Moin zusammen,
ich wage mich an das Projekt "Wärme aus dem Graben", komme aber trotz einiger Recherchen nicht recht voran wobei die Hindernisse sowohl die Technik als auch den Ablauf betreffen. Ich hoffe mit dem geballten Schwarmwissen und eurer Erfahrung platzt der Knoten. ;)
Das Oblekt (kürzlich erworben)
LiegenschaftskarteLuftbildFreistehendes EFH, BJ 1956, 100m² Wohnfläche auf 1200m² Grundstück.
Dach in 2014 neu gedeckt und nach damaligem Dämmstandard gedämmt.
Fenster komplett 3-fach verglast.
Zweischaliges Mauerwerk mit 7cm Einblasdämmung.
Momentan
Gasheizung aus 1991 die ersetzt werden soll (zusammen mit den uralten Rippenheizkörpern).
Laut Geologischem Dienst SH hat der Boden in einer Tiefe von 0-50m eine "Wärmeleitfähigkeit von ca. 1,8" und besteht aus "Lehmsand über Lehm".
Ich habe die betreffende Fläche noch nicht getestet, aber in allen Beeten auf dem Grundstück ist ein klebriger lehmhaltiger Boden zu finden.
Wärmeleitfähigkeit BodenDie Heizlast des Häuschens beträgt 8,5kW. Scheint mir (Bauchgefühl als Laie) etwas hoch und wenn's an die Planung der WP geht werde ich zur Sicherheit noch eine zweite
Heizlastberechnung in Auftrag geben.
Zur Technik.
Am Trenchplanner habe ich mich versucht, blicke aber teilweise nicht so wirklich durch.
Waagerechte Verlegung. Hier müsste ich fast den ganzen Garten aufreißen um auf die 8,5kW zu kommen:
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=u1UbzIW0m0uCdwfYoxDj
Senkrecht sieht es besser aus, aber immer noch erschreckend viel (mir klingt der Slogen "RGK geht super auf kleinem Grundstück" im Ohr ;) )
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/trenchplanner.html?id=1HdDZWRIQtsJwFtrrNlu
Über Korrekturen und/oder Optimierungen würde ich mich sehr freuen. :)
Zum Ablauf.
Ich möchte das ganze (RGK,WP, Tausch der Heizkörper bzw. Umbau auf Flächenheizung) mit der KFW 458 realisieren. Also brauche ich als erstes ein
Angebot für das "Hauptgewerk". Einige Heizungsbauer kontaktiert und, ohne Ausnahme, die gleiche Antwort erhalten: warum wollen sie denn Erdwärme, viel zu kompliziert, wir hätten da tolle LW-WPs....
Einer wäre bereit eine SW-WP zu installieren, aber nur "wenn die Wärmequelle vorhanden und abgenommen ist". Vorher gibt's von ihm nicht mal ein Angebot. Ich kann ihn ja verstehen, warum sich die Arbeit mit so einem Sonderling machen der unbedingt Erdwärme will wenn er in der gleichen Zeit drei LW-WPs verkaufen kann. Hilft mir aber nicht weiter.
Wenn ich den RGK vorher baue gibt es dafür keine Förderung weil das Angebot des Hauptgewerks fehlt. Ein Teufelskreis, wie komme ich da raus?
Kennt jemand im Raum Lübeck-Hamburg Heizungsbauer die sich auf so ein Abenteuer einlassen?
Dann haben wir die Behörden. Ich muss den RGK anzeigen. Im
Formular muss ich Angaben machen zu Planungsunternehmen, Bauunternehmen, Heizungsbauer, Hersteller/Modell/technische Daten der WP, Hersteller und Produktbezeichnung des Kollektors, Darstellung des erwarteten Schichtenprofils (muss ich jetzt ernsthaft für nen Kollektor knapp unter der Grasnarbe ein Bodengutachten erstellen lassen?), etc. Alles Angaben die ich erst habe wenn ich das Projekt beauftrage, ich kann aber erst beauftragen wenn nach Einreichung des Formulars keine Einwände der
Wasserbehörde vorliegen. Noch ein Teufelskreis.
Wie baue ich den RGK? OK, nen Bagger mit Fahrer kann ich mieten. Slinkies ausmessen, zusammenstrapsen und in den Graben werfen kriege ich mit 1-2 Helfern auch hin. Aber wer macht die "Enden" der
Rohre? Da muss ja sicher eine Art "Armatur" drauf an die die WP angeschlossen wird und, siehe oben, die Heizies gehen nicht mal in die Nähe so eines "in Heimarbeit gebauten Teufelszeugs". Wer füllt die Rohre mit Sole, kann ich das selber machen? Wer prüft ob alles dicht ist?
Löcher in die Kellerwand braucht's auch, das ist kein Hexenwerk, sollte jeder Bauunternehmer hinkriegen. Aber wo genau müssen die
Kernbohrungen hin, wer legt das fest? Ist es möglich die Bohrungen dicht unter der Kellerdecke zu machen, mit den Rohren oberirdisch das Gebäude zu verlassen und sie dann ins Erdreich zu führen (ich würde gern das potentielle Risiko von Feuchtigkeit aus dem Erdreich minimieren)?
Ihr seht, ich bin maximal ratlos. Wie gehe ich hier am besten weiter vor? Muss ich mir am Ende doch als "Plan B" eine hässliche Kiste von LW-WP in den Garten stellen?
Viele Grüße
Matthias