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19.04.2026 20:43:29 |
Hallo, wir bauen in Niederbayern ein Zweifamilienhaus. Auf unserem Grundstück stehen einige alte Bäume, so dass die untere Naturschutzbehörde keinen RGK erlaubt wegen Baum- und Wurzelschutz :-( Ok, können wir akzeptieren. Unsere nächste Priorität ist eine Tiefbohrung, die lt. Bayernatlas möglich sein sollte. Die Norm-Heizlast nach DIN beträgt 15 kW. Das erste Angebot umfasst für 20 TEUR netto die eigentlichen Bohrarbeiten für 4 Bohrungen und für weitere 10 TEUR die Anschlussarbeiten mit max. 8m Länge - was ich ziemlich teuer finde. Einen Heizungsbauer haben wir noch nicht. Folgende Fragen habe ich: - wer kümmert sich üblicherweise um die Genehmigungen: Bauherr, Architekt oder Bohr-Unternehmen? Die ersten kontaktierten Heizungsbauer haben schon abgelehnt, sie wollen nichts mit der Bohrung zu tun haben... - Wann wird die Bohrung sinnvollerweise durchgeführt: vor dem Rohbau (was ist dann mit den Leitungen?), während des Rohbaus (z. B. wenn die Decke auf dem Keller ist) oder später? - Wo ist die beste Schnittstelle zwischen Bohrunternehmen und Rohbauer und Heizungsbauer? Nach dem Verteiler? - Wo kommt der Verteiler am besten hin - in die Nähe der Bohrungen oder in die Nähe des Hauses? - Das Bohrunternehmen möchte wissen, welche WP wir verwenden und schlägt eine Weishaupt WWP S 18 ID mit 17,5 KW Heizleistung vor - das halte ich für keine gute Wahl, wird die nicht ständig takten? ich hätte eher eine Inverterpumpe von Nibe oder Lambda vorgeschlagen. Warum wollen sie das überhaupt wissen? Ich würde mich freuen, wenn ihr etwas Licht ins Dunkel bringen könntet... Noch hab ich Energie, um eine Sole-WP zu bevorzugen, aber alle sagen mir, ich solle doch einfach eine Luft-Wasser-WP nehmen... Danke!
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19.04.2026 20:51:29 |
In Niederbayern sollte das Grundwasser nicht zu tief liegen. Wenn Förder- und Schluckbrunnen mindestens 15 Meter entfernt gebohrt werden, wäre das meine Wahl. Wir heizen seit 20 Jahren im Rheintal mit Grundwasser-WPs (www.ewaermebrunnen.de).
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19.04.2026 21:28:27 |
Vielen Dank für deinen Beitrag. Das hab ich auch schon überlegt, aber wir wohnen leider am Berg.... wie kann ich feststellen, ob die beiden Brunnen möglich / zulässig wären?
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19.04.2026 21:54:30 |
1. Nachbarn fragen. 2. Nach Grundwasser-Meßbrunnen schauen. Da steht ein DN100 Rohr etwa 1 Meter aus dem Boden und oben sitzt eine Klappe mit Inbus, die aber nur die Männer vom Wasserwirtschaftsamt öffnen dürfen ;-)
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19.04.2026 21:55:56 |
Nachrag: in BY betreibt das Landesumweltamt Webseiten,, wo die Grundwasserstände in Karten eingezeichnet sind.
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20.04.2026 00:32:21 |
Hallo K_Man! Also die WP musst du eigentlich mit deinem HB entscheiden, da dieser später ja auch die Wartung übernehmen sollte und nur WPs warten und einbauen wird, mit denen er sich auskennt. Du musst einen HB und damit deine WP entsprechend im Paket wählen. In meiner Region habe ich keinen HB gefunden der Nibe einbaut und musste daher etwas flexibel sein. Im übrigen soll sich in diesem Jahr noch einiges auf dem Sole-WP-Markt tun. Daher hier gut umschauen und vergleichen. Den Verteiler und die Rohre bis zum Absperrventil hat zumindest bei mir das Bohrunternehmen gemacht, mein HB hatte aber trotzdem die Frage gestellt, und auch Angeboten, ob er das machen soll. Vermutlich ist hier auch beides möglich. Das Bohrunternehmen muss üblicher Weise die maximale Kälteleistung der WP sowie die Jahresentzugsleistung kennen, um je nach Untergrund die Bohrungen passend für diese Werte auslegen zu können. Aus diesem Grund macht das Bohrunternehmen auch den Antrag passend zu den geplanten Sonden. Bei dem Angebot des Bohrunternehmen wäre es übrigens interessant mal zu prüfen ob der Vorschlag mit den 4 Bohrungen tatsächlich optimal und durchgerechnet ist, oder damit zusammenhängt, dass das Unternehmen keine Genehmigung für Bohrungen über 100m hat - für diese braucht es nämlich eine besondere Zertifizierung. Insgesamt wäre es auch interessant zu prüfen, ob die geplanten Sonden mit der anvisierten WP und entsprechend abgestimmter Sole den Betrieb gerade so im turbulenten Bereich ermöglichen, da man hier mit minimalem Planungsaufwand 2-5% Energie dauerhaft bei der Planung sparen kann. Leider erfordert dieses eine entsprechende Abstimmung des Sole-Netzes mit Bohrungen, Verteilung, der Dicken der PE-Rohre, sowie der verwendeten Sole-Mischung und Pumpleistung. Nur wenn diese in Kenntnis der Physik richtig geplant und eingestellt werden erhält man ein optimales Ergebnis. Es schadet auf keinen Fall mal mit dem Bohrunternehmen und dem HB darüber zu reden. Habe ich irgendwie mangels Kenntnis damals versäumt. Gruß Gwyn
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20.04.2026 13:13:17 |
Zu den Fragen folgendes: Den Antrag stellt üblicherweise die ausführende Firma, welche die EWS abteuft. Dies erfolgt bei der unteren Wasserbehörde. Bei > 100 m muss noch das Bergamt und das Landesamt für Geologie freigeben. Zeitpunkt kommt etwas auf die Platzverhältnisse an. Entweder vor dem Rohbau, oder danach. Bei 4 EWS würde ich die nach dem Rohbau bzw. Arbeitsraumverfüllung machen. Dann machen auch der Sammelschacht nahe am Haus platziert werden, was zu bevorzugen ist. Schnittstelle Rohbau zur EWS Bohrung: der Rohbauer installiert nach Plan die Hauff-Wanddurchführung. Mehr sehe ich da nicht. Wenn die EWS zuesrt gebohrt werden, muss der Rohbauer genau über die Lage der EWS bescheid wissen. Sammelleitungen dann erst nach Fertigstellung Rohbau. Die Tochtefirma von Weishaupt empfiehlt natürlich Weishaupt. Die Heizlast erscheint für ein Zweifamilienhaus recht hoch. Welche Wohznfläche und Dämmstandard hat das Haus und NAT? Wie tief gehen die 4x DU-Sonden?
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20.04.2026 18:54:15 |
Vielen Dank für eure Antwort, das hilft mir. Das Haus hat 350 qm WFl mit großen Glasflächen, die NAT ist -12,5°C, der Primärenergiebedarf ist 49 kWh/m²a. Wir haben uns bewußt gegen eine KWL entschieden, deshalb ist der Energieverbrauch noch etwas höher. Die 15 kW hat der HB berechnet, ich hab mir interessehalber die Mühe gemacht, unabhängig vom HB alles in Excel zu berechnen und bin auf 16,5 kW gekommen. Der Trenchplanner hat mit den Hausdaten 15,2 kW ermittelt, alles ohne WW, sollte also einigermaßen stimmen. Der Bohrer hat 4x 80...85m geplant. Was ich an dem Angebot interessant finde: die Kosten sind nicht pro Bohrmeter angegeben, sondern pro kW Heizleistung. Das ist doch für mich von Vorteil, oder? Alle sonstigen Risiken werden auf den Bauherrn abgewälzt und 100% Vorab-Zahlung wollen sie auch noch - aber nicht mit mir ohne Bürgschaft ;-) Bei der aufgerufenen Summe und dem zu erwartenden Genehmigungsaufwand (das Bauamt war schon echt kleinlich) überlege ich, ob ich nicht eher auf LWWP umsteigen soll.
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22.04.2026 01:45:20 |
Zitat von K_Man  Vielen Dank für eure Antwort, das hilft mir. Das Haus hat 350 qm WFl mit großen Glasflächen, die NAT ist -12,5°C, der Primärenergiebedarf ist 49 kWh/m²a. Wir haben uns bewußt gegen eine KWL entschieden, deshalb ist der Energieverbrauch noch etwas höher. Die 15 kW hat der HB berechnet,[...] Grosse Fensterflächen haben natürlich ihren Preis, führen aber leider auch durch die systematischen Unterschätzung bei der Heizlastberechnung nach DIN 12831 zu einer nicht unwesentlichen Überdimensionierung des Wärmeerzeuger. Nach DIN 12831 bin ich für mein Haus mit RT-Soll von 22°C bei Norm-AT von -10,4°C auf 8,9kW gekommen. Mit WW-Bedarf und Sperrzeiten habe ich damals ein 11,4kW WP gewählt. Real gemessen liegt die Heizlast in den letzten drei Wintern bei RT 22°C zwischen 160 (5,2kW) und 260W/K (8,4kW) - so weit im Maximum nicht weit von der Berechnung entfernt. Auffällig ist aber, dass ich in den kältesten Wochen regelmässig zwischen 200 (6,4kW) und 220W/K (7,2kW) gemessen habe, was sich leicht durch erhöhten solaren Gewinne während der kalten, trockenen Hochdruckgebiete in Deutschland erklären lässt. Ich hab anhand meiner Messwerte berechnen können, dass die Solaren Gewinne der Grossen Fenster mindestens 50% meines realen Heizwärmebedarf ausmachen. Mindestens da ich diese nur in der Heizperiode berechne, die Gewinne aber auch die Länge meiner Heizperiode um geschätzte 6-8 Wochen im Jahr verringern. Sperrzeiten ist übrigens durch das 4,2kW Limit kein Thema mehr und der WW-Bedarf deutlich geringer als erwartet. Dank Flow 30 FBH ist die Überdimensionierung der WP glücklicher Weise kein Thema und ich brauche im Winter weder ERR noch Verschattung. Vorteil: die WP arbeitet monovalent und die 2x86m EWS haben noch nie ein Sole-In von <0°C erlebt. Meine KWL würde ich übrigens nicht missen wollen: die Luft ist im Vergleich zu Früher einfach phantastisch, und ich hab nicht mehr den Stress mit Stosslüften oder nächtlichen Kippen wie früher. Dass die Energieersparnis dabei nochmal etwa 50% meines realen Heizwärmebedarfs beträgt ist schon fast nebensächlich. Gruß Gwyn
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