptanz der Energiewende[...] Hallo crink, wenn das Ziel wirklich lautet, schnell CO₂-freien Strom zu produzieren und die Preise volkswirtschaftlich für alle zu senken, um die Elektrifizierungsanteile zu erhöhen, greifen deine Punkte leider viel zu kurz: Teuer & ineffizient: Dach-PV ist schlicht die teuerste Form der Solarerzeugung. Freiflächenanlagen liefern denselben Strom zu einem Bruchteil der Kosten. Ich kenne zudem niemanden, der ernsthaft davon ausgeht, dass sich die Marktwerte für PV-Strom mittags langfristig erhöhen werden. Sozialisierte Kosten: Heimspeicher nützen ausschließlich dem Eigenheimbesitzer, indem er sich zu 100 % vor Netzentgelten und Abgaben drückt. Der massive Netzausbau für Millionen fluktuierende Kleinanlagen und das nötige Winter-Backup bleiben aber bestehen und werden über die Stromrechnung gnadenlos auf die Allgemeinheit abgewälzt. Ideologie statt Pragmatismus: Viele nehmen die Energiewende ohnehin nicht mehr ernst. Wer bestehende, längst abbezahlte Kernkraftwerke – die günstigste und zuverlässigste CO₂-freie Stromquelle, die Deutschland hatte – aus rein ideologischen Gründen abschaltet, dem geht es offensichtlich nicht primär um CO₂-Reduktion oder makroökonomische Effizienz. Da hilft es volkswirtschaftlich auch null, wenn eine privilegierte Minderheit auf dem eigenen Dach ein bisschen mit PV-Strom herumspielen darf, um den von der Gemeinschaft quersubventionierten Eigenverbrauch zu maximieren. Beste Grüße
|
Verfasser: Raubfisch | Zeit:
10.03.2026 16:55:50 |
Zitat von crink Nein, das stimmt so nicht. Kurzfassung: Seit dem 1. März 2025 bringt das „Solarspitzengesetz“ (EnWG-Novelle) wesentliche Änderungen für PV-Anlagen: Keine Einspeisevergütung bei negativen Börsenstrompreisen, Pflicht für Smart Meter & Steuerboxen zur ferngesteuerten Abregelung ab 7 kWp sowie die Rückkehr der 60%-Regelung. Hallo crink, danke für den Hinweis – aber genau dieses neue Gesetz bestätigt meinen Punkt ja zu 100 %! Dass die Politik 2025 hier die Notbremse ziehen musste, beweist glasklar: Das ungesteuerte Einspeisen der Kleinanlagen war volkswirtschaftlich schlicht nicht mehr tragbar. Es ist völlig richtig und überfällig, dass die ausufernden Privilegien der privaten PV hier nun rasiert werden. An der fundamentalen Schieflage ändert die Novelle aber leider wenig: Bestandsschutz: Millionen bestehende Altanlagen dürfen für die nächsten Jahrzehnte weiter blind auf Kosten der Allgemeinheit einspeisen, selbst bei tiefroten Börsenpreisen. Das Kernproblem bleibt: Das unsolidarische Steuersparmodell beim Eigenverbrauch bleibt unangetastet. Wer seinen Strom selbst nutzt, drückt sich weiterhin vor den Netzentgelten – die Fixkosten für das zwingend nötige Winter-Backup zahlen weiterhin die anderen ohne eigenes Dach. Dass der Gesetzgeber jetzt nach und nach gezwungen ist, den Stecker zu ziehen, zeigt nur: Die makroökonomische Realität holt die PV-Ideologie endlich ein. Beste Grüße
|
| | Zeit:
10.03.2026 17:09:14 |
Ich bin der Meinung, daß der Durchschnitt der Hauseigentümer, die sich eine PV-Anlage geleistet haben, für "die Allgemeinheit" schon genug zur Kasse gebeten weden dürfte.
Soll man ersthaft für den von der selbst gekauften PV-Anlage selbst genutzten Strom noch Steuern zahlen müssen?
Als nächstes dann auf die selbst verzehrten Äpfel und Tomaten aus dem eigenen Garten?
|