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19.04.2026 14:44:31 |
Hallo zusammen, Bei der alten Ölheizung haben wir aktuell noch den Heizkörperkreis (OG + DG) direkt und den Fußbodenheizkreis (EG) mit Mischer. Im Zuge der Umstellung auf die geplante Wärmepumpe, bin ich mir nicht sicher ob dies weiter nötig ist, oder ob es mehr Sinn macht das beides direkt (parallel) anzuschließen. Ich habe dazu auch ein paar Threads gefunden hier, die Meinungen schienen aber gemischt. Versuche daher zu ergründen was die Vor- / Nachteile sind. 😉 Als es im Winter mehrere Tage lang Nachts sehr kalt (-10°C) und auch tagsüber nicht sonnig war, habe ich auch nochmal Tests ohne Thermostate zwecks der benötigen Vorauftemperatur gemacht. In den beiden Räumen, die wohl als erstes zum "Problem" werden ist die Zimmertemperatur bei einer Vorlaufhysterese von 35-40°C (stabiler geht mit der alten Heizung nicht) ganz langsam unter die Wohlfühltemp gefallen. Mit VL- Hysterese 40-45°C sind die Räume dann schon einiges wärmer als die Solltemperatur geworden. Ich schätze also mal auch ohne Heizkörpertausch wären wir mit max 40°C VL ausreichend bedient. Im Zweifel ist der Wille zum nachträglichen Heizkörpertausch sonst vorhanden. Die Fußbodenheizung benötigt natürlich weit geringere VL- Temperaturen. - Macht es da Sinn, die Fußbodenheizung einzudrosseln damit sie mit derselben VL-Temperatur laufen kann? Empfindliche Bodenbeläge gibt es nicht, sind alles Fliesen. - Kann es zu ungleicher Erwärmung der Böden kommen weil dann der Durchfluss ggf. in diesem Heizkreis gering werden könnte? - Bekommt man evtl. Probleme weil man für die Fußbodenheizung evtl. einen andere Heizkurve am unteren Ende benötigt (Heizkörper geben unter einer bestimmten Grenze ja kaum Wärme mehr ab. Die dadurch höhere VL-Temp in der Fußbodenheizung könnte dann ggf. zu einer zu hohen Raum-Temp führen)? - "Stört" so ein Mischer (außer von den Anschaffungskosten) z.B. durch Effizientverluste? Würde ich erstmal nicht vermuten, da durch die Heizkörper ja sowieso immer eine etwas höhere VL-Temp nötig ist als man für die FB-Heizung erzeugen muss. Somit ist eine evtl. immer (auch bei "voll-offen" am Mischer) minimal vorhandene VL-Absenkung hinter dem Mischer wahrscheinlich nicht wirklich problematisch? Danke schonmal für Anregungen jeglicher Art. 🙂
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19.04.2026 15:23:43 |
Zitat von Thyraz  Hallo zusammen,
Bei der alten Ölheizung haben wir aktuell noch den Heizkörperkreis (OG + DG) direkt und den Fußbodenheizkreis (EG) mit Mischer.
Im Zuge der Umstellung auf die geplante Wärmepumpe, bin ich mir nicht sicher ob dies weiter nötig ist, oder ob es mehr Sinn macht[...] Wenn die HK und FBH nicht ohne Mischer zusammen kommen, ist letzendlich der HK-Strang führend was die VLT angeht. Es gilt die HK maximal optimal zu nutzen und zu optimieren, was in den überwiegenden Fällen zu einen Einsatz eines Mischers für die FBH führt. Dadurch das die HK-VLT die führende ist, ist eine solche Kombination in der Regel ineffizenter als homogene System mit FBH geprägten VLT. Alles in allem ist ein solches System mit WP immer noch deutlich effizenter als Verbrenner, und es macht aber nicht immer Sinn mit Gewalt auf das energetische Optimum umzubauen.
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19.04.2026 16:59:15 |
Zitat von Thyraz  - Macht es da Sinn, die Fußbodenheizung einzudrosseln damit sie mit derselben VL- Temperatur laufen kann? Empfindliche Bodenbeläge gibt es nicht, sind alles Fliesen. Die FBH wird nicht eingedrosselt, sondern der VL auf Heizkörpernievau wird mit kälterem Rücklaufwasser aus der FBH versetzt. Kommt jetzt auf den Anteil HK zu FBH an, ob man damit nur unnötiges Takten provoziert. Effizient ist es jedenfalls nicht, Heizungswasser auf 45°C aufzuheizen und dann wieder auf 35°C runterzukühlen. Insofern ist eine Heizkörpervergrößerung die sinnvollere Maßnahme. Und bei Nebenräumen ist es eventuell auch egal, wenn die etwas kühler sind. Wenn die Heizkörper schwächeln, kann man auch mit PC-Lüftern unterm Heizkörper bei der Konvektion nachhelfen. Liefert ein bis 2 Grad mehr ohne Steigerung der Heizkosten.
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19.04.2026 17:53:48 |
Zitat von ajokr  Zitat von Thyraz  [...] Die FBH wird nicht eingedrosselt[...] Ich glaub ich habe meinen Einführungspost verwirrend genug geschrieben, dass die eigentliche Fragestellung nicht so ganz klar war. Ist eine geheime Superkraft von mir, sorry. 😉 Mir ist klar, dass das Betreiben von Mischsystemen mit FBH und HKs natürlich nicht der Weisheit Ende ist was die Effizienz angeht. Aber da die Böden nicht renovierungsbedürftig sind, wird sich das so schnell noch nicht ändern leider. Worauf ich hinauswollte: In einigen Threads habe ich hier die Empfehlungen gelesen, auch in so einem gemischten System auf den Mischer zu verzichten wenn die Vorlauftemperatur für die HK nicht zu hoch ist. Dafür muss der Durchfluss der FBH natürlich beim Abgleich entsprechend ausgebremst werden da es im Erdgeschoss sonst zur Sauna wird. Begründet wurde das damit, dass das effizienter wäre, allerdings habe ich in diesen Threads keine tiefere Begründung gefunden. Darauf bezogen sich die Fragen oben, ob das nicht wegen unterschiedlichen Heizkurven (die evtl. eben nicht parallel vom gleichen Ursprung verlaufen) evtl. zu Komforteinbußen führt. Und ob das überhaupt groß effizienter ist, da die Höhe der Vorlauftemperatur ja sowieso von den Heizkörpern bestimmt wird (die tendenziell immer eine höhere VL-Temp benötigen werden). Ist es da ein großer Unterschied ob ich die niedrigere Temperaturabgabe durch Drosselung des Durchflusses oder durch Mischen erreiche? Habe den Vorteil da nicht wirklich greifen können (abseits der niedrigeren Anschaffungskosten und etwas weniger Strom wegen der zusätzlichen Pumpe im Mischerkreis).
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20.04.2026 07:31:53 |
Wenn unterschiedliche Heizkurven nötig sind, brauchst du in jedem Fall einen Mischer am FBH-Kreis. Mit der Drosselung der FBH-Kreise erhöhst du die Spreizung und senkst dadurch die mittlere Übertemperatur zur Raumluft ein wenig. Der daraus folgende geringere Durchfluß ist aber für die WP und deren Effizienz kontraproduktiv. Du darfst es gerne ausprobieren, und die Ergebnisse hier mitteilen.
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20.04.2026 08:14:53 |
Richtig wäre weder noch.
Heizkörper vergrößern und alles mit einer VL fahren wäre die gute Lösung
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20.04.2026 08:21:35 |
Und zwar das Niveau der FBH, welches gerade noch ausreicht, die gewünschten Raumtemperaturen zu erreichen. Stichwort: thermischer AbgleichMfG
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20.04.2026 09:47:49 |
Zitat von Thyraz  Ist es da ein großer Unterschied ob ich die niedrigere Temperaturabgabe durch Drosselung des Durchflusses oder durch Mischen erreiche? Ohne Mischer gibt es folgende Nachteile: - Cold-/Hotspots je nach Verlegeart und Belag - Volumenstromeinstellung je Kreis kommt an die Untergrenze -> instabile Einstellung. Hast Du keinen 100% konstanten Volumenstrom/Druckverlust, wird es zu Über-/Unterversorgung bei schwankendem Volumenstrom kommen. Wie stark diese Nachteile ausgeprägt sind hängt von deiner Anlage ab. Entweder berechnet man dies über Einzelraumheizlast/Einzelraumheizleistung oder in deinem Fall, weil die Anlage schon da ist: Zitat von Sockenralf  Stichwort: thermischer Abgleich |
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20.04.2026 11:55:38 |
Thermischer Abgleich bedeutet doch, die Volumenflüsse der einzelnen Heizkreise/Heizkörper so einzustellen, dass die gewünschte Raumtemperatur erreicht wird, ohne durch Thermostatventile nachregeln zu wollen/müssen. Das bedeutet aber doch auch, die FBH "einzubremsen", wenn die Heizkörper zuwenig Durchfluss bekommen. Wir haben FBH im Wohnzimmer 40 qm und Rest HK (ca 140 qm). Die HK habe ich durch 33-er ersetzt - wo es möglich war. Die Zuleitung zur FBH ist Kupferrohr 28 mm, zu den Heizkörper-Heizkreisen nur Kupferrohr 15 mm. Ich habe Direktheizkreis ohne Mischer. Leider hat der FBH- Verteiler keine Tacosetter. Ein Thermischer Abgleich war deshalb mit der FBH so nicht möglich. Das Wohnzimmer wurde viel zu warm. Ich habe dehalb in den Rücklauf der FBH einen Inline-Tacosetter eingebaut. Damit war dann der Thermische Abgleich mittels IR-Thermometer möglich. Heizkurve ist bei mir 28 / 33 / 38 Grad bei 15 / 0 / -15 Grad
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20.04.2026 12:49:51 |
Danke für eure Rückmeldungen. 🙂 Zitat von ajokr  Wenn unterschiedliche Heizkurven nötig sind, brauchst du in jedem Fall einen Mischer am FBH-Kreis. Mit der Drosselung der FBH-Kreise erhöhst du die Spreizung und senkst dadurch die mittlere Übertemperatur zur Raumluft ein wenig. Der daraus folgende geringere Durchfluß ist aber für die WP und deren Effizienz kontraproduktiv. Aber passiert dasselbe nicht auch bei einem Mischer? - Ich senke hier ebenfalls die mittlere Übertemperatur durch Absenken des Vorlaufes indem ich kalten Rücklauf beimische. - Der Durchfluss wird ebenfalls geringer. Nicht im FB-Kreis selbst, aber das was von der Wärmepumpe in den Kreis fließt und an den Rücklauf abgegeben wird. Da ein Teil des Durchflusses der Fußbodenheizung eben durch die Beimischung des Rücklaufes wieder direkt in den Vorlauf geschieht und nicht von der Wärmepumpe kommt. Wenn es anders wäre, würde die Fußbodenheizung ja wieder zuviel Wärme abgeben. - Wird sich nicht auch die Spreizung zwischen Vorlauf aus der Wärmepumpe (vor Mischer) und Rücklauf aus der Fußbodenheizung nicht ebenfalls auf ein ähnliches Niveau begeben durch das Heruntermischen? Und am Ende wird ja eh nochmal der Rücklauf mit dem der Heizkörper vermischt, da die Kreise am Ende ja beide wieder dort landen müssen. Zitat von godek  Richtig wäre weder noch.
Heizkörper vergrößern und alles mit einer VL fahren wäre die gute Lösung Das ist mir schon klar. 😉 Aber ich werde bei den HKs nicht auf das Niveau herunterkommen, welches die Fußbodenheizung ermöglichen würde wenn man sie beim Abgleich ganz aufdreht. Aber klar, je kleiner die Differenz ist, je geringer werden Probleme durch so ein Setup ohne Mischer. Wie oben geschrieben ist die Bereitschaft Heizkörper zu tauschen durchaus vorhanden. Da wir nach den Tests im Winter aber schon jetzt keine sehr hohen Temperaturen benötigen werden, hätte ich erstmal abgewartet was nach der ersten Zeit mit der neuen Heizung für eine Heizkurve + Heizkosten herauskommen. Dann lässt sich einfacher entscheiden welche weiteren Optimierungen noch wirtschaftlich sind. Zitat von BoomChocoPopp  Zitat von Thyraz  [...] Ohne Mischer gibt es folgende Nachteile: - Cold-/Hotspots je nach Verlegeart und Belag - Volumenstromeinstellung je Kreis kommt an die Untergrenze -> instabile Einstellung. Hast Du keinen 100% konstanten Volumenstrom/Druckverlust, wird es zu Über-/Unterversorgung bei schwankendem[...] Zitat von Sockenralf  [...] Ja, das ist eben meine Sorge. Aktuell würde ich zum Mischer tendieren, da ich als einzigen wirklichen Nachteil die Anschaffungskosten sehe. (Solange ich im HK-Kreis sowieso immer eine minimal über der FBH liegende VL-Temp benötige und somit nicht allein wegen dem Mischer eine höhere VL an der Wärmepumpe fahren muss.)
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20.04.2026 14:14:28 |
Zitat von Thyraz  Aber passiert dasselbe nicht auch bei einem Mischer?
Beim Mischer wird die Wärmemenge durch höherem Volumenstrom transportiert. Dadurch bleibt RL höher. z.B V=500L/min, VL40, RL 35 Q=1,16*5K*500=2,9kW Für die gleiche Wärmemenge bei VL40, RL25 liegt der Volumenstrom bei =2,9kW/1,16/15K=166l/min.
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20.04.2026 17:21:28 |
Sorry, wenn ich immer noch auf der Leitung stehe. 😬 Beim Mischer mische ich doch den Vorlauf durch den Rücklauf herunter. Ich habe also nicht das hohe Temperaturniveau von 40°C zu Beginn und sollte somit trotz geringerer Spreizung (durch höheren Volumenstrom) dennoch nicht solch eine hohe Rücklaufanhebung bekommen. Selbst wenn der Rücklauf der FBH erstmal höher ist, würde dann nicht der Mischer weniger Vorlauf / Mehr Rücklauf zum erneuten Mischen verwenden und somit auch nur sehr wenig vom FBH-Rücklauf wirklich zurück zur Wärmepumpe fließen? Bei: - gleicher Gesamt- Heizleistung, - gleichem WP-Vorlauf - gleichem WP-Volumenstrom (nicht Mischerheizkreis-Volumenstrom) würde ich in meiner vereinfachten Weltanschauung an sich davon ausgehen, dass sich auch der gleiche WP-Rücklauf einstellt. 😵💫
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21.04.2026 17:36:40 |
Zitat von Thyraz  Mehr Rücklauf zum erneuten Mischen verwenden und somit auch nur sehr wenig vom FBH-Rücklauf wirklich zurück zur Wärmepumpe fließen? Bsp.: -Mischer-Seite FBH. Tmittel =30°C. Heizleistung 3kW. dT = 2K ->VL = 31°C, RL = 29°C -WP-Seite VLT= 40°C. RLT=29°C (RLT Mischer) -> dT = 11K -> V = 3kW / 1,16 / 11K = 0,24m³/h-WP ohne Mischer: Tmittel =30°C. Heizleistung 3kW. VLT = 40°C -> RLT = 20°C -> dT = 20K ->V = 3kW / 1,16 / 20K = 0,13m³/h |