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11.03.2026 12:24:09 |
Hallo zusammen, ich beschäftige mich seit kurzem mit dem Einbau einer Wärmepumpe. Zum Hintergrund: Meine jetzige Brennwerttherme (Buderus GB112) ist jetzt 25 Jahre alt. 8,5 KW PV Anlage ist vorhanden und läuft im nächsten Jahr aus der Förderung als Volleinspeiser( momentan noch 51,8 Cent pro eingespeister Kilowattstunde). Mit der Wärmepumpe kann ich dann noch ein bisschen mehr Eigenverbrauch generieren. Ich bewohne ein Holzrahmenhaus Bj.2000 Wände und Dach mit 20cm Zellulose gedämmt. Fenster haben einen U Wert von 1,3. Wohnfläche 283 Quadratmeter auf 3 Wohneinheiten aufgeteilt. Kellerwohnung 53 Quadratmeter vermietet, Erdgeschoss 125 Quadratmeter selbst genutzt, Obergeschoss 105 Quadratmeter vermietet. Eine Heizlastberechnung Nach Din En 12831 ist vorhanden und ergab 9 KW Normheizlast bei NAT von -10,7 Grad. Ich heize komplett mit Heizkörpern und erreiche mit den vorhandenen Körpern eine Vorlauftemperatur 45 Grad bei NAT (getestet im zurückliegenden Winter). Wir bewohnen das Haus mit zurzeit 7 Personen weswegen ich einen recht großen Brauchwasserspeicher benötige. Wenn ich pro Person 0,2 KW für die Brauchwassererwärmung zur Heizlast dazu rechne bräuchte ich theoretisch eine Wärmepumpe von 10,4 KW. Von den ersten HB habe ich auch 10KW Angebote bekommen. Nun heize ich meine Etage zu 90 % mit einem Kaminofen der wenn es kühler wird immer an ist. Es ist auch nicht geplant den abzuschaffen. Ebenfalls habe ich WMZ verbaut welche ich jetzt mal ausgewertet habe. Im Januar und Februar diesen Jahres Tageweise Auswertung und keinen Tag über 3,8 KW Wärmeleistung je Stunde inklusive WW. In den vorherigen Jahren habe ich nur die Wintermonate monatsweise ausgewertet und keinen Monat über 4KW Wärmeleistung inklusive WW je Stunde benötigt. Mein Gefühl sagt mir das ich doch auch locker mit einer 7KW Pumpe auskommen müsste. Wie ist hier die Allgemeine Meinung? Danke für eure Meinungen I
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11.03.2026 12:29:06 |
Ist die mit Wärmemengenzähler gemessene Zahl ohne Kamineinsatz?
Ich würde die Wärmepumpe so wählen, dass ich auf den nicht angewiesen bin..spätestens im Alter ist es sehr mühsam und wer weiß wie lange du noch Lust hast oder gesundheitlich in der Lage bist.
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11.03.2026 13:42:56 |
Zitat von kleinkarlo  Mein Gefühl sagt mir das ich doch auch locker mit einer 7KW Pumpe auskommen müsste. Du kommst auch mit einer 3kW oder 5kW WP aus. Fragt sich nur, bis zu welcher Temperatur? Man legt eine WP so aus, dass sie monovalent bis zur Bivalenztemp klarkommt. Für die paar Stunden im Jahr, an denen es vielleicht mal kälter ist, hat man einen 3/6/9kW Heizstab. Bei NAT von -11grad würde ich auf -7grad auslegen, und zwar so, dass die WP in 22-23h das WW und den Heizbedarf deckt - die restliche Zeit braucht sie zum Abtauen. Der Kaminofen ist Bonus - aber niemals in die Dimensionierung einzubeziehen: Krankheit, Unfall, keine Lust, you name it. Willst du dann die WP tauschen? Direktelektrisch heizen? Frieren? Ansonsten auf die Mindestleistung der WP schauen. Oftmals haben die Geräte einer Serie die gleiche HW und damit auch die gleiche oder ähnliche untere Modulationsgrenzen. Dann kann man (vom Invest mal abgesehen) auch auf das grösste Modell der Serie gehen, ohne die Nachteile einer zu groß ausgelegten WP.
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11.03.2026 13:47:53 |
Alles hat seine Vor und Nachteile, wobei wohl so mancher im vergangenen Winter die zu knappe Auslegung der WP etwas bereut hat. Dazu kommt, daß Mietern auf bestimmte Temperaturen ein Recht habe, was sich besonders beim WW bemerkbar macht, auch zum Legionellenschutz bist du dann verpflichtet. Wichtig ist auch der mögliche Volumenstrom für die WP, welcher sich vermutlich deutlich höher bewegt als dein fossiler Brenner.
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11.03.2026 13:57:26 |
Ich möchte die Bivalenz mit Heizstab nicht verteufeln, aber ...
... wenn zukünftig viele, viele Menschen auf diese Weise heizen und dann gleichzeitig alle bei Bitterkälte ihren Heizstab anwerfen, wird das u.U. zu einer Überlastung des Netzes bzw. Drosselung der Bezugsleistung führen.
Das sollte man zumindest gedanklich einmal berücksichtigen.
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11.03.2026 14:56:24 |
Bei 9kW Heizlast muss die WP im Zweifelsfall pro Tag 216kWh Wärme erzeugen. Dazu hat sie aber vermutlich nur etwa 20 Stunden Zeit (WW dauert länger als mit Gaskessel, Abtauzeit). Demnach bräuchte sie bei NAT 216kWh / 20h = 10,8kW. Wenn Du ein wenig Heizstab mit einplanen möchtest, würde ich zumindest ein Gerät wählen, das bei -7° oder -8°C noch 9kW Leistung bringt.
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11.03.2026 15:15:03 |
Wo steht das Haus (PLZ) oder welche NAT habt ihr? Wie war der Vorjahresverbrauch (Gas und Holz) ? Wurde damit auch WW gemacht und wieviel Leute wohnen im Haus? Mit den Angaben kannst du auf https://www.waermepumpe.de/werkzeuge/heizlastrechner/ (Reiter nach Jahresverbrauch) gehen und deine Heizlast relativ aussagekräftig bestimmen lassen.
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11.03.2026 18:03:58 |
Zitat von TimoB  Ich möchte die Bivalenz mit Heizstab nicht verteufeln, aber ...
... wenn zukünftig viele, viele Menschen auf diese Weise heizen und dann gleichzeitig alle bei Bitterkälte ihren Heizstab anwerfen, wird das u.U. zu einer Überlastung des Netzes bzw. Drosselung der Bezugsleistung führen.[...] Halte ich für vernachlässigbar, da die Heizungsbauer sowieso viel zu groß auslegen. Zudem hat eine WP bei -7°C sowieso nur COP=2 oder sowas.
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11.03.2026 18:45:40 |
Zitat von cody87345  da die Heizungsbauer sowieso viel zu groß auslegen. Na grad um diese Auslegung geht´s doch hier. Zitat von cody87345  Zudem hat eine WP bei -7°C sowieso nur COP=2 oder sowas. Das halte ich aber schon für arg schlecht. Wäre aber auch so nur die Hälfte an Strom. Wenn also die Leistungsbegrenzung von 4,2 kW greift, ist´s essig mit dem 9 kW Heizstab. Eine WP könnte mit einem COP von 2,15 durchlaufen.
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11.03.2026 20:12:02 |
Jetzt lasst den TE doch mal schreiben wieviel Brennstoff er verfeuert hat und dann kann man die Heizlast berechnen.
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12.03.2026 07:07:34 |
Guten Morgen, ich verfeuere ca. 4 Raummeter Holz im Jahr in meinem Kamin. Da geht es nicht darum Geld zu sparen sondern nur um die wohlige Wärme die wir nicht missen wollen. Der Wärmebedarf inklusive Warmwasser für die 7 Bewohner lag die letzten 10 Jahre zwischen 17000 und 18000 kwh laut WMZ. Wenn ich den Kamin nicht mit einberechne ist die Heizlastberechnung die ich habe natürlich korrekt und natürlich sollte die Wärmepumpe dann das Haus warm kriegen. Da der Kamin aber definitiv die nächsten 10 oder 15 Jahre nicht abgeschafft oder außer Betrieb gehen wird weil wir es halt gerne kuschelig haben habe ich dann eine zu große Wärmepumpe vor der Tür stehen. Das 10 Kw Modell hat bei AT -7 /10 Kw Leistung und bei AT 7 Grad einen minimal Leistung von 3,5 Kw Das 7 Kw Modell leistet bei AT -7 / 7 Kw und hat bei AT 7 Grad noch 2,5 Kw minimal Leistung. Wie oben schon erwähnt hatte ich Februar an Tagen mit Nachttemperaturen von - 5 Grad und Tagestemperaturen um den Gefrierpunkt laut WMZ einen Gesamtwärmebedarf von 3,8 Kw die Stunde über 24 Stunden. Das größere Modell würde dann bei ca. 4 bis 5 Grad AT an zu takten fangen. Die kleinere Variante dann erst irgendwo zwischen 7 und 10 Grad. Stellt sich die Frage wie entscheidend dieser ja nicht riesige Unterschied ist?
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12.03.2026 08:51:49 |
Zitat von kleinkarlo  Guten Morgen, ich verfeuere ca. 4 Raummeter Holz im Jahr in meinem Kamin. Da geht es nicht darum Geld zu sparen sondern nur um die wohlige Wärme die wir nicht missen wollen. Der Wärmebedarf inklusive Warmwasser für die 7 Bewohner lag die letzten 10 Jahre[...] Bei der Kamin-Nutzung stellt sich halt auch die Frage, welchen Anteil auf die gesamte Fläche hat das Kaminzimmer? Sind dann alle Türen in deiner Wohnung offen sodaß die Wärme in die gesamte thermische Hülle verteilt wird? Und abgesehen von deiner Wohnung, haben die Mieter ja ebenfalls Anspruch auf bestimmte Mindesttemperaturen. Um das zu gewährleisten und auch eine halbwegs stimmige Abrechnung zu gewährleisten, wirst du auch bei der Hydraulik abstriche machen müssen, das will alles gut geplant sein. Und die Mieter müssen auch mitspielen. Wir haben in der Nachbarschaft einen Fall, da wollen 2 ältere Leute 24° RT, der andere deutlich jüngere braucht keine 20°, dazwischen der Eigentümer mit 22° und einem Kaminofen. Auch beim WW gibt es arge Probleme, da die älteren gerne Baden, der jüngere auschließlich duscht.
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12.03.2026 09:41:14 |
Zitat von kleinkarlo  Guten Morgen, ich verfeuere ca. 4 Raummeter Holz im Jahr in meinem Kamin. Da geht es nicht darum Geld zu sparen sondern nur um die wohlige Wärme die wir nicht missen wollen. Der Wärmebedarf inklusive Warmwasser für die 7 Bewohner lag die letzten 10 Jahre[...] 4 Ster Holz sind 8500 kWh. Nehmen wir einen Wirkungsgrad des Ofens von 80 % an bleiben 6720 kWh Wärme die ans Haus abgegeben wurde. Dann hast du auf dem WMZ noch 18.000 kWh Also insg. 24.720 kWh. Wenn man die jetzt nur durch einen Niedertemperaturgaskessel erzeugen würde, bräuchte man 2800m³ Erdgas. Das ganze in den https://www.waermepumpe.de/werkzeuge/heizlastrechner/ Mit 7 Leuten WW und NAT -10,7 entspricht das einer Heizlast von 7,8 kW. Eine 8 kW Maschine (zb.vitocal 250 A08) wäre also das Minimum für Euer Haus.
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13.03.2026 09:35:12 |
"Mein Gefühl sagt mir das ich doch auch locker mit einer 7KW Pumpe auskommen müsste." Ich würde sagen folge deinem Gefühl. ich hatte ein 18 kW Gastherme durch eine 5 kW Panasonic WP ersetzt. Gleich im ersten Winter stellte ich fest, dass die WP ab -3° nicht mehr reicht. Deswegen habe ich mir ein Klimaanlage mit 3,5 kW im Erdgeschloss (Wohnbereich) eingebaut. In diesem Winter hatte ich die max. an 3 Tagen benutzt. WW wird auch mit WP gemacht. Zum Haus: cc. 200 m² über 4 Stöcke mit 16 cm Glaswolle Dachisolierung.
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13.03.2026 10:13:08 |
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14.03.2026 17:16:17 |
Meine persönliche Erfahrung ist, dass eine knappe Auslegung auf jeden Fall zu Problemen führt, wenn man in den Teufelskreis des Vereisens kommt. Temperaturen zwischen 0 und 8 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit, dann kriegst du die Bude nicht mehr ausreichend warm. Für mich privat kann ich das regeln. Mit Vermietung ist das was anderes. Bei mir kam es zu fast zwei Abtauvorgängen in Stunde. Wenn dann noch Warmwasser dazugekommen ist, wurde es merklich kälter im Haus. Das muss dann unter den schlechten Bedingungen aufgeholt werden. Was manchmal nicht gelang. Ich habe dann einfach den Heizstab temporär zugeschaltet um aus der Situation rauskommen. Bei sovielen Personen und als Vermieter würde ich mir eine separate Warmwasserwärmepumpe überlegen wegen der möglichen Stillstandszeiten für die Heizung. Grüße Maximilian
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19.03.2026 12:41:02 |
Hallo zusammen, Wenn ich jetzt die Mehrheit der Meinungen nehme tendiere ich zur 10 Kw Variante. Wie stark wirkt sich denn wohl dei unterschiedliche Modulations Untergrenze aus oder sind die 800 Watt Unterschied nicht so entscheidend. Bei der 7 Kw Variante 2.6Kw Heizleistung bei 7 Grad AT. Bei der 10 Kw Variante 3.4 Kw Heizleistung bei7 Grad AT. Wegen der Unterschiedlichen hydraulischen Anforderungen werde ich auf einen Pufferspeicher nicht verzichten können. Gruß Carsten
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19.03.2026 12:50:34 |
Welche WP hast du denn jetzt in die nähere Auswahl gezogen?
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19.03.2026 13:13:22 |
Hallo, Ich habe ein sehr gutes Angebot über einen Tecalor Wärmepumpe. Endgültig ist das abernoch nicht. Hab auch eine Vissmann angebotenbekommen das war aber viel zu teuer. Dann noch eine Wolf die, wenn auch eigentlich nebensächlich, optisch nicht in Frage kommt.
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19.03.2026 13:56:55 |
Tecalor kenn ich leider nicht.
Generell mußt du aufpassen, daß du wegen des "Sprungs auf eine Nummer größer" nicht die Plattform wechselst.
z.B bei Vaillant und Viessmann sind die Maschinen bis 8 kW mit einem einphasigen Kompressor ausgestattet, ab 10 kW sind sie dann 3 phasig und baugleich mit den Maschinen mit höherer Leistung.
Wenn man dann auf die 3phasige - 10kW-Plattform wechselt, ändert sich die Minimalleistung ab 10° AT deutlich, egal was im Datenblatt steht.
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19.03.2026 14:34:26 |
Ja, das ist tatsächlich so das von 7 auf 10 Kw die Platform wechselt.
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19.03.2026 15:27:50 |
Wenn statt dessen die kleine WP in der Vereisungsfalle endet (Maximilian hat es sehr gut beschrieben) ist nichts gespart. Dann ist der Holzofen Pflicht. (oder der Heizstabeinsatz) Gruß Dipl.-Ing. Anlagentechnik Frank-Rolf Roth www.waermepumpendoktor.com (Planung, Baubegleitung, Anlagen-Optimierung, Betreiberschulung) Referenz-Wärmepumpenanlage der Energieagentur-NRW So wird’s gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=JqPpRR6vQl4
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20.03.2026 10:57:53 |
Hallo, dann denke ich werde ich die etwas höhere Modulationsgrenze in Kauf nehmen und die sichere Variante mit 10 Kw wählen. Gruß Carsten
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20.03.2026 11:27:50 |
Zitat von kleinkarlo  Guten Morgen,
Das 10 Kw Modell hat bei AT -7 /10 Kw Leistung und bei AT 7 Grad einen minimal Leistung von 3,5 Kw
Das 7 Kw Modell leistet bei AT -7 / 7 Kw und hat bei AT 7 Grad noch 2,5 Kw minimal Leistung.[...] Ich kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. Bei NAT hast du eine Heizlast nach Jahresverbrauch von 7,8 kW Selbst die raumweise Heizlastberechnung hat nur 9 kW Heizlast ergeben und da sind viel zu hohe Lüftungsverluste drin. ... dann ist die 10kW Anlage doch völlig überdimentsioniert. V.a. wenn es wirklich mal 5 Tage und länger unter -7° hat, kannst du doch immer noch den Holzofen anwerfen.
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20.03.2026 11:36:17 |
Das ist korrekt, ob man es lebenslang so machen möchte, steht auf einem anderen Blatt. Weiterhin sind Häuser mit reinen Radiatorenanlagen diffiziler hinsichtlich Überdimensionierung der WP , die thermische Mase einer FBH würde das besser kaschieren. Und so viel Rücklaufpuffer, das man markante Laufzeitverlängerungen hat, möchte sich i.d.R. niemand hinstellen. Andererseits läuft die Vaillant mit Energieintegral auch auf Radiatoren brauchbar, ob das bzgl. Raumtemperaturwelligkeit für die Bewohner auch komfortabel genug ist (z.B. 3 Stunden an, 3 Stunden aus) steht auf einem anderen Blatt. Dazu noch die Vermietung.....das ist ein Fall, wo man dreimal genau hinschauen muss! Gruß Dipl.-Ing. Anlagentechnik Frank-Rolf Roth www.waermepumpendoktor.com (Planung, Baubegleitung, Anlagen-Optimierung, Betreiberschulung) Referenz-Wärmepumpenanlage der Energieagentur-NRW So wird’s gemacht: https://www.youtube.com/watch?v=JqPpRR6vQl4
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