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13.03.2026 07:12:41 |
Wie witterungs- / klimabereinigten Heizenergieverbrauch im Vergleich mit Vorjahresmonat berechnen?
Da der Verdacht besteht, dass der neue Gaszähler einen deutlich zu hohen monatlichen Verbrauch anzeigt, muss ich möglichst genau den witterungs- / klimabereinigten Heizenergieverbrauch berechnen und direkt mit dem vom jeweiligen Vorjahresmonat vergleichen.
Frage: ===== Ist folgende Berechnungsformel richtig und die genaueste? Monatlicher Heizenergieverbrauch in kWh x Gradtagszahl * des jeweiligen Monats für meine PLZ. Das gleiche für den jeweiligen Vorjahresmonat. Aus die Differenz der beiden Monats-Ergebnisse wird der prozentuale witterungs- / klimabereinigte Mehr- oder Weniger-Verbrauch gegenüber dem Vorjahresmonat berechnet.
* Gradtagszahl lt. http://klimadaten.ages-gmbh.de/ mit den Daten vom Deutschen WetterDienst (DWD). Da dies der Realität meiner Heizungsanlage am nähesten kommt verwende ich GT 20/17.
Vielen Dank für Hinweise und Tipps.
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13.03.2026 07:23:37 |
Die Klimadaten sind ja nicht vom konkreten Gebäude, das ist vielleicht zu ungenau. Außerdem kann es ja sein, daß aus anderen Gründen mehr verbraucht wird (dummes Beispiel: gekipptes Kellerfenster). Wäre es nicht sinnvoller, einen geeichten WMZ zu verwenden, wenn der Wirkungsgrad des Kessels bekannt ist? Man könnte natürlich auch beides machen und die Ergebnisse vergleichen.
LG
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13.03.2026 07:56:33 |
Hallo Meaparvitas, es handelt sich um ein Einfamilienreiheneckhaus. Wärmezähler nicht vorhanden. Nachträglicher Einbau teuer und sinnlos, da WMZ-Vergangenheitsdaten fehlen. Die gesamte Heizungsanlage ist ausoptimiert. Nur durch eine Kernsanierung wäre noch was zu verbessern. Der Wirkungsgrad des Brennwertgerätes ist durch langjährige Messungen der jährlichen Heizungswartung und vom Kaminkehrer bekannt. Aber das spielt keine Rolle! "Andere" Gründe für Mehrverbrauch gibt es nicht! Was soll ein WMZ bringen wenn die Witterungs- / Klimabereinigung fehlt?
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13.03.2026 08:01:26 |
Ich hab ne Viessmann Therme - vielleicht bei dir ähnlich - bei der kann ich in etwa sehen, auch welchem Modulationsgrad sie grad läuft. Mindestleistung ist knapp unter 3kW. Das sind dann etwa 3 Liter Gas in 36 Sekunden (muss man sich halt mal mit ner Uhr nebfn den Zähler stellen; wenn die Therme läuft). Wäre sowas bei Dir auch möglich?
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13.03.2026 09:10:32 |
Zitat von Kugelhupf  Hallo Meaparvitas, es handelt sich um ein Einfamilienreiheneckhaus. Wärmezähler nicht vorhanden. Nachträglicher Einbau teuer und sinnlos, da WMZ-Vergangenheitsdaten fehlen. Die gesamte Heizungsanlage ist ausoptimiert. Nur durch eine Kernsanierung wäre noch was zu verbessern. Der[...] Ganz einfach, wenn Du die Wärmemenge und den Wirkungsgrad kennst, kannst Du doch den Gasverbrauch mit dem Heizwert und dem Zählerstand vergleichen. Dazu brauchst Du keine Klimadaten. WMZ kann man auch leihen bzw. mieten, soweit ich weiß. Wollte nur helfen.
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13.03.2026 10:15:32 |
Zitat von Kugelhupf  Wie witterungs- / klimabereinigten Heizenergieverbrauch im Vergleich mit Vorjahresmonat berechnen?
Da der Verdacht besteht, dass der neue Gaszähler einen deutlich zu hohen monatlichen Verbrauch anzeigt, muss ich möglichst genau den witterungs- / klimabereinigten Heizenergieverbrauch[...] Würde ich auch so machen, um einen ersten Eindruck zu bekommen, ob mit dem Zähler was nicht stimmt. Klimadaten sind für den Verbrauch schon relevant, wenn man sich sicher ist, seine Heizgewohnheiten nicht verändert zu haben. Besonderes wenn der neue Zähler relativ frisch installiert wurde, kann ein kälterer Monat zum Vergleichsvorjahresmonat schon einen Verdacht erwecken. Ich mache gerade einen halbjährigen Vergleich beim Strom für unserer Wärmepumpe und da der Februar bei uns um 2,8°C milder als der Vorjahresmonat war, habe ich nun auch Probleme, die Verbräuche zu vergleichen. Ich bin dabei auf das hier gestoßen. Leider aktualisieren die die Daten für das erste Halbjahr 2026 erst Ende Juni. Da ist deine Seite schon aktueller. Wenn sich dein Verdacht bestätigt, kann es aber immer noch sein, dass dein alter Zähler ungenau war und zu wenig gezählt hat.
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13.03.2026 10:18:17 |
Zitat von Kugelhupf  Monatlicher Heizenergieverbrauch in kWh x Gradtagszahl * des jeweiligen Monats für meine PLZ.[...] Nicht malnehmen sondern teilen. Also: Monatlicher Heizenergieverbrauch in kWh / Gradtagszahl * des jeweiligen Monats für meine PLZ. Sollte die Verbräuche etwas vergleichbarer machen. Soweit sich am Heizverhalten nichts geändert hat. Allerdings ist das halt für 20 Grad Raumtemperatur und 15 Grad (im Tagesmittel) Heizgrenze. Wenn deine Werte anders liegen hast schon dadurch nen Fehler drin. Je nach Gewinnen (Elektrogeräte, Sonne) musst du bei 15°C AT aber vielleicht nur 2 Grad zuheizen und 3 Grad kommen durch die Gewinne. Das ist bei Heizgradtagen (VDI 3807) bessern abgebildet als bei der Gradtagszahl (VDI 2067). Aber auch nur, wenn du die Heizgrenze auf den Punkt setzt, an dem deine Gewinne grade nicht mehr reichen, um deine Raumtemperatur zu halten. Mit individueller Heizgrenze musst deine Heizgradtage aber aus den Rohdaten selbst berechnen. Und je nach Temperaturprofil hast noch ne sehr variable Zahl an Brennerstarts, die auch das Ergebnis verfälschen. Warmwasser musst in jedem Fall geeignet berücksichtigen.
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13.03.2026 23:17:03 |
Ich wollte seinerzeit plausibilisieren, ob mein Gaszähler zu viel Verbrauch anzeigt oder meine Gastherme tatsächlich nur bis 120% ihrer angegebenen Mindestleistung runtermoduliert. Dazu habe ich aus den Daten des Lieferanten zur Zusammensetzung des Gases bei bekannter Abgastemperatur die Menge des anfallenden Kondensats berechnet und mit der Realität verglichen. Damals passte der angezeigte Verbrauch ziermlich genau zu meiner Messung/Berechnung und ich wusste, dass es nicht der Zähler ist, sondern meine Therme tatsächlich nicht weit genug runtermodulieren kann. (Der Werkskundendienst war trotzdem der Meinung "alles in Ordnung").
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