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Datenschutzhinweise

Optimierung Wärmepumpe
Verfasser:
bernix1
Zeit: 22.04.2026 12:39:52
0
3951105
Hallo zusammen

Seit November 25 arbeitet bei mir im Haus eine Alsavo 07i9 LWP Monoblock R290

Das Haus ist Bj 99, WSVO95, 230qm beheizte Fläche in zwei Wohneinheiten.
Verbrauch ca 1500l Öl mit solarer Heizungs-und Warmwasserunterstützung. Letzteres musste einer PV Anlage weichen, seither 300l p.a. mehr an Öl.
Geringfügige Heizungsunterstützung durch wasserführenden Kaminofen

Die 7kw Wp ist direkt an die FbH angeschlossen, die Heizkreise sind nach Wärmebedarf festeingestellt, also teilweise sogar auf Null.

Das Ergebnis ist bisher recht erfreulich, wenn man die bisherigen Kosten (720 Euro seit Anfang November) den üblichen Heizkosten gegenüberstellt.
Anmerkung: Warmwasser wurde bisher mit der alten Ölheizung gemacht, andererseits wurde um zu testen was die Pumpe leisten kann auch weitgehend auf Holzofen in diesem Winter verzichtet.

Die WP konnte bis bei AT knapp unter Null die Temperatur halten, darunter ist im Haus auch niemand erfroren, heisst: geringer Termperaturabfall .

Die Alsavo ist mE solide aufgebaut, der Controller ist aber gefühlt Steinzeit und über die App reden wir besser nicht.... dafür war sie als Auslaufmodell günstig.

Nach kurzer Zeit war aber klar dass da noch Optimierungspotential gegeben ist.

Erste Maßnahme war die Einstellung der UWP von Stufe III auf II , konkret von 85 auf 60 watt.
Die Reduzierung der Durchflussgeschwindigkeit auf rd 900 l/h (Fehlermeldung bei etwa 600l/h) ergab einen besseren COP
COP wird über WMZ und Strommessgerät ermittel und deckt sich nicht mit dem was der Controller anzeigt.

Zweite Maßnahme war der Ausbau der serienmässigen Pumpe und der Einbau einer Wilo Yonos pico plus im Keller. Seit dem dreh ich gelegentlich am Rad ;-)
Die macht die 900 l/ h mit 25 Watt...

Danach hab ich die WP in den SilentModus geschickt: Damit läuft sie länger und vor allem leise.

Vor einigen Tagen habe ich über die App die Frequenz von 55 auf 44 runtergedreht.
Dadurch verbraucht die LWP nur noch rd 650 watt und liefert rd 4000
Kann mir jemand sagen was da alles Frequenzgeregelt wird und welche evtl negativen Auswirkungen es haben könnte?

Alternativ bietet die App noch die Möglichkeit (nur?) die Lüftergeschwindigkeit zu reduzieren.

Zur Zeit: Das Strommessgerät zeigt mir bei AT unter etwa 8 Grad einen Verbrauch im Stillstand von 40 Watt an, darüber sind es 5 Watt.
Ich bin mit ziemlich sicher dass der Übeltäter die Wannenheizung ist, die bei Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt nicht gebraucht wird.
Auch dies wird den COP deutlich verbessern.

Darüberhinaus denke ich nach die WP einen Meter höher zu setzen und den Temperaturfühler in der WP durch einen höhergelegenen zu ersetzten.

Gibt es weitere Punkte die ich noch nicht auf dem Schirm habe?

Verfasser:
DMS20
Zeit: 22.04.2026 13:22:07
0
3951113
Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Seit November 25 arbeitet bei mir im Haus eine Alsavo 07i9 LWP Monoblock R290

Das Haus ist Bj 99, WSVO95, 230qm beheizte Fläche in zwei Wohneinheiten.
Verbrauch ca 1500l Öl mit solarer Heizungs-und Warmwasserunterstützung. Letzteres musste einer PV Anlage weichen, seither 300l p.a. mehr an Öl.
Du meinst 300l Ölverbrauch von Nov2025 bis heute? Oder schon umgerechnet auf ein Jahr?
Wieviel WW-Verbrauch? WW-Zirkulation?
Hat das WW einen eigenen Speicher oder werkelt da ein Kombispeicher, aus dem sich früher (?) sowohl WW als auch Heizung bedient haben?

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Die 7kw Wp ist direkt an die FbH angeschlossen, die Heizkreise sind nach Wärmebedarf festeingestellt, also teilweise sogar auf Null.
Thermischer Abgleich oder "nach Gefühl"?

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Das Ergebnis ist bisher recht erfreulich, wenn man die bisherigen Kosten (720 Euro seit Anfang November) den üblichen Heizkosten gegenüberstellt.

Die WP konnte bis bei AT knapp unter Null die Temperatur halten, darunter ist im Haus auch niemand erfroren, heisst: geringer Termperaturabfall.
Das ist ein etwas ungewöhliches Heizverhalten: ab Minusgraden wird gefroren ...
Wer's mag ...
Konkret: wieviel Wärmeenergie wurde mit wieviel elektrischer Energie bereit gestellt mit welcher Heizkurve?

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Nach kurzer Zeit war aber klar dass da noch Optimierungspotential gegeben ist.

Erste Maßnahme war die Einstellung der UWP von Stufe III auf II , konkret von 85 auf 60 watt.
Die Reduzierung der Durchflussgeschwindigkeit auf rd 900 l/h (Fehlermeldung bei etwa 600l/h) ergab einen besseren COP
Wenn die Heizkurve gleich geblieben ist (Vorlauf/Rücklauf) bringst du damit ca. 33% weniger Heizleistung in's Haus.
Toller Trick.
Wie hat sich die Arbeitszahl denn verändert? Und unter welchem Außentemperatur-Profil?

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
COP wird über WMZ und Strommessgerät ermittel und deckt sich nicht mit dem was der Controller anzeigt.
Da ist meistens so. Fast immer ist der von der WP-Steuerung gelieferte Arbeitszahl-Wert besser.

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Zweite Maßnahme war der Ausbau der serienmässigen Pumpe und der Einbau einer Wilo Yonos pico plus im Keller. Seit dem dreh ich gelegentlich am Rad ;-)
Die macht die 900 l/ h mit 25 Watt...
Es war also vorher keine "echte" Hocheffizienzpumpe verbaut.
Noch ein toller Trick.

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Danach hab ich die WP in den SilentModus geschickt: Damit läuft sie länger und vor allem leise.
Kann die Pumpe nicht richtig modulieren? Silent-mode ist auch nichts wesentlich anderes als ein hinuntermodulierter Betrieb. Vielleicht noch ein wenig zu Lasten der Verdampfer-Durchlüftung und damit zu Gunsten der Geräuschentwicklung am Ventilator manipuliert.

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Vor einigen Tagen habe ich über die App die Frequenz von 55 auf 44 runtergedreht.
Dadurch verbraucht die LWP nur noch rd 650 watt und liefert rd 4000
Kann mir jemand sagen was da alles Frequenzgeregelt wird und welche evtl negativen Auswirkungen es haben könnte?
Das ist die Inverter-Frequenz, darüber wird die Kompressor-Drehzahl eingestellt. Warum drehst du daran händisch herum? Hast du die Modulation deaktiviert? Oder limitierst du damit lediglich die obere Leistungsgrenze der WP? Sozusagen "silent-mode-light".
Wenn die WP 650Watt elektrisch aufnimmt und 4000W thermisch abgibt, hat sie eine aktuelle AZ von fast 6,2.
Und nun?
Das wird nur aussagefähig, wenn man zumindest AT und Heizkurve und Raumtemperaturen kennt.

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Alternativ bietet die App noch die Möglichkeit (nur?) die Lüftergeschwindigkeit zu reduzieren.
Wofür?
Der Lüfter bringt die Luft (also die Wärmequelle einer LWWP) zur WP! Bei deiner WP vermutlich 6000 bis 10000m³(!) Luft pro Stunde.
Das ist ungefähr die Fläche eines Fußballfeldes mit einer Luftschicht von einem bis zwei Metern darüber. Pro Stunde. Und möglichst Rezirkulations-frei.
Je weniger Luftaustausch am Verdampfer stattfindet, desto schlechter die Wärmeausbeute, desto größer die Vereisungsgefahr, desto schlechter die Arbeitszahl.
Diesbezüglich das richtige Maß auch nach oben zur finden, ist eine der Künste bei der WP-Konstruktion.
Das sollte bei einer guten WP alles gut und von alleine aufeinander abgestimmt sein.
Wenn du an all den Schrauben selber drehen willst, musst du die WP umfangreich monitoren, genau wissen, was du tust und viel Zeit investieren.
Ganz vielleicht werden die Arbeitszahlen dann etwas besser und die WP lebt trotzdem nicht kürzer.
Das sind all die Maßnahmen, die bei der Entwicklung einer guten WP die Kosten für F&E verursachen. Auf Prüfständen, Sensoren und Datensammeln ohne Ende, mit Grips auswerten und weiter optimieren. Diese Ingenieure haben dann aber auch Zugriff auf die gesamte Hard- und Software der zu entwickelnden WP.
Traust du dir das alles selber zu?

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Zur Zeit: Das Strommessgerät zeigt mir bei AT unter etwa 8 Grad einen Verbrauch im Stillstand von 40 Watt an, darüber sind es 5 Watt.
Ich bin mit ziemlich sicher dass der Übeltäter die Wannenheizung ist, die bei Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt nicht gebraucht wird.
Das sei dahingestellt. Da geht es auch um Öltemperierung. Ich hab' keine Ahnung, ab wann die guten Gewissens bei deiner WP abgestellt werden kann. Der Hersteller sollte es aber wissen und es entsprechend parametriert haben.
Dein Risiko.
Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Auch dies wird den COP deutlich verbessern.
Und vielleicht die WP-Lebensdauer deutlich verschlechtern.

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Darüberhinaus denke ich nach die WP einen Meter höher zu setzen und den Temperaturfühler in der WP durch einen höhergelegenen zu ersetzten.
Steht die WP in einem Kältesee oder kann nicht frei abblasen?
Ist es in einem Meter höher an deinem Wohnort bereits nennenswert wärmer?
Der Temperaturfühler soll eine andere Temperatur messen - warum? Er sollte immer im Schatten liegen und eine realistische Außentemperatur bzw. Wärmequellen-Temperatur messen.
Alles andere wird über die Heizkurve berücksichtigt.

Zitat von bernix1 Beitrag anzeigen
Gibt es weitere Punkte die ich noch nicht auf dem Schirm habe?
Ja, ich glaube schon - und nimm' es mir bitte nicht übel:
So richtig scheinst du die WP-Grundlagen insgesamt und den Umgang mit einer WP-Heizanlage noch nicht verstanden zu haben.

Verfasser:
bernix1
Zeit: 24.04.2026 13:37:17
0
3951438
Hallo DMS20

Danke für die umfangreiche Antwort.

Ich denke dass ich die Grundlagen einer WP Heizung drauf habe, meine selbsteingebaute funktioniert ja gut.
Das eine oder andere Detail sich nicht. Aber dafür bin ich ja hier. ;-)

Mein Haus brauchte je nach Belegung ca 1800l Öl incl Warmwasserbereitung.
über 25 Jahre war der Bedarf rd 300l p.a niedriger durch die Heizungsunterstützung.
Die Heizungsunterstützung durch Holzofen war nie nennenswert.

Das heisst: reine Heizkosten von 720 Euro für Strom von Anfang Nov bis heue sind da schon mal eine deutliche Verbesserung.
Bis Ende Oktober, bis das Heizjahr voll ist, rechne ich mit max 900 Euro.

Die Anlage hat einen eigenen 200l Brauchwasserspeicher. Der alte Kombispeicher kann vielleicht sinnvoll als Pufferspeicher genutzt werden. Das werde ich im kommenden Herbst mal testen.

Der thermische Abgleich der FBH ist nach Bedarf. Ziel war die Raume auf den Punkt zu heizen und möglichst wenig Drosselung.

Bei Optimierungsschritten verändere ich nicht alles auf einmal. Das am Controller eingestellte Heizprofil passt einigermaßen. im Gegensatz zur Ölheizung bei der der Mischer eine Vorlauftemperatur regelt, regelt die WP eine Rücklauftemperatur und leider ist da der Controller leider nicht sauber einstellbar. Bevor die errechnete Rücklauftemperatur nicht erreicht ist geht er nicht in den Inverter Betrieb. ...

Die Arbeitszahl hat sich durch alle bishergen Maßnahmen weiter erhöht.
Auch die Verringerung der Frequenz hat die Arbeitszahl erhöht.
Zwar bringt die WP weniger Watt ins Haus, braucht aber auch deutlich weniger Strom.
Messwerte zB 4095w/675w = 6,06 bei 7,7°c AT und 28°c Vorlauf
gemessen wie gesagt über WMZ und Strommessgerät

Zur Zeit läuft die WP nur nachts bei Temperaturen bis runter auf 3-5 °C lt Wetterbericht und die TagesCOPs liegen bei rd 5,4 bis über 6.
Und hier sind wir wieder bei der Wannenheizung: 35 Watt unnötiger Verbrauch über 10h wirkt sich auf den COP aus, weil u.a. der Tagesverbrauch nur zwischen drei und in Ausnahmen 7 kw liegt.

Bei der Gelegenheit: Welches ist das passende Umschaltventil für Brauchwasserbetrieb?
Die WP hat drei Anschlüsse 7,8,9 bzw L,S,N
L hat noch die Bezeichnung BN, S = BK, N = BE

Danke und VG

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