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18 kW Elektro-Zusatzheizgerät für Frischwasserstation nötig?
Verfasser:
Daemmgecko
Zeit: 07.04.2026 10:09:10
0
3948299
Hallo zusammen,

für ein 3-Parteien-Haus soll die Heizanlage von Gas auf eine Luft/Wasser-Wärmepumpe umgestellt werden. Die Warmwasserbereitung erfolgt aktuell zentral durch einen 60°C Warmwasser-Speicher.

Die Heizlast des modernisierten Haus wurde durch den Energieberater konservativ auf etwa 12 kW berechnet. Da solare Wärmegewinne und Wärmegewinne durch das angrenzende Doppelhaus in der Berechnung nicht vorkommen, soll laut ihm eine 12 kW Wärmepumpe ausreichen, auch für die Warmwasserbereitung. Soweit so einleuchtend.

Uneinig ist man sich nun, wie die Warmwasserbereitung zu erfolgen hat. Mein Energieberater ging von einem 500 l Warmwasser-Speicher aus, welcher die ganze Zeit auf 60°C gehalten wird (zur Vermeidung der Legionellengefahr).

Ich habe jedoch auch ein Angebot für einen 500 l Pufferspeicher erhalten, an dem eine Frischwasserstation angeschlossen wird. Man erklärte mir die Vorteile der Frischwasserstation mit der höheren Effizienz, da das Wasser im Pufferspeicher nicht auf 60°C gehalten werden müsse.

Allerdings gehört zu dem Angebot auch ein 18 kW Elektro-Zusatzheizgerät. Es hieß, dies sei aufgrund der geringeren Speichertemperaturen notwendig und die Leistung der Wärmepumpe plus des integrierten 9 kW Heizstabs reiche nicht aus.

Abgesehen davon, dass dies weitere Elektroarbeiten und bei der Leistung evtl. sogar eine Genehmigung des Netzbetreibers erfordert, stellen sich mir nun folgende Fragen:

1. Ist eine Frischwasserstation für dieses 3-Parteien-Haus tatsächlich nicht ohne zusätzliches Elektroheizgerät realisierbar?

2. Ist das Gesamtsystem für die Warmwasserbereitung nun wirklich noch effizienter als ein reiner Warmwasserspeicher, der allein durch die Wärmepumpe auf 60°C gehalten wird?

Vielen Dank und viele Grüße!

Verfasser:
Hildener
Zeit: 07.04.2026 16:02:47
0
3948431
Da sind min. zwei Aspekte zu beachten.
1.
Wenn auch nur eine der drei WE vermietet ist, hast du keinen Einfluss auf das Nutzungsverhalten, dann kann es sehr schnell zu Verstimmungen kommen wenn nicht jederzeit beliebig viel Warmwasser verfügbar ist. Es gibt hier im Forum einige Beiträge dazu.
2.
Bei 60 °C im Speicher ist selbst die beste Wärmepumpe nicht mehr effizient. Je nach WW-Verbrauch und Vorlauftemperatur im Heizkreis senkt das den durchschnittlichen COP dramatisch.

Wenn die HK-Vorlauftemperatur nahe an der erforderlichen Temperatur im FriWa-Speicher liegt, geht es vielleicht noch, dann kann man den Behälter z.B. in den Vorlauf einbinden und einen kleinen DLE (< 10 kW) zur Absicherung nachschalten
Sind im Heizkreis aber nur 35 bis 40 °C erforderlich, kommt man aus wirtschaftlicher Sicht kaum an einem großen (> 18kW) DLE vorbei. Bis die erhöhten Investitionskosten für einen sehr großen FriWa-Behälter durch seine etwas höhere Effizienz eingespart wurden, gehen vermutlich Jahrzehnte ins Land.

Verfasser:
Jens_priovox
Zeit: 07.04.2026 17:42:49
0
3948451
Das 18-kW-Elektroheizgerät macht bei diesem Setup keinen Sinn und ist ein Warnsignal für die Planung.

Zum Kernproblem: Eine Frischwasserstation braucht ausreichend hohe Speichertemperatur, um bei Spitzenlast genug Warmwasser durchlaufen-zu-erhitzen. Bei drei Parteien und zentralem Speicher sind kurzzeitig hohe Zapfleistungen normal. Das lösbare Problem ist Dimensionierung, nicht ein 18-kW-Heizstab.

Was funktioniert stattdessen:
- Pufferspeicher auf 50-55°C halten (die WP schafft das, Legionellenschutzprogramm 1x/Woche auf 60°C per WP oder kleinem Heizstab)
- Frischwasserstation mit ausreichend dimensioniertem Plattenwärmetauscher (z.B. 60-80 kW Übertragungsleistung)
- Speichervolumen passend wählen: für 3 Parteien eher 750-1000 l

Die Variante mit klassischem 60°C-Warmwasserspeicher + WP ist effizienter als viele glauben, wenn man den Speicher nur 1-2x täglich auf 60°C fährt und sonst auf 50°C hält. Kein Zusatzheizgerät nötig.

Ich würde das Angebot mit dem 18-kW-Gerät nochmals hinterfragen – die Begründung ("Leistung reicht nicht aus") klingt nach einer Planung, die an der WP-Leistungsgrenze sitzt, nicht nach einem sinnvollen Systemkonzept.

Verfasser:
Bergi
Zeit: 07.04.2026 18:35:00
0
3948462
Schaue mal nach einer separaten großen BWWP.
AE 450 Eco zum Beispiel.
Die schafft das schon.

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