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Datenschutzhinweise

Sole-WP im Fachwerkhaus - Grobplanung
Verfasser:
fritznord
Zeit: 19.04.2026 22:16:25
0
3950607
Hi,

ich stehe noch relativ am Anfang der Projektplanung und würde mich freuen, dazu erste Einschätzungen zu bekommen!

Unser Haus (PLZ 23923) ist ursprünglich ein reines Fachwerkhaus von Anfang des 18. Jahrhunderts. Inzwischen sind Wände teilweise durchgemauert, teilweise von innen und teilweise von außen gedämmt.Es gibt aber auch noch mindestens einen Raum, der einfach nur eine 12cm starke Fachwerk-Außenwand hat. Gesamtwohnfläche ca. 270 qm über EG und OG. Eine durchgehende Isolierung des Fußbodens gibt es nicht. Einige Bereiche wurden neu aufgebaut und dabei auch der Boden gedämmt. Ansonsten kommt unter den Holzdielen bzw. 15cm Estrich direkt der Sand. Das Dach wurde 1998 neu aufgebaut und ist auch einigermaßen gedämmt. Ein Raum ist unterkellert (Natursteinkeller).

Die Heizung ist aktuell eine 20kW-Gasheizung (kein Brennwert) aus 2006. Dazu gibt es einen wassergeführten Kamin mit 900l Pufferspeicher. Dieser hat aktuell 9 kW Leistung (Luft 4 kW und Wasser 5 kW), wird aber dieses Jahr ersetzt durch ein Modell mit 17 kW (Luft 3 kW und Wasser 14 kW). Ca. 125qm der Wohnfläche haben FBH, es sind aber auch noch normale HK verbaut. Es gibt einen Heizkreis. Die Vorlauftemperatur liegt bei bis zu 70 Grad wenn es richtig kalt ist. Gasverbrauch ist ca. 35.000 kWh/Jahr. Den Holzverbrauch kann ich nur grob auf 6-8 RM schätzen.

Laut meiner bisherigen Recherche bieten Sole-WP mit Ringgrabenkollektoren so ziemlich das beste Preis-/Leistungsverhältnis, wenn man den RGK selbst verlegt. Das Grundstück bietet mit 4.000qm Garten grundsätzlich Platz für einen RGK.

Das Haus hat auch noch eine Regenwasserzisterne mit ca. 6.000l Inhalt, die für die Toiletten und das Gartenwasser genutzt wird (mit Trinkwasserspeisung wenn leer).

Grundsätzlich würde ich also die Idee einer Sole-WP mit RGK verfolgen. Die Heizlastberechnung macht aktuell ein Energieberater, der auch schon unseren Sanierungsfahrplan erstellt hat.

Welche Ideen/Kommentare gibt es von Euch dazu? Wie würde das System insgesamt aussehen und welche Komponenten sind besonders wichtig? Kann man so eine Zisterne auch noch in das System integrieren?

Vielen Dank für Euer Feedback!
Fritz

Verfasser:
gwynlavin
Zeit: 19.04.2026 22:54:25
2
3950611
Also 70°C wirst du mit einer Sole-WP nicht so einfach hinbekommen. Da musst du da doch noch einiges an der Heizung machen, um mit sinnvollen maximalen VLT von unter 45°C-50°C durchzukommen.

Ansonsten brauchst du für die Energiemenge je nach Bodenbeschaffenheit, von idealem gesättigtem Ton zu trockenem Sand nur 400m² bis 1200m² Kollektorfläche. Dafür hast du also grundsätzlich genug Garten.

Was willst du denn genau mit der Zisterne machen?

Gruß Gwyn

Verfasser:
fritznord
Zeit: 20.04.2026 09:56:57
0
3950663
Ja, die VLT ist ein Problem - allerdings dann nur für die Zimmer ohne FBH und an wenigen Tagen im Jahr. So zumindest meine Hoffnung. Bin gespannt, was der Energieberater zu den einzelnen Zimmern ausrechnet. Evtl. müssen wir dann noch HK daneben hängen oder austauschen.

Gerade im Winter ist die Zisterne eigentlich immer voll. Vielleicht könnte man das Wasservolumen noch als zusätzliche Wärmequelle nutzen? Wenn man zB den RGK am Ende noch durch die Zisterne führt? Oder ergibt das keinen Sinn?

Verfasser:
gwynlavin
Zeit: 22.04.2026 00:35:04
2
3951027
Zitat von fritznord Beitrag anzeigen
Ja, die VLT ist ein Problem - allerdings dann nur für die Zimmer ohne FBH und an wenigen Tagen im Jahr. So zumindest meine Hoffnung. Bin gespannt, was der Energieberater zu den einzelnen Zimmern ausrechnet. Evtl. müssen wir dann noch HK daneben hängen oder austauschen.

So einfach ist das nicht. Der Betrieb von so falsch dimensionierten HKs mit einer FBH führt dazu, dass du die WP dauerhaft mit deutlich zu hohen VLTs betreiben musst. Hinzu kommt, dass bei den bisherigen Sole-WPs ohne Durchlauferhitzer bei etwa 55°C VLT Schluss ist, dir also in einem weiten Bereich die notwendige VLT fehlt.

Zuletzt bringt die Unterversorgung einzelner Räume auch die Nachbarräume aus dem Gleichgewicht, was die Situation etwas Unberechenbar macht. Hier besser sollte man besser anhand der Heizlastberechnung nach DIN 12831 die Auswirkung auf die Nachbarräume bestimmen.

Zitat von fritznord Beitrag anzeigen
Gerade im Winter ist die Zisterne eigentlich immer voll. Vielleicht könnte man das Wasservolumen noch als zusätzliche Wärmequelle nutzen? Wenn man zB den RGK am Ende noch durch die Zisterne führt? Oder ergibt das keinen Sinn?

Du weisst aber schon, das die wesentliche Energie in der Zisterne beim vereisen des Wasser gewonnen wird, und du den Inhalt damit nicht mehr für die Toiletten benutzen kannst?

Zudem ist meine 9m³ Zisterne in den letzten zwei Wintern jedes mal zwischendurch leer gelaufen - aber ich habe auch ein Gründach, wodurch bei unter 40l/m² Regen auch kaum etwas im Speicher ankommt.

Da du ein sehr grosses Grundstück hast, wird dein RGK mehr durch die Ökonomie als durch die Fläche begrenzt. Wenn du eine höhere JAZ erreichen willst, kannst du einfach den RGK erweitern und musst nicht auf eine zweite komplizierende Technologie setzen.

Gruß Gwyn

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 22.04.2026 08:45:32
3
3951049
Wenn man ehrlich ist, sollte man ein Heizkonzept möglichst einfach = simpel halten.
Bei Problemen einfacher zu durchschauen, weniger Bauteile die kaputt gehen können, weniger Wartungsaufwand.
Und am Ende stellt sich die Frage, möchte man nur eine weitere Heizung haben, die das ganze zu einer "Modelleisenbahn" für große macht, oder möchte man Komfort gewinnen.

Komfort gewinnt man nur - wenn man von den "manuellen" Heizungen abkommt.
Wenn man aber ne Holzheizung durch ne andere Holzheizung ersetzt - hat man nichts hinsichtlich Komfort gewonnen.

Die Kosten für die neue Holzheizung hätte ich eher in die Optimierung der Hydraulik gesteckt um vollumfänglich auf eine WP umsteigen zu können.
In dem Kontext eine PV Anlage aufs Dach, dass wird dann ne runde Sache.
Aber... zur Bestimmung der Leistung die die Quelle (Bohrung, RGK, ...) liefern soll, und welchen Leistungsbereich die Sole-WP dann abdecken soll, wird ein belastbarer Wärmemengenzähler benötigt.

In dem ganzen Zuge würde ich die Pufferspeicher die aufgrund der Holzheizung eh unpassend zu einer WP sind, rauswerfen.

Mit Optimierung der Hydraulik meine ich:
- Nachrüstung Wandheizung (wenn möglich)
- Optimierung der Heizkörper (größere Typ33, mehrere Heizkörper...)

Die Senkung der Vorlauftemperatur (wenn wir hier von über 70Grad reden) ist elementar, wenn man an eine WP denkt.

Ansonsten macht eine WP einfach keinen Sinn.


Wenn bereits eine PV Anlage auf dem Dach ist, und der Strom irgendwie "verwendet" werden soll, könnte man Alternativ auch an eine Klimaanlagenlösung denken.
Multisplit, mit mehreren Innengeräten.
Im Sommer - kühlen + entfeuchten.
Im Frühjahr/Herbst - als alleinige Heizung möglich
Im Winter - als Unterstützung zur Bestandsheizung.

Einen Energieberater zu finden, der dir dein "Konzept" ausarbeitet, halte ich für unmöglich bis schwierig.
Am Ende wird das monetär ein Grab - ohne "Nutzen".

Verfasser:
Mastermind1
Zeit: 22.04.2026 09:37:28
3
3951058
Übrigens zum gern verwendeten Argument - man kommt günstig / "kostenlos" an Holz.
Man kann das Holz heutzutage auch sehr sehr gut verkaufen. Es gibt einen guten Absatzmarkt.
Von daher kann man durchaus Holz verkaufen und dafür monetär betrachten "strom" bezahlen für WP, Klimaanlage etc....

Verfasser:
fritznord
Zeit: 27.04.2026 16:47:02
0
3951910
Zitat von gwynlavin Beitrag anzeigen

Du weisst aber schon, das die wesentliche Energie in der Zisterne beim vereisen des Wasser gewonnen wird, und du den Inhalt damit nicht mehr für die Toiletten benutzen kannst?
[...]
Da du ein sehr grosses Grundstück hast, wird dein RGK mehr durch die Ökonomie als durch die Fläche begrenzt. Wenn du eine höhere JAZ erreichen willst, kannst du einfach den RGK erweitern und musst nicht auf eine zweite komplizierende Technologie setzen.


Alles klar, verstanden! War nur so ein Gedanke, dass das vielleicht irgendwie sinnvoll integriert werden könnte. Aber ist mir natürlich auch lieber, die Komplexität gering zu halten.

Verfasser:
fritznord
Zeit: 27.04.2026 16:58:34
0
3951914
Zitat von Mastermind1 Beitrag anzeigen

Die Senkung der Vorlauftemperatur (wenn wir hier von über 70Grad reden) ist elementar, wenn man an eine WP denkt.

Ansonsten macht eine WP einfach keinen Sinn.


Danke für die eindringliche Erinnerung! Da werden wir uns auf jeden Fall als Erstes drauf fokussieren.

Zitat von Mastermind1 Beitrag anzeigen

Aber... zur Bestimmung der Leistung die die Quelle (Bohrung, RGK, ...) liefern soll, und welchen Leistungsbereich die Sole-WP dann abdecken soll, wird ein belastbarer Wärmemengenzähler benötigt.


Wie meinst Du das? Bevor ich mit dem Projekt starte oder dann mit dem Einbau? Falls vorher, dann müsste ich ja noch eine Heizsaison Daten sammeln, oder?

Zitat von Mastermind1 Beitrag anzeigen

In dem ganzen Zuge würde ich die Pufferspeicher die aufgrund der Holzheizung eh unpassend zu einer WP sind, rauswerfen.


Tendenziell wird die Temperatur in dem Speicher ja schon relativ hoch. Kann ich den dann nicht für Warmwasser und/oder zur Unterstützung bei sehr kalten Tagen (= Erhöhung der VLT) nutzen?

Verfasser:
Lupo1
Zeit: 28.04.2026 13:56:52
0
3952036
Hallo Fritz,

die Regenwasserzisterne kann man in die RGK Planung mit einbeziehen, bei der vorhandenen Heizlast holt man aber nur einen Teilbereich an Energie hier hieraus.

Euere Heizlast ist gegenwärtig etwas über 20KW, 35000KWh p.a. durch Gasheizung und wenn man 8RM Holz mit einem Faktor von 0,75 umrechnet ergibt dies ca. 9600KWh, benötigter Gesamtbedarf ca. 45000KWh.
Wenn ihr die Holzheizung unbedingt weiter betreiben wollt, würde ich auf keinen Fall ein 17KW Modell verwenden. Die Leistungsabgabe der Luft sollte zu dem Raum bzw. Umgebung im Gebäude passen und Wasserseitig sollte hier kleiner sein. Hier auf Effizienz des Systems achten. Den vorhandenen Puffer verwenden und für WW eine leistungsstarke Frischwasserstation anschließen. Die SWP kann auch den oberen Bereich des Puffers für WW aufheizen falls man in der Übergangszeit die Holzheizung nicht verwendet.

Es wurde bereits mitgeteilt, auch bei der SWP hängt das Ergebnis sehr von der notwendigen Vorlauftemperatur ab. Die vorhandenen FBH ist Vorteilhaft, du schreibst von 70° Vorlauftemperatur, dürfte nur für die Heizkörper gelten.
Welche Temperatur wird für die FBH benötigt?
Auf alle Fälle sind hier neue Heizkörper notwendig, Typ33 um die Vorlauftemperatur wesentlich zu drücken. Die gegenwärtigen Heizkörper haben gewisse Abmessungen, ein Fachmann kann hier in etwa die vorhandene Leistung ermitteln und Rückschlüsse auf neue Typ33 vornehmen. Falls es Heizkörpernischen gibt, den gesamten Raum ausnutzen. Die Heizkörper jene an eine innere Wand montiert sind, großzügig dimensionieren. Die Wand mit der 12cm starken Außenwand von innen mit einer Holzfaserplatte isolieren.

Wir haben selbst einen RGK und habe schon viele erstellt, überwiegend Neubauten aber auch Sanierungen. Nun kommt einer dazu, knapp 400m² Haus Bj. 78, 42,5cm Außenwand. Bekommt keine Außenisolierung, jedoch sehr gute Dämmung im Dachbereich, FBH, Kellerdeckendämmung unsw. Auch hier gibt es einen großen Garten für die RGK Erstellung.
Bei 4000m² Garten sollte es kein Problem geben, wurde die zuständige Behörde schon angefragt? Gibt es wasserrechtliche Auflagen?
Welche Boden ist vorhanden und leichter Zugang mit großen Bagger möglich.

Wolfgang

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