Ist knifflig das auseinanderzudröseln. Aber mal ganz langsam...
Projektiert (Schütz) waren
- 2
Verteiler, 17 Kreise
- Gesamtleistung 8213 W
- 6232 W Leistung der FBH
- 1941 W Verluste (was auch immer das bedeuten soll)
-
Wasserinhalt der FBH 186,1 Liter
- Vorlauf 35°C
- Rücklauf 29,1 °C (Spreizung 5,9°C)
- Druckverlust gesamt 115 mBar
- Druckverlust ab Verteiler 91,2 bzw. 92,3 mBar (keine Ahnung woher die Differenz zwischen schwächstem HK=76,7+Ventilen=2x0,8 zur Verteilung herkommt)
- Druckverlust bis zu den Verteilern damit 23,8 bzw. 22,7 mBar
Der Durchfluss war da - nach
Abgleich - 1195,7 kg/h. Sprich im Idealfall wäre das genau der Durchfluss am Ende.
Projektierte Zuleitungen zu den Verteilern könnten DN25 und DN20 gewesen sein. Hab ich nichts dazu gefunden, der Absolutwert ist aber nicht grob relevant.
Jetzt ist das ganze nach Faustformeln gerechnet, so dass real durchaus +-25% raumweise Abweichung notwendig sein können. Dass keine exakte raumweise Berechnung erfolgt ist ist eher Sache des HB. Und dass die raumweise Berechnung nach
DIN teilweise schlechter ist als ne Schätzung muss man nicht sagen.
Der generell niedrigere Wärmebedarf (8>5 kW) schlägt sich auf alle Räume gleichermaßen durch und ist für die Hydraulikrelationen zwischen den Kreisen nicht relevant.
Jetzt waren in der Auslegung alle Kreise bis auf 2 (1xWZ+1xFlur) teilweise erheblich gedrosselt.
Im Wohnzimmer mit insgesamt 6 projektierten Kreisen könnte man problemlos umrangieren. Dann ist der Fußboden halt auf den ungedrosselten 11,7qm 0,4 Grad kühler und im Rest 0,1 Grad wärmer.
Im Flur etwas kritischer weil nur 1 weiterer Heizkreis vorhanden, aber eine leicht (0,5 Grad) niedrigere Raumtemperatur im Flur wäre nicht der Rede wert.
Mein Fazit: Um eventuelle Abweichungen der
Raumheizlast auszugleichen wäre es in der projektierten Auslegung kein Problem gewesen einzelne Räume zu entdrosseln.
Die knapp 1200 l/h wären in der projektierten Auslegung auch trotz eventuell raumweise um +- 20% abweichendem Wärmebdarf gut erreichbar. Das rechnerisch Nachzuweisen ist aber kompliziert. Evtl. interessieren mögliche Abweichungen aber auch gar nicht, wenn der Richter kapiert, dass sich durch andere Wärmelast der Wasserkreislauf nicht verändert.
Fazit #2: Egal ob 2 oder 20 kW Heizlast, am Wasserkreislauf ändert das nichts. Wenn so aufgebaut und eingestellt wie projektiert fließen 1195,7 kg/h bei 115mBar (1,15m Förderhöhe) durch die FBH.
Bei 5 kW Heizlast ist das dann halt nur eine Spreizung von 3,6 Grad. Es bleibt aber bei den 1195,7kg/h (bzw. sinnvoller 1100-1250 kg/h).
Einzelraumregler (falls du welche hast) können das Volumen natürlich zusätzlich drosseln. Da wird jede Volumenstromargumentation angreifbar. Wäre aber dann die Frage warum der HB das nicht vorher thematisiert hat.
Mit Druckverlusten in der WP muss die Förderhöhe praktisch natürlich größer sein. Schütz hat ja nur ab nem Anschlusspunkt nach der WP gerechnet.
Was mir noch fehlt ist die Zusatzheizung im Bad. Die Auslegung deckt die Heizlast (bei 24 Grad RT) nur zu 46%. Die FBH alleine kann da aber für ne Raumtemperatur wie in den anderen Räumen (oder minimal höher) auch reichen.
So ein Zusatzheizkörper würde den Durchfluss jedenfalls nochmal erhöhen.
Jetzt zur realisierten FBH:
- nur 1 Verteiler
- Zuleitung (geraten) nicht vergrößert
- Schlafzimmer, Kind1 und Kind 2 sind jeweils 1 statt 2 Heizkreise
- Flur+
WC sind 1 statt 3 Heizkreise
- WZ nur 5 statt 6 Heizkreise
Die nun fast gleich langen Heizkreise sind an sich gut. Aber ...
Flur scheint mir hier im Vergleich unterdimensioniert. Aber kann für nen Flur (oft ohne Außenwände) absolut sachgerecht sein.
Wohnzimmer mit nur 5 Heizkreisen hat kaum noch Spielmöglichkeiten ist aber gegenüber K1/K2/SZ noch gut versorgt.
Schlafzimmer wäre evtl. das kritischste, aber wird vmtl. eher kühler gehalten.
Kind 1 und Kind 2 sind die beobachteten Schwachstellen.
K1/K2/SZ gibt's gar keine Spielmöglichkeiten mehr.
Grob gerechnet braucht z.B. Kind 2 mit nur einem Kreis in diesem den doppelten
Massenstrom (117,1 statt 58,55) bei - fast - doppelter Länge. Pi mal Daumen Faktor 7 (Zuleitung hast nur 1 mal und bei höherem Durchfluss steigt der Druckverlust nicht ganz quadratisch) beim Druckverlust. Macht ca. 82,6 statt 2x11,8 mBar (im Schnitt).
Dann hat Kind 2 leicht (knapp 8%) mehr Druckverlust als der laut Auslegung schwächste Kreis (76,7 mBar). Das bräuchte schon mehr Druck am Verteilerbalken als projektiert.
Wenn die Kinderzimmer jetzt jeweils 2 Außenwände haben liegen sie über dem Schnitt am Wärmebedarf. Bei 15% mehr Massenstrom sinds schon ca. 32% mehr Druckverlust. Wären 101 mBar. Das ginge nicht ohne stärkere / stärker eingestellte
Pumpe.
Wenn die Versorgung des Verteilerbalkens nicht größer gemacht wurde sind bei unveränderten Druckverhältnissen aber nur noch 800 l/h die möglich sind.
Bei 5kW sinds dann statt 3,6 Grad Spreizung bei 1200l/h schon 5,4 Grad Spreizung bei eben 800l/h.
Die 50% höhere Spreizung reduziert aber alle Volumenströme auf 2/3 und die Druckverluste in den FBH-Strängen auf 4/9. Damit sinds auch in Kind 2 nur noch 45 mBar (nach 15% Zuschlag) und damit deutlich unter den projektierten 76,7 mBar.
Reserve zum Spielen ist überall vorhanden.
Wenn da nicht auch noch bei der Zuleitung zum Verteilerbalken gespart wurde oder die FBH-
Rohre dünner sind als projektiert gehen da problemlos die 800l/h durch. Selbst mit Abweichungen von der gleichmäßigen Heizlastverteilung auf die Räume.
Man muss aber mit der VLT möglichst weit runter und die Kreise möglichst weit offen halten.
Wenn alle Kreise an der Verteilung entdrosselt sind dürfte irgendwas wie 1000-1100 l/h durchgehen. Der Druck an der (kurzen) Zuleitung ist dann zwar höher, aber die FBH-Kreise haben alle Reserve. So läuft die WP vmtl. aktuell.
Für die 5kW Heizlast ist die Verteilung eigentlich ganz gut. Mit Auslegung des Netzes wie von Schütz geplant könnte die VLT noch leicht runter, aber wären < 2% Einsparung und kaum der Rede wert.
Der
Gutachter scheints dem HB aber gerne schönzurechnen.
Für 5kW und der maximal noch vertretbaren Spreizung von 7 Grad (also maximal schlecht gebaut) kommen dann die 590l/h raus. Damit wäre die kleinere WP von damals nicht innerhalb der Spezifikation betreibbar. Mit mehr Pumpendruck könnte es trotzdem gehen, aber muss man ja nicht vorschlagen.
Dann ist der Puffer die Konsequenz. Und mit Puffer läuft die große WP auch leidlich akzeptabel, wenn auch nicht materialschonend.
...
Bezahlt hast aber vmtl. die große Verteilung für 1200 l/h und auch die große Wärmepumpe.
Jetzt hast die Sparversion der Verteilung bekommen, aber selbst die ist noch erheblich besser als vom Gutachter angenommen.
Man darf auch fragen, warum Viessmann eine 5kW-WP anbietet (angeboten hat), die bei den anscheinend als "Standard" angenommenen 7 Grad Spreizung gar nicht zu betreiben ist.
Warum soll die 5kW Wärmepumpe mit 7 Grad Spreizung laufen wo für die 8kW-WP von Schütz nur 5,9 Grad angesetzt waren?
Und: Wasserinhalt der Anlage 186,1 Liter (vmtl. ohne WP).
Schaden durch die längeren FBH-Rohre hast meines Erachtens keinen (nennenswerten).
Auf 15% längere Rohre kannst niemanden verklagen und wenn die Heizlast in nem Raum 15% von der Berechnung abweicht auch nicht.
Bei Betrieb mit großer Verteilung (1200 l/h) hättest durch das 50% höhere Volumen mehr Pumpenstrom. Das wird sich mit der Einsparung durch ca. 1 Grad reduzierbare VLT die Waage halten. Die notwendige Förderhöhe wäre ja grob gleich.
Die Problematik der zu kalten Kinderzimmer kommt denke ich im Moment einfach daher, dass alle Kreise komplett ungedrosselt sind (sein müssen) damit die WP überhaupt sinnvolles tut.
Wohnzimmer hat 11,1qm pro Kreis. Kinderzimmer 13,2 bzw. 13,6qm. Ungedrosselt sind das schon mal 20% mehr an Volumenstrom/qm. Dazu die kürzeren Rohre und es wird nochmal leicht mehr im Wohnzimmer. Damit ist die RLT im Wohnzimmer aber erheblich höher als vorgesehen. Das hebt die Mittentemperatur und die Raumtemperatur. Sobald du abgleichen kannst passt das.